Ökolöwe fordert die Leipziger Stadtverwaltung auf, den Klimanotstand endlich ernst zu nehmen

Für alle LeserAm 22. April berichtete die Leipziger Polizei: „Gestern Abend gerieten Schilf-, Wiesen- und Waldflächen im Schönauer Park aus bisher ungeklärter Ursache in Brand. Aufgrund der Trockenheit und des Windes breitete sich das Feuer schnell aus. Die Löscharbeiten dauerten bis ca. Mitternacht an. Nach erster Übersicht brannte eine Fläche von insgesamt ca. 30.000 qm, dies entspricht ungefähr einer Größe von sieben Fußballfeldern.“ Nur war es halt nicht der Schönauer Park, der da brannte.
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Das Feuer hat tatsächlich in den Schönauer Lachen wertvolles Sumpfgebiet zerstört. Begünstigt wurden die Flammen durch die anhaltende Trockenheit der letzten Wochen. Das nächste Dürrejahr hat längst begonnen, kommentiert der Ökolöwe diesen ersten Vorboten der Trockenheit in Leipzig.

Die Bilanz, die der Umweltverbund zieht: „Von dem Schilf, das hier meterhoch stand, ist nicht viel übrig geblieben. Verkohlte Bäume säumen das Sumpfgebiet neben dem Schönauer Park. In der Ferne zeugen grüne Laubbäume davon, wie der Frühling auch hier vor einigen Tagen noch aussah. Im geschützten Naturdenkmal Schönauer Lachen hat sich in der Nacht zum 22. April 2020 eine Katastrophe ereignet: circa 30.000 Quadratmeter geschützte Biotope sind abgebrannt.“

Die Schönauer Lachen sind ein wahres Naturparadies nahe des Lindenauer Hafens. Teiche, Schilfbestände, Wald und ausgedehnte Wiesen bieten vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten hier einen vielfältigen Lebensraum. Schon im Jahr 1985 wurde zirka 80.000 Quadratmeter dieses Gebietes als Flächennaturdenkmal „Sumpfgebiet Schönauer Lachen“ ausgewiesen. Der Flächenbrand hat nun fast 40 Prozent des wertvollen Reservoirs zerstört.

Zu den Ursachen des Brandes wird weiterhin ermittelt. Sicher aber ist, dass die starken Winde, die in dieser Nacht herrschten – vor allem aber die anhaltende Trockenheit – zu der Ausbreitung des Feuers beigetragen haben, betont der Ökolöwe, der die Schäden im Gebiet dokumentiert hat. Der April war auch in Leipzig viel zu trocken: In den letzten Wochen waren nur zirka fünf Prozent der für die Jahreszeit üblichen Menge an Niederschlag gefallen.

Aufgrund der anhaltenden Dürre ist das Sumpfgebiet ausgetrocknet, sodass Schilf und umliegende Vegetation leicht entflammbar waren. Dank der Feuerwehr Leipzig konnte der Zerstörung Einhalt geboten werden, das wertvolle Naturdenkmal fiel so nicht vollständig dem Feuer zum Opfer, betont der Ökolöwe.

Aber: Die Trockenheit wird weiter anhalten. In Sachsen herrscht schon jetzt vielerorts die höchste Waldbrandgefahr und der Hitzesommer steht vor der Tür.

„Im letzten Jahr schockierten Waldbrände in Australien, Alaska und im Amazonas die ganze Welt, nun wüten die Flammen auch hier in Leipzig. Die Klimakrise zeigt sich immer drastischer. Es muss jetzt endlich auf allen Ebenen umgesteuert werden!“, mahnt der Ökolöwe. Und erinnert daran, dass Leipzig nicht grundlos den Klimanotstand beschlossen hat: „Die Stadtverwaltung Leipzig muss die beschlossenen Inhalte zum Klimanotstand umsetzen, denn auf lokaler Ebene werden Maßnahmen für den Klimaschutz direkt und schnell wirksam.“

Leipzig muss endlich das Personal einstellen, das die Klimaschutzpläne auch umsetzt

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