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Jetzt werden auch die Connewitzer/-innen selbst gefragt: Wem gehört Connewitz?

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    Nein, es ist nicht Leipzigs Verwaltung, die den Problemen der Gentrifizierung in Connewitz einmal systematisch auf den Grund gehen möchte. Es sind die Geograph/-innen der Universität Leipzig, die das jetzt mal faktenbasiert machen und gleichzeitig die Connewitzer/-innen einladen, sich mit ihren eigenen Eindrücken an der Aufarbeitung zu beteiligen.

    „In den letzten Jahren ist ein zunehmender Anstieg der Mietpreise, nicht nur in großen Städten wie Berlin, Frankfurt oder München, sondern immer mehr auch in mittleren Großstädten wie Göttingen, Dresden, Leipzig zu beobachten“, beschreibt das Institut für Geographie die Ausgangslage. „Gerade im Stadtteil Connewitz sind die Mieten in den letzten Jahren immer mehr gestiegen, während notwendiger Neubau fast ausschließlich das gehobene Preissegment bedient.“Vor diesem Hintergrund wollen die Geograph/-innen untersuchen, was diese Entwicklungen für die Menschen vor Ort bedeuten.

    Das Forschungsprojekt „Wem gehört Connewitz?“ ist am Institut für Geographie angegliedert und Teil eines länger angelegten kritischen Forschungsvorhabens zu den sozialräumlichen Folgen der Eigentumsstrukturen auf dem Leipziger Wohnungsmarkt. Leipzig, bis vor wenigen Jahren noch ein soziokulturell einmaliger Möglichkeitsraum, wird mittlerweile vor allem vom zunehmenden Mangel bezahlbaren Wohnraums geprägt.

    Debattiert wird häufig, wie Investoren, Kapitalanleger, Hausverwaltungen, Bauträgern und andere Besitzende vom andauernden Immobilienboom profitieren, während Mietende mit mangelnder Instandhaltung, Mieterhöhungen, Verdrängungsdruck und Entmietung zu rechnen haben.

    Wenig Beachtung in der öffentlichen Diskussion haben bisher allerdings die Erfahrungen der von diesen Veränderungen betroffenen Mieter/-innen erhalten, stellen die Geographen fest:

    „Beginnend mit Leipzig-Connewitz wollen wir daher der Frage nachgehen, wie sich die (wandelnden) Eigentumsstrukturen auf die Wohn- und Lebensbedingungen der Menschen vor Ort auswirken. Dazu wollen wir zunächst über die Sammlung von Immobilienangebotsdaten sowie der Kartierung von Bestandsimmobilien unterschiedlichster Strukturtypen (Neubau, unsanierter Altbau, sanierter Altbau, Genossenschaften, börsennotierte Wohnunternehmen) in Connewitz die innerstädtischen Wohnungsstrategien von Eigentümern, Projektentwicklern und Hausverwaltungen nachvollziehen und deren unterschiedliche Verwertungstendenzen vergleichend betrachten.“

    Aber dabei soll es nicht bleiben, denn nach der Datensammlung sollen – gemeinsam mit lokalen Initiativen und Akteuren – die für die vor Ort lebenden Menschen drängendsten Wohnungsprobleme und -fragen aufgearbeitet werden.

    „Die Einsichten in die lokalen Themen helfen uns dann vor allem zur Vorstrukturierung narrativer Interviews, die wir im weiteren Verlauf ausführlich mit unterschiedlichsten Mietparteien führen wollen. An den Gesprächen mit den Mietparteien interessiert uns vor allem die individuelle Aushandlungsebene, die bei der reinen top-down-Betrachtung von Verdrängungsprozessen oft vernachlässigt wird“, geht das Institut auf den menschlichen Aspekt dabei ein.

    Der Flyer "Wem gehört Connewitz?" Grafik: Uni Leipzig, Institut für Geographie
    Der Flyer „Wem gehört Connewitz?“ Grafik: Uni Leipzig, Institut für Geographie

    Das Projekt soll perspektivisch auch auf andere Stadtteile ausgeweitet werden und will sich über das reine Forschungsinteresse hinaus auch dezidiert in aktuelle stadtpolitische Debatten um den Erhalt bezahlbarer Wohn- und Freiräume einbringen.

    Mit Flyern sammelt das Institut für Geographie schon jetzt Stimmen aus dem Ortsteil und möchte die Bewohner/-innen auch dazu animieren, Fragen zu beantworten wie: Sind deine Mieten auch gestiegen? Weißt du eigentlich, wem du Miete zahlst? Hat sich für dich persönlich vieles in Connewitz verändert? Hast du schon einmal darüber nachgedacht, aus Connewitz wegzuziehen?

    Den Flyer findet man auch auf der Projektseite des Instituts. Dort ist auch die E-Mail-Adresse für die Meinungsbeiträge angegeben: wem-gehoert-leipzig@posteo.de

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      8 KOMMENTARE

      1. Ich mache es stichpunktartig, weil es doch etwas mehr geworden ist:

        > Sebastian, wenn Sie Gentrifizierung, wie Sie es so begeistert-gleichgültig anhand der Karl-Heine-Straße beschreiben […]
        Das muss ich richtigstellen: das „schick“ war in Anführungszeichen gesetzt! Ich finde das neue Modegeschäft dort störend und mochte die vorher dort befindliche Volksbuchhandlung sehr. Mein halbes Bücherregal stammt von dort. Beim Fahrradladen daneben bekam man günstig Hilfe und Teile. Ich bedauere bei beiden Geschäften, dass sie nicht mehr da sind. Aber ich sehe nicht ein, warum es Connewitz anders gehen sollte.

        > Der Wohlstand nimmt nicht allgemein zu. Es wird nicht jeder so leidlich automatisch etwas reicher. Das stimmt überhaupt nicht.
        Doch, ganz allgemein gesagt stimmt das. Schauen Sie, was das erste Fahrzeug der Generation Ihrer Großeltern war, das Ihrer Eltern und vielleicht Ihr erstes Fahrzeug. Gut, Sie sind nun eher der Fußgänger, vielleicht haben Sie kein Auto. Aber anhand solcher Dinge, gern auch die Beispiele Wochenarbeitszeit, Urlaubstage, Wohnfläche pro Mensch sieht man über die Jahrzehnte in Deutschland gut, dass der Wohlstand immer höher wird. Früher gab es noch die Kennziffer „Kühlschränke / Waschmaschinen pro 100 Haushalte“. Heute kann man den Wohlstand u.a. auch in „Übergewicht [kg]“ messen…
        Und die ehrwürdige Lizzy konzentriert sich gern auf Armutsprobleme, das ist auch richtig so im Großen und Ganzen. Aber den Blick auf ihre Artikel zu konzentrieren ist auch einseitig.

        > U1000 €-Verdiener gehen in die Hunderttausende. Das ist die unsichtbare Unterschicht, die im Norden von Leipzig das neue geile Game aus dem Regal nimmt, verpackt und express ans Fenster liefert. Diese Leute sieht man nicht im Straßenbild.
        Wer mit Mindestlohn 38 h arbeitet, bekommt etwa 1.000 Euro raus. Wenn Sie bei Wendl, Kaufland oder Aldi arbeiten, gehen Sie für mehr als Mindestlohn raus. Und beim angesprochenen Versandriesen im Norden (meinten Sie den?) ganz sicher auch nicht. Ich kenne mehrere Leute von dort, und auch der Picker hat dort seine circa 12 Euro bekommen. Dort arbeitet nicht das Subproletariat…

        > Es wäre einfach besser, Sie würden aufhören, andere Menschen zu diffamieren, die sich für Themen einsetzen, die nicht in Ihrem Sinne sind.
        Ich diffamiere höchstens die besonders schrillen Fälle, wie den Tischlerwilly, und ansonsten gehts auch eher um Dinge / Vorgänge / Organisationen als um Menschen. Ansonsten würde ich auf die Meinungsfreiheit verweisen und dafür werben, dass Sie damit klarkommen, dass ich eine andere politische Meinung habe als Sie.

      2. Sebastian, wenn Sie Gentrifizierung, wie Sie es so begeistert-gleichgültig anhand der Karl-Heine-Straße beschreiben, in Ordnung finden, dann schreiben Sie das dann halt so, anstatt sich in menschenunfreundlichen Satireversuchen und Abwertungen zu ergehen. An Ihrem Willy haben Sie ja schier einen Narren gefressen.

        Nur halt mal nicht jammern, wenn Sie auch irgendwann rausluxussaniert werden oder umziehen wollen.

        Der Wohlstand nimmt nicht allgemein zu. Es wird nicht jeder so leidlich automatisch etwas reicher. Das stimmt überhaupt nicht. Aber vielleicht gibt es eine seriöse Studie vom INSM, denen kann man ja jedes Komma glauben….

        Was zunimmt, ist die Spreizung zwischen hohen und niedrigen Einkommen und Vermögen.
        Auch darüber hat Lizzy mehrfach berichtet.

        In Deutschland wird viel gut verdient, Kleinmillionäre gibt es Tausende. Aber es wird auch viel schlecht verdient, U1000 €-Verdiener gehen in die Hunderttausende. Das ist die unsichtbare Unterschicht, die im Norden von Leipzig das neue geile Game aus dem Regal nimmt, verpackt und express ans Fenster liefert. Diese Leute sieht man nicht im Straßenbild. Deswegen glauben alle, dass die Milch aus den Kühlschrank kommt.

        Ihre Kommentare erwecken jedenfalls nicht den Eindruck, dass Sie einer der Motoren zivilgesellschaftlichen Engagements wären. Macht aber auch nichts; es mag jeder Mensch nach seiner Fasson politisch aktiv werden oder auch nicht.

        Es wäre einfach besser, Sie würden aufhören, andere Menschen zu diffamieren, die sich für Themen einsetzen, die nicht in Ihrem Sinne sind.

      3. Unabhängig davon, was Sie nun schlau finden oder nicht – „unbezahlbar“ ist ein absolutes Wort. Der Flyer ist an sich eher ein Wahlzettel einer Partei denn ein Aufruf zum Mitmachen bei einer Forschungsarbeit. Deswegen, und wegen seiner Grundintention, schreibe ich ein paar Worte dazu.
        Schauen Sie doch mal wie Aufrufe zum Mitmachen an Medikamentenstudien aussehen, oder von der Leipziger Adipositasforschung. Das läuft wesentlich seriöser ab; da geht es augenscheinlich tatsächlich um Forschung. Das, was hier der Gegenstand des Artikels ist, kann man eigentlich auch direkt im LinXzentrum am Kreuz in Plauderrunden „erforschen“.

        Es gibt sicher auch Bauprojekte, deren Konzept in die Hose geht, wo am Ende kaum *eine/:/r einzieht. Ob das beim besagten Eidechsen-Verdrängungsbauwerk auch so wird weiß man nicht. Aber wenn sich Connewitz seiner Buntheit so rühmt (ich finde, es gibt eigentlich abwechslungsreichere Stadtteile…), warum dann nicht auch oberes Preissegment dort bauen? Grauen Grafittialtbau gibts doch dort sehr viel. Der Wohlstand nimmt allgemein zu in der Gesellschaft; die Stadt kann diese Art gehobene Wohnanforderung sicherlich vertragen. Verändern tut sich alles, da braucht Connewitz keine Extrawurst bekommen.
        Die Karl-Heine-Straße hat auch seine Volksbuchhandlung und den daneben liegenden charmanten Radladen wegen Mieterhöhung verloren, jetzt ist ein „schickes“ Modegeschäft drin und schräg gegenüber stauen sich die Biomärkte. Die Leuten wollen es so. Wobei das eine nicht unbedingt lokale Aussage ist.

        Und genau so, wie ich mir damals gewünscht hätte, dass die Zeitung den Tischlerwilli etwas investigativer fragt, warum er wirklich auf dem Bagger herumschreit und Leute beleidigt (dieser Wunsch wurde damals abgeblockt mit der Begründung „kann man nicht einfach mal honorieren wenn sich junge Leute engagieren“), hätte ich mir hier etwas tiefere Nachforschung erhofft, welche Leute mit welcher Motivation eigentlich so einem schrägen Flyer rausbringen. Ich befürchte fast, dass das wegen „Haltung“ und so leider ausbleiben wird.

      4. Sebastian, ich habe mich aber nicht auf den Artikel, sondern auf Ihren ersten Kommentar bezogen. Ich weiß, dass Sie sowas nicht so gerne haben,

        Aber Ihrer speziellen Form von Menschenliebe gilt es entgegenzutreten.

        „Ruhe“, „ohne größere Eingriffe… perfekt“, gleich zweimal: „aufrührerisch“ (uiuiuiuiuiui…), „beleidigende Geschrei“

        Und das mit den „unbezahlbaren Luxuswohnungen“: Wenn Sie das Thema wirklich interessiert (habe ich aber nicht so den Eindruck), dann übergehen Sie halt mal nicht die hierzu passenden und zahlreichen Artikel von Lizzy anstatt sich an der Wortwahl „unbezahlbar“ und „Luxus“ aufzuhalten und schlau zu meinen, so etwas gebe es quasi wortlogisch gar nicht…

      5. Stefan, ganz ehrlich. Sich in seinem Kommentar an einem Rechtschreibfehler aufzuhängen und anschließend auf die „Schlauberger“ zu schimpfen ist ein bisschen komisch.

        Es wäre schön, und das ist nur ein Wunsch, wenn es in Ihren Kommentaren lebhafter Sprache um den Artikel oder etwas, was damit zusammenhängt ginge, und weniger um angestrengte Abreaktion am Vorkommentator oder Briefe an die Rektorin. Wie gesagt,nur ein Wunsch. Ansonsten gern weiter in schlaubergernden sächsischen Landkarten oder so ähnlich.. .

      6. Hier sind ja wieder richtige Schlauberger unterwegs, die jede Verschwörung schonungslos aufdecken.

        „Gentrifizierung“ schreibt man mit hartem d.

        „Geographie“ ist schon seit Jahrhunderten nicht mehr nur die Kunst, sächsische Landkarten zu malen. Willkommen in der Gegenwart.

        Trauen Sie sich beide doch, an die Rektorin der Universität Leipzig zu schreiben.

        Das Ding mit dem „posteo“ ist das einzige, was auch ich etwas seltsam finde. Aber sonst?

        Da scheinen besorgte Bürger ja wieder Angst zu haben.

        Und so langsam verstehe ich das auch mit den mediterranen Straßencafés. Jaja, diese Subjekte, die sich da entlang der Bornaischen Straße immer so herumtreiben, von einem Kiezfreisitz quer über die Gleise zum nächsten, ja, die könnten Unruhe stiften. Sowas aber auch!!!!!1!!!

      7. Die Studentenmenschen und wissenschaftlichen Mitarbeitermenschen haben offenbar das Studienfach falsch gewählt. Unter Geographie würde ich das jedenfalls nicht verbuchen.
        Und wie Sebastian im Vorpost schrieb, ist die Studie auch nicht gerade neutral angelegt, um etwas herauszufinden, sondern so konzipiert, dass ein angenommenes Weltbild bestätigt werden soll. Einer wissenschaftlichen Studie eigentlich unwürdig.

      8. Connewitz zu Gendrifizieren dürfte wahrscheinlich der effektivste Weg sein mehr Ruhe reinzubekommen. Und dazu noch von ganz allein, ohne größere Eingriffe….perfekt.

        Ist die Forschergruppe vielleicht selbst aus Connewitz, und/oder will Politik machen mit ihrer Forschung? Allein schon das Thema suggeriert, dass es da den einen geben könnte, dem alles gehört. Oder dem es gehören sollte?

        „Weißt Du eigentlich, wem Du Miete bezahlst?“
        –> nein, mir wurde gesagt, ich soll das Mietgeld unter eine unauffällige Parkbank verstecken. Auf dem Kontoauszug oder Mietvertrag steht nix.

        „Sind Deine Mieten auch gestiegen?“
        –> Fünf meiner sieben Wohnungen blieben mietstabil, aber bei zweien ging es saftig rauf!!!!!11!!!1

        Der Zettel ist aufrührerisch und bestimmt bereits die Richtung, in die das Ergebnis der „Forschung“ gehen soll.
        Unbezahlbare Luxuswohnungen….würden nicht gebaut werden, wenn sie unbezahlbar, also von niemandem zu finanzieren sind.
        „Neoliberale Stadt“ – „wer bestimmt eigentlich, wie die Stadt gestaltet wird“…und die Antworten auf diese Forschungsfragen kommen dann an die Posteo-Adresse? Das Uni-Rechenzentrum vergibt keine seriösen Institutsadressen mehr?

        Die ganze Aktion hat ein aufrührerisches „Geschmäckle“. Ähnlich durchsichtig wie das beleidigende Geschrei vom Tischler „Bagger“ Willi Richter um seine Zauneidechsen, die dann doch niemand fand. Die Baugenehmigung kam dann wieviele Tage später?

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