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Stützwandsanierung an der Parthenstraße beendet: Neue Bänke, neue Linden, etwas mehr Platz für Fußgänger

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    Die Grünen und auch der aufgelöste Verein Neue Ufer hatten sich deutlich mehr gewünscht. Und eigentlich wäre es an der Parthenstraße auch überfällig gewesen in Zeiten von Klimaerwärmung und Stadterhitzung: mehr Grün und Uferpromenadenerlebnis. Jetzt ist das Bauvorhaben der Stadt beendet, die Stützmauern sind repariert. Aber es blieb beim geplanten kleinen Umbauprojekt an der Brücke.

    Seit September wurde gebaut

    Die Sanierung der Stützwand zur Parthe in der Parthenstraße im Zentrum Nord ist nach rund acht Monaten Bauzeit abgeschlossen, meldete das Verkehrs- und Tiefbauamt am Mittwoch, 30. Juni. An dem Tag wurde der Gehweg entlang der Wand zwischen Löhrsteg und Nordbrücke wieder freigegeben.Gebaut wurde seit dem 21. September zwischen Löhrsteg und Nordbrücke auf einer Länge von 94 Metern. Die Stützwand im Zentrum Nord wurde 1872 als Natursteinmauer errichtet und befand sich aufgrund ihres Alters in einem substanziell schlechten Zustand. Sie steht freilich auch noch unter Denkmalschutz, was natürlich jede Vision erst einmal blockiert, den eingemauerten Fluss an dieser Stelle besser erlebbar zu machen.

    Dass man hier überhaupt ein Bauprojekt auflegte, hatte mit dem maroden Zustand der über 100 Jahre alten Stützmauer zu tun. Die marode Stützwand war nicht mehr verkehrssicher und widerstandsfähig genug, weshalb sie saniert werden musste. Dafür wurde ihre Rückseite bis in eine Tiefe von 3,50 Meter freigelegt, weshalb auch die vorhandenen Bäume gefällt werden mussten. Zudem musste die Straßenbeleuchtung und -entwässerung deshalb zurückgebaut werden.

    Die sanierte Ufermauer an der Parthe. Foto: Ralf Julke
    Die sanierte Ufermauer an der Parthe. Foto: Ralf Julke

    Umfangreiche Erneuerung

    Die Stützwand wurde dann mit massivem Hinterfüllbeton verstärkt und neu abgedichtet. Der Stützwandkopf konnte mit einem Stahlbetonbalken verstärkt und in seiner Höhe angepasst werden. Die vorhandenen Abdecksteine wurden gereinigt, wieder eingebaut und durch neue Steine ergänzt. Da und dort sieht man die neuen Steine jetzt als Muster in der Uferwand.

    Ein neues Geländer, das dem ursprünglich vorhandenen nachempfunden ist, sorgt wieder für Sicherheit. Von der Gewässerseite aus gesehen wurde die Stützwand zudem komplett gereinigt und neu verfugt.

    Zumindest nutzte man die Gelegenheit, die Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer zu verbessern.

    Fast eine Million Euro Sanierungskosten

    Der Gehweg wurde zum Löhrsteg hin verbreitert und auf einer Länge von rund 105 Metern neugestaltet. Dazu gehörte die denkmalgerechte Wiederherstellung des Gehwegbelags aus Granitkrustenplatten und Kleinpflaster. Im Abschnitt zwischen Löhrsteg und Pfaffendorfer Straße gibt es jetzt fünf neue Bänke sowie Abfallbehälter.

    Zudem wurden zehn Stadtlinden neu angepflanzt. Die Straßenbeleuchtung sowie die Straßenentwässerung wurden örtlich angepasst und komplett erneuert. Im Baubereich konnte zudem auch die Fahrspur Richtung Nordstraße grundhaft ausgebaut werden. Ansonsten blieb die Parthenstraße so überdimensioniert wie zuvor.

    Die umfangreichen Arbeiten kosteten rund 995.000 Euro.

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      1 KOMMENTAR

      1. Vertane Chancen. Vielleicht wird eines Tages auch ein Denkmalschützer auf die Idee kommen, Braunkohletagebauten unter Denkmalschutz zu stellen? Oder Atomkraftwerke? Also ich bin eigentlich dafür, besondere, alte Gebäude zu schützen. Aber manchmal stehen echt seltsame Dinge unter Denkmalschutz. Und während in den vergangenen Jahren manch wirklich toller alter Bauernhof usw. klanglos abgerissen worden ist, bleibt dann – so eine Mauer erhalten!?

        Laut SächsDSchG sind Kulturdenkmale Gegenstand des Denkmalschutzes, und diese sind: „Kulturdenkmale im Sinne dieses Gesetzes sind von Menschen geschaffene Sachen, Sachgesamtheiten, Teile und Spuren von Sachen einschließlich ihrer natürlichen Grundlagen, deren Erhaltung wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen, städtebaulichen oder landschaftsgestaltenden Bedeutung im öffentlichen Interesse liegt.“

        Geschichtlich bedeutend? Diese Mauer? Also Napoleon hat noch nicht darauf gefrühstückt, der war zum Zeitpunkt der Errichtung schon verschieden.

        Künstlerisch bedeutend? Auch dies kann wohl verneint werden, sonst wäre der Künstler ja erwähnt worden. Bisher habe ich auch noch nicht vernommen, dass Kunstliebhaber diese Mauer schätzen.

        Wissenschaftlich bedeutend? Ist diese Mauer wohl nicht.

        Städtebaulich oder landschaftsgestaltend bedeutend? Eher landschaftsverunstaltend, wenn man sich dieses karge Mauerwerk anschaut. Das ganze Ensemble hat ja eher das Ambiente eines tristen Abwasserkanals, in welchem ab und zu mal Müll landet oder eine tote Ratte auf der Parthe dahin treibt.

        Irgendwann beobachtete ich einen Obdachlosen, der dort in einer versteckten Nische regelmäßig nächtigte.

        Alles sehr erstaunlich! Was man so unter Denkmalsschutz stellt und was nicht!

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