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Zwischen Felsenkeller und Kanal: Karl-Heine-Straße bekommt ab heute Radfahrstreifen

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    Vor einem Jahr thematisierte der Ökolöwe die eigentlich erforderlichen Radfahrstreifen auf der Karl-Heine-Straße, denn dort, wo die Straße längst zur beliebten Flaniermeile auf der Grenze von Plagwitz und Lindenau geworden ist, reichen die breiten Fußwege nicht mehr aus, dass hier neben Freisitzen und Geschäftsauslagen auch noch die Radfahrer ohne Probleme durchkommen. Für eine durchgehende Wegeführung gehören die Radstreifen auf die Straße. Genau das setzt das Verkehrs- und Tiefbauamt ab dem heutigen Montag, 12. Juli, um.

    Vorrangig, so betont das Verkehrs- und Tiefbauamt, geht es dabei darum, den Rad- und Fußverkehr entlang der Karl-Heine-Straße sicherer zu gestalten und diesen nachhaltigen Mobilitätsformen mehr Raum zu schaffen. Ab dem heutigen Montag werden deshalb die Parkbuchten zwischen Felsenkeller und König-Albert-Brücke tagsüber zu Kurzzeitparkzonen erklärt.Zudem werden auf der Fahrbahn beidseitig Radfahrstreifen in einer Breite von 1,85 Meter markiert. Der ehemalige Asphalt-Radweg im Seitenbereich ist künftig den Fußgängerinnen und Fußgängern vorbehalten. Zudem wird an der Einmündung zur Hähnelstraße nahe der Schaubühne Lindenfels eine Lieferzone als eingeschränkte Halteverbotszone eingerichtet.

    Dies soll helfen, den Kunden- und Lieferverkehr der Geschäfte sicherzustellen und zugleich den Fuß- und Radverkehr konfliktarm über diese Flaniermeile zu führen, so das VTA. Damit soll eine sichere und barrierefreie Mobilität für alle Menschen gewährleistet werden.

    Die Karl-Heine-Straße zwischen Plagwitz und Lindenau ist eine der wichtigsten Magistralen im Leipziger Westen und in den vergangenen Jahren richtig aufgeblüht mit vielen Geschäften, Cafés, Freisitzen und kulturellen Einrichtungen. Die Aufteilung des Straßenraums entspricht bislang nicht dieser dynamischen Entwicklung: So werden die vorhandenen Parktaschen den bestehenden Ansprüchen an den Liefer- und Kundenverkehr nicht gerecht, da sie bisher zeitlich unbegrenzt lang belegt werden konnten.

    Die Gehwege entlang der Karl-Heine-Straße sind zwar verhältnismäßig breit. Die beliebten Freisitze engen den Platz für Fußgänger und Radfahrer jedoch über weite Abschnitte stark ein. Insbesondere vor der Schaubühne Lindenfels kommen sich die Verkehrsteilnehmer in die Quere.

    Der Radverkehrsbeauftragte der Stadt Leipzig, Dr. Christoph Waack, sagt zur aktuellen Situation: „Die berechtigten Ansprüche des Fuß- und Radverkehrs sind bei dem inzwischen erreichten Nutzungsdruck auf dem beengten Raum einfach nicht mehr sicher abzuwickeln.“

    Friedemann Goerl, der Fußverkehrsverantwortliche der Stadt, ergänzt: „Mit der Umsetzung dieser Maßnahme soll die Karl-Heine-Straße in ihrer Funktion als Geschäfts- und Flaniermeile für den Leipziger Westen gestärkt werden. Eine räumliche Trennung zwischen Fuß- und Radverkehr hilft, die Qualität des städtischen Lebens insbesondere für sensible Nutzergruppen zu steigern. Ich freue mich, dass der Fußverkehr nun mehr Platz erhält.“

    Die Abmarkierung dieser Radfahrstreifen sind Teil des im März vom Stadtrat beschlossenen „Aktionsprogramm Radverkehr 2021/2022. Klimafreundlich mobil in Leipzig“, das für die beiden Jahre 2021 und 202 mit rund 8 Millionen Euro unterfüttert ist und die Mobilitätsstrategie der Stadt unterstützen soll.

    Abmarkiert wird jetzt aber nur der Abschnitt vom Felsenkeller bis zum Karl-Heine-Kanal, wo sich Leipzigs Radnetzplaner wohl gedacht haben, dass Radfahrer/-innen hier sowieso auf den Radweg am Kanal abbiegen. Westlich davon gibt es freilich ebenso schon Radfahrstreifen. Nur östlich vom Felsenkeller tut sich die Stadt noch schwer.

    Nach den Markierungsarbeiten wird der bislang benutzungspflichtige Radweg neben dem Gehweg aufgehoben und an den Straßeneinmündungen zurückgebaut. Das Radfahren ist dann nur noch auf den neuen Radfahrstreifen erlaubt, betont das VTA. Die gesamte Breite des Seitenraums, von den Bäumen bis zu den Hauswänden, steht künftig dem Fußverkehr und der Sondernutzung – etwa für Freisitze – zur Verfügung.

    Schon Ende März waren die Borde und Baumscheiben im Bereich der König-Albert-Brücke entsprechend angepasst worden.

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      6 KOMMENTARE

      1. Ich fühle mich eigentlich ziemlich wohl in dem Viertel, in dem ich lebe. Und mal draußen klönen kann man auch machen, oder sich in einen Freisitz auf den Bürgersteig setzen. Lulu Lottenstein, Maître, Kollektiv, Familie Phatnamnam, Viet village (zumindest bis zu ihrem Nebenbetätigungsfeld als Schleuser), bearded brothers,… es ist nicht so, dass ich nicht gern auch mal sowas mache. Deswegen erlaube ich mir ja eine Meinung zum Thema „bei Tempo 30 wären die Autos viiiel leiser und wir könnten endlich schön Kaffee trinken“.
        Ich bin da nicht für. Für Kaffee- und Freisitzidylle müssten die LVB-Panzer mindestens gedrosselt werden, denn die Schienen und Fahrzeuge tauscht keiner aus. Und gegen die ätzenden Poser mit ihren „Sport“auspuffen gibts sicher auch noch Mittel.

        Was den Ort des Radweges angeht: Es ist halt Politik. Sowohl für die Anordnung auf dem Gehweg als auch auf der Straße gibt es Gründe und Gegenargumente, selbst innerhalb des ADFC. Und aktuell setzt sich halt eine bestimmte durch. Unbedingt „besser“ ist das nicht, nur „anders.

      2. @Sebastian Probier’s einfach mal aus. Am Wochenende Kaffeetisch auf den Fußweg stellen und Gäste einladen.
        Du bekommst ein ganz neues Gefühl, für das Viertel, indem du lebst ^^

        Und wenn man weiß, dass der Fußweg belegt ist, kann man auch die andere Straßenseite nutzen, wenn man’s eilig hat. Ins Glashaus zu kommen..

        Mit dem Tempo30 (als Zone) war glaube ich das Problem, dass die Hauptstraße aufgehoben wird.
        Und Radfahrhauptstrecken mit rechts vor links, nunja.

      3. Längst überfällig und leicht umzusetzen. Insbesondere der Platz vor der Schaubühne (samt Treppe) hatte radstreifenbedingt keine einsfuffzig für Fußgänger. Wird der alte Radstreifen dann eigentlich unkenntlich gemacht / übermalt? Wozu eigentlich Radfahrstreifen auf der Straße? Von der Schule bis zum Keller max. 30 km/h und gut. Wenn man in Leipzig tatsächlich mehr für Fußgänger tun möchte, müßte man manche Parkbuchten wieder zu Gehwegen umfunktionieren, was historisch wohl mal so war, oder?

      4. Dort, wo für den Gehweg ausreichend Platz bleibt (1,5 m ?), darf gern Stuhl und Tisch aufgestellt werden. Aber wenn ich mir als Passant zwischen Kellnern, ausgestreckten Beinen und verstellten Stühlen wie ein nerviger Fremdkörper vorkomme, hörts auf.

        Um wenigstens ein bißchen über Ihr Stöckchen zu springen:
        Dass man sich erst an eine Hauptverkehrsstraße setzt, mit pöhsen lärmenden Autos und superleisen Straßenbahnen, und danach sagt „jetzt müssen aber die Autos weg!“ ist halt Zeitgeist. Aber jeder, *der sich mal in Glashaus oder andere echte BierGÄRTEN setzt merkt, dass Mediteranisierung nur mäßige Qualität liefert und echtes Grün eben was anderes ist…

      5. >Schade, dass sich die Freisitze so derart ausbreiten können.

        Freisitze – eine mediterrane Seuche.

        Was haben Sie jetzt gegen Freisitze? Die stehen hier nicht auf der Straße.

        Dass es für die Passanten eng wird, wird seit Jahrzehnten hingenommen. Ich kenne noch die Anfänge auf der Gottschedstraße (Magapon), da ist es schnell „eng“ geworden. War aber selbst für die LVZ nie ein Thema, und das will schon was heißen.

        Sollen die Freisitze dann in die grünen Gemeinschaftshöfe?

      6. Schade, dass sich die Freisitze so derart ausbreiten können.

        Mag sein, dass damit vorerst der Nutzungsdruck entschärft wird, aber das führt ja nur zu mehr Sitzplätzen auf dem Gehweg. Ich empfehle denen, die gerade den Kopf schütteln, mal am Freitag oder Samstag gegen 20-23 Uhr die Karli langzulaufen.
        Und wenn dann vor der Schaukneipe Lindenfels endlich Platz für mehr Stühle auf dem Gehweg ist, wird kein Mehrplatz für Passanten gewonnen sein. Aber einen Radweg, der ohne Ampeln auf einem überbreiten Fußweg durchweg entlangführt, den hat man dann im Zuge des Zeitgeistes schon verlegt…

        Auch interessant eigentlich, aus welchem Topf das Geld kommt. Um Radverkehr umzulagern, der aktuell und seit Jahren in dem benannten Bereich schon sicher geführt ist, wird Geld aus „Klimafreundlich mobil durch Leipzig“ verwendet. Und nach der Baumaßnahme ist man dann näher an Straßenbahn und Autos dran als vorher. Grüner wirds nicht!

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