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Parkstatt Dösen: Auch an das israelitische Krankenhaus muss hier erinnert werden

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    Am 13. Oktober wird im Stadtrat wohl auch der Grünen-Antrag zur Erinnerungskultur in der künftigen Parkstadt Dösen zur Entscheidung anstehen. Den hatte das Kulturamt der Start schon positiv beschieden. Aber jetzt hat die SPD-Fraktion noch einen Änderungsantrag eingebracht. Denn mit dem Fokus auf die „Euthanasie“-Verbrechen wurde ein anderer Erinnerungsaspekt aus diesem hundertjährigen Krankenhausgelände bislang vergessen.

    „Auf dem Gelände der ehemaligen Nervenheilanstalt Dösen in Leipzig wird in angemessener, aber deutlich sichtbarer Form an die Geschichte der Nervenheilanstalt unter besonderer Berücksichtigung der NS-Zeit und den Opfern der Kindereuthanasie sowie dem ab 1939 in den früheren Häusern B und D untergebrachten israelitischen Krankenhaus und den von dort in die Konzentrationslager deportierten Mitarbeitern und Patienten gedacht werden“, wünscht die SPD-Fraktion als zwingend notwendige Erweiterung des Grünen-Antrags zur Erinnerungskultur an diesem Ort.„Hierzu sollen eine oder mehrere Gedenkstelen errichtet werden, die an die Geschichte der zukünftigen Parkstadt Dösen erinnern. Die vollständige Finanzierung ist über die Einwerbung von Fördermitteln und Spenden abzusichern.“

    Denn für kurze Zeit war die Nervenheilanstalt in Dösen auch Ausweichort für das auf Befehl der NS-Gauleitung aufgelöste israelitische Eitingon-Krankenhaus im Waldstraßenviertel.

    „Die Geschichte der künftigen Parkstadt Dösen hat auch mit Blick auf den Holocaust eine besondere historische Bedeutung, denn im Dezember 1939 wurde das israelitische Krankenhaus, das sich zuvor in der Eitingonstraße befand, auf Befehl des NS-Gauleiters zuerst im Haus B und später im Haus D des Dösener Klinikgeländes untergebracht“, heißt es im Antrag der SPD-Fraktion.

    „Sowohl für die jüdischen Ärzte als auch die Patienten des Krankenhauses war das Klinikgelände in Dösen die letzte Station, bevor sie in verschiedene Konzentrationslager deportiert wurden. Unserer Ansicht nach ist es sinnvoll, auch an diesen Teil der Geschichte des Areals in angemessener und würdiger Weise zu erinnern.“

    Je intensiver sich auch der Stadtrat mit der Geschichte dieses besonderen Quartiers beschäftigt, umso sichtbarer wird, wie umfangreich die Verbrechen der Nationalsozialisten waren und wie sehr all das jahrzehntelang nicht sichtbar war im städtischen Raum.

    Erst nach und nach wird das Ausmaß der Verbrechen in der NS-Zeit mit Stolpersteinen zu den Opfern und Karten zu den Zwangsarbeitslagern im Leipziger Stadtgebiet sichtbar gemacht. Und auch immer neue Buchtitel zeigen nun, wie sehr über diesem schwärzesten Kapitel der Stadtgeschichte über Jahrzehnte das Schweigen lastete.

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