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Protestkundgebung zur Ratsversammlung: Verbände und Grüne fordern Stopp von Baumfällungen in der „Parkstadt Dösen“

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    Für das Bauprojekt „Parkstadt Dösen“ sollen auch nach neuester Planung mehrere hundert große alte Bäume gefällt werden. Viele davon allein für Parkdecks, Tiefgaragen und aus Denkmalschutzgründen. Die Leipziger Umweltverbände BUND und NABU, die Omas for Future und der Leipziger Stadtverband Bündnis 90 / Die Grünen rufen deshalb für Mittwoch, 23. Juni, um 17 Uhr zur Protestkundgebung vor dem Neuen Rathaus auf.

    An diesem Tag kommt der Bebauungsplan voraussichtlich im Stadtrat zur Abstimmung.„In Zeiten des Klimanotstands und der Biodiversitätskrise darf so etwas nicht einfach abgenickt werden!“, sagt Ulrike Böhm, Sprecherin des Leipziger Stadtvorstands von Bündnis 90 / Die Grünen. „Wir fordern eine deutlich höhere Gewichtung des für den Klima- und Artenschutz wertvollen alten Baumbestands. Auch zur Hitzeprävention aus gesundheitlichen Gründen ist der Erhalt von Bäumen im Stadtgebiet zwingend.“

    Auf dem 14,6 ha großen parkähnlichen Gelände des ehemaligen Krankenhauses Dösen plant die Instone Real Estate die Errichtung von 600 Wohnungen, von denen 90 (15 %) mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung gebaut und mietpreisgebunden sein werden. Neben der hochwertigen Sanierung der 27 unter Denkmalschutz stehenden Bestandsbauten ist der Neubau von 20 vier- bis fünfgeschossigen Wohnhäusern, einer Kita sowie eines Einkaufzentrums geplant. Dazu kommt ein Parkhaus, mehrere Tiefgaragen und KfZ-Stellplätze.

    Im Mai 2020 hatte der Leipziger Stadtrat bereits den ersten Entwurf zum Bebauungsplan mit Änderungsforderungen an Planungsbüros und Investor zurückverwiesen. Nun, nach einem Jahr Planung, liegt der neue Bebauungsplan mit einigen Verbesserungen vor.

    Das Hauptproblem aus Sicht der Grünen besteht aber weiterhin in einer übermäßig hohen Zahl geplanter Baumfällungen. Von den etwa 800 alten Bäumen sollen 286 der Überbauung zum Opfer fallen, davon 83 allein für Tiefgaragen und ein großes Parkdeck. Zusätzlich wird mit dem Verlust von bis zu 200 Bäumen aus Gründen der Verkehrssicherheit gerechnet.

    „Natürlich sind Nachpflanzungen geplant, aber mit 346 Jungbäumen viel zu wenige. Diese benötigen Jahrzehnte bis sie auch nur annähernd die ökologische und klimatische Leistung der Altbäume ersetzen können“, kritisiert Elke Thiess vom BUND Leipzig. „Dieser Bebauungsplan ist nur ein Beispiel dafür, was in Leipzig beim Thema Bauen und Bäume alles schiefläuft.“

    Für die Umweltschützer besonders empörend: Viele der Bäume sollen nur gefällt werden, um Abstellplätze für Autos zu schaffen. Die Planung sieht 550 PKW-Stellplätze für Anwohner vor, das sind mit 0,9 Autostellplatz pro Wohneinheit deutlich mehr, als die Leipziger Stellplatzsatzung vorgibt.

    Auch aus Sicht des Artenschutzes wirft der Bebauungsplan Probleme auf: Viele Vögel würden aufgrund der Rodung der alten Bäume und Sträucher, aber auch durch Überbauung von blütenreichen Säumen und der Zunahme an Störungen durch PKW-Verkehr ihren Lebensraum im Gebiet verlieren. Vermeidungsmaßnahmen oder adäquate Kompensation sind im aktuellen Bebauungsplan immer noch unzureichend.

    Und so laden BUND und  NABU, die Omas for Future und der Leipziger Stadtverband Bündnis 90 / Die Grünen für Mittwoch, 23. Juni, um 17 Uhr auf zur Protestkundgebung vor dem Neuen Rathaus.

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