Die Randbebauung rund um das 2004 fertiggestellte Museum der bildenden Künste ist längst komplett. Den ganzen „Glaswürfel“ sieht man von außen sowieso nicht mehr. Aber man kann von drei Seiten den Innenbereich betreten. Der ist zwar gepflastert und mit ein paar Bäumen bestückt. Aber damit kann man mehr machen – nämlich einen Kunsterlebnisraum draus machen. Dazu bringen jetzt das Amt für Wirtschaftsförderung und das Kulturamt einen Kunstwettbewerb auf den Weg.

Am Montag, dem 8. Mai, startete das Kulturamt der Stadt Leipzig den Kunstwettbewerb Museumskarree M²plus „Zwischenhalt im Zwischenraum“ am Museum der bildenden Künste Leipzig (MdbK). Es ist ein Einladungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren.

Der Wettbewerb hat die städtische Freifläche zwischen dem MdbK und seiner umgebenden Eckbebauung im Südwesten zum Inhalt und verfolgt das Ziel, diesen Zwischenraum zu einem Kunst- und Begegnungsort mit Strahlkraft und Verweilqualität künstlerisch aufzuwerten, teilen die beiden beteiligten Dezernate mit.

Das Ziel des Kunstwettbewerbs

Mit dem Wettbewerb wird eine künstlerische Idee gesucht, die sowohl der innerstädtischen Bedeutung des Ortes als auch dem Charakter eines „dritten Ortes“ gerecht wird. Die Einlassung soll einen aktiven gesellschaftlichen Diskurs ermöglichen und zugleich eine spielerische Atmosphäre ausstrahlen – kurz sie soll einladend, nachhaltig und inspirierend sein.

„Dritter Ort“ heißt hier: Es soll auch ein Begegnungsort für die Stadtgesellschaft werden, den man auch aufsuchen kann, wenn man nicht die Ausstellungen im Museum der bildenden Künste ansteuert und trotzdem Gelegenheit für soziale Kontakte sucht.

Besonderheit und Teil des Verfahrens sind eine Beteiligung der breiten Stadtgesellschaft, aus deren Vertretern sich die Jury des Kunstwettbewerbs zusammensetzt.

Zum Auswahlgremium für die Teilnahme am Wettbewerb gehören u. a. Franciska Zólyom (Direktorin Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig), Prof. Mitra Wakil (Professorin Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig), Jörg van den Berg (Direktor Museum Morsbroich, Leverkusen) und Sarah Alberti (Journalistin, Lektorin und Kunsthistorikerin, Leipzig). Die finale Entscheidung zwischen den eingereichten Wettbewerbsideen wird im Herbst getroffen.

Thema: Zukunftsfähige Innenstadt

„Mit diesem Wettbewerb wollen wir durch Partizipation und Bürgerbeteiligung gemeinsam einen neuen Kulturraum in der Leipziger Innenstadt schaffen“, sagt Dr. Skadi Jennicke, Beigeordnete für Kultur.

Das Projekt ist Teil des Bundesprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), das in Leipzig das Amt für Wirtschaftsförderung steuert. Die Stadt Leipzig erhält aus diesem Programm insgesamt 4,2 Millionen Euro Fördermittel.

„Das Bundesprogramm ,Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren‘ bietet eine große Chance für Leipzig: Damit können wir Impulse für die Innenstadt setzen und Orte gestalten, an denen man sich wohlfühlt und gern verweilt“, betont Clemens Schülke, Bürgermeister und Beigeordneter für Wirtschaft, Arbeit und Digitales.

Für die Realisierung der künstlerischen Idee stehen 100.000 Euro zur Verfügung. Ausloberin des Wettbewerbes ist das Kulturamt der Stadt Leipzig. Die Bewerbungsphase läuft bis zum 5. Juni 2023. Die Auslobung wird unter www.leipzig.de/museumskarree veröffentlicht.

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