Am Dienstag, dem 25. Juli, gab es ab 16.30 Uhr eine kleine feine Ausstellungseröffnung im Stadtbüro am Burgplatz. Denn dort werden die Entwürfe zum Wettbewerb zur Kunst im öffentlichen Raum am Stadtgeschichtlichen Museum für die Rückfassade des Hauses Böttchergäßchens gezeigt. Und natürlich zentral die Entwürfe des Wettbewerbssiegers Maix Mayer. Der Leipziger Konzept- und Medienkünstler Maix Mayer zitiert mit einer zweiteiligen Skulptur aus der Stadtgeschichte und gewann damit den Wettbewerb.

Zur Ausstellungseröffnung mit dem Künstler kam natürlich auch allerlei Leipziger Prominenz – von Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke, die den Leipziger Konzeptkünstler würdigte, über die Museumsdirektoren Dr. Anselm Hartinger (Stadtgeschichtliches Museum) und Dr. Stefan Weppelmann (Museum der bildenden Künste) bis zu Leipzigs vormaligem Baubürgermeister Martin zur Nedden.

Künstler Maix Mayer im Gespräch mit Dr. Anselm Hartinger und Dr. Stefan Weppelmann. Foto: Sabine Eicker
Maix Mayer im Gespräch mit Dr. Anselm Hartinger und Dr. Stefan Weppelmann. Foto: Sabine Eicker

Das Kulturamt der Stadt Leipzig hatte den Wettbewerb ausgelobt. Das Ziel war die Neugestaltung und Belebung des öffentlichen Raums am Haus Böttchergäßchen mit Mitteln der Kunst. Am 6. Juli 2023 wählte eine siebenköpfige Jury unter Leitung der bildenden Künstlerin Enne Haehnle aus Leipzig den Siegerentwurf aus acht eingereichten Arbeiten aus.

Der Siegerentwurf

Maix Mayers Entwurf widmet sich dem urbanen Raum Leipzigs und seinen Veränderungen nach 1990. Im Mittelpunkt stehen zwei Objekte: eine Straßenlampe des VEB Narva Leuchtenbau Leipzig, bestückt mit zwei DDR-Tropfenlampen, sowie eine flache Plastik aus Edelstahl, die in Reminiszenz an die Brunnenplastiken des Leipziger Bildhauers Harry Müller auf dem ehemaligen Standort Sachsenplatz entwickelt wurde. Die beiden Objekte des Ensembles beziehen sich aufeinander.

Eine der beiden Lampen lenkt den Blick auf den flachen silbernen „Stern“, der auch als Bühnenpodest oder Sitzskulptur dienen kann. Die andere richtet ihren Lichtkegel auf die bestehende Außentreppe. Mit der künstlerischen Arbeit wird Erinnerung im Stadtraum an konkreten Objekten festgemacht.

Der Wettbewerbsentwurf von Maix Mayer. Grafik: Studio Maix Mayer
Wettbewerbsentwurf von Maix Mayer. Grafik: Studio Maix Mayer

Maix Mayer, Jahrgang 1960, lebt und arbeitet als Konzept- und Medienkünstler in Leipzig. Er hat ein Diplom der Marinen Ökologie an der Universität Rostock und ein Diplom der Bildenden Kunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig erworben, an der Fakultät Neue Medien der Universität Poznan promoviert und zahlreiche Preise und Stipendien gewonnen.

Der Wettbewerb

Dem Einladungswettbewerb vorangegangen war ein Beschluss des Beirates Kunst im öffentlichen Raum und am Bau der Stadt Leipzig vom September 2022. An dem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren konnten sich bildende Künstler und Künstlergruppen weltweit beteiligen. Voraussetzung war neben der Professionalität auch ein nachweisbarer Bezug zu Leipzig. Aus 29 eingegangenen Bewerbungen wurden am 30. März 2023 acht Künstlerinnen und Künstler durch ein unabhängiges Auswahlgremium zur Teilnahme ausgewählt. Der Siegerentwurf aus dem Verfahren wird in den kommenden Monaten zur Umsetzung vorbereitet, der Aufstellungszeitpunkt ist gegenwärtig noch nicht bekannt.

Die Ausstellung

Alle Wettbewerbsarbeiten werden vom 25. Juli bis zum 11. August 2023 im Stadtbüro der Stadt Leipzig (Burgplatz 1, 04109 Leipzig/Zugang über Markgrafenstraße 3) öffentlich ausgestellt. Sie können zu den Öffnungszeiten besichtigt werden: Dienstag bis Donnerstag 13–18 Uhr, Freitag 13–15 Uhr.

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