Der alte Bebauungsplan für die Neue Messe stammt aus dem Jahr 1993. Er passt nicht mehr so recht zu den Ansprüchen im Messegeschäft der Gegenwart. Weshalb die Messegesellschaft schon 2023 beantragte, den Bebauungsplan zu überarbeiten und mehr Flexibilität bei den Nutzungen zu ermöglichen. Leipzigs Planungsdezernat hat jetzt den Entwurf für einen neuen Bebauungsplan vorgelegt.

Auf der Neuen Messe soll künftig eine breitere Palette an Veranstaltungen möglich sein – neben Messen und Kongressen etwa Open-Air-Veranstaltungen, Events und Konzerte. Diese konzeptionelle Neuausrichtung werde jetzt forciert, damit das Areal weiterhin ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleiben kann.

Dafür muss zunächst der über 30 Jahre alte Bebauungsplan Nr. 35.1 „Neues Messegelände – Teil 1 ‚Neue Messe‘“ geändert werden. Den entsprechenden Vorentwurf hat die Stadtspitze jetzt auf den Weg gebracht. Anschließend soll er im Amtsblatt veröffentlicht werden, sodass sich Bürger, Verbände und Vereine weiter in die Diskussion einbringen können. Auch eine öffentliche Veranstaltung zur Bürgerbeteiligung ist geplant.

Mehr Open Air, mehr Platz für Kongresse

In Leipzig gibt es derzeit wenige Flächen, die für Open-Air-Konzerte und -Veranstaltungen geeignet sind. Die vertiefte, zentrale Rasenfläche zwischen den beiden Parkplatzflächen P1 und P2, die sogenannte Messemulde, bietet sich hierfür grundsätzlich an. Im weiteren Verfahren wird die Eignung geprüft, etwa hinsichtlich der Schallemissionen.

Nach der Änderung des Bebauungsplanes könnten zudem nördlich des Congress Center Leipzig neue Gebäude hinzukommen – für Lagerflächen, für zusätzliche Kongresskapazitäten, aber auch für Betriebseinrichtungen wie beispielsweise eine Großküche. Derzeit müssen für den Messebetrieb Lagerflächen in Seehausen angemietet werden, was logistisch herausfordernd ist.

Der ursprünglich für den Bauabschnitt II vorgesehene Bereich soll künftig flexibel für Grünflächen, Parkplätze, Gebäude sowie als Flächen für erneuerbare Energien genutzt werden. Im Sinne eines nachhaltigen Energiemixes sollen unter anderem Dachflächen für Fotovoltaik-Anlagen ertüchtigt werden. Zusätzlich könnten insbesondere ganz im Osten des Gebiets Geothermie- oder PV-Anlagen entstehen. Hier prüft die Leipziger Messe GmbH, was technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Der ursprüngliche sowie der nun vorliegende städtebauliche Entwurf für das Areal stammen vom Architekturbüro gmp, Gerkan, Marg und Partner. Da im Bebauungsplan von 1993 schon eine zweite Erweiterungsstufe vorgesehen war, sind jetzt nur wenige Änderungen nötig. Für den angepassten Vorentwurf wurde das ursprüngliche Konzept durch die Leipziger Messe GmbH gemeinsam mit dem Büro gmp fortgeschrieben und mit der Stadtverwaltung abgestimmt.

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