Laut dem Schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI sind im vergangenen Jahr erneut die Militärausgaben weltweit auf einen neuen Höchststand angestiegen. Außerdem: Fünf Männer wurden als Mitglieder der „Vereinten Patrioten“ am Oberlandesgericht Koblenz zu Haftstrafen von mehreren Jahren verurteilt. Die LZ fasst zusammen, was am Montag, dem 27. April 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Mehr Geld fürs Militär und mehr Kriegsdienstverweigerer
Weltweit sind die Ausgaben fürs Militär im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchststand angestiegen. Es ist bereits das elfte Mal in Folge. Das hat das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI ausgerechnet.
Rund 2,9 Billionen US-Dollar (das entspricht etwa 2,5 Billionen Euro) wurden laut Bericht in 2025 für Verteidigung ausgegeben. Für gut die Hälfte dieser Ausgaben seien alleinig die USA, China und Russland verantwortlich. In Europa stiegen die Militärausgaben um 14 Prozent an – unter anderem, weil die USA keine neuen Militärhilfen für die Ukraine bewilligten.
Was auch angestiegen ist: Die Anzahl derer, welche den Kriegsdienst verweigerten. Im ersten Quartal dieses Jahres haben schon 2.656 Menschen einen entsprechenden Antrag gestellt. In 2024 waren es insgesamt 2.998 Personen gewesen. Im Jahr 2025 gingen bei der Behörde 3.867 Anträge ein. Das berichtete zuerst die Neue Osnabrücker Zeitung unter Berufung auf Angaben des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA).
Urteil gegen „Vereinte Patrioten“ wegen Umsturzplänen
Am Oberlandesgericht in Koblenz wurde am heutigen Montag nach mehr als 100 Verhandlungstagen das Urteil gegen fünf Mitglieder der „Vereinten Patrioten“ gefällt: Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten Teil einer terroristischen Vereinigung waren und einen Umsturz in Deutschland geplant hatten. Die Gruppe soll neben einem mehrwöchigen Stromausfall auch die Entführung des ehemaligen Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD) geplant haben.
Die Gruppierung träumte außerdem von der Einführung einer neuen Verfassung nach dem Vorbild des Kaiserreichs 1871. Die Haftstrafen für die Männer belaufen sich zwischen zwei Jahren und zehn Monaten und acht Jahren.
Einen ausführlicheren Bericht zu dem Fall wird unser Redakteur René Loch im Laufe des Tages liefern.
Ehrengrab für Isolde Hamm
Auf dem Leipziger Südfriedhof wurde heute ein Ehrengrab für die erste Werbeleiterin der Leipziger Theater mit Oper, Operette, Schauspiel und dem Theater der Jungen Welt, Isolde Hamm, eingeweiht. 2006 war die Stifterin von GEDOK (Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstfördernden e. V) verstorben.
100 Jahre nach Entstehen des ältesten und europaweit größten Netzwerks für Künstlerinnen aller Kunstgattungen erhielt nun Hamm als eines der Ehrenmitglieder des Vereins diese besondere Ehrung.
Mehr zu Hamms Schaffen kann hier nachgelesen werden.
Bürgerumfrage, Lieder für Alice und Lydias Geschichte
Worüber die LZ berichtet hat:
Bürgerumfrage 2025: Die Schere zwischen Arm und Reich geht auch in Leipzig auseinander
Am 1. und 2. Mai wieder im Westflügel Leipzig: 15 Jahre „Songs for Alice“
Parasiti: Der Tag, an dem Lydias Geschichte endlich erzählt werden muss
19-Jähriger wegen versuchten Mordes vor Gericht in Leipzig
Was heute außerdem wichtig war: Am Landgericht in Leipzig begann heute der Prozess gegen einen 19-Jährigen, welcher einer 42-jährigen Frau in einem Connewitzer Waschsalon mit einer Glasscherbe erhebliche Verletzungen hinzugefügt haben soll. Unser Redakteur Lucas Böhme begleitet den Prozess und hat hier ausführlich über den Fall berichtet.
Vom FDP-Chef zum Autoverkäufer: Ex-Bundesfinanzminister Christian Lindner soll im kommenden Jahr Vorstandsvorsitzender des Automobilhandels-Unternehmens Autoland AG werden. Der 47-Jährige war zum Jahresbeginn als Vertriebsvorstand in das Unternehmen eingetreten.
Besuch des israelischen Botschafters und Tag gegen Lärm
Was morgen passieren wird: Am morgigen Dienstag ist der Botschafter Israels, Ron Prosor, in der Stadt. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sowie Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) empfangen Prosor auf dem Leipziger Messegelände. Das Datum ist nicht zufällig gewählt: Am 28. April 2026 wird der 78. Unabhängigkeitstag des Staates Israel begangen.
Gegen den Besuch Prosors wurde in Leipzig Protest angekündigt. So ruft die Gruppe Handala zur Mahnwache um 18 Uhr auf dem Leipziger Marktplatz auf und kündigte an, einen Galgen als Symbol gegen die Befürwortung Israels der Todesstrafe aufstellen zu wollen.
Nicht morgen, aber übermorgen: Am Mittwoch, 29. April, ist der Tag gegen Lärm. Dieser ist eine Aktion der Deutschen Gesellschaft für Akustik e. V. und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Der Sound von morgen“. Das Landesumweltamt schaltet für an diesem Tag ein gesondertes Bürger*innentelefon.
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Die GRÜNEN sind Kriegstreiber. Unglaublich, wie sie sich in 30 Jahren geändert haben.