Am heutigen 24. August ist es also soweit: die vielleicht größte Demonstration des Jahres 2019 in Sachsen steht an. Ab 12 Uhr startet die Auftaktkundgebung auf dem Dresdner Altmarkt, für den gesamten Tag haben die Veranstalter 25.000 Teilnehmer angemeldet, verschiedenste Gruppen, Initiativen und Gewerkschaften haben für den heutigen Tag gegen Rassismus mobilisiert. Die L-IZ.de-Redaktion berichtet in unregelmäßigen Abständen hier von der Reise, den Demonstrationen und Kundgebungen mit Impressionen von vor Ort.

Impressionen (Video) vom 24.08.2019 in Dresden

Video L-IZ.de

#unteilbar meldet eine erste Zahl: 35.000 Teilnehmer heute in Dresden vor den Konzerten, die um 16:30 Uhr begannen.

Erste Eindrücke aus Dresden

 

Video: L-IZ.de

Video: L-IZ.de

Video: L-IZ.de

Video: L-IZ.de

Video: L-IZ.de

Ohne die „Schicksalswahl“ in Sachsen wäre der Termin wohl nicht zustanden gekommen, die antirassistische „unteilbar“-Bewegung steht also als Reaktion in direktem Zusammenhang zum 1. September 2019 und dem Erstarken der AfD. Mit zuletzt bei 25 Prozent in den Umfragen am 22. August hinter der CDU Sachsen (28 %) gelandet, werden die Rechtsradikalen wohl über der heutigen Veranstaltung schweben. Die Ouvertüre bot die BILD, welche trotz vehementen Widerspruchs der sächsischen Polizei die AfD-Munkelei reportierte, es gäbe Ängste innerhalb der Sicherheitsbehörden vor Randalen am Abend des heutigen Samstags.

Obwohl die Polizei nach Recherchen von BILDblog („Falscher als die Polizei erlaubt“) mehrfach dementierte, hierzu vermehrte Anzeichen im Vorfeld erkennen zu könne, gingen nicht zum ersten mal Boulevard und Rechte Hand in Hand beim Schüren von Ängsten. Alle seriösen Medien berichteten im Vorfeld angesichts der stets friedlichen Demonstrationen dieser Initiative überwiegend positiv über die vielen Aufrufe, heute nach Dresden zu kommen.

Weiteres interessantes Detail im Vorfeld der Großdemonstration, zu welcher der DGB, Parteien, Studentenvertretungen und gesellschaftliche Initiativen aufgerufen haben, ist die Nichtteilnahme von Noch-Ministerpräsident Michael Kretzschmer (CDU).

Gemeinsam gegen Rassimus, also „unteilbar“ zu sein, gilt somit wohl auch weiterhin eher für die Zivilgesellschaft und die Parteienlandschaft links der Christdemokraten, was eine Teilnahme auch einzelner Mitglieder der CDU heute zwar nicht ausschließt, aber gewohnt unsicher erscheinen lässt. Zumal der bisherige Wahlkampf der CDU deutlich zeigt, dass man zwar einen Koalition mit der AfD auf Landesebene ausschließt – aber dennoch selbst hier und da in trüben Wassern fischt.

Auch ohne diese eher demonstrationsfernen Kreise dürfte die Versammlung heute die größte in diesem Jahr in Sachsen unter dem Motto „Sommer der Solidarität“ werden. In Berlin gingen am 13. Oktober 2018 unter dem Willen der „Unteilbarkeit“ 240.000 Menschen auf die Straße, eine Zahl, die am heutigen Tag in Dresden wohl unrealistisch sein dürfte. Am 6. Juli 2019 gingen bei der rein lokalen Aktion von „unteilbar“ über 3.000 Teilnehmer in Leipzig auf die Straße und zogen um den Innenstadtring. Einzig eine Debatte über Israel-Fahnen vor Ort führte im Nachgang zu Debatten in der Messestadt.

Die „nur“ 25.000 angemeldeten Teilnehmer für den heutigen Samstag in Dresden dürfte dennoch die Untergrenze des Denkbaren darstellen.

In den sozialen Medien berichtet die L-IZ.de unter den Hastags #unteilbar und #dd2408, längere Videos, Bilderstrecken und Texte sind hier im Laufe des Tages im Ticker zu finden. Enden soll der heutige Tag in Dresden mit einem großen Abschlusskonzert und Redebeiträgen auf der Dresdner Cockerwiese ab 16:30 Uhr bis zirka 22 Uhr.

Auf der Bühne mit dabei dann unter anderem Enno Bunger, Max Herre, Fatoni, Sugar MMFK, Megaloh, DJ V.Raeter, Ansa Sauermann, Silbermond, Woods of Birnam und Sebastian Krumbiegel. Moderation: Anna Spangenberg, Helen Fares und Quynh Anh, Le Ngoc

Weitere Informationen aus den letzten Tagen rings um „Unteilbar“ finden sich hier unter l-iz.de/tag/unteilbar

Das vollständige Programm des heutigen Tages (Stand 21. August 2019, PDF zum Download)

Hinweis der Redaktion in eigener Sache: Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 500 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

#unteilbar: Mehr als 3.000 Menschen starten in Leipzig in den „Sommer der Solidarität“ + Video & Bildergalerie

#unteilbar: Mehr als 3.000 Menschen starten in Leipzig in den „Sommer der Solidarität“ + Video & Bildergalerie

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Michael Freitag über einen freien Förderbetrag senden.
oder

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar