NABU-Gutachten entlarvt Vertuschung aus den Planunterlagen

Biotopkartierung: Der Fehmarnbelttunnel würde streng geschützte Riffe in der Ostsee zerstören

Für alle LeserWahrscheinlich liegt man gar nicht so falsch, wenn man das Gefühl hat, dass auch die wirtschaftsverliebte Politik so langsam beginnt umzudenken. Auf einmal kritisiert selbst ein Konservativer wie Wolfgang Schäuble (CDU) die Ostsee-Pipeline „Nordstream II“. Zwar nicht aus Naturschutzgründen. Aber immerhin. Aber auch der geplante Ostseetunnel zur Insel Fehmarn trifft auf fundamentale Kritik. Hier ist es der NABU, der zeigt, welche Umweltschäden der Tunnel in der Ostsee anrichten würde.

Was einen doch sehr an Sachsen und die hiesige Behördenpraxis erinnert, Umweltbelange einfach zu ignorieren, wenn sich Amtsinhaber in den Kopf gesetzt haben, irgendetwas Tolles für den „Wirtschaftsstandort“ tun zu wollen. Da wird selbst bei Begründungen getrickst, warum man auf Umweltprüfungen aus fadenscheinigen Gründen verzichten durfte. Das bekannteste Beispiel ist die Waldschlößchenbrücke in Dresden.

Es geht nie wirklich um all die Dinge, die den Bürgern versprochen werden. Und keins dieser Riesenprojekte ist alternativlos. Aber nicht nur in Deutschland hat sich eine Unart bei politischen Verantwortungsträgern eingeschlichen, Konzerninteressen immer über Umweltschutzbelange zu stellen, weil ihnen das Mantra von „Standort“ und „Arbeitsplätzen“ im Kopf sitzt. Sie trauen sich gar nicht mehr, Alternativen zu denken.

Den Druck, solche zu denken, brauchen sie mittlerweile immer wieder von unten, von den Bürgern selbst. Man denke an die Bürgerinitiativen, die sich gegen die gigantomanischen Ausbaupläne für die B 87 gewehrt haben und ein Beteiligungsverfahren erst erzwungen haben. Das Projekt wird zwei Nummern kleiner. Dasselbe beim Mittleren Ring Ost/Südost in Leipzig, auch wenn beratungsresistente Amtswalter einfach nicht loslassen wollen, egal, wie viel Schaden so ein Bauwerk anrichten würde.

Beim Fehmarnbelt ist seit Donnerstag, 5. September, klar, dass auch hier die Bauherren getrickst und getürkt haben, um dieses Milliardenprojekt voranzutreiben. Im April hat der NABU schon Klage eingereicht. Seit Juli belegt ein Gutachten, dass der Tunnel unter der Ostsee für das wahrscheinliche Verkehrsaufkommen gar nicht gebraucht wird. Auch diesen Trick kennt man von Verkehrsprojektemachern: Sie zaubern gigantisch wachsende Verkehrszahlen in der nächsten Zukunft aus dem Hut und begründen damit den Bedarf gigantischer Bauwerke.

Im Juli begann auch die Verhandlung vorm Bundesverwaltungsgericht und die Bürgerinitiative der BELTRETTER kam extra nach Leipzig, um hier phantasievoll gegen die Umweltzerstörung durch den Tunnel zu demonstrieren.

Seit Donnerstag ist freilich auch klar, dass im Planfeststellungsverfahren die wichtigsten Naturschätze im Plangebiet einfach verschwiegen wurden.

Der NABU hat am 5. September eigene Biotopkartierungen entlang der Trasse des geplanten Fehmarnbelttunnels in den schleswig-holsteinischen Küstengewässern vorgestellt. Diese waren zwingend nötig, weil sich in den Unterlagen und Gutachten des dänischen Vorhabenträgers Femern A/S Ungereimtheiten fanden, die der NABU überprüfen lassen wollte.

Darüber berichtete auch der Europaticker: „Die Ergebnisse der Tauchgänge sind so überraschend wie eindeutig. Obwohl der Meeresgrund laut Umweltverträglichkeitsstudie nur aus Schlick und Sand bestehen soll, zeigen die neuen Untersuchungen gut ausgeprägte und artenreiche Riffe. ,Das sind streng geschützte Lebensräume, die im Verfahren nicht berücksichtigt wurden‘, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. ,Was das für die Tunnelgenehmigung bedeutet, wird im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht zu klären sein. Fakt ist: Der Tunnel hat jetzt ein weiteres großes Problem.‘“

Neben dem fehlenden Bedarf und überholten Verkehrsprognosen kritisiert der NABU seit Jahren die zu erwartenden Umweltschäden durch den geplanten Absenktunnel. Dazu zählen Gefahren für Deutschlands einzigen heimischen Wal, den Schweinswal, für den hier ein Schutzgebiet ausgewiesen wurde, und auch Zerstörungen am Meeresboden durch den 60 Meter breiten, 20 Meter tiefen und 18 Kilometer langen Graben.

„Wir haben es hier mit einem einzigartigen Lebensraum zu tun: Große Findlinge und ausgedehnte Geröllfelder sind dicht mit bunten Schwämmen, buschartig verzweigten Moostierchen und Tang bewachsen. Es gibt hier eine Dichte an Plattfischen, die in der Ostsee ihresgleichen sucht. Der ökologische Schaden im Fall eines Tunnelbaus muss neu bewertet werden“, zitiert der Europaticker Dr. Kim Detloff, NABU-Leiter Meeresschutz.

Und die folgende Kritik wird noch deutlicher, denn da wird auf einmal sichtbar, dass auch die Bundespolitik ihren Anteil hat an den Umweltzerstörungen in der Ostsee: „Riffe sind durch das Bundesnaturschutzgesetz und die europäische FFH-Richtlinie streng geschützt. Deutschland und auch das Land Schleswig-Holstein haben bisher zu wenig für den Erhalt dieser Oasen der Meere getan. Auch deshalb hat die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik eröffnet. Die neuen Biotopkartierungen, die das renommierte Kieler Forschungstaucher-Unternehmen Submaris durchgeführt hat, sind Gegenstand der Klagebegründung des NABU gegen den Planfeststellungsbeschluss und liegen aktuell beim Bundesverwaltungsgericht. Die Leipziger Richter sind nun gefragt, die Vollständigkeit und Rechtmäßigkeit der Genehmigung zu überprüfen.“

Und für den NABU haben die „verschwundenen Riffe“ einen seltsamen Beigeschmack, da Vorhabenträger alle maßgeblichen Umwelt-Gutachten selbst in Auftrag geben und entsprechend Einfluss auf Ergebnisberichte nehmen können.

Damit sind dem Tricksen bei der Erstellung der Planunterlagen Tür und Tor geöffnet. Der NABU will diese Verbindung von Bauvorhabenträger und Naturschutzgutachten entkoppelt sehen. Und ein weiteres Problem seien natürlich politisch protegierte Vorhaben.

„Um bewusste oder unbewusste Täuschungen zu vermeiden, muss politische Einflussnahme auf Genehmigungsbehörden ausgeschlossen werden“, erklärt laut Europaticker Malte Siegert, Infrastrukturexperte des NABU. Dumm nur, dass noch immer viel zu viele Politiker sich mit solchen Prestigeobjekten ein Foto im Geschichtsbuch verdienen möchten und dafür auch bereit sind, wertvolle Naturräume preiszugeben.

Für den Graben durch den Fehmarnbelt, in den die riesigen Betonelemente des Absenktunnels abgesenkt würden, würde der Ostseegrund auf einer Länge von 18 Kilometern bis zu 200 Meter breit und 16 Meter tief aufgerissen werden. Würde das riskante Mega-Projekt realisiert werden, entstünde die größte Baustelle Nordeuropas – mitten in der Ostsee. Die Natur würde ebenso geschädigt werden wie der Tourismus und die ruhigen Heimatorte sowie Existenzen vieler Menschen.

Sediments-Aufwirbelungen bedrohen Laichgebiete

Durch die Baggerarbeiten würden über Jahre im großen Stil Sedimente aufgewirbelt und sich über die Strömung in der Ostsee verteilen – auch Laichgebiete von Ostseefischen wären bedroht. „In einer Zeit, in der durch den Klimawandel die Nachwuchsproduktion des Heringsbestandes ohnehin stark reduziert ist, sollten solche zusätzlichen Störungen vermieden werden“, empfiehlt Dr. Christopher Zimmermann vom Thünen-Institut. Die Beltretter warnen seit Jahren davor, dass der Tunnelbau der Umwelt, der Ostsee und der gesamten Region massiv schaden würde. Die Bauarbeiten im Fehmarnbelt würden auch eine große Bedeutung für die Laichgebiete von Heringen und Dorschen haben. Der Hering der westlichen Ostsee laicht im Frühjahr in den flachen Küstengewässern.

Solche Gebiete gibt es auch in der Nähe des geplanten Tunnels südlich der Insel Lolland. Sollte es in unmittelbarer Nähe der Heringslaichgebiete und zur Laichzeit zu Bauarbeiten kommen, kann durch die starke Trübung und Sedimentation des Wassers das Wachstum der Wasserpflanzen, auf denen der Hering die Eier ablegt, beeinträchtigt werden. Zudem kann sich der Laich nicht richtig entwickeln und absterben.

Die Umweltverträglichkeitsstudie bestätigt außerdem, dass insbesondere die tiefen Bereiche des Fehmarnbelts eine hohe Bedeutung als Laichgebiet für den beliebten Ostseefisch Dorsch haben. Auch dieses würde durch die Bauarbeiten des größten Absenktunnels der Welt beeinträchtigt und könnte sich somit auf die Dorschpopulation im Fehmarnbelt negativ auswirken. Die massiven Auswirkungen des drohenden Tunnelbaus auf Natur und Umwelt sind einer der Gründe, weshalb derzeit 10 Klagen gegen den Bau beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig vorliegen. Unter anderem gehören große Umweltschutzorganisationen zu den Klägern.

Fischer fürchten um ihre Existenz

Gunnar Gerth-Hansen, Fischwirtschaftsmeister auf der Ostseeinsel Fehmarn und seit 40 Jahren in der Fischerei tätig, befürchtet, dass der Tunnelbau seine und die Existenzen vieler anderer Fischer bedrohen könnte. Denn die Fischpopulation würde durch den Bau stark beeinträchtigt werden, das bestätigt auch eine Umweltverträglichkeitsstudie.

„Bis zur Wiederherstellung des Gleichgewichts werden inklusive der Bauzeit mindestens 10 Jahre vergehen. Ohne Ausgleichszahlungen ist selbst eine wesentlich kürzere Zeit nicht zu kompensieren“, so Gerth-Hansen. „Der Tunnelbau würde einen schweren Eingriff in die natürlichen Lebenszyklen von Fischbeständen bedeuten. Dadurch könnten ganze Fischjahrgänge im Fehmarnbelt ausbleiben, was uns Fischern hohe Einkommensverluste bringen würde. Die Schäden an der marinen Umwelt werden von der Umweltverträglichkeitsstudie auf 30 Millionen beziffert.“

Karin Neumann, Pressesprecherin des Beltretter e. V., bezweifelt sogar, dass es bei der prognostizierten Schadenssumme bleibt: „Wir glauben, dass der Schaden viel höher sein wird. Zudem stellt sich heute generell die Frage, ob sich Schäden an Umwelt und Natur überhaupt in Euro bemessen lassen.“

Die Beltretter demonstrieren heute vorm Bundesverwaltungsgericht gegen den Mega-Tunnel unter der Ostsee

Hinweis der Redaktion in eigener Sache: Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 500 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

NABUBeltretter
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
Ein Kommentar


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

BSG Chemie Leipzig vs. Hertha BSC II 1:3 – „Wir müssen vom Kopf her schneller sein!“
Auch nach dem Abpfiff war der des Feldes verwiesene Chemie-Kapitän Stefan Karau sichtlich sauer.... Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle Leser Die Fußballer der BSG Chemie Leipzig haben am Samstag gegen den Tabellenführer der Regionalliga Nordost mit 1:3 (0:2) den Kürzeren gezogen. Dabei waren die Grün-Weißen vor 3.045 Zuschauern im Alfred-Kunze-Sportpark keineswegs chancenlos, leisteten sich aber zu viele vermeidbare Fehler. „Wir müssen vom Kopf her schneller sein, diese Fehler dürfen uns nicht passieren!“, ärgerte sich Chemie-Coach Miroslav Jagatic.
Ticketverlosung: Roman-Lesung mit Ralph Grüneberger „Herbstjahr“
Ralph Grüneberger: Herbstjahr. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

VerlosungIm Rahmen des Lichterfest – 30 Jahre Friedliche Revolution findet am 10. Oktober, 19 Uhr, in der Leipziger Galerie Koenitz eine Autorenlesung mit Ralph Grüneberger statt. Dieser liest aus seinem Roman Herbstjahr statt. Passend zum Bild „Theaterfabrik“ von Dorothea Liebscher liest Ralph Grüneberger einen Auszug aus dem Part über die Leipziger Schauspiel-Elevin Monika alias Monique. Freikäufer haben die Möglichkeit, 1x2 Freikarten zu ergattern.
Wenn es immer nur um Klickzahlen und Leserhasche geht
Juan Moreno: Tausend Zeilen Lüge. Cover: Rowohlt Verlag

Cover: Rowohlt Verlag

Für alle LeserEs war ein ganz sensibler Punkt, den der Deutsche Presserat am Dienstag, 17. September, thematisierte. Einer, der den Kern dessen berührt, was einige Medien in der Gegenwart unter Journalismus verstehen. Denn da hat sich etwas verschoben, schon lange vor dem Aufkommen von Facebook & Co., die dem Journalismus mit sturen Algorithmen den Garaus zu machen versuchen.
Lichtraum 4 wird am 23. September im Park und Innenhof der ehemaligen Stasi-Zentrale eröffnet
Lichtraum 4 - Der Innenhof der ehemaligen Stasizentrale (hier bei einer ersten Lichtprobe im April) wird zur Bühne für Poetry Slam. Foto: PUNCTUM Stefan Hoyer

Foto: PUNCTUM Stefan Hoyer

Für alle LeserIn der künstlerischen Beschäftigung mit den Montagsdemonstrationen von 1989 entstehen im Vorfeld des 9. Oktobers 2019 in Leipzig sechs Lichträume, die sich Montag für Montag in Plätzen entlang des Rings eröffnen. Nach Lichtraum 1 (Nikolaikirche), Lichtraum 2 (Nikolaikirchhof) und Lichtraum 3 (Park am Schwanenteich) eröffnet am Montag, 23. September, um 20 Uhr Lichtraum 4 mit Poetry Slam im Park und Innenhof der ehemaligen Stasi-Zentrale.
AWO-Umfrage belegt wachsenden Fachkräftemangel in den sächsischen Kindertagesstätten
In Schleußig entdeckt: Kinderwagenparkplatz. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAm Freitag, 20. September, war auch Weltkindertag. Ein Tag, der die AWO Sachsen dazu anregte, den zunehmenden Fachkräftemangel in den sächsischen Kindertagesstätten zu thematisieren. Denn die sächsische Regierung wimmelte bei Nachfragen dazu immer ab. In der Realität aber fehlen längst hunderte Erzieherinnen und Erzieher.
Nähe und Gemeinsinn: Warum Menschen, die sich selbst nicht lieben, auch die Schöpfung nicht lieben können
Rüdiger Ulrich: Nähe und Gemeinsinn. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn seinem Buch „Nähe und Gemeinsinn“ schlägt Rüdiger Ulrich einige Wege vor, wie man die riesigen Schuldenberge, die durch die Kapitalanlagen der Superreichen entstehen, abbauen kann. Denn da diese gewaltigen Summen von ihren Eigentümern nie und nimmer konsumiert werden können, also auch auf normalem Weg nicht wieder in den Geldkreislauf zurückkehren, strangulieren sie nicht nur unsere Staaten, sondern verschlingen regelrecht die Zukunft.
Nähe und Gemeinsinn: Welche Kraft treibt unsere Wachstumsökonomie eigentlich so in den Abgrund?
Rüdiger Ulrich: Nähe und Gemeinsinn. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSchon 2003 beschäftigte sich Rüdiger Ulrich, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der HTWK Leipzig, mit der Frage, wie unsere Wirtschaft eigentlich aussehen muss, damit wir unseren Planeten nicht unbewohnbar machen. Dass er die bis heute gelehrte „Wirtschaftswissenschaft“ für höchst fragwürdig hält, hat er auch damals schon formuliert. Jetzt hat er ein Buch dazu geschrieben, ein „Plädoyer für eine Ökonomie der Liebe“.
Liveticker zum Klimastreik: Eine Sturzgeburt der Koalition und ein Streik „for Future“ + Videos
Übrigens fein säuberlich wieder zusammengetragen und mitgenommen - die fff-Plakate nach der Demo. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWenn ein Schüler „die ganze Nacht lang“ vor der Prüfung lernt, nennt man das zu Recht „auf den letzten Drücker“. Und es beschreibt wohl, wie lange da vorher nichts in den Kopf hineinwollte oder schlichte Denk- und Lernfaulheit. Die Folgen des Bulimie-Lernens: wenig Durchdachtes, viel Gemerktes, wenig Behaltenes schon wenige Stunden später – Placebo-Wissen für den Test. Wie nachhaltig das „Klimapaket“ der Berliner Koalition ist, wird sich erweisen, die ersten Ergebnisse werden gerade erst bekannt. Nach einer „Nachtsitzung“ am Morgen danach.
Klimastreik – Video & Bildergalerie: Redebeiträge & Impressionen bei Fridays for Future Leipzig
Ab 15 Uhr startete das Programm auf der Bühne am Augustusplatz. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserVideoWährend des ersten Teils des heutigen Klimastreiks in Leipzig gab es verschiedene Konzerte und Wortbeiträge. Darunter unter anderem Jens Hausner von „Pro Pödelwitz“, Bodo Wartke, Sarah Lesch, internationale Vereinigungen und die Demoblöcke stellten sich unter anderem unter Beteiligung von Uni-Rektorin Beate Schücking vor. Hier der Videomitschnitt der Fridays For Future-Veranstaltung auf dem Augustusplatz vor der Demo, welcher sich unter dem Motto „Alle fürs Klima“ in der Messestadt am 20. September rund 20.000 Teilnehmer anschlossen.
Immer mehr Beschäftigte vor allem in der Großstadt sind von Schlafstörungen betroffen
Müde Frau am Schreibtisch, Foto: BARMER

Foto: BARMER

Für alle LeserWirtschaftlicher Erfolg hat seinen Preis. Erst recht, wenn die Beschäftigten dabei immer flexibler und mobiler werden müssen. Da wird oft nicht nur der Abend zur zweiten Schicht, sondern auch noch die Nacht zur Arbeitszeit. Und das hat Folgen: Gerade in „Boom-Regionen“ nimmt die Zahl der von Schlafstörungen Geplagten zu, stellt die Barmer jetzt fest.
Preisgekrönter US-Ökonom startet Forschungsprojekt am IWH zum dauerhaften Rückstand der ostdeutschen Wirtschaft
Abwarten Ost. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserPetra Köppings Wunsch wurde erhört: Immer wieder hat die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) gefordert, die Spätfolgen der Treuhandarbeit im Osten zu untersuchen. Denn so bekam sie es ja in vielen Gesprächen mit den Sachsen zurückgespiegelt. Seit die Treuhand im Osten tabula rasa gemacht hat, ist im Leben vieler Ostdeutscher der Wurm drin. Am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) soll das jetzt eine ganze Forschergruppe untersuchen.
Grüne beantragen, innovative Ampel-Steuerungen für Leipziger Verkehrsflüsse auszuweiten
LVB-Straßenbahn in der Lützner Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSelbst eher autoverliebte Fraktionen wie die der CDU weisen immer wieder darauf hin, dass man im Leipziger Verkehrsfluss eine Menge verbessern könnte, wenn man nur endlich auch eine intelligente Verkehrssteuerung auf die Beine stellt. Moderne Rechnersysteme müssten das doch hinkriegen. Jetzt legt die Grünen-Fraktion im Stadtrat einen solchen Antrag vor. Für sie aber soll der bessere Verkehrsfluss vor allem dem ÖPNV zugute kommen.
»Die Geiselnahme« – Premiere am 28. September in einer Inszenierung von Jürgen Zielinski
Intendant des Theaters der Jungen Welt Jürgen Zielinski. Foto: Alexander Böhm

Foto: Alexander Böhm

Lehrer*innen im Dauerstress und mit Burnout-Gefährdung, Schüler*innen mit Motivationsdefiziten – dass diese Konstellationen nach wie vor aktuell sind, zeigt ab dem 28. September um 19.30 Uhr »Die Geiselnahme« von Barrie Keeffe.
Fridays for Future und Students for Future sind vier Tage lang zu Gast im Alten Rathaus
Fridays for Future auf dem Leipziger Ring. Foto: Fridays for Future Leipzig

Foto: Fridays for Future Leipzig

Für alle LeserKlimaprotest setzt ein Zeichen im Museum: „Fridays for Future Leipzig“ informiert zusammen mit „Students for Future“ ab Dienstag, 24. September, im Alten Rathaus in der Ständigen Ausstellung „Moderne Zeiten“ in einer Intervention über die Entwicklung der Klimaproteste in Leipzig und deren Hintergründe.
Fridays For Future rufen auf zum Mitmachen und Wissenschaftler erklären, warum der Klimawandel uns bedroht
Aufruf zum Klimastreik auf der Sachsenbrücke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm heutigen Freitag, 20. September, werden weltweit Millionen Menschen auf die Straße gehen, um endlich eine ehrliche Politik für Klimaschutz einzufordern. Auch in Leipzig gibt es heute eine große Demonstration, zu der diesmal nicht nur „Fridays For Future“ einladen, sondern auch zahlreiche gesellschaftliche Gruppen und Parteien. Einige haben schon vorab ihre Statements veröffentlicht, um deutlich zu machen, warum sie am Klimastreik teilnehmen.