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Ein Mann, ein Kanu und eine halbe Tonne Müll: Leipziger Paddler ist „Gewässerretter des Jahres“

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    Da war er selbst überrascht: Falk Bruder von der Abteilung Kanu des Leipziger Sportvereins Südwest ist von der Jury der Online-Plattform www.gewaesserretter.de zum „Gewässerretter des Jahres“ bestimmt worden. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hatte zusammen mit seinen Wassersportpartnern in der Allianz Gewässerretter zur Teilnahme am Wettbewerb in drei Gewinnrubriken aufgerufen.

    Dieser Allianz gehören der Deutsche Kanu-Verband (DKV), der Deutsche Segler-Verband (DSV), der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) und der Deutschen Ruderverband (DRV) an.

    Die Jury befand in einem Schreiben an den Preisträger: „Die Ausdauer, die Sie an den Tag gelegt haben, den Müll zu sammeln und dabei die Natur zu schützen ist mehr als vorbildlich. Ebenfalls ist uns die Kontinuität aufgefallen, mit der Sie Müll gesammelt haben und auf der Gewässerretter-Seite publizierten. Wir sehen anhand Ihrer Bilder nicht nur die Leidenschaft für den Kanu-Sport, sondern auch den Ehrgeiz, der Natur wieder ihren Raum zurückzugeben, den wir Menschen durch den Müll leider immer wieder bedrohen. Diese Überzeugung ist ein Leitbild der Gewässerretter, weshalb wir Ihnen herzlich zu diesem Preis gratulieren.“

    Die Auszeichnung ist mit 333 Euro dotiert.

    „Ich war ehrlich überrascht“, kommentiert Falk Bruder die Würdigung, „besonders weil ich die Rubrik gewonnen hatte, an die ich eigentlich gar nicht gedacht hatte. Meine Beiträge waren für die Rubrik 1 ,Die Masse zählt‘ und die Rubrik 2 ,Der Wow-Effekt zählt‘ gedacht. Jetzt habe ich aber die Rubrik 3 ,Die Kreativität zählt‘ gewonnen. Ich freue mich riesig und ich gratuliere den Gewässerrettern aus den anderen beiden Kategorien.“

    Auf www.gewaesserretter.de kann Müll dokumentiert und gemeldet werden, um wichtige Daten zur Müllbelastung heimischer Gewässer zu bekommen. Es werden Reinigungsaktionen geplant, beworben und bilanziert. Darüber hinaus gibt es Informationen sowie praktische Tipps rund um das Thema Müll in Gewässern, Müllvermeidung und Ressourcenschonung.

    Seit 2016 dokumentiert Falk Bruder den Müll, den er bei seinen Paddeltouren aus den Gewässern fischt und vom Ufer einsammelt, auf dieser Plattform. Für 2020 hatte er sich vorgenommen, bei jeder Paddeltour mindestens zwei der vom DKV verteilten „Müll und Unrat Sammelsäcke“ (MUSS) zu füllen und fachgerecht zu entsorgen.

    „Zum Stichtag des Wettbewerbs Ende September“, berichtet der Kanute aus Leidenschaft, „habe ich die diesjährigen Müllfunde zusammengefasst und auf www.gewaesserretter.de eingetragen. Da kam einiges zusammen. Insgesamt waren das 217 übervolle MUSS, geschätzt etwa 450 kg Müll. Nicht gerechnet sind dabei viele weitere Müllstücke, die nicht in die kleinen blauen Sammelsäcke passen, wie Bierkästen, Fußbälle, Farbeimer und vieles mehr.“

    Für den „Gewässerretter des Jahres“ ist damit aber nicht Schluss. „Für mich geht die Aktion natürlich weiter. Bislang ist die Gesamtmenge an gesammeltem Müll um weitere 90 volle Sammelsäcke plus vieler Sonderteile gestiegen“, sagt Falk Bruder. Das Preisgeld will er in den Bau eines Wildbienen-Hotels für das Bootshausgelände seines Kanuvereins am Lauerschen Weg in Leipzig investieren.

    Was tun, wenn immer wieder neuer Müll in Leipzigs Flüssen landet? + Bildergalerie

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