7.8 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Radtour #ParisGoesBrussels: Unerwartet viel Aufmerksamkeit für die Erinnerungs-Tour 1.000 Kilometer von Dresden nach Brüssel

Mehr zum Thema

Mehr

    Am Donnerstagmittag um 13 Uhr war es so weit: Der selbst gebaute zwei Meter große Eiffelturm, der am 26. November in Dresden auf die Reise ging, wurde übergeben an Vertreter/-innen von Europäischem Parlament und Europäischer Kommission – verbunden mit der Aufforderung, fünf Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen endlich den Klimaschutz zur Grundlage all ihres Handelns zu machen.

    Stellvertretend für viele hundert Menschen, die sich an dieser Fahrradstaffel beteiligt haben, übergaben am Donnerstag, 10. Dezember, drei Stellvertreter/-innen aus drei Generationen dieses Symbol für den Klimavertrag von Paris: Jada Kennedy (Youth For Climate Belgium), Malte Kleinwort (Parents For Future Deutschland) und Dirk van Esbroek (Grandparents For Future).

    Kommissionsvertreterin Elena Visnar Malinowska betonte bei diesem Anlass: „Eine Initiative wie #ParisGoesBrussels ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie sich Menschen auf inspirierende Weise für unseren Planeten einsetzen. Als engagierte Radfahrerin und als Vertreterin des Europäischen Bündnisses freue ich mich, Ihr Statement und, am Ende dieser Staffel, den Eiffelturm entgegenzunehmen!“

    Anna Cavazzini, Mitglied des Europaparlaments (Grüne/EFA), lobte die Aktion mit den Worten: „Engagierte Menschen auf der Straße braucht es genauso wie in der Politik. Sie sind wichtig, um große politische Entscheidungsprozesse voranzubringen.“

    Außerdem anwesend waren:

    Pascal Canfin, MdEP (Renew Europe Group), Chair of the Committee on the Environment, Public Health and Food Sefety in the European Parliament, Pierre Larrouturoi, MdEP (SuD), Johann Brettschneider, Vertreter des Sächsischen Ministerpräsidenten in Brüssel (kommissarisch).

    Die belgische Klimaaktivistin Jada Kennedy erzählte vor zahlreichen Pressevertrer/-innen den anwesenden Politikerinnen und Politikern, warum sie bei #ParisGoes Brussels mitgeradelt ist: „Wir müssen die Polarisierung endlich beenden und uns mit und für die Menschen für eine lebenswerte Zukunft zusammenschließen.“

    Malte Kleinwort (Parents for Future) machte deutlich: „Die Zeit für Schönwetterpolitik ist vorbei. Das Ziel jeder politischen Anstrengung muss sein, alles für die Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens zu tun. Noch sind wir weit entfernt davon, die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad zu schaffen.“

    Anna Cavazzini unterschreibt auf dem weit gereisten Eiffelturm. Foto: #ParisGoesBrussels
    Anna Cavazzini unterschreibt auf dem weit gereisten Eiffelturm. Foto: #ParisGoesBrussels

    Das Büro des Präsidenten des Europäischen Rates hat Organisator/-innen von „ParisGoesBrussels“ für nächste Woche zum Gespräch mit Rudy Volders (Chief Advisor for the Integrated and Sustainable Europe team in the Cabinet of Charles Michel, President of the European Council) geladen.

    Die Radtour #ParisGoes Brussels und ein selbst gebauter Eiffelturm als Staffelstab

    #MakeParisReal und #ParisGoesBrussels – Diese zwei Hashtags sind mitgewachsen mit einer Aktion, die ganz klein begann. „Es war eine spinnerte Idee von uns.“ Matthias Rudolf gehört zu den zwölf Parents for Future in Leipzig, die Anfang November beschlossen, ein Zeichen zu setzen zur Erinnerung an das Pariser Klimaabkommen. „Fünf Jahre ist das jetzt her, und die europäische Politik handelt in keiner Weise so, dass wir die Ziele dieses weltweit gemeinsam vereinbarten Klimavertrags erreichen können.“

    Gestartet sind die Radfahrer/-innen zu dritt am 26. November in Dresden.

    „Meine Hoffnung auf viel Aufmerksamkeit war gedämpft“, sagt Rudolph.

    Almut Petschauer organisierte von Leipzig aus weitere Radfahrer/-innen für die nächsten Etappen und erzählt: „Es waren deutlich über 500 Menschen dabei, bei Minusgraden durch Matsch und Schnee, manche haben extra Urlaub genommen, das ist schon beachtlich. Das hätten wir nicht erwartet.“

    Am Ende haben hunderte Menschen diesen Eiffelturm mit dem Fahrrad begleitet, auf 14 Etappen durch Städte in Deutschland, den Niederlanden und Belgien. 1.100 Kilometer ist der Turm gereist. Vorbei am Dannenröder Forst, wo die Klimaaktivist/-innen von der Polizei mit Wasserwerfern bedroht wurden, vorbei am Hambacher Forst und dem Rheinischen Revier.

    14 Mal wurde der Turm am Abend in der jeweiligen Etappen-Stadt auf- und wieder abgebaut. Ein Leipziger Grafikdesigner hatte ihn im November zwei Wochen lang gebastelt. Nur drei Fahrer/-innen, wie auf der ersten Strecke nach Riesa, waren sie nie wieder. Es wurden jeden Tag mehr. In Thüringen, von Jena nach Erfurt, waren über 250 Radfahrer/-innen dabei, am Schluss fuhren wegen der Corona-Auflagen in Belgien nur vier mit Eiffelturm in Brüssel ein. Viele Umweltgruppen aus Deutschland haben sich beteiligt.

    Der 12. Dezember ist der 5. Jahrestag des Pariser Klimaschutzabkommens. Und die Aktion fand durchaus ein unerwartet starkes Echo: In der nächsten Woche sind einige der Organisator/-innen von „Paris Goes Brussels“ eingeladen ins Büro des Präsidenten des Europäischen Rates – zum Gespräch über dringend notwendige Klimaschutzmaßnahmen.

    Am Freitag machte die Radtour #ParisGoesBrussels Zwischenstopp in Leipzig + Video

    Hinweis der Redaktion in eigener Sache

    Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten unter anderem alle Artikel der LEIPZIGER ZEITUNG aus den letzten Jahren zusätzlich auf L-IZ.de über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall zu entdecken.

    Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere tägliche Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

    Vielen Dank dafür.

     

    Topthemen

    - Werbung -

    Aktuell auf LZ