Das Mysterium der fleißigen Sächsin und das Gnadengeschenk Teilzeitarbeit

Schon wieder Frauentag? Alle Jahre wieder. Und es ändert sich nichts. Woran liegt das? An den Frauen, die nicht in Aufsichtsräte wollen? Oder nur Teilzeit arbeiten wollen? Oder an Männern, die unbelehrbar sind? Darüber wurden nun endlose Debatten geführt. Seit 1990 besonders endlos. Aber selbst eine Meldung der Arbeitsagentur Sachsen nährt den Verdacht: Es hat tatsächlich mit der Verachtung von Männern für das zu tun, was Frauen leisten.
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Nur die Diskussion läuft falsch. Meist unter dem Label „Frauen sind mehr wert“. Das ist eine Diskussion aus der Entwertungsperspektive. So ein Flehen aus der Erniedrigung: Wertet uns endlich auf! Über Bezahlung messen wir der Arbeit von Menschen Wert zu.

Männer wissen das auch. Auch da gibt es Arbeitsfelder, in denen das, was sie tun, entwertet wird. Das sind nicht ganz zufällig Dienstleistungsbereiche. Just das Feld, in dem Frauen nicht nur häufiger anzutreffen sind, sondern die ohne Frauen gar nicht funktionieren würden. Ohne Frauen, die uns tagtäglich die Millionen wichtiger Dienstleistungen besorgen – von der Kinderbetreuung über die Schule bis zur Pflege, der Buchhaltung, der Reinigung all unserer Schmutzecken usw. würde unsere Gesellschaft schlicht vor die Hunde gehen.

Und je mehr eine Gesellschaft wie die unsere auf Dienstleistung beruht, umso mehr Frauen werden gebraucht, die mit zupacken. Mal ganz zu schweigen davon, dass es im Osten Deutschlands recht wenige Männer-Jobs gibt, von denen man eine ganze Familie versorgen kann. Was im Osten die Erwerbsquote der Frauen in die Höhe treibt.

Und so präsentierte die sächsische Arbeitsagentur zum internationalen Frauentag 2015 die Meldung: „Beschäftigungsquote der Frauen steigt in Sachsen weiter – bundesweit höchstes Niveau“.

„Aktuell leben 1,24 Millionen Frauen zwischen 15 und 64 Jahren in Sachsen. Fast sechzig Prozent davon gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Damit liegt die Beschäftigungsquote der Frauen bei 59,9 Prozent und erreicht das höchste Niveau seit über zehn Jahren. Im bundesweiten Vergleich steht Sachsen damit weiter auf dem ersten Platz!“, vermeldete die Arbeitsagentur. Mit Ausrufezeichen.

„In Sachsen liegt die Beschäftigungsquote der Frauen mit 59,9 Prozent im bundesweiten Vergleich am höchsten. In den vergangenen zehn Jahren ist sie in Sachsen um 12,8 Prozentpunkte und damit bundesweit am kräftigsten gestiegen“, sagt dazu Dr. Klaus Schuberth, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit.

An der Stelle muss natürlich eingefügt werden, dass das nicht alle Erwerbstätigen sind: Zu den 1,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kommen in Sachsen noch einmal 500.000 Menschen, die nicht sv-pflichtig arbeiten. Man kann also davon ausgehen, dass 75 bis 80 Prozent der sächsischen Frauen im erwerbsfähigen Alter einer Arbeit nachgehen. Der Anstieg bei den sv-pflichtigen Jobs kann auch schlicht bedeuten, dass mehr Frauen einen solchen versicherten Arbeitsplatz bekommen.

Schon die Art, wie Ämter und Behörden solche Zahlen verkünden, lässt ahnen, wie verdreht und weltfremd das Denken in diesen Leitungsinstanzen schon lange ist. Was sich dann meist mit den bunten Weltvorstellungen in den Redaktionen der großen deutschen Medien trifft, die im Jahr 2015 immer noch so tun, als wäre die Erwerbstätigkeit der Frau eine Art Wunder und Ausnahmezustand und nicht die Regel.

Dass dann die Zahlen zur Erwerbstätigkeit der Frau sogar noch wie eine besondere Ausnahme vermeldet werden, macht die Sache nicht besser. Da haben wir jetzt zwar nur die Zahlen für 2013 zur Verfügung, aber sie zeigen deutlich, wie die staatlichen Ämter mit der Aussonderung der Frau als besondere Spezies die Öffentlichkeit geradezu verdummen. Denn sind die 59,9 Prozent sv-versicherungspflichtig beschäftigte Frauen nun wenig oder viel? Oder gar Zeichen einer besonderen Entwicklung?

Nichts dergleichen ist der Fall: 2013 hatte das statistische Landesamt gemeldet, dass 58,9 Prozent der Frauen im erwerbsfähigen Alter einen sv-pflichtigen Job haben. Und die Männer? – Bei denen waren es – man höre und staune: 57,8 Prozent.

Oder einmal so gesagt: Wenn Behörden nur die Zahlen zur sv-pflichtigen Beschäftigung vermelden, dann veräppeln sie ganz bewusst die Öffentlichkeit. Ein Viertel aller Erwerbstätigen wird dabei einfach nicht erfasst.

Frauen sind genauso häufig berufstätig wie Männer

Aber Fakt ist nun einmal: Frauen gehen genauso oft einer Beschäftigung nach wie Männer. Sie sind nur zumeist in anderen Branchen tätig. Aber dazu kommen wir gleich.

„Im Jahr 2014 sind 744.165 Frauen aus Sachsen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen. Bezogen auf alle Frauen im erwerbsfähigen Alter liegt die Beschäftigungsquote bei 59,9 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2013 ist die Beschäftigungsquote um einen Prozentpunkt gestiegen und im Zehnjahresvergleich um fast dreizehn Prozentpunkte“, meldet die sächsische Arbeitsagentur. Was eben nicht stimmt. Auch hier haben wir zumindest die Zahl für 2013. Danach waren von 2,55 Millionen Personen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre) 2,009 Millionen erwerbstätig – nur eben nicht alle sv-pflichtig. Die Beschäftigtenquote lag also bei 78,8 Prozent.

Eine Zahl, die sogar trügt, weil natürlich viele der 15- bis 25-Jährigen überhaupt noch nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen – und viele der 55- bis 65-Jährigen schon nicht mehr.

Der Rest aus dem Amt ist dann das übliche Erklärmuster der Agentur: „Zurückzuführen ist dieser Anstieg auf die positive Arbeitsmarktentwicklung und die dadurch steigende Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen. Grundlage dafür war die gute konjunkturelle Situation und stabile Binnennachfrage, die letztendlich die Jobchancen für sächsische Frauen verbessert haben. – Im Vergleich aller Bundesländer liegt Sachsen mit der Frauen-Beschäftigungsquote von 59,9 Prozent auf Platz eins. Gefolgt von Thüringen (58,9 Prozent), Brandenburg (58,6 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (57,9 Prozent), Sachsen-Anhalt (57,3 Prozent) und Bayern als erstes westdeutsches Bundesland (57,3 Prozent). Die geringsten Beschäftigungsquoten von Frauen gibt es in Bremen (47,0 Prozent), dem Saarland (47,6 Prozent) und in Nordrhein-Westfalen (47,7). Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Beschäftigungsquote der Frauen bei 52,1 Prozent.“

Das Märchen von der Erwerbsneigung der sächsischen Frau

Was natürlich wieder Blödsinn ist und Dr. Klaus Schuberth wieder zu einer unsinnigen Aussage animiert: „Ein Grund für die hohe Beschäftigungsquote im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt liegt vor allem an der traditionell hohen Erwerbsneigung der sächsischen Frauen.“

Das ist genau die esoterische Welterklärerei, mit der das mystische Wesen der arbeitsamen Frau erst geschaffen wird. Tatsache ist, dass die Erwerbstätigkeit in westlichen Bundesländern in der Regel genauso hoch ist – nur dass Frauen dort noch häufiger in nicht-sv-pflichtigen Tätigkeiten zu finden sind. Auch Bayern kommt auf eine tatsächliche Erwerbstätigenquote von 80 Prozent, auch bei den Frauen.

Aber es ist ja so schön vom Mythos der „hohen Erwerbsneigung der sächsischen Frauen“ zu schwadronieren. Dieses Alpenveilchen, Herr Schuberth, bekommen Sie einfach zurück. Dabei wissen wir ja, dass die Arbeitsagenturen auf Kreis- und Landesebene nicht anders können als die Vortänzer in Nürnberg, die den Sprachgebrauch für die Mystifizierung des Arbeitsmarktes vorgeben. Nur ja keine realistischen oder gar vergleichbaren Zahlen liefern. Das könnte ja die Welt auf Gedanken bringen.

Und so sind auch die kleinteiligen Zahlen für Sachsen lediglich irreführend und sagen tatsächlich überhaupt nichts über die Höhe der Erwerbsbeteiligung aus: „Innerhalb Sachsens – auf Landkreisebene – sind die Beschäftigungsquoten der Frauen über dem bundesweiten Durchschnitt. Die höchsten Beschäftigungsquoten gibt es in der Sächsischen-Schweiz-Osterzgebirge (64,3 Prozent), im Landkreis Leipzig (62,2 Prozent), in Mittelsachsen (61,7 Prozent) und in Nordsachsen (61,4 Prozent). Die geringsten Beschäftigungsquoten sind im Landkreis Görlitz (56,7 Prozent) und den kreisfreien Städten Leipzig (57,3 Prozent) und Chemnitz (57,8 Prozent) zu verzeichnen.“

Und leider ist ja auch die Erklärung der Art der Beschäftigung seit dem unseligen Wirken von Peter Hartz & Co. eine reine Mystifizierung der eigenen Untaten. Dumm nur, dass auch das zum Sprachgebrauch der Arbeitsagenturen gehört: „Aktuell arbeiten 44 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen nicht in Vollzeit, denn die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wird flexibler. Am Arbeitsmarkt existieren neben der dominierenden Vollzeittätigkeit zahlreiche Arbeitszeitmodelle, die eine Beschäftigung in Teilzeit ermöglichen. Vom klassischen Halbtagsjob bis hin zu Menschen, die ‚vollzeitnah‘, zum Beispiel 32 Stunden an vier Tagen die Woche arbeiten.“

Flexibilität als Weltbeglückung?

Bei solchen Sprüchen dürften sich dann wohl eine Menge weiblicher und auch männlicher Beschäftigter, die mit solchen „vollzeitnahen“ Modellen abgespeist werden, so richtig auf den Arm genommen fühlen.

Aber um Erklärungen ist man ja von Amtsseite nie verlegen.

„Frauen sind häufiger teilzeitbeschäftigt als Männer. Sie entscheiden sich meist wegen der Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Personen oder wegen weiteren persönlichen oder familiären Verpflichtungen für eine Teilzeitbeschäftigung“, sagte Schuberth.

Und um das nicht zu weit ausufern zu lassen, reiben wir dem fleißigen Arbeitsagenturchef einfach mal das Zitat aus einer IAB-Studie von 2011 unter die Nase. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist quasi das Forschungsinstitut der Bundesarbeitsagentur. Und es merkte seinerzeit an: „Der kräftige rechnerische Anstieg der Teilzeitquote im Osten ist allerdings zum Teil darauf zurückzuführen, dass die Vollzeitbeschäftigung dort stärker abgenommen hat. Auch die unfreiwillige Teilzeitarbeit – wenn Beschäftigte keine Vollzeitstelle finden konnten – ist im Osten stärker verbreitet. Das zeigt sich in den Arbeitszeitwünschen der Frauen in Ostdeutschland: Sie würden gerne deutlich länger arbeiten als vereinbart, und zwar häufiger als die Frauen im Westen.“

Und dass ihnen weniger Vollzeitjobs angeboten werden, hat mit Peter Hartz & Genossen und der Aufweichung des deutschen Arbeitsmarktes in den letzten 20 Jahren zu tun: Viele Unternehmen – und zwar vor allem die großen – bieten gerade im Sektor Handel und Dienstleistung fast nur noch diverse Teilzeitmodelle an.

Aber da beschwichtigt die sächsische Arbeitsagentur gleich: Ist doch nicht so schlimm. „Teilzeit bedeutet nicht: ‚Arbeiten nur am Vormittag‘. Unter Teilzeitbeschäftigung werden alle sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse aufgeführt, die nicht Vollzeit entsprechen. Dabei zählt die übliche betriebliche Wochenarbeitszeit. Bereits eine Abweichung von einer Stunde lässt Arbeitsverhältnisse in der Statistik als Teilzeit zählen.“

Teilzeit senkt Verdienst- und Beförderungschancen

Dumm nur, dass damit auch das Verdienstniveau sinkt. Und noch eine Folge hat das, die der IAB-Bericht benannte: „Familienbedingte Erwerbsunterbrechungen und nachgelagerte Teilzeitphasen sind mit deutlichen Lohneinbußen verbunden (Boll 2010), und auch die Chancen auf eine Führungsposition verringern sich dadurch merklich (Kohaut/Möller 2010).“

Und was meint Klaus Schuberth: „Auf der einen Seite unterliegt die Gesellschaft und Arbeitswelt einem ständigen Wandel. Auf der anderen gibt es immer noch die traditionellen Rollenmuster. Angefangen bei der Berufswahl bis hin zur Entscheidung, wer ein Unternehmen oder ein Team führt. Hier ist aus meiner Sicht ein Umdenken erforderlich. In allen Arbeitsagenturen und Jobcentern gibt es speziell ausgebildete Beraterinnen für das Thema Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Diese Beauftragten beraten arbeitsuchende Frauen bei der Jobsuche, helfen Müttern beim Wiedereinstieg in den Beruf und unterstützen Unternehmen, um individuelle Wege der Beschäftigung von Frauen zu schaffen.“

Das mit der Berufswahl versuchen die Entscheidungsträger im Land nun seit über 20 Jahren – demnächst stehen ja wieder Girls‘ Day und Boys‘ Day an. Es macht aber einfach keinen Sinn, wenn der größte Arbeitsplatzzuwachs im Dienstleistungsbereich stattfindet, der traditionell „weibliche“ Berufe anbietet. Ändern wird sich das Bild eben nicht, wenn man versucht, Frauen in „männliche“ Berufe zu locken, sondern erst dann, wenn Dienstleistung endlich wertgeschätzt und besser bezahlt wird, wenn Führungspositionen auch in Teilzeit besetzt werden können, wenn Teilzeit nicht mehr nur als Vehikel zur Senkung der Lohnkosten betrachtet wird. Und wenn es selbstverständlich wird, Führungspositionen immer zu 50 Prozent mit Frauen zu besetzen. Alles andere ist nur Gemauschel.

Die IAB-Studie von 2011.

Die sv-pflichtige Beschäftigungsquote von Frauen nach Bundesländern.

ArbeitsmarktFrauenquoteNiedriglohnGleichberechtigung
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