Eine Meldung des Statistischen Landesamtes – und die Tücke falscher Prognosen

Und wie bitteschön wird die Zukunft? Das versuchen auch Sachsens Statistiker ab und an zu berechnen. Sie haben es jetzt wieder mal versucht - für einen ganz speziellen Bereich: den Pflegebereich. Wenn immer mehr alte Leute im Land leben, braucht das natürlich auch mehr Pflegekräfte. Aber wie rechnet man das aus, wenn die zugrunde liegenden Zahlen falsch sind? Doppelt falsch sogar.

Denn eigentlich verbietet es sich, überhaupt noch Prognosen auf Zahlen aufzubauen, die vor dem Zensus 2011 gewonnen wurden. Es sei denn, man will die Welt verwirren. Aber nicht nur das Alter der zugrunde liegenden Zahlen von 2009 ist beängstigend, auch der Verweis auf die 5. Regionalisierte Bevölkerungsprognose für den Freistaat Sachsen ist es. Die war ja bekanntlich schon Grundlage für die vielen unsinnigen Kürzungen beim Landespersonal, die mittlerweile bei Polizisten, Lehrern, Juristen und Dozenten für klaffende Löcher in der Grundversorgung gesorgt haben. Jede neue amtliche Bevölkerungszahl widerlegt die Hochrechnungen der sächsischen Statistiker aus dem Jahr 2009. Das Land steht vor ganz anderen Herausforderungen.

Und es vergreist auch nicht so schnell, wie es die Kamenzer Rechner auf Basis des Jahres 2009 ausgerechnet haben. Das liegt vor allem an einem Faktor, den sie ihrer Berechnung von 2011 zugrunde gelegt haben: Damals gingen sie weiter von einer dramatischen Abwanderung junger Sachsen in der Größenordnung von 137.000 bis 161.000 in Richtung westliche Bundesländer aus. Genau das aber passiert nicht mehr. Tatsächlich ist Sachsen seit zwei Jahren Zuwanderungsland geworden, was auch am großen Geburtenknick in den 1990er Jahen liegt: Die Absolventenjahrgänge haben sich seit 2010 halbiert. Die sächsische Wirtschaft hungert nach ausbildbarem Nachwuchs. Tatsächlich ist kaum noch ein Schulabgänger in Sachsen gezwungen, für einen Job das Bundesland zu verlassen.

Und jeder, der rechnen kann, sieht, was passiert, wenn man nicht mehr jedes Jahr 137.000 oder 161.000 junge Sachsen aus der Statistik streichen muss – der Bevölkerungsrückgang verlangsamt sich auf die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen. Die seit 2014 aber durch die Zuwanderung völlig ausgeglichen wird. Sachsen muss sich verstärkt um Zuwanderung und Integration kümmern. Und – das Thema wird langsam so richtig akut – um den kommenden Fachkräftemangel. Denn den bekommt man nicht in Griff, wenn man auf fertig ausgebildete „qualifizierte Zuwanderung“ hofft, wie einige Verantwortliche aus Wirtschaftsverbänden immer wieder fordern. Und zwar obwohl sie wissen, dass sie dafür eigentlich bayerische Gehälter zahlen müssten, mit denen die ostdeutsche Wirtschaft nicht konkurrieren kann.

Fakt ist: Sachsen muss diese Leute selbst ausbilden. Und es muss die Leute nehmen, wie sie kommen. Und es darf eigentlich froh sein, dass sie kommen. Sie müssen nur ausgebildet werden.

Was heißt das nun für den Pflegebereich?

Im ersten Schritt: Man kann die Zahlen, die die Statistiker in Kamenz ausgerechnet haben, nur mit der Kneifzange anfassen. Vielleicht entwickeln sie sich in diese Dimension. Aber schon die Datengrundlage 2009 ist veraltet und die zugrunde gelegte Bevölkerungsprognose ist längst überholt. Aber sie taucht hier auch wieder in den beiden Varianten auf, die beide eine hohe Abwanderung junger Sachsen Richtung Westen voraussetzen. Und es geht immer um die Sachsen im erwerbsfähigen Alter. Wenn davon mehr in Sachsen bleiben, ist der Bedarf an zusätzlichen Kräften von anderswo geringer.

Dass der Bedarf im Pflegebereich wächst, ist freilich zu erwarten.

„Im  Bereich  der  ambulanten  und  (teil-)stationären  Pflege  waren  2009  in Sachsen insgesamt knapp 48.400 Personen tätig“, bennenen die sächsischen Statistiker eine ihre Grundlagen. Nach der jetzt versuchten Prognose steigt das   Beschäftigtenpotenzial  in  diesem Bereich  bis  2030  auf  eine  Größenordnung  zwischen  79.000  und 80.000 Personen.“

Erste Grundlage: Die steigende Zahl pflegebedürftiger Personen. „Den   Berechnungen  wurde  zugrunde  gelegt,  dass  sich  die Zahl der Pflegebedürftigen  im  ambulanten  und  (teil-)stationären  Bereich  zusammen bis um rund 60 Prozent erhöhen wird. Die Ursachen dafür sind hauptsächlich im   demographischen Wandel,  in der zunehmenden  Alterung    der Bevölkerung zu suchen.“

Wenn immer mehr Ältere zu versorgen sind, braucht es mehr Pflegepersonal. 2020 statt 31.302 in der stationären/teilstationären Pflege Beschäftigten dann um die 43.500, in der amulanten Pflege dann statt der 17.048 um die 22.900.

„Im Unterschied dazu wird die Zahl der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15 bis unter 65 Jahre) bis 2030 um ein knappes Drittel sinken“, benennen die Statistiker eine Zahl, die sie so möglicherweise nach der nächsten Bevölkerungsvorausrechnung nicht mehr aufrecht erhalten können. „Waren 2009 noch 18 von 1.000 Personen im erwerbsfähigen Alter in der Pflege tätig, wird sich  diese  Zahl bis 2030 auf rund 40 Pflegebeschäftigte je  1.000  Personen im erwerbsfähigen Alter erhöhen. In  den anderen Bereichen der  ambulanten und  (teil-)stationären Einrichtungen, wie beispielsweise Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäusern,  Reha-Einrichtungen usw., wird es bis 2020 einen leichten Anstieg des prognostizierten Personals geben. Danach bleibt das Beschäftigtenpotenzial in diesen Einrichtungen auf einem ähnlichen Niveau bzw. wird zum Teil sogar wieder leicht zurückgehen.“

Aber auch die Zahlen für Krankenhäuser und Arztpraxen sind mit Vorsicht zu genießen. Denn schon jetzt wird das System auf Verschleiß gefahren, hat man besonders beim Pflegepersonal gespart. Viele Pflegekräfte sind in private Pflegedienste gewechselt. Und viele Aufgaben, die vorher Krankenhäuser übernommen haben, werden heute auch von Pflegediensten erbracht.

Von 2009 bis 2013 stieg die Zahl der Pflegekräfte in sächsischen Krankenhäusern trotzdem leicht von 19.097 auf 19.845. Was einen Schnitt von rund 180 zusätzlichen Pflegekräften im Jahr bedeutet, was die bis 2020 prognostizierten zusätzlichen 1.045 Arbeitskräfte in Krankenhäusern zumindest in Frage stellt, denn es deutet alles darauf hin, dass es sogar noch mehr werden. Und dass mit einem Rückgang in den Folgejahren gar nicht zu rechnen ist. Denn der beruht ja auf der (überholten) Bevölkerungsprognose von 2009.

Die Statistik des Landesamtes zu den Gesundheitsberufen gibt andererseits für die ambulante, stationäre und teilstationäre Pflege für 2009 nicht die erwähnten 48.350 Personen an, sondern nur 41.956. Aber auch wenn man diese Zahl zugrunde legt, wird der Bedarf deutlich. 2011 betrug die Zahl der hier Beschäftigten schon 45.985. Die Branche stellt also rund 1.500 Pflegekräfte jedes Jahr zusätzlich ein. Was dann für 2020 einen strammen Wert von mindestens 61.000 Beschäftigten in diesem Bereich ergäbe, nicht ganz so viel wie die prognostizierten 66.500, aber der Trend geht in die Richtung.

Die Prognose ist also, was den steigenden Bedarf an Pflegekräften betrifft, zumindest sinnvoll. Was freilich den abschmelzenden Bedarf im sonstigen Gesundheitswesen betrifft, darf man die Prognose wohl als unsinnig bezeichnen. Denn der dafür zugrunde gelegte Bevölkerungsrückgang findet so nicht statt.

Eher darf man sich auch im Gesundheitswesen auf eine steigende Nachfrage nach ausbildungsfähigem Nachwuchs gefasst machen. Und auf einen Effekt, den es in westdeutschen Krankenhäusern schon längst gibt: die Einstellung von deutlich mehr Personal mit Migrationshintergrund.

Sachsen wird bunt.

Aber das kriegt man nicht raus, wenn man mit überholten Prognosen von 2009 rechnet.

Die Meldung des Statischen Landesamtes „Wachsende Potenziale im Pflegebereich Sachsens bis 2030“.

FachkräftemangelMigrationBevölkerungswachstumPflege
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