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Zahl der von Stromabschaltungen betroffenen Haushalte in den Großstädten sinkt kaum

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    Wenn man mal nach Armut fragt, kramen Politiker gern die üblichen Quoten nach Armutsgefährdung raus, preisen die sozialen Sicherungen und erklären dann meist, dass es ja doch für alles eine Lösung gibt. Was aber Armut bedeutet, wissen die Menschen, denen nicht nur das Geld fehlt, sondern – wenn’s hart kommt – auch noch der Strom und die Wohnung. Stromabschaltungen sind ein sehr deutlicher Wasserstandsmelder.

    Auch weil die Linksfraktion das regelmäßig im Landtag abfragt, mittlerweile in einer verkürzten Fassung, denn viele Stadtwerke in den Kommunen der Landkreise waren in den zurückliegenden Jahren nicht bereit, diese Zahlen an die Staatsregierung zu liefern. Vielleicht, weil es zu aufwendig ist, das zu erfassen. Was aber im digitalen Zeitalter nicht wirklich ein Grund ist, denn all das wird ja in den Mahnstellen der Stadtwerke erfasst. Sie müssten es nur auslesen.

    Deswegen tauchen dann in den Antworten nur die drei Großstädte auf, wo drei verantwortliche Stadtwerke auch die entsprechenden Statistiken führen.

    Und keine Überraschung ist es, wenn Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) nun für das Jahr 2018 mitteilt: „Nach Informationen der jeweiligen Stromnetzbetreiber kam es im Jahr 2018 in der Kreisfreien Stadt Chemnitz zu 1.647, in Dresden zu 2.200 und in Leipzig zu 4.129 Stromabschaltungen.“

    Es ist keine Überraschung, dass Leipzig wieder mit über 4.000 Stromabschaltungen die Liste anführt. 2013 waren es übrigens noch fast 6.000 Abschaltungen. Die Zahl sinkt seitdem kontinuierlich, wahrscheinlich bedingt durch höhere Einkommen in einigen betroffenen Haushalten. 2017 lag die Zahl noch bei 4.373 Abschaltungen.

    Auch in Chemnitz lag die Zahl mit 1.763 im Jahr 2017 noch deutlich höher.

    Nur Dresden weist – nach einem Tiefststand von 1.890 Abschaltungen im Jahr 2017 nun einen deutlich höheren Wert aus, so hoch wie 2015. Wobei bei Dresden auffällt, dass die Stadt ständig runde Zahlen liefert. Das sind also eher Schätzungen als konkrete Auslesungen.

    Aber im Grunde bestätigen alle drei Großstädte, dass der Anteil der wirklich armen Haushalte, die immer wieder in Zahlungsschwierigkeiten geraten, nicht wirklich schmilzt. Wenn man bedenkt, dass dahinter oft mehr als ein Haushaltsmitglied steckt, wird auch die soziale Dimension deutlich. Aber auf die Frage, wie viele Haushalte mit Kindern betroffen sind, kann Dulig natürlich nicht antworten. So etwas erfassen auch die Stadtwerke bzw. Netzbetreiber nicht, bestenfalls wissen es die Sozialämter, wenn sich die betroffenen Familien dorthin wenden und um Hilfe nachfragen.

    Denn lange hält es kein Haushalt ohne Strom aus – ohne Licht, ohne Herd, ohne Waschmaschine, ohne Fernseher. Die Betroffenen jedenfalls kümmern sich sichtlich darum, dass die Stromsperre schnell wieder aufgehoben wird. „Der Strom wurde im Durchschnitt vier Tage abgeschaltet. Angaben zur maximalen Dauer der Stromabschaltung sind nicht möglich, da den Netzbetreibern hierzu keine repräsentativen Daten vorliegen“, teilt Dulig mit.

    Aber vier Tage sind schon ein sehr langer Zeitraum, wenn auch noch Kinder davon betroffen sein sollten.

    Noch immer gibt es einige tausend Stromsperren in Leipziger Haushalten

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