Ohne eine echte Reform wird die Arbeitsagentur die Arbeitskräftenachfrage nicht mehr meistern

Für alle LeserEs ist Sommer. Nicht alle liegen auf der faulen Haut. Viele arbeiten auch bei diesen Temperaturen. Und die Arbeitsagentur meldet die neuen Arbeitsmarktzahlen zum Monatswechsel. „Die Arbeitsmarktentwicklung im Juni war positiv. Mit 6,2 Prozent erreichte die Arbeitslosenquote einen neuen Tiefststand in einem Juni seit Anfang der 1990er Jahre“, meint der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Steffen Leonhardi. Dabei sollte ihm angst und bange werden. Denn die BA hat den Zeitenwechsel völlig verpennt.
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Indirekt hat das mit dem derzeit schwelenden Streit um das einzige weibliche Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), Valerie Holsboer, zu tun. Der Hauptvorwurf gegen sie, so meldete der „Spiegel“ am 11. Juni: „Ihr sei es nicht gelungen, die Bundesagentur personell für die neuen Herausforderungen wie das Aufbrechen verhärteter Langzeitarbeitslosigkeit umzubauen.“

Verhärtete Langzeitarbeitslosigkeit – das sind all die Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen dauerhaft oder immer wieder in der Betreuung des Jobcenters landen, manche aus gesundheitlichen Gründen, manche aus familiären, viele schon deshalb, weil sie nicht die nötigen Schul- und Berufsabschlüsse haben, um sich erfolgreich um wirklich attraktive Tätigkeiten bewerben zu können. Viele mittlerweile auch zutiefst frustriert und demotiviert.

In der Regel verlassen sie die Arbeitslosenstatistik nur ab und zu für befristete und niedrig qualifizierte Tätigkeiten. Oder dauerhaft – aber dann in den prekären Ruhestand.

Und das hat eine Menge mit der falschen Reform zu tun, die einst als „Agenda 2010“ verkauft wurde.

Leonhardi versichert zwar: „Um die Qualifikationen von Bewerberinnen und Bewerbern den Anforderungsprofilen der Unternehmen anzupassen setzen wir auf die berufliche Qualifizierung. Unser Ziel bleibt deshalb, die berufliche Weiterbildung von Menschen am konkreten Bedarf der Betriebe auszurichten. Die Kolleginnen und Kollegen in unserem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und des Jobcenters Leipzig beraten die Unternehmerinnen und Unternehmer gerne zu unseren finanziellen Unterstützungen bei der Einstellung und zu den Möglichkeiten der Weiterbildung.“

Das aber versichern die Chefs des Leipziger Jobcenters seit Jahren mit jeder Meldung zur Arbeitslosenstatistik. Schon das belegt: Es ist keine Selbstverständlichkeit. Und: Es gibt keine durchdachte Organisation, die dafür sorgt, dass Arbeitsuchende sich qualifizieren, die wichtigsten Abschlüsse machen (oder nachholen) und sich eine Berufsgrundlage schaffen, die ihnen tatsächlich dauerhafte Beschäftigung im 1. Arbeitsmarkt ermöglicht.

Das würde ein System nötig machen, in dem die ausgefeilte Bürokratie ihre Rechtfertigung nicht in dubiosen Zahlen von „Integrationen“ und „Sanktionen“ findet, die die oft Überforderten erst recht zu Verwalteten und Reglementierten macht. Das ist das „Arbeitgeber“-Verständnis einer alten Zeit, das Denken von Junkern, die ihre schlecht bezahlten Arbeitskräfte von vornherein der Faulheit und der Dieberei beschuldigen.

Es hat nichts mit einer Gesellschaft zu tun, der der Berufsnachwuchs ausgeht und die viele qualifizierte Arbeitsplätze nicht mehr besetzen kann. Ansatzweise weiß man das in der Leipziger Arbeitsmarktagentur.

„Mit Beratung und Qualifizierung arbeiten wir gemeinsam mit den Unternehmen an der Integration der Arbeitsuchenden. Davon profitieren auch die langzeitarbeitslosen Menschen – das bestärkt uns darin, in deren Qualifizierung zu investieren“, so Leonhardi.

Und dabei hat Leipzig noch Glück: Hier entstehen nicht nur immer neue Arbeitsplätze auch und gerade im qualifizierten Bereich. Es wandern auch immer noch junge Menschen zu aus der ganzen Umgebung. Was noch immer einen hohen Erwerbstätigenzuwachs für Leipzig ergibt.

Zuwachs der Beschäftigung in Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Zuwachs der Beschäftigung in Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Bei der Beschäftigung wurde per 31. Dezember 2018 mit 273.527 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen in Leipzig ein neuer Höchststand erreicht. Innerhalb eines Jahres stieg diese Zahl um 5.704 oder 2,1 Prozent. Und die Unternehmen und Behörden konnten trotzdem nicht alle freien Stellen besetzen. Im Gegenteil: Die Zahl der als frei gemeldeten Stellen steigt immer weiter. Mit 8.313 wurde im Juni ein neuer Höchststand erreicht.

Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen müsste also regelrecht wegschmelzen wie Schnee an der Sonne. Tut sie aber nicht.

Die arbeitslos Gemeldeten passen großenteils nicht zu den Stellen.

Insgesamt waren im Juni 19.329 (Vormonat 19.539) Männer und Frauen in Leipzig arbeitslos gemeldet. Der Rückgang im Vergleich zum Mai betrug 210 Personen und innerhalb der letzten 12 Monate ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen in Leipzig um 963 zurückgegangen.

Da passiert sichtlich nicht genug. Was auch damit zu tun hat, dass nach wie vor viele Stellen – auch im hochqualifizierten Bereich – in Leipzig nur befristet ausgeschrieben werden oder gar über eine Zeitarbeitsfirma. Man tut auch in vielen Unternehmen noch immer so, als könne man sich die Arbeitskräfte-Kontingente am Markt einfach dazukaufen, wie man sie braucht. Die Rekrutierung hat man oft gleich ganz an Zeitarbeitsfirmen ausgelagert.

3.735 Stellen – also fast die Hälfte aller freien Stellen – werden über Zeitarbeitsfirmen angeboten, die meisten davon aus der Produktion.

Aber diese Art des Leasings von Arbeitskraft kollidiert immer öfter mit den Familienplanungen gerade der jungen Leute, die dann zwangsläufig auf den Traumjob verzichten und lieber eine sichere Beschäftigung annehmen, auch wenn sie dort unterfordert sind.

Und solche Arbeitsplätze werden natürlich auch angeboten. Denn viele Unternehmen, aber auch sämtliche staatlichen Stellen sind in einem altersmäßigen Umbruchprozess.

Entwicklung der offiziellen Arbeitslosigkeit in SGB III und SGB II in Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Entwicklung der offiziellen Arbeitslosigkeit in SGB III und SGB II in Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Beim Zugang an offenen Arbeitsstellen verzeichnete der gemeinsame Arbeitsgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter Leipzig im Juni einen Anstieg gegenüber dem Vormonat. Die Wirtschaft und die Verwaltung haben in den zurückliegenden vier Wochen 2.229 freie Stellen gemeldet. Das waren 362 mehr als im Mai und entsprach mit 34 mehr in etwa dem Niveau des Vorjahres.

Aber wie stark der öffentliche Dienst mittlerweile sucht, zeigen die Zuwächse bei den frei gemeldeten Stellen seit Juni 2018.

So gab es im Bereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung übers Jahr einen Zuwachs um 275 Stellen auf nunmehr 1.238. Die Nachfrage in der Informations- und Kommunikationstechnologie spiegelt sich im Cluster Naturwissenschaft, Geografie, Informatik in einem Zuwachs um 157 auf 451 freie Stellen wieder. Im Bereich Bau, Architektur, Vermessung, Gebäudetechnik wuchs die Zahl der freien Stellen um 155 auf 840. Im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit wuchs sie um 104 auf 1.708. Da stecken auch die Fahrerjobs bei den LVB mit drin.

Statistisch gibt es für alle diese Branchen mehr als genug arbeitslos gemeldete Bewerber. Allein im Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit sind es 4.987, im Bereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung sogar 2.418. Und trotzdem finden Angebot und Bewerber nicht zueinander.

Eine Statistik, warum das so ist, gibt es nicht, deswegen kann man nur vermuten, dass es all die Dinge sind, über die so gern geredet wird – es ändert sich nur nichts. Es geht um Familienverträglichkeit, um flexible Arbeitsmöglichkeiten, um Gesundheitsmanagement, um Arbeitswege, Arbeitszeiten und verfügbare Wohnungen. Alles Dinge, die sich zu einem unlösbaren Knoten verfitzen, wenn man eine kleine Familie zu managen hat. Wenn dann noch nicht mal eine Mindestlohnbezahlung und eine Jobgarantie zu Buche schlagen, fallen viele der Jobangebote zwangsläufig durchs Raster.

„Hartz IV“ hat das alles eben nicht gelöst, egal, wie oft das gutbezahlte Politiker und Manager behaupten. Die Bundesarbeitsagentur ist reif für eine echte Reform. Eine, die 2004 dran gewesen wäre, die sich aber der damalige SPD-Kanzler nicht getraut hat.

Ein paar Zahlen aus der Juni-Arbeitsmarkt-Statistik:

So sank die Zahl der Arbeitslosen bei den unter 25-Jährigen um 39 auf 1.651 Arbeitslose, das waren 195 weniger als vor einem Jahr.

Der Rückgang bei den über 50-Jährigen lag bei 75 gegenüber dem Mai. Damit waren im Juni 5.391 Personen dieser Altersgruppe arbeitslos, 256 weniger als vor einem Jahr.

Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im zurückliegenden Monat in Leipzig zurückgegangen. Im Juni waren 4.521 Menschen langzeitarbeitslos, 27 weniger als im Mai. Im Vergleich zum Juni 2018 gab es 1.106 Langzeitarbeitslose weniger.

Zum statistischen Zähltag im Juni betrug die Arbeitslosenquote in der Stadt Leipzig 6,2 Prozent (Vormonat: 6,2 Prozent). Im Juni 2018 lag sie noch bei 6,6 Prozent.

Im Juni waren 6.342 Menschen in der Arbeitsagentur im Rechtskreis SGB III arbeitslos gemeldet. Das waren 36 weniger als im Vormonat.

Im Jobcenter Leipzig im Rechtskreis SGB II waren 12.987 Menschen arbeitslos registriert. Das waren 174 weniger als im Mai 2019 und 1.487 weniger als vor einem Jahr.

In Leipzig gab es im Juni 34.022 Bedarfsgemeinschaften. Das sind 71 weniger als im Vormonat und 2.281 weniger als im Juni des Vorjahres. Das Jobcenter Leipzig betreut aktuell 43.178 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Im Vergleich zum Vormonat stieg diese Zahl um 99 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl um 2.783 Personen.

Seit Oktober 2018 wurden 2.743 Ausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur Leipzig gemeldet. Das sind 197 mehr als vor einem Jahr um diese Zeit. Gegenwärtig sind davon noch 1.261 Ausbildungsstellen unbesetzt. Dem stehen 2.629 Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz gegenüber. Das sind 73 Bewerber weniger als vor einem Jahr. 1.123 gemeldete Bewerber sind noch auf der Suche nach einer Ausbildung.

Arbeitsmarkt
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