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Vor der US-Wahl: Statistiker zählen die Amerikaner in Leipzig – völlig unterschiedlich

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    Zumindest schrumpft Leipzig nicht, auch wenn die Corona-Pandemie seit März das Bevölkerungswachstum erst einmal komplett ausgebremst hat. Wenn Menschen nicht umziehen, weil das Studium noch nicht beginnt oder eine neue Arbeitsstelle nicht zu finden ist, stockt die Wanderungsbewegung erst einmal. Und Leipzig lebt nun einmal vom Zuzug aus allen Himmelsrichtungen.

    Das Amt für Statistik und Wahlen hat jetzt die aktuellen Bevölkerungszahlen aus dem Melderegister veröffentlicht. Danach lebten Ende September 601.501 Menschen in Leipzig, wieder ein paar mehr als noch im Juni, als es – coronabedingt – einen Rückgang in der Bevölkerungszahl gegeben hatte. Ende Juni waren nur noch 601.083 Leipziger/-innen gemeldet, spürbar weniger als im März, als es 601.685 waren.

    Aber das sind sowieso nur Streiflichter. Denn jetzt hat auch wieder das Studium an Leipzigs Hochschulen begonnen, es sind wieder ein paar neue Student/-innen in der Stadt. Und wenn die Staatengemeinschaft nicht bald beginnt, wirkliche Lösungen für die Konflikte der Welt zu erarbeiten, wird eine Stadt wie Leipzig auch künftig das Wanderungsziel für viele Menschen sein, die gern in einer friedlichen Stadt leben und auch gern ihre Träume verwirklichen möchten.

    Natürlich wird spannend, was nach dem Brexit passiert. 1.229 Einwohner/-innen mit Herkunft aus Großbritannien lebten 2019 in Leipzig, eine Zahl, die in den Vorjahren schon sachte anstieg.

    Aber am Dienstag, 3. November, ist ja der Termin der Präsidentschaftswahl in den USA. Ein Termin, den das Statistische Landesamt zum Anlass nahm, einmal nach den Amerikanern in Sachsen zu suchen.

    Am 31. Dezember 2019 lebten insgesamt 2.115 US-Amerikanerinnen und Amerikaner in Sachsen, stellten die Landesstatistiker dazu fest. Seit 2010 hat sich ihre Zahl von 1.600 (mit Ausnahme im Jahr 2015) bis 2019 um rund 32 Prozent stetig erhöht. Bezogen auf die nichtdeutsche Bevölkerung nahm der Anteil der Bevölkerung mit US-amerikanischer Staatsangehörigkeit jedoch ab und lag 2019 bei rund 1 Prozent.

    Im Jahr 2019 ließen sich sieben US-Amerikaner einbürgern.

    Die meisten US-Amerikanerinnen und Amerikaner lebten in Leipzig und Dresden.

    Und da schaut man dann in die Leipziger Statistik und bekommt ganz andere Zahlen. Denn die Landesstatistiker fanden in Leipzig nur 875 US-Amerikanerinnen.

    Das sehen Leipzigs Statistiker völlig anders. Sie haben 2019 insgesamt 1.555 gefunden, fast 150 mehr als 2017 (genauer: 1 407). Was nicht unbedingt mit der Politik von Donald Trump zu tun haben muss. Es kann auch mit der Attraktivität hiesiger Studiengänge – etwa an der Hochschule für Musik und Theater – zu tun haben. Oder mit den Forschungseinrichtungen.

    Und auch US-Amerikaner bewerben sich um die deutsche Staatsbürgerschaft. Von den 1.555 besaßen diese 2019 immerhin 643.

    Die wahrscheinliche Erklärung für die Differenz: Die Landesstatistiker zählen nur die US-Amerikaner, die noch keinen deutschen Pass haben. Und da sie sowieso seit 2011 deutlich geringere Bevölkerungszahlen ausweisen, werden die 875 (im Vergleich zu den in Leipzig registrierten 912 US-Amerikanern als Ausländer) plausibel.

    Unter den in Leipzig registrierten Nationen liegen die USA damit immerhin auf Rang 15 – noch vor Spanien und Griechenland. Zuwanderung nach Leipzig kommt eben nicht nur aus Osteuropa oder dem Nahen Osten.

    Und vielleicht wählen die US-Amerikaner Donald Trump ja auch wirklich ab und auch die Handelsbeziehungen normalisieren sich wieder ein bisschen, obwohl sich die gehandelten Güter durchaus verändern sollten – mehr umweltfreundliche Güter wären das Gebot der Stunde. Denn für Sachsen waren die USA bislang ein ziemlich wichtiger Handelspartner, wie die Landesstatistiker feststellen: „In die USA wurden im vergangenen Jahr Waren im Wert von 3,3 Milliarden Euro exportiert. Die Importe aus den USA stiegen fast um das Doppelte gegenüber dem Jahr 2018 an und betrugen 3,1 Milliarden Euro. Die häufigsten ausgeführten Güter waren Personenkraftwagen und Wohnmobile, die häufigsten Importe betrafen Luftfahrzeuge. Damit halten die USA einen Anteil von 8,1 Prozent aller sächsischen Exporte, bei den Importen sind es 11,5 Prozent.“

    Und unter anderem das Bachfest machte Leipzig vor Corona auch für Amerikaner zum beliebten Reiseziel, wie die Landesstatistiker mitteilen: „Im Jahr 2019 kamen 67.970 Gäste aus den USA in den Freistaat Sachsen und buchten insgesamt 146.416 Übernachtungen. Unter den ausländischen Quellmärkten nahm die USA zuletzt Rang 5 bei den Ankünften und bei den Übernachtungen ein. Die städtischen Destinationen Dresden und Leipzig sind besonders nachgefragt. Auf sie entfielen im Jahr 2019 rund 90 Prozent der Ankünfte und 89 Prozent der Übernachtungen.“

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