Noch ist auch Leipzig nicht heraus aus den Folgen der Corona-Pandemie. Noch ist der Stand der Arbeitslosigkeit aus dem letzten Monat vor Ankunft der Pandemie in Leipzig nicht wieder erreicht. Die Februar-Zahlen jedenfalls zeigen noch, wie die Einschränkungen in einigen Branchen dort Neueinstellungen verhindern, während in anderen Branchen die Rufe nach Fachkräften immer lauter werden.

Die Arbeitslosigkeit ist von Januar auf Februar um 278 auf 20.531 Personen gesunken, teilt die Arbeitsagentur Leipzig mit. Das waren 5.896 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Gegenüber Januar sank die offizielle Arbeitslosenzahl um 278. Was durchaus beachtlich ist für einen Februar. Denn normalerweise ist das noch ein Wintermonat, in dem von „Frühjahrsbelebung“ keine Rede sein kann.

„Der Leipziger Arbeitsmarkt hat sich im Februar positiv entwickelt. Aktuell befinden wir uns fast auf Vorpandemieniveau, was die Anzahl der arbeitslosen Menschen betrifft. Wir sehen, dass sich bei uns wieder mehr Menschen in Arbeit abmelden und gleichzeitig weniger arbeitslos melden. Die Nachfrage nach Arbeitskräften liegt sogar deutlich über der Zeit vor Corona. An den derzeit knapp 10.000 freien Arbeitsstellen erkennen wir eine gute Entwicklung am Arbeitsmarkt und hoffen, dass dieser Trend auch weiter anhält. Aufgrund des kurzen Winters sehen wir die saisontypische Frühjahrsbelebung bereits jetzt. Natürlich wirken sich aber auch die Lockerungen der Corona-Beschränkungen positiv auf den Arbeitsmarkt aus“, kommentiert Robert Engelke, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Leipzig, die jüngste Entwicklung auf dem lokalen Arbeitsmarkt.

Dass es aber um mehr geht als die gefragten Saisonarbeitskräfte, macht die Statistik der als frei gemeldeten Stellen sichtbar. Denn deren Zahl strebt jetzt ziemlich beharrlich auf die 10.000er-Marke zu.

Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Leipzig waren im Februar 9.891 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber Januar ist das ein Plus von 638 Stellen bzw. 6,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 1.726 Stellen mehr (+ 21 Prozent), ein Höchststand, den Leipzig so seit Jahren nicht hatte. Hier werden nicht nur Hilfsarbeitskräfte gesucht, sondern immer mehr Fachpersonal, egal ob in Gesundheitsberufen, auf dem Bau oder Informationstechnologie.

Auch das Gastgewerbe sucht wieder Personal, denn mit dem Auslaufen der meisten Beschränkungen rechnen die Gastwirte natürlich darauf, dass sich die Gaststätten und Freisitze sehr schnell wieder füllen. Die Arbeitgeber meldeten im Februar 2.070 neue Arbeitsstellen, das waren 419 oder 25 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, stellt die Arbeitsagentur fest. Seit Jahresbeginn sind damit 3.333 Stellen eingegangen, das ist ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 597 oder 22 %.

Im Gegenzug wurden im Februar 1.464 Arbeitsstellen abgemeldet, 57 oder 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Von Januar bis Februar gab es insgesamt 2.760 Stellenabgänge, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 75 oder 3 %, so die Arbeitsagentur. In der Regel heißt das: Die Stellen wurden besetzt. Menschen sind wieder in Arbeit gekommen. Und trotzdem wächst der Bedarf an Personal weiter.

Der Leipziger Arbeitsmarkt in Zahlen

Der Zugang in die Arbeitslosigkeit im Februar betrug 1.896 zuvor erwerbstätige Personen, 15 mehr als vor einem Jahr. Durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten in diesem Monat 1.937 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 324 mehr als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Februar 6,3 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 8,3 Prozent.

Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit recht unterschiedlich, allerdings waren bei allen Rückgängen gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen. Die Spanne der Veränderungen reicht im Februar von -30 % bei 15- bis unter 25-Jährigen bis -17 % bei 50-Jährigen und Älteren.

Im Rechtskreis SGB III lag die Arbeitslosigkeit bei 6.619, das sind 159 weniger als im Vormonat und 3.139 weniger als im Vorjahr. Die anteilige SGB III-Arbeitslosenquote lag bei 2,0 %.

Im Rechtskreis SGB II gab es 13.912 Arbeitslose, das ist ein Minus von 119 gegenüber Januar; im Vergleich zum Februar 2021 waren es 2.757 Arbeitslose weniger.

In Leipzig gab es im Februar 29.910 Bedarfsgemeinschaften. Das waren 130 weniger als im Vormonat und 3.717 weniger als im Februar des Vorjahres.

Das Jobcenter Leipzig betreut aktuell 37.612 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Im Vergleich zum Vormonat sind dies 254 Personen weniger. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl um 4.477 Personen

Die Zahlen zur Kurzarbeit

Im Januar 2022, aktuellster statistisch ausweisbarer Monat, haben 279 Leipziger Unternehmen Kurzarbeit angezeigt. Diese Anzeigen umfassten 4.731 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Das sind 335 Anzeigen weniger und 3.033 Personen in Anzeigen weniger im Vergleich zum Vormonat.

Besonders betroffen waren dabei die Unternehmen aus der Gastronomie (61 Unternehmen), dem Einzelhandel (46 Unternehmen) und der sonstigen überwiegend persönlichen Dienstleistungen (24 Unternehmen).

Der Höchststand an abgegebenen Anzeigen seit Februar 2009 war mit 5.412 Anzeigen für 70.427 Beschäftigte im Monat April 2020.

Nach der bisherigen Abrechnung der Kurzarbeit durch die Betriebe in der Corona-Pandemie haben im August 1.157 und im September 1.016 und im Oktober 917 Unternehmen Kurzarbeit abgerechnet (aktuellster statistischer Datenstand).

Kurzarbeitergeld wurde durch die Betriebe im August für 9.155, im September für 6.340 und im Oktober für 4.084 Beschäftigte bezogen.

Der Höchststand an Kurzarbeitern seit Februar 2009 war mit 4.759 Betrieben und 50.956 Personen im April 2020.

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