Seit einiger Zeit finden auch Wetter und Klima öfter in die Berichte des Amtes für Statistik und Wahlen der Stadt Leipzig. So auch in den gerade veröffentlichten Quartalsbericht Nr. 4 für 2025. Da haben Andrea Schultz und Manuela Lagrange einmal die jüngsten Messergebnisse der Messstation Holzhausen unter die Lupe genommen. Nach den Messungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ergibt sich für das Jahr 2025 für Holzhausen eine Jahresmitteltemperatur von 10,7 °C.
Damit liegt das Jahr 2025 unter den außergewöhnlich warmen Vorjahren 2024 (11,88 °C) und 2023 (11,44 °C), überschreitet aber weiterhin das Klimamittel der Referenzperiode 1991 bis 2020, das für Holzhausen 10,15 °C beträgt.
Was auf den ersten Blick nicht nach viel aussieht. Aber die Referenzperiode von 1991 bis 2020 war auch schon um 1,3 zu warm. Wirklich deutlich wird das Verhältnis, wenn man die Referenzperiode von 1961 bis 1990 zum Vergleich nimmt. Da lag die Durchschnittstemperatur in Leipzig bei 8,8 °C. Was auch in den vom Amt für Statistik und Wahlen gezeichneten Warming Stripes deutlich wird: Ab 1990 häufen sich die roten und tiefroten Jahre, in denen die Durchschnittstemperaturen in Leipzig den Referenzwert von 1961 bis 1990 deutlich überschritten.
Der Start ins Jahr 2026
Der Jahresbeginn 2026 zeigte sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich winterlicher, so das Amt für Statistik und Wahlen. „Sowohl im Januar als auch im Februar traten in Leipzig‑Holzhausen ungewöhnlich kalte Witterungsabschnitte auf. Die tiefste gemessene Temperatur lag im Januar bei –11,5 °C und im Februar bei –7,2 °C. Die Monatsmitteltemperaturen betrugen –0,76 °C im Januar und 2,86 °C im Februar. Damit lag der Januar klar unter dem langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1991 bis 2020 (1,3 °C). Der Februar begann ebenfalls frostig und vergleichsweise kühl; erst die milden Temperaturen ab dem 21. Februar führten dazu, dass der Februar 2026 insgesamt etwas wärmer als das langjährige Mittel von 2,1 °C ausfiel.“
Und auch im Amt für Statistik und Wahlen ist man sich einig, dass ein Vergleich mit den Jahren 1991 bis 2020 das Ausmaß der Erwärmung auch im Raum Leipzig nicht wirklich sichtbar macht.
„Im Vergleich zur früheren Referenzperiode 1961 bis 1990 wird deutlich, dass in der jüngeren Referenzperiode (1991 bis 2020) die klimatische Erwärmung bereits eingepreist ist. In der älteren Periode lag das langjährige Mittel in Leipzig‑Holzhausen im Januar noch bei –0,1 °C und im Februar bei 1,4 °C. Zwischen beiden Referenzperioden ist die mittlere Monatstemperatur in beiden Monaten somit um +1,4 °C angestiegen. Die unterschiedlichen langjährigen Mittelwerte verdeutlichen, wie stark sich das regionale Klima seit den 1990er Jahren erwärmt hat.“
Die Warming Stripes
Die langfristige Temperaturentwicklung wird durch die sogenannten Warming Stripes anschaulich dargestellt. Die Abbildung oben umfasst den Zeitraum seit 1851, dem Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen in Leipzig‑Holzhausen. Sie zeigt eine deutliche Verschiebung von überwiegend blauen Farbtönen in der Frühphase der Messreihe hin zu zunehmend roten Farbtönen in den jüngeren Jahrzehnten. Damit verdichten die Stripes 175 Jahre Temperaturentwicklung zu einer klar interpretierbaren grafischen Zeitreihe.
Und auch das Amt für Statistik und Wahlen resümiert: „Trotz jährlicher Schwankungen weist der Datensatz einen eindeutig positiven Temperaturtrend auf. Besonders seit den 1990er Jahren ist eine kontinuierliche Erwärmung erkennbar, die mit den überdurchschnittlichen Jahreswerten der jüngsten Vergangenheit konsistent ist.“
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