Wenn die aktuelle Bundesregierung mit ihren Rentenplänen durchkommt, wird es für viele Menschen, die eigentlich das Rentenalter erreicht haben, noch schwieriger, ihren Alltag zu finanzieren. Sie müssen jetzt schon mit Mini-Renten auskommen. Doch statt dann bei der Kommune zu betteln, entschließen sich immer mehr Ältere, dann trotzdem im Berufsleben zu bleiben und zu arbeiten, so lange der Körper mitmacht.
Auch in Sachsen ist das so. Das bestätigen neue Zahlen, die die Landtagsabgeordnete der Linken Susanne Schaper abgefragt hat.
Laut der Arbeitsagentur waren Mitte 2025 mehr als 61.500 Menschen in Sachsen berufstätig, obwohl sie das Rentenalter erreicht haben. Während die Zahl der geringfügig Beschäftigten oberhalb der Regelaltersgrenze 2025 zurückging, stieg die Zahl der Vollzeitbeschäftigten (Drucksache 8/7071). 3.822 Menschen über 70 Jahren und sogar 1.477 Menschen über 75 Jahren waren vollzeitbeschäftigt. Außerdem: 17.375 Über-70-Jährige und 8.212 Über-75-Jährige arbeiteten im geringfügigen Umfang.
„Wir haben nichts dagegen, wenn Menschen im Rentenalter weiterarbeiten möchten. Dafür sind viele Gründe denkbar – Betroffene wollen zum Beispiel fit bleiben, soziale Kontakte erhalten oder ihren Rentenanspruch erhöhen. Das ist gut für sie und für die Unternehmen, zumal in vielen Bereichen Fachkräfte fehlen. Es darf aber niemand dazu gezwungen sein, weiterhin zu arbeiten, weil die Rente nicht ausreicht!“, kommentiert Susanne Schaper, Vorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, die neuen Zahlen aus dem Wirtschaftsministerium.

Tatsächliche Rentensätze sinken
Im Osten ist die gesetzliche Rente für viele Menschen die einzige Einkommensquelle im Alter. Bestandsrentnerinnen und -rentner in Sachsen erhalten im Durchschnitt 1.355 Euro, neue Rentnerinnen und Rentner hingegen bekamen durchschnittlich nur noch 1.250 Euro, wie die Deutsche Rentenversicherung mit Stand Oktober 2025 auswies. Steigende Preise und Mieten lassen auch in Sachsen die Altersarmut wachsen.
„Damit alle ihren Ruhestand genießen und frei darüber entscheiden können, ob und wie viel sie im Rentenalter arbeiten möchten, muss die gesetzliche Rentenversicherung eine sichere Bank für alle sein“, findet Susanne Schaper. „Die Reformpläne der Bundesregierung werden das allerdings nicht gewährleisten. Sie sorgen auch künftig nicht dafür, dass alle Erwerbstätigen für ihre gesamten Einkünfte im Job und am Finanzmarkt in den Rententopf einzahlen. Die Beitragsbemessungsgrenze muss weg, damit auch Menschen mit hohen und höchsten Einkommen pflichtgemäß zur Solidargemeinschaft beitragen.“
Dann sei auch eine solidarische Mindestrente in Höhe von 1.400 Euro netto im Monat für alle möglich, merkt Susanne Schaper an. Und: „Bei der Rentenbesteuerung müssen großzügige Freibeträge gelten.“
Empfohlen auf LZ
So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:














Keine Kommentare bisher