Der Stadtrat tagt: Es grummelt an allen Ecken und Enden

Proteste vor der Ratsversammlung haben fast schon Tradition. So voll wie am heutigen Mittwoch war die Obere Wandelhalle allerdings zu Versammlungsterminen selten. TTIP-Gegner mit einer Darstellung der Justitia am Gängelband der Finanzwelt, ein Netzwerk von Vereinen aus verschiedenen Bereichen, die Cinémathéque wegen der Weiternutzung der ehemaligen Skala, oder das Netzwerk Ess-Klasse, sie alle bauten sich auf, um die Aufmerksamkeit der Kommunalpolitiker noch einmal punktgenau zu erreichen. Auch Bürgerrechtler, die sich um die Diskussionen in der Volkshochschule bemüht hatten, überreichten Empfehlungen.

+++Zu allen Tagesordnungspunkten wird die L-IZ im Laufe der Sitzung weiter informieren.+++

Burkhard Jung entschuldigte den leicht verspäteten Beginn der Sitzung: „Es gab viele Petitionen und Bitten um Beteiligungsformen.“ In Bezug auf diese hatten die Bürgerrechtler nicht nur Forderungen an die Politik, sondern auch an die Bürger. So steht es in den übergebenen Empfehlungen, die nun auch an die Fraktionen weitergereicht werden sollen. Michael Kölsch erklärte gegenüber der L-IZ: „Es muss, braucht auch das Interesse der Bürger, aktiver an der Demokratie mitzuwirken. Gerade  auf kommunaler Ebene gibt es viele Möglichkeiten. Ein Zurücklehnen und Hoffen, dass „die da oben“ das schon machen werden, bringt sicher nichts.“

Die Sorgen, die in den beiden Veranstaltungen im Januar und Februar deutlich wurden, listet das Papier ebenfalls als Zusammenfassung an die Politiker auf. Dazu gehören die Befürchtung einer Islamisierung genauso wie die einer Ausweitung der Kriege auf Europa, oder dem Gebrauch des Wortes „Lügenpresse, ohne dass dies als vormaliger politischer Kampfbegriff als rechtsextrem tradiert erkannt wird“. Klar ist, die Dialogforen werden am 3. März fortgesetzt, da selbst bei tendenziell geringerem Interesse an den Demonstrationen die Themen weiter unter den Nägeln brennen werden. „Selbst wenn Legida sich auflösen sollte, vieles bewegt die Menschen ja weiter“, so der Leiter der Volkshochschule Rolf Sprink.

Bessere Infrastruktur für Vereine

In einer ganz anderen Richtung engagieren sich Vertreter vieler Leipziger Vereine. Mit dem Wegfall von vielen ABM-Stellen, stehen sie vor der Herausforderung, ihr Wirken aus dem reinen Ehrenamt zu organisieren. „Kern unseres Anliegens ist, Strukturen zu schaffen, die Hilfe zur Selbsthilfe bieten“, sagt Ralf Elsässer. Er moderierte im Zuge des Agenda-Prozesses die Diskussion der Vereine und die Erarbeitung eines gemeinsamen Standpunktes. „Es gibt in der Stadt keine strategische Planung zur Koordination ehrenamtlichen Engagements. Die Freiwilligenagentur wäre bereit, eine Anlaufstelle für Vereine einzurichten, um Ressourcen, die ein Verein hat, vielleicht gemeinschaftlich und effizienter zu nutzen.“ Damit dies geleistet werden könne, brauche es aber auch einen Willen in der Stadtverwaltung dazu. Den Verwaltungsstandpunkt zu den Vereinen kritisierte er als etwas arrogant. „Es kann nicht sein, dass die Stadt vereinfacht gesagt äußert, sie kenne ja nur die Vereine, die Förderung beantragten, die anderen bräuchten offenbar keine Unterstützung.“ Dies stellt zwar eine Zuspitzung dar, doch etwas leicht macht sich die Stadt die Arbeit an dieser Stelle schon.

Leipziger Vereinnetzwerk

Das Leipziger Vereinsnetzwerk. Foto: Alexander Böhm

Kulturstätte ehemalige Skala

Auch Vertreter der Cinemathéque machten noch einmal auf ihr Anliegen aufmerksam, die ehemalige Spielstätte des Schauspiel Leipzig in der Gottschedstraße 16 für kulturelle Zwecke weiter zu nutzen. Angela Seidel erklärte hierzu: „Wir haben schon vor zwei  Jahren ein Konzept eingereicht, da auch wir an einer Nutzung des Hauses interessiert wären.“ Dass es Ende November dennoch am Stadtrat vorbei fast zu einem Verkauf an den Meistbietenden gekommen wäre, brachte sie in Rage. „Die Stadt darf dieses Haus mit einer langen Geschichte als öffentlicher Ort und kultureller Nutzung nicht aus der Hand geben. Zuspruch bekam sie vom Vorsitzenden der SPD, Axel Dyck, Gegenwind gab es in einer Rede zum Haushaltsplanentwurf von Uwe Rothkegel (CDU).

UPDATE 19:00 Uhr:

Noch nach 18 Uhr kochten die Gemüter noch einmal hoch, beim Punkt kulturelle Weiternutzung der Skala. Auf sie mit Gebrüll, dachte sich wohl Michael Weickert (CDU) und kritisierte lautstark Siegfried Schlegel (Die Linke), der die Vorrednerin Andrea Niermann (CDU) kritisiert hatte. „Es ist eine Frechheit einer Kollegin abzusprechen, sie würde im Interesse der Stadt handeln, darauf hat jeder Stadtrat einen Eid geleistet.“ Die Lautsprecher trieb er bei dieser Äußerung an den Anschlag, sorgte aber nach über vier Sitzungsstunden, dafür, dass trotz schlechter Luft alle Anwesenden wieder wach wurden. Schlegel hatte zuvor betont, dass die Gottschedstraße 16 ihm als Leipziger sehr am Herzen liege und er einen Verkauf nicht nachvollziehen könne.

Michael Weickert (CDU). Foto: Alexander Böhm

Michael Weickert (CDU). Foto: Alexander Böhm

Den beiden Punkten, um die es den Fraktionen Die Linke und Bündnis90/Die Grünen ging, wurde zugestimmt:

Das Grundstück Gottschedstraße 16 (ehemalige Spielstätte Skala) wird einer dauerhaften kulturellen Nutzung zugeführt. Die Stadtverwaltung bietet diese potenziellen Nutzern aus der Freien Szene gezielt für Erbbaurecht oder Kauf an.

Eine Wiedereröffnung wird von der Stadtverwaltung unterstützt.

Skadi Jennicke sagte gegenüber der L-IZ: „Mit der Annahme des Antrags von Linken und Grünen haben wir erst mal nur den Verkauf gestoppt und müssen die weitere Entwicklung beobachten.“ Daran, dass sie selbst gerne eine kulturelle Weiternutzung sähe, ließ sie beim geschichtlichen Abriss keinen Zweifel. Gegenüber der L-IZ erklärte sie nach der Abstimmung: „„Ich freue mich, dass die Skala auch weiterhin kulturell genutzt wird. Es werden dort keine Luxuswohnungen entstehen. Ich denke, das waren wir der Theatertradition dieser Stadt schuldig. Jetzt beginnt die Arbeit für ein tragfähiges kulturelles Konzept.“

Einen für die weitere Diskussion wichtigen Punkt sprach Gesine Märtens (Bündnis90/Die Grünen) an: „Es liegt ein großartiges Nutzungskonzept für das Haus als Filmkunsthaus vor, die Einreicher der Cinemathéque könnten mit Ach und Krach 800.000 Euro aufbringen. Damit reden wir nur über einen Fehlbetrag zum festgestellten Verkehrswert von 60.000 Euro. Ein Verkauf wegen dieser Summe wäre für mich nicht nachvollziehbar.“

Für eine TTIP-freie Kommune

Metropol, Kammerspiele, Neue Szene, Skala?

Transparent für die kulturelle Weiternutzung der Spielstätte Skala. Foto: Alexander Böhm

Gegner der Freihandelsabkommen TTIP und CETA wiesen auf die schwerwiegenden Eingriffe in die kommunale Selbstverwaltung hin. „Natürlich wird das Thema auf europäischer Ebene behandelt, aber unser Ziel ist, 10.000 Kommunen zusammenzubekommen, die sich nicht nur im Städtetag sondern auch einzeln gegen das Abkommen aussprechen und so Druck ausüben“, so Dominik Pietron und Hendrik Lenk vom Leipziger Netzwerk „Vorsicht Freihandel“. „Immerhin gibt es schon ein leichtes Umdenken in Leipzig, noch im November lautete ein Verwaltungsstandpunkt: Wir haben unsere Position im Städtetag deutlich gemacht, das muss genügen.“ Nun werde eben auch einem Antrag der Linken zugestimmt, die Ablehnung von TTIP noch einmal durch den Stadtrat zu beschließen.

UPDATE 17:50 Uhr:
Ein Antrag der Fraktion Die Linke auf eine Resolution zu den Freihandelsabkommen TTIP mit den USA, CETA mit Kanada und des multinationalen Dienstleistungsabkommens TiSA appelliert an die beschließenden europäischen Gremien sich für eine Sicherung der kommunalen Selbstverwaltung einzusetzen und diese daher von den Verhandlungen auszunehmen. „Ein Krankenhaus in kommunaler Trägerschaft und die sich daraus ergebende Steuerung der Gesundheitsleistungen könnte durch TTIP gefährdet sein, sofern Klinikbetreiber in den USA hier eine Ungleichbehandlung geltend machen“, begründete Skadi Jennicke. Ebenso gebe es Bedenken bezüglich der Sicherheit einer kommunalen Wasserversorgung. Kritik an Ihrer Rede übte Stefan Georgi (CDU): „Die Resolution ist unnötig, da sie gleichlautend ist mit der Position des Deutschen Städtetages. Ich hoffe, der Stadtrat wird in Zukunft nicht gleichermaßen von eigentlichen Aufgaben abgelenkt werden.“ Der Resolution wurde mit 20 Gegenstimmen von CDU und FDP zugestimmt.

Verpflegungssituation von Schülern

Mit immer mehr Ganztagsangeboten an den Schulen, ist auch die Verpflegung eine infrastrukturelle Frage. Zu dieser war das Netzwerk „Ess-Klasse“ Leipzig mit einem Stand präsent und verteilte Löffel mit einem Knoten an die Stadträte. „Damit möchten wir die Abgeordneten ermahnen, die Suppe auszulöffeln, die sie den Schulen einbrocken“, so Rosemarie Schneider. „Weder das Platzangebot an vielen Schulen noch die Pausenzeiten reichen für ein Mittagessen aus.“ Sie selbst engagiert sich seit 1977 ehrenamtlich und sieht erhebliches Verbesserungspotenzial. Hierzu steht auch eine Bürgeranfrage auf der Tagesordnung.

Schutzschirm Vereine

„Die Vereine sind das Rückgrat der Stadtgesellschaft“, leitete Skadi Jennicke (Die Linke) ihre Begründung zum Antrag auf einen Schutzschirm für Vereine ein. Wobei das Wort Schutzschirm nach Phänomenen wie dem Bankenschutzschirm etwas in die Irre führt. Es ist keine finanzielle Unterstützung gefordert, lediglich eine Bedarfsanalyse, auf deren Basis den Vereinen das weitere Engagement erleichtert werden soll. Hierzu sollen Stadtverwaltung und Vereine eine Strategie erarbeiten. Das Verfahren soll laut Antrag öffentlich ablaufen. Ein Änderungsantrag der Grünen fordert ergänzend dazu eine Leitstelle Bürgerschaftliches Engagement bei der Stadt, sowie eine Servicestelle, die extern den Vereinen beratend zur Seite steht.

Stadtrat Dieter Deissler (Bündnis 90/Die Grünen)

Stadtrat Dieter Deissler (Bündnis 90/Die Grünen)  – Änerdungsantrag fordert ergänzend eine Leitstelle. Foto: Alexander Böhm

Nach einigem formellen Hick-Hack um die Reihenfolge der Abstimmung wurden folgende Punkte beschlossen:

Das Stadtbüro bekommt die zusätzliche Funktion einer Kontaktstelle für Vereine und Verbände. Dort werden Beratungen zu Antragsfristen und Zuständigkeiten innerhalb der Stadtverwaltung angeboten.

Die Freiwilligenagentur erhält zunächst 20.000 Euro für Personal zusätzlich, um Vereine, Verbände und Initiativen bei der Absicherung und Entwicklung ihrer Arbeitsfähigkeit zu unterstützen.

Darüber hinaus werden folgende Punkte als Stellungnahme des Stadtrates zur Vorlage „Grundbekenntnis zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements in der Stadt Leipzig (DS-00794/14)“ eingereicht:

Der Zuwendungsbericht der Stadt soll künftig um folgende Punkte erweitert werden:

– eine Aufgliederung der gesamten Förderung nach der Pflichtigkeit der mit der Förderung übernommenen Aufgaben (freiwillige Leistungen, weisungsfreie Pflichtaufgaben, weisungsgebundene Pflichtaufgaben)

– eine Aufgliederung der gesamten Förderung nach Fachbereichen, hierbei mit den Teilsummen institutionelle und Projektförderung.

Das Konzept zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements soll folgende Aspekte aufnehmen:

– eine Darstellung dazu, vor welchen Herausforderungen die Vereine und Verbände durch Wegfall von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen stehen und wie das Ehrenamt künftig strukturell und finanziell gestärkt werden kann.

– eine Darstellung, wie die  Anerkennungskultur für bürgerschaftliches Engagement weiterentwickelt werden kann sowie

– eine Überprüfung der städtischen Fachförderrichtlinien und der Rahmenrichtlinie vor dem Hintergrund der Anregungen im Beteiligungsprozess und der veränderten Rahmenbedingungen für ehrenamtliche Tätigkeit.

Gottschedstraße 16Freie SzeneTTIPBildungspolitikVereineStadtrat
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Kulturbetrieb des Budde-Hauses startet am 27. Mai mit Kabarettabend
Plakatausschnitt TrennDich. Quelle: Budde-Haus

Quelle: Budde-Haus

Am Mittwoch, dem 27. Mai nimmt das Budde-Haus den Kulturbetrieb wieder auf. Zu Gast sind um 20.00 Uhr die Ensemblemitglieder des Kabaetts academixer Carolin Fischer, Ralf Bärwolff und Jörg Leistner am Klavier, mit ihrem Programm „Trenn Dich – Oder: Wenn Du aus der Mode kommst, dann geh ich mit!“
Bitte setzen Sie sich für nächtliche Betriebsbeschränkungen am Flughafen Leipzig/Halle ein!
Flugzeug beim Flug übers Leipziger Stadtgebiet. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNatürlich protestieren Menschen in Deutschland nicht nur, um ihr „Großes Nein“ (Armin Nassehi) in die Welt zu schreien. Manchmal fordern sie auch nur, dass Versprechen und Beschlüsse von den gewählten Politikern auch umgesetzt werden. Denn unsere Demokratie ist nicht nur kleinteilig. Sie ist auch verzerrt. Und wenn es um Profite und Arbeitsplätze geht, sind die Verzerrungen besonders groß. Deshalb bekommt Marian Wendt nun binnen kurzer Zeit seinen zweiten Offenen Brief.
Alles in Reih und Glied: Menschlicher Optimierungswahn in perfekter Landschaftsmalerei
Markus Krüger: Überschwemmte Landschaft (2019). Foto: Galerie Schwind

Foto: Galerie Schwind

Für alle LeserWährend Cafés und Kabaretts grübeln, wie sie die Möglichkeiten von Ansteckungen in ihren Räumen verringern können, haben Galerien damit eher nicht so ein Problem. Richtig voll wird es dort immer nur zur Ausstellungseröffnung. Aber die Zeiten von Vernissagen mit dicht gedrängten Gästen sind vorerst vorbei. Auch die Galerie Schwind hat ihre neueste Ausstellung am 19. Mai aufgrund der aktuellen Situation ohne Ausstellungseröffnung eröffnet.
Die Impro-Show „Adolf Südknecht“ nimmt am Dienstag ihre Zeitreise wieder auf
Stefan Ebeling, Karin Werner, Tobias Wollschläger, August Geyler, Armin Zarbock, Claudius Bruns. Foto: Armin Zarbock

Foto: Armin Zarbock

Für alle LeserAllerorten gibt es Zeichen einer Normalisierung. Zumindest in Sachsen. Die ersten Kabaretts und Varietés öffnen wieder, wenn auch unter ungewohnten Umständen, mit größeren Abständen zwischen Stühlen, in größeren Sälen, aber eigentlich immer: Bitte mit Maske. Und im Horns Erben, das seit einer Woche wieder geöffnet hat, nimmt auch eine Serie wieder den Faden auf, die längst zur beliebtesten Impro-Show des Landes geworden ist.
Der Stadtrat tagte: Investor muss für Parkstadt Dösen ein Artenschutzkonzept vorlegen + Video
Bauarbeiten in der Parkstadt Dösen. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserEs war eine erstaunlich kurze Diskussion, obwohl sie an die Grundprobleme der Stadt Leipzig im Jahr 2020 rührte. Michael Neuhaus (Die Linke), Jürgen Kasek (Grüne) und Andreas Geisler (SPD) rissen diese Probleme zumindest an, als sie am Mittwoch, 20. Mai, in der Ratsversammlung zu den Änderungsanträgen ihrer Fraktionen zur Parkstadt Dösen sprachen.
Das große Nein: Warum eine Demokratie ohne Protestbewegungen zu einer müden Amtsverwaltung werden würde
Armin Nassehi: Das große Nein. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs wird wieder demonstriert in Deutschland. Auf sogenannten „Hygiene-Demos“ protestieren allerlei Leute gegen allerlei – gegen Corona-Maßnahmen, einen befürchteten Impfzwang, Bill Gates und Angela Merkel. Und irgendwie auch fürs Grundgesetz. Aber Proteste leben vom großen Nein, stellt der Soziologe Armin Nassehi in diesem Essay fest, den er zwar schon vor Corona geschrieben hat. Aber die Protestphänomene haben alle dieselbe Wurzel, stellt er fest.
AfD-Fraktion will Jugendliche in Leipzig mit bunten Aufklärungsbroschüren abspeisen
Neues Rathaus und Stadthaus. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNein, sie mögen keine Jugendlichen. Schon gar nicht, wenn die sich so emsig in die Politik einmischen und nun auch noch auf Stadtteil- und Ortsteilebene mitreden wollen. Ein paar Broschüren, die diese vorlauten Kinder aufklären, sollten genügen, findet die Altherrenfraktion der AfD und versucht gleich mal, dem ganzen Antrag des Jugendparlaments die Zähne zu ziehen.
Linke und Grüne ergänzen Antrag des Jugendparlaments um Vorschläge zur Rauchentwöhnung
Verbotsschild an einem Kinderspielplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserJa, das mit den Spielplätzen wäre eigentlich kein Problem, hatte das Ordnungsamt zugestimmt, nachdem das Jugendparlament eine ganze Reihe Orte aufgelistet hatte, an denen in Leipzig das Rauchen verboten werden sollte. Auch Kitas und Schulen tauchten dort auf, obwohl es dort sowieso schon verboten ist. Schwieriger wird es aber bei Parks und Grünanlagen.
Leipzigs Umweltdezernat legt Ausflüglern ans Herz, ihren Picknickabfall lieber wieder mit nach Hause zu nehmen
Am Nordstrand des Cospudener Sees. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserLeipzigs Jugendparlamentarier glauben an das Gute und Ordentliche im Menschen. Anders als viele ältere Zeitgenossen, die unsere Umwelt als Müllschlucker betrachten oder einfach davon ausgehen, dass am Montag dann die fleißigen Abfallsammler/-innen losziehen und ihren weggeworfenen Müll von der Wiese klauben. Mehr Abfallbehälter könnten doch das Problem beheben, meinte das Jugendparlament in einem Antrag.
Ab 2022 soll es tatsächlich ein Werkstattverfahren zum Umbau des Bayrischen Platzes geben
Windmühlenstraße Richtung Bayerischer Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWer in Leipzig als Stadtrat oder Stadträtin arbeiten will, braucht eine Engelsgeduld. Nichts passiert von jetzt auf gleich. Selbst ein Beschluss bedeutet noch nicht, dass schon im nächsten Jahr losgearbeitet werden kann. In den Ratsfraktionen weiß man sehr wohl, woran es oft liegt – an Planungskapazitäten und fehlendem Personal. Manchmal auch an Fördergeld. Fünf Jahre zwischen Beschluss und Umsetzung sind schon ein gewohnter Zeitraum. Bei der Windmühlenstraße wird es erst ab 2026 eine Lösung geben.
Der Stadtrat tagte: Ratsversammlung stimmt Verwaltungsvorschlag zur Dieskaustraße zu und Linke/Grüne-Antrag wird geprüft + Video
Dieskaustraße, Blick von der Schwartzestraße stadtauswärts: Radfahrer sind hier nicht vorgesehen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Mittwoch, 20. Mai, wurde in einer doch sehr kontroversen Diskussion im Stadtrat auch die Entwurfsplanung zur Dieskaustraße abgestimmt. Die Straße, die von Kleinzschocher bis Großzschocher als alternativlose Hauptstraße durch den Südwesten führt, soll ab 2023 umgebaut werden. Und eigentlich war sich die Ratsversammlung über fast den gesamten Straßenumbau einig. Nur ein 200 Meter langes Stück zwischen Windorfer Straße und Eisenbahnüberführung wurde heftig diskutiert.
Auch wegen Corona: Zeppelinbrücke bekommt jetzt einen temporären Radweg
Einmündung Cottaweg mit Blick zur Zeppelinbrücke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMühsam nährt sich das Radfahrerkaninchen in Leipzig. Aber zuweilen geschehen doch ein paar kleine Wunder. Etwa auf der Jahnallee, wo sich die Verwaltung in den letzten Jahren beharrlich weigerte, deutliche Änderungen zur Sicherheit der Radfahrer/-innen durchzuführen. Planungen für eine Radverbindung von Lindenau bis Stadtmitte sollten eigentlich erst in diesem Jahr beginnen. Doch jetzt richtet das Verkehrs- und Tiefbauamt kurzfristig temporäre Radwege auf der Zeppelinbrücke ein.
Freitag, der 22. Mai 2020: Neonazis wüten am Männertag
Die Polizei im Einsatz. Symbolfoto: L-IZ.de

Symbolfoto: L-IZ.de

Für alle LeserAngriffe auf Polizisten, Gewalt gegen Passanten, Naziparolen – es war ein ganz normaler Männertag in Sachsen. Diesmal kam die heftigste Meldung aus Königstein, wo die Polizei nach eigenen Angaben von 30 Neonazis angegriffen wurde. Auch in Leipzig gab es Vorfälle mit rechtem Hintergrund. Zudem sorgt die Wahl eines Neurechten zum Kulturamtsleiter in Radebeul für Kritik. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 22. Mai 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Nur wenige Schmetterlingsarten scheinen von den Natura 2000-Schutzgebieten zu profitieren
Der Baumweißling (Aporia crataegi) ist ein weitverbreiteter Schmetterling, der hinsichtlich seines Lebensraumes sehr variabel ist. Er gehört zu den wenigen Tagfalterarten, die von den Natura 2000-Schutzgebieten profitieren. Foto: Martin Musche

Foto: Martin Musche

Für alle LeserEigentlich sind auch die Natura 2000-Schutzgebiete in Europa zu klein. So wie das Leipziger Auensystem, das ebenfalls so ein Schutzgebiet ist. Und trotzdem helfen sie selbst in dieser zerstückelten Form einigen Tierarten, die gar nicht in diesen Schutzgebieten unter Schutz stehen. Das haben Forscher des iDiV jetzt zumindest erst einmal an Vögeln und Tagfaltern untersucht.
Auch die Landesstatistiker sagen Leipzig bis zu 660.000 Einwohner im Jahr 2030 voraus
Bevölkerungsentwicklung nach Kreisen bis 2035. Karte: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Karte: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Für alle Leser Sie haben die Corona-Pause genutzt. Am Dienstag, 19. Mai, legten die sächsischen Statistiker die mittlerweile 7. Regionalisierte Bevölkerungsprognose für Sachsen vor. Die Prognose bestätigt die inzwischen auch in Leipzig korrigierten Hochrechnungen für das Jahr 2030, nach denen die große Stadt im Westen Sachsens dann zwischen 640.000 und 660.000 Einwohner/-innen haben wird.