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Die AfD-Jugend trifft sich nach Protestankündigungen im Verborgenen

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    Die Junge Alternative ist die Jugendorganisation der Alternative für Deutschland. Eigentlich wollten sich Mitglieder des Leipziger AfD-Kreisverbandes am Mittwochabend in einem Lokal in Schleußig treffen, um gemeinsam die Gründung eines lokalen Ablegers voranzutreiben. Doch nachdem sich Protest gegen die Veranstaltung abzeichnete, soll sie nun an einem geheimen Ort stattfinden.

    In zahlreichen deutschen Städten existieren bereits Kreisverbände der Jungen Alternative (JA). Dabei handelt es sich um die Jugendorganisation der Alternative für Deutschland (AfD), die seit dem Bundesparteitag im vergangenen November als solche auch offiziell anerkannt ist. Der sächsische Verband zählt seit dem Landesparteitag Ende Februar ebenfalls dazu. Zu dem bereits existierenden Kreisverband in Dresden soll nun ein weiterer in Leipzig hinzukommen.

    Eigentlich wollte man sich zu diesem Zweck am Mittwochabend in Paulis Elsterbar im Stadtteil Schleußig treffen. „Wir wollen mit euch gemeinsam geeignete Kandidaten für den neuen JA-Kreisvorstand Leipzig besprechen und Vorschläge erörtern“, heißt es dazu in einer entsprechenden Facebookveranstaltung. Mittlerweile wurde die Einladung ergänzt: „Veranstaltungsort hat sich geändert, da Linksextreme keine andere Meinung zulassen!“ Der Ort sei nun über die Facebookseite zu erfragen. Der AfD-Kreisvorsitzende Siegbert Droese und Roland Pauli, bis vor zwei Jahren Betreiber der Elsterbar, bestätigten den Ortswechsel auf Anfrage der L-IZ.

    Hintergrund ist ein in der Nacht zu Dienstag auf Indymedia veröffentlichter Artikel. Darin ruft ein Verfasser namens „Nazis in die Elster“ dazu auf, vor dem Lokal gegen die Veranstaltung zu protestieren. „Bringt Transpis, Schilder und Megaphone mit“, heißt es in dem Text. „Wir werden dieses Treffen nicht unkommentiert lassen und rufen alle engagierten Antifaschisten auf, vor Ort ihren Unmut kundzutun und gegen neonazistische Strukturen in Leipzig Widerstand zu leisten!“ Mitglieder des Aktionsnetzwerkes „Leipzig nimmt Platz“ hatten darüber nachgedacht, ebenfalls zum Gegenprotest aufzurufen. Auf Twitter wurden ähnliche Aufrufe vielfach geteilt.

    Elsterbar-Gastwirt Roland Pauli zeigte „kein Verständnis“ für den geplanten Protest. Der politische Hintergrund eines Gastes spiele für ihn keine Rolle: „Wenn bei uns eine Veranstaltung angemeldet wird, fragen wir nicht nach. Dazu haben wir gar kein Recht.“

    Laut Droese hat die AfD derzeit etwa 20 Mitglieder unter 37 Jahren in Leipzig. Dies entspräche der Altersgrenze für eine Aufnahme in die Junge Alternative. Der Kreisvorsitzende begründet die Absage mit einer möglichen Gefahr für die Gastwirte. Zugleich mahnt er zum Dialog: „Am Montagabend sind junge Leute zu einer Veranstaltung der Stadtratsfraktion gekommen. Da gab es überwiegend keine Einigkeit, aber eine kritische Diskussion.“ Einige dieser jungen Leute kommentierten das Geschehen ihrerseits auf Twitter unter dem Hashtag #noafdle. Etwa zehn von ihnen präsentierten am Rande ein Banner mit der Aufschrift „Rechtspopulismus stoppen – Rassismus bekämpfen“.

    Die Junge Alternative gilt als radikaler Arm der AfD. Im Machtstreit zwischen Bernd Lucke und Frauke Petry schlug sich der sächsische Verband geschlossen auf die Seite der Landeschefin. Heute zählt er zu den Unterstützern der völkisch-nationalistischen „Flügel“-Bewegung rund um Björn Höcke, André Poggenburg und Alexander Gauland. Die Junge Alternative Sachsen bekannte sich zudem zu den im vergangenen November beschlossenen „Fünf Grundsätzen für Deutschland“. Die Initiatoren, darunter Höcke und Gauland, sprechen darin von „verantwortungslosen Experimenten mit und an unserem Volk“ und „gefährlichen Ideologien, die die multikulturelle Gesellschaft erschaffen und die klassische Familie abschaffen wollen“.

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    1 KOMMENTAR

    1. „Wenn bei uns eine Veranstaltung angemeldet wird, fragen wir nicht nach. Dazu haben wir gar kein Recht.“

      Wann genau wurde denn das Hausrecht abgeschafft? Muss ich verpasst haben.

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