Tod auf dem Rad

Für alle LeserLZ/Auszug aus Ausgabe 55Die Innere Jahnallee wird angesichts der steigenden Unfallzahlen zunehmend ein Symbol. Für den ansteigenden Verkehr in Leipzig, veraltete Planungen im Stadtgebiet aus früheren Jahren, eines ausgebremsten ÖPNV und dem Anstieg der Personenschäden bis hin zu Todesfällen. Weitere Namen könnten Goethestraße oder Georg-Schwarz-Straße lauten, wenn es um einen eigentlich einfachen Umstand geht: Der „ruhende Verkehr“ in Form von überall herumstehenden PKWs wird an den großen Straßen der Stadt weichen müssen.

Lösungen dafür gibt es längst, doch gern wird das Thema Verkehr in Leipzig lieber als Glaubenskrieg zwischen Autobesitzern und Radlern inszeniert. Eine Aufführung in medialen wie socialmedialen Debatten, die zwar Quote bei so mancher Gazette geriert, aber niemanden weiterbringt.

Auch wenn es die Leipziger Straßenverkehrsbehörde bis hin zum Tiefbauamt bislang immer wieder abstreiten: die Innere Jahnallee zwischen Leibnizstraße und Waldplatz ist ein geradezu exemplarischer Unfallschwerpunkt. Rechts und links zugeparkt, sorgt der enge einspurige Straßenraum dafür, dass sich alle Verkehrsarten in einem engen Schlauch ballen. Die entstehende Unübersichtlichkeit sorgt dafür, dass immer wieder schwächere Verkehrsteilnehmer Opfer einer Unaufmerksamkeit werden.

Dabei gibt es längst Lösungen, ein Teil ist sogar schon beschlossen. Die wirkliche Neusteuerung jedoch wird ohne einen grundhaften Umbau der Inneren Jahnallee nicht gelingen. Ab etwa 2026 kann dieser beginnen, bis dahin müssen Interimslösungen her.

Der Bürgerverein Waldstraßenviertel

Jörg Wildermuth hat es satt und zwar richtig. Am 13. Mai um 19 Uhr hat es eine weitere 47-jährige Radfahrerin an der Inneren Jahnallee getroffen. Offenbar in die Schienen geraten, kollidiert sie mit der entgegenkommenden Linie 4 und wird schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Und der Vorsitzende des Bürgervereins Waldstraßenviertel e.V. schreibt mal wieder – an Stadträte, Fraktionen, das Tiefbauamt und die Presse – an jeden, den er in der Pflicht sieht, sich für die Sicherheit an der Inneren Jahnallee einzusetzen. „Die Innere Jahnallee hat seit Jahren viele Probleme: Die enorme Feinstaubbelastung, die extreme Lärmbelastung, vor allem aber hat dieser Straßenabschnitt ein riesiges Sicherheitsproblem. Die vielen schweren Unfälle der vergangenen Wochen und Monate sind dafür ein schrecklicher Beleg. Jetzt ist es höchste Zeit, endlich zu handeln!“, so Wildermuth, bezogen auf einen verstorbenen Senior, welcher unter einem LKW landete, einer 23-jährigen Radfahrerin, die von einer Bahn mitgeschleift wurde, eine Radlerin, die zwischen die parkenden Autos stürzte.

Keine Einzelfälle – nur die traurigen Höhepunkte auf einem Straßenabschnitt Leipzigs, wo ausreichend Blechschäden, touchierte Bahnen und leichtere Unfälle fast an der Tagesordnung sind.

Im Telefonat mit der LZ wird der Vereinsvorsitzende noch deutlicher. Es gebe ja grundlegende Lösungsvorschläge für die Innere Jahnallee, „einen gar aus dem Jahr 2004.“ Welchen Wildermuth gern zur Verfügung stellt. Dieser lehnt sich an Ideen an, wie sie an der Karl-Liebknecht-Straße zumindest teilweise längst umgesetzt wurden. Parkbuchten, eine separierte Radspur in jede Richtung und somit Platz für Freisitze und sogar Bäume in der stark befahrenen Straße. „Charming“, nennt Wildermuth den Entwurf, welcher damals, also vor dem hastigen Bau der Inneren Jahnallee im Heft des Bürgervereins als Alternative erschien.

Er sieht vor, dass sich Bahn und Auto eine Spur teilen, die vielbefahrene Radroute zwischen den jungen Vierteln Plagwitz, Lindenau und dem Leipziger Zentrum würde ohne Störung für Fußgänger und Autos realisiert, während der Lieferverkehr auch weiterhin an die Geschäfte herankäme. Letztlich dürfte er die einzige Lösung sein, die vielen Anforderungen aus Gewerbetreibenden, Autofahrern, Rad- und Fußgängern sowie den Abendbummlern an der Straße in den Griff zu bekommen.

Ein langer Weg

So richtig der Entwurf erscheint – so fern scheint noch seine Umsetzung. 2006 wurde die Innere Jahnallee mit Fördermitteln eilig zur Fußball-WM als Bundesstraße 87 zum Zentralstadion führend fertiggestellt. Ohne Park- oder Haltemöglichkeiten, wie an Bundesstraßen üblich, aber eben auch mit einer Zweckbindung von üblicherweise 20 Jahren. Statt einer richtigen Lösung wurde so ein Umbau mit Gültigkeit bis 2026 vorgenommen, der in den Folgejahren einer schleichenden Veränderung anheimfiel.

So wurde erst auf der Südseite „testweise“, wenig später auch die Freigabe auf der Nordseite der Inneren Jahnallee das Halten für eine Stunde erteilt. Damit war auf Betreiben der damaligen Händler und der Stadtverwaltung der Ausweichraum für Radfahrer sehr bald verschwunden, während die Gustav-Adolf-Straße als Umgehung zur (vollständig zugestellten) Parkzone umfunktioniert wurde.

Und an der Jahnallee bürgerte sich ein Parkverhalten ein, welches auch über Nacht in Anspruch genommen und lange von Politessen der Stadt kaum sanktioniert wurde. Ein Händler der Straße hat sich überdies angewöhnt, einfach jede Stunde seine Parkuhr am dauergeparkten Lieferfahrzeug weiterzudrehen, um so aus einer Halte- eine Parkmöglichkeit direkt vor seinem Geschäft unweit der Leibnizstraße zu machen. Auch eine Lösung, allerdings nur für ihn, nicht für die Radfahrer.

„Die derzeitige Situation ist lebensgefährlich. Nicht nur für Erwachsene, sondern für Kinder ab 10 Jahren, welche sich in der Jahnallee oft auf dem Fußweg regelwidrig mit dem Fahrrad bewegen“, so schätzt Stadträtin Franziska Riekewald (Linke) als Anwohnerin die Situation derzeit ein. „Regelwidrig“ heißt dabei ganz simpel: Kein Radfahrer, keine PKW-Lenker und keine Straßenbahn kann normalerweise mit dem vorgegebenen Sicherheitsabstand hier regelgerecht an den parkenden Autos vorbei. Radfahrer müssen eigentlich auf die Straßenmitte wechseln und fahren so an den Schienen entlang, die Autos und die Bahnen also normalerweise hinter ihnen her.

Die wohl einzige Dauerlösung in einer Skizze von 2004, noch vor dem ersten Umbau der inneren Jahnallee. Foto: Zeichnung: Peter Schmelzer, Quelle: Stadtteilheft des Waldstraßenviertel e.V.

Die wohl einzige Dauerlösung in einer Skizze von 2004, noch vor dem ersten Umbau der Inneren Jahnallee. Foto: Zeichnung: Peter Schmelzer, Quelle: Stadtteilheft des Waldstraßenviertel e.V.

Vom Ausbremsen des ÖPNV und den dennoch überholfreudigen Bahnen und Autos mal abgesehen, eine Situation, welche rasch gerade unsicheren Radlern zum Verhängnis werden kann und bereits mehrfach wurde.

Nicht nur im Waldstraßenviertel rätselte man darüber, wem die städtischen Behörden mit dieser Aufweichung eifrigst zu Diensten waren und bis heute offenbar sind. Denn mittlerweile ist auch klar: die Lösung, die LVB an der Inneren Jahnallee unterirdisch zu führen, wird nicht kommen. Man wird also oberirdisch Lösungen finden müssen.

Interimslösungen

Für Jörg Wildermuth besteht der kurzfristige Ansatz aus drei Hauptpunkten: „Die Innere Jahnallee muss umgehend in eine Tempo-30-Strecke umgewandelt werden, um so die Sicherheit kurzfristig zu erhöhen und den durchfahrenden Schwerlastverkehr fernzuhalten. Eine Maßnahme, die sofort umgesetzt werden kann.“ Allein die überschrittenen Feinstaubwerte an der Jahnallee sollten dies ermöglichen. Und tut es die Verwaltung trotz eigener Messungen – welche diese Überschreitungen bereits belegen – nicht, wird wohl bald die Deutsche Umwelthilfe mit einer (teuren) Klage ums Eck kommen – 2018 hat man an der Inneren Jahnallee gemessen, die Werte werden bald bekannt werden.

Schritt 3 für Wildermuth deshalb: „Mittelfristig muss eine Variante entwickelt werden, die Radwege auf beiden Seiten der Jahnallee ermöglicht. Das ist sicher ein komplexeres Thema, da eine bestimmte Anzahl an Zuliefer- und Kurzzeitparkplätzen erhalten bleiben muss.“

Und Stadträtin Franziska Riekewald drängt nun ebenfalls Richtung Verwaltung. „Mit Einführung des Anwohnerparkens im Waldstraßenviertel noch in diesem Jahr, sehen wir eine gute Gelegenheit, die Parkraumsituation im Viertel insgesamt zu verbessern.“ Eine Maßnahme, welche eigentlich nur noch in der Oberbürgermeisterrunde beschlossen werden muss – Wildermuth wartet, nachdem ihm eben dies von OB Burkhard Jung persönlich zugesagt wurde.

Riekewald weiter: „Dazu kann ich mir sehr gut eine Begrenzung der Parkplätze in der Jahnallee auf die Nachtstunden vorstellen. Denkbar wäre auch, wie vom Bürgerverein gefordert, die Beschränkung der Geschwindigkeit auf 30 km/h.“

Schützenhilfe haben die Linken dabei bereits neben dem Bürgerverein von der Grünenfraktion, welche nun auch nicht mehr abwarten wollen und Lösungen verlangen. Stadträtin Katharina Krefft (Grüne): „Für den Anlieferverkehr haben die Geschäftstreibenden schon heute teilweise Alternativen gefunden, wo noch nicht, muss danach mit ihnen gesucht werden. Im Sinne des fließenden und zugleich sicheren Verkehrsflusses für alle muss man sich jetzt hinsetzen und Entscheidungen treffen.“

Apropos Entscheidungen: für eine Ratsmehrheit müsste sich die SPD oder die CDU veränderungsbereit zeigen. Noch ist es in diesen beiden Fraktionen still, man tastet sich noch an das Thema heran.

Was sich jedoch noch keiner so richtig deutlich zu sagen traut. Wird die Fördermittelbindung tatsächlich noch bis 2026 aufrechterhalten, wird es für einige an der Inneren Jahnallee ungemütlich werden. Dann wird an der B 87 regelkonform das Halten und Parken wieder gänzlich untersagt und es werden zwei Radstreifen aufmarkiert werden. Warum, kann man in der StVO nachlesen. Dann dürften die letztlich wenigen Kurzparker wohl in das Waldstraßenviertel mit seinen rund 600 Stellplätzen drängen, wenn sie sich einen Döner kaufen oder die mittlerweile stadtweit bekannte Pizzeria besuchen wollen.

Vom 21. Mai 2017 – Am Meer: Ein Versuchsaufbau an der Jahnallee + Bildergalerie

* Leserclub *Leipziger ZeitungJahnallee
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