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Der Antrag zu Schmetterlingswiesen soll mit dem Maßnahmenkatalog zum Bienenschutz in Leipzig verschmelzen

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    Es gibt Naturschutzthemen, da tut sich Leipzigs Verwaltung schwer umzudenken. Bei anderen ist sie schon ein Stück weiter, hat sogar schon ein paar Vorzeigeprojekte. Deswegen rannte der Jugendbeirat gewissermaßen offene Türen ein, als er einen Antrag zur Anlage von Schmetterlingswiesen in Leipzig stellte. Den das Umweltdezernat jetzt postwendend für „zugestimmt“ erklärte.

    Was es auch tun kann, weil es im Stadtrat selbst schon mehrere Anträge zur Herstellung bzw. Bewahrung von Blühwiesen und zum Insektenschutz gab. Im April erst wurde ein Antrag der Grünen-Fraktion mehrheitlich angenommen, der perspektivisch in die Erarbeitung eines richtigen Konzeptes zum Bienenschutz in Leipzig münden soll.

    Daran arbeite man, teilt das Umweltdezernat mit – und betont dabei auch, dass es dabei eben nicht nur um Bienen geht, sondern dass artenreiche Blühwiesen nun einmal vielen Insektenarten Nahrung bieten – auch den Schmetterlingen. Was den einen guttut, hilft auch den anderen. Und am Ende haben auch die insektenfressenden Vögel was davon.

    In diesem Maßnahmepaket will man auch die Pflegegrundsätze für die Bewirtschaftung der Flächen des öffentlichen Grüns der Stadt Leipzig entsprechend aktualisieren und anpassen. „Diese Aktualisierung wird derzeit im Zusammenhang mit der Erarbeitung eines Pflegekonzeptes für den Clara-Zetkin-Park und Johannapark modellhaft bearbeitet, wobei explizit ein biodiversitätsförderndes Pflegemanagement angestrebt wird.“

    Wobei das Umweltdezernat auch ein paar Maßnahmen aufzählt, die dann umgesetzt werden sollen.

    Dazu gehören auch schon einige Wiesenstandorte, die jetzt schon gezielt unter dem Aspekt des Schutzes des großen Wiesenknopfes und der entsprechend auf diese Pflanze angewiesenen Ameisenbläulinge gepflegt werden, so etwa im Abtnaundorfer Park oder auch in Dölitz.

    „Von den Wiesen im Abtnaundorfer Park hat im Rahmen des vom BMBF geförderten Forschungsvorhabens stadtPARTHEland vor zwei Jahren bereits ein Mahdgutübertrag (Wiesenrenaturierung) auf eine Wiese in Plaußig stattgefunden, mit dem Ziel, diese entsprechend aufzuwerten. Die Stadt Leipzig bewirtschaftet bereits einen Teil ihrer öffentlichen Grünflächen extensiv, zur Förderung von Langgraswiesen, die in der Regel zweimal jährlich gemäht werden.

    Durch gezielte Entwicklung zu blütenreichen Wiesengesellschaften, die nicht allein mit einem veränderten Mahdregime zu erreichen sein wird, sondern spezielle Maßnahmen zur Einbringung blütenreicher Pflanzen erfordert, wie zum Beispiel den erwähnten Mahdgutübertrag, lassen sich auf diesen, und auch auf anderen städtischen Flächen, artenreichere Wiesen schaffen“, betont das Umweltdezernat.

    Und was soll noch dazukommen?

    „Insbesondere im Rahmen des oben genannten Pflegekonzeptes für Clara-Zetkin-Park und Johannapark wird die entsprechende Entwicklung der Wiesen, insbesondere der Langgraswiesen ein Schwerpunktthema für angepasste Pflegegrundsätze sein und eng mit der Erarbeitung des ‚Maßnahmenkatalogs zum Schutz von Wild- und Honigbienen in Leipzig‘ abgestimmt.

    In Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Ämtern, mit dem Eigenbetrieb Stadtreinigung, mit Umweltverbänden, Naturschutzexpertinnen und Naturschutzexperten sowie dem Flächenpächter sollen Maßnahmen entwickelt und erprobt werden, die zeigen werden, wo und wie die im Clara-Zetkin-Park bereits existierenden 9 ha Langgraswiese zukünftig zu blütenreicheren Wiesen entwickelt werden können.

    Eingebunden und begleitet wird dieser Schwerpunkt der biodiversitätsfördernden Pflege durch das vom BMBF geförderte Forschungsvorhaben ‚Stadtgrün wertschätzen – Bewertung, Management und Kommunikation als Schlüssel für eine klimaresiliente und naturnahe Grünflächenentwicklung‘. In diesem Projekt arbeitet das Amt für Stadtgrün und Gewässer seit 2016 gemeinsam mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), der Deutschen Umwelthilfe (DUH), dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung sowie den Städten Augsburg, Karlsruhe und Nürnberg gemeinsam an der entsprechenden Themenstellung.

    Die Kooperation dieser Städte in diesem Verbundprojekt hat sich aus dem Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt entwickelt, in dem die Stadt Leipzig seit 2012 aktives Mitglied ist. Zum Thema Wiesenmanagement sind dabei vor allem die Erfahrungen aus der Stadt Karlsruhe von Bedeutung, da dort bereits seit den 1980er Jahren ein vorbildliches Wiesenmanagement betrieben wird.

    Damit werden aktuell zahlreiche Konzepte und Projekte betrieben, die sich der Förderung von blütenreichen Wiesen und Biotopstrukturen widmen, die einen Beitrag zur Verbesserung der Situation auch der Schmetterlingsfauna in Leipzig liefern sollen.“

    Man kann sich natürlich wünschen, dass das dann im Maßnahmenkatalog deutlich detailreicher aufgeführt wird und Leipzig nicht nur ein paar Blühwiesen bekommt, sondern einen ganzen Gürtel aus solchen Wiesen, in denen es dann leuchtet, summt und schwirrt.

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