Leipzigs Forstwirtschaftsplan und seine Folgen für den Auwald

Das Lübecker Modell – ein Vorbild für Wälder in Deutschland und Europa

Für alle LeserWenn der vor wenigen Wochen zur Abstimmung vorgelegte Forstwirtschaftsplan für den Auwald Leipzig in Kraft treten sollte, werden im kommenden Winter allein im Waldgebiet der „Nonne“ 2.295 Festmeter eingeschlagen werden. Eine solche Menge an Holz kommt nicht allein durch die Entnahme junger Bäumchen zustande, es ist absehbar, dass es vielen Starkbäumen ans Leben geht.

Im Forstwirtschaftsplan ist auch detailliert nachzulesen, dass an allen möglichen Stellen über 100-jährige Eschen und Eichen gefällt werden sollen. Zwar werden diese Entnahmen als „gering“ gekennzeichnet, aber wenn man fast im ganzen Auwald an so vielen Stellen hier und da und auch dort und da drüben ein „paar“ Bäume entnimmt, kommt letztlich doch eine große Menge zusammen. Und nächsten Winter wieder …?!

Teils wird die Entnahme mit Verkehrssicherungspflichten begründet, teils mit der sogenannten „Standraumregulierung“. Letztere ist forstwirtschaftlich durchaus nachzuvollziehen, rein ökologisch gesehen macht sie keinen Sinn – da können aber durchaus auch zwei Stieleichen nebeneinander wachsen und ganz natürlich „ökologisch wertvoll“ sein. Eine Fledermaus interessiert es nicht, ob der Schaft einer Eiche gerade oder krumm wächst, auch den Vögeln ist dies beim Brüten egal. Im Naturschutzgebiet und im FFH-Gebiet ist es somit ohne Belang.

Das Märchen von der Verkehrssicherungspflicht

Zu den Verkehrssicherungspflichten: diese bestehen lediglich an offiziellen Straßen und Wegen, welche auch im offiziellen Straßenkataster einer Stadt verzeichnet sind. Auf normalen Waldwegen besteht keine Verkehrssicherungspflicht. Zwar wird dem Leser des Forstwirtschaftsplans vermittelt, man müsse hier zum Schutz der Passanten eingreifen, aber laut aktuellem Gerichtsurteil des Bundesgerichtshofs von 2012 ist dies nicht pauschal so. Prinzipiell muss man als Waldbesucher in jedem Wald jederzeit mit waldtypischen Gefahren wie bspw. herabfallenden Ästen rechnen.

Allerdings ist im Waldgebiet der „Nonne“, welches man vor Jahren zu einem sogenannten „Erholungswald“ umgewidmet hat, die Lage durchaus etwas diffiziler, da es hoch frequentierte Rad- und Fußwege, Kinderspielplätze und zudem Sportstätten enthält. Doch viele Fällungen soll es auch in Bereichen geben, welche nicht so stark begangen sind und wo man als Leser des Forstwirtschaftsplanes ins Grübeln gerät: warum ist man hier seitens der Stadt so übervorsichtig? Oder ist die Verkehrssicherungspflicht nur ein herbeigezogenes Alibi?

Insgesamt sollen im kommenden Winter 7.736 Festmeter im Leipziger Stadtwald eingeschlagen werden:

Revier Leutzsch, nördlicher Auenwald: 838 Fm
Revier Leutzsch, Gottge: 532 Fm
Revier Leutzsch, Rosental: 177 Fm
Revier Connewitz, Nonne: 2.295 Fm
Revier Connewitz, Connewitzer Holz: 1.968 Fm
Revier Connewitz, Lauer-Cospuden: 1.926 Fm

7.736 Festmeter sind schon eine beträchtliche Menge an Holz.

Um sich nun vorzustellen, wie viel allein 1 Festmeter ist, eine kurze Erklärung: stellen Sie sich einen Würfel mit einer Kantenlänge von 1 Meter vor, prall gefüllt mit Holz und ohne Zwischenräume.

Solche Würfel stellen wir jetzt 7.000 Mal nebeneinander … .Siebentausend Meter sind es per Luftlinie von der Jahnallee bis zum Cospudener See. Kann das sein? Eine solche Menge? Aber es steht so im Forstwirtschaftsplan 2018, u. a. auf S. 13 im Überblick!

Beim Einschlag von Bäumen wird vor allem der wertvolle Stamm verwertet. Was nebenher anfällt, Äste und Krone, gehört zum Derbholz, und das bringt viel weniger ein. Der Gewinn steckt im geraden Schaft. Und je mehr gerade und dicke Schäfte man einschlägt, desto schneller und einfacher ist man am Ziel.

 

Wieviele Bäume gefällt werden müsen, um auf die geplanten Festmeter zu kommen. Grafik: Gerken / Hansmann

Wieviele Bäume gefällt werden müsen, um auf die geplanten Festmeter zu kommen. Grafik: Gerken / Hansmann

Wie die Abbildung zu Stammlänge, Durchmesser und Volumen zeigt, ist es sofort einleuchtend, warum unsere Förster gerne auch starke Bäume aus dem Wald holen. Das Volumen geht mit dicker werdendem Stamm steil nach oben. Je dicker der Kerl ist, umso steiler gehen die Erlöse nach oben. Genau die starken Bäume bestimmen aber auch den Wert des Leipziger Auwalds als Naturschutz-, FFH- und Vogelschutzgebiet! – Zwickmühle. Der Forst müsste sich zurückhalten, sonst ist das Schutzgebietssystem bald perdu.

Der Schutzstatus des Auenwaldes wird abgeholzt

Bäume mit über 70 cm Durchmesser sind schon ökologische Wertträger für allerlei seltene Arten. Und die alten Bäume werden mit jedem Jahr für seltene Elemente der Fauna und Flora attraktiver. Bäume ab 30 cm Durchmesser zählen zum Nachwuchs, den das Schutzgebiet dringend braucht, denn die Vögel, Fledermäuse und Insekten brauchen auch in 20, 30, 40 und 50 Jahren Starkbäume. Aber auch solche Exemplare werden gefällt, weil sie angeblich anderen im Wege stehen, andere im Wuchs behindern, an einem kaum begangenen Weg ein Verkehrsrisiko seien usw.

Die Wirtschaftlichkeit, wenn es um gerade Schäfte geht, fängt bei 50 cm an. Bäume mit über 110 cm Durchmesser haben bei uns schon Seltenheitswert, z.B. finden Sie ganz vereinzelt (noch) welche in der Burgaue … . KennerInnen wissen, wo weitere stehen. Jedoch, es sind nicht mehr viele … sie nehmen schon seit Jahren wie klammheimlich ab! Das wirtschaftliche Argument sollte jedoch in einem Schutzgebiet – und auch in einem Erholungswald – eine nachrangige Rolle spielen.

Bei einer der nächsten Sitzungen im Stadtrat Leipzig wird darüber abgestimmt, ob diese neue Forstplanung wirklich durchgeführt werden soll. Wenn der Stadtrat ja sagt … dann werden allein in der Nonne wieder sehr viele alte und dicke Bäume gefällt werden.

Beachten wir: Das ist der Vorschlag der Leipziger Stadtforsten. Wir bezweifeln, dass die Bürger das wollen! – Wir glauben aber auch, dass sich keiner so richtig vorstellen kann, was diese Zahlen für das künftige Bild des Waldes bedeuten. Deswegen haben wir die obige Rechnung dazu aufgemacht. Wir haben in den vergangenen Jahren x-fach erlebt, dass Bürger sich beschweren, warum so viel gefällt wird. Wir fanden auch mehrfach kritische Leserbriefe aus den vergangenen 5-8 Jahren.

Geld verdient Leipzig mit dem gefällten Baumriesen keines

Wenn diese Bäume erst einmal gefallen sind, dann ist es gleich, ob jemand aus dem Forstamt, aus Wissenschaftlerkreisen oder aus Verbandskreisen sagt, das sei so recht – dem Schutzgebiet fehlen diese Bäume!

Konkret werden die starken Bäume den Schmetterlingen, Käfern, Fledermäusen, Flechten und Moosen fehlen – und den Menschen! Wenn Menschen befragt werden, die durch einen Wald wandern, was ihnen dort am besten gefällt, dann tauchen die dicksten Bäume auf den obersten Rängen auf.

Spaziergang im Auwald. Foto: Ralf Julke

Spaziergang im Auwald. Foto: Ralf Julke

Müssen die geplanten Fällungen im kommenden Winter überhaupt sein? Ist Leipzig die erste Stadt, die das Problem hat, Bäume zu finanziellem Gewinn zu machen, während Bürger sie erhalten wollen und alt werden lassen? Denn ein Problem ist es. Jedoch scheint das Stadtforstamt damit kein Problem zu haben. Es nimmt Geld ein. Toll!

Doch es muss davon die Arbeiter und die Förster und die Geräte und die Treibstoffe bezahlen. Und nun kommt’s: In der Bilanz kommt für die Stadt nahezu kein Gewinn heraus – immerhin gibt es keinen Verlust. Eine Wirtschaftseinheit, die genau das verbraucht, was sie einnimmt, gibt den übrigen Ressorts nahezu nichts. Konsequent könnte man sich in Leipzig den Stadtforst in dieser Betriebsart sparen!

Es braucht den Stadtforst allenfalls für Sicherung an viel begangenen Wegen. Jedoch: Waldbegehen geschieht deutschlandweit auf eigene Gefahr! Es ist nur ein freundlicher Service, wenn die Stadt dazu etwas tut. Aber wünschen die Menschen diesen überhaupt, abseits der wenigen Hauptwege? Und wie viele Menschen werden in Europa pro Jahr von Bäumen in Wäldern erschlagen? Der normale, alltägliche Straßenverkehr ist weitaus gefährlicher, aber die Forderung nach der Abholzung von Autos hört man nie.

Wer will schon zuschauen, wie diese vielen Stämme aus dem Wald herausgeholt werden? Wer will beim Ausräumen eines Erholungswaldes zusehen, der zugleich nach deutschen und europäischen Kriterien ein großes Schutzgebiet für seltene und bedrohte Pflanzen und Tierarten ist? – Und soll das dann Jahr für Jahr so weitergehen?

Vorbild Stadtwald Lübeck

Offenbar lässt sich der Stadtforst bisher durch den Managementplan (MAP, von 2012) nicht beeinflussen. Der MAP ist eine Beschreibung der Aufgaben für die Stadt Leipzig, die die FFH-, Vogelschutz- und Naturschutzgebiete Leipziger Auwald zu betreuen hat. Auch durch Bürger, die dieses hinterfragen, lässt man sich nicht irritieren. Und jeder weiß, dass viele Bürger resigniert haben: „Die da oben machen sowieso, was sie wollen…“

Doch es muss nicht so sein. Es kann sich auch in Leipzig ganz schnell Neues auftun. Schauen wir mal über den sächsischen Tellerrand! Schon seit den 90-er Jahren gibt es z.B. für den Stadtforst Lübeck ein damals entwickeltes und bis heute verfeinertes Modell, welches außerordentlich erfolgreich ist – für die Bürger von Lübeck wie auch für die Artenvielfalt.

Der Stadtwald Lübeck ist ein kommunales Forstunternehmen, welches die Waldflächen der Hansestadt Lübeck verwaltet und bewirtschaftet. Wohlgemerkt tun die Forstämter das letztlich im Auftrag und zum Wohl der Bürger! Auch in Lübeck haben sich Bürger damals gegen den rein wirtschaftlich motivierten Umgang mit ihrem Stadtwald gewehrt. Heraus kam in zähem Ringen das Lübecker Modell, das durch sein Konzept der „Naturnahen Waldnutzung“ bekannt wurde.

Auwald nach einem Frühjahrshochwasser. Foto: Ralf Julke

Auwald nach einem Frühjahrshochwasser. Foto: Ralf Julke

Historisch wie auch flächenmäßig ähneln sich Lübecker und Leipziger Stadtwald sogar, und selbst kleine Auen gibt es entlang von Wakenitz und Trave. Natürlich wurde auch der Lübecker Stadtwald schon im Mittelalter genutzt, aber anstatt diesen Wald nun nach gängigen forstwirtschaftlichen Standpunkten mit modernen schweren Maschinen wie Harvestern – á la Leipziger Forsten – zu bewirtschaften, ging man hier schon früh einen anderen Weg.

Der Leitende Forstdirektor Lutz Fähser setzte ab 1994 im Stadtwald Lübeck seine Ideen der „Naturnahen Waldnutzung“ in ein Bewirtschaftungskonzept des Waldes um. Die Flächen erfüllten die Kriterien der Naturland-Zertifizierung und FSC-Zertifikats, noch bevor es diese Zertifizierungen überhaupt gab. Heute setzt der Forstingenieur Knut Sturm das Projekt fort.

Leipzigs Wald verfügt nicht über eine FSC-Zertifizierung, man hat diese (vielleicht auch wegen der intensiven Bewirtschaftung?) verloren.

Die Lübecker Bürgerschaft hatte das stadteigene Forstamt mit einstimmigem Beschluss beauftragt, dieses Konzept umzusetzen. Damit steht der gesamte Wald unter „Prozess-Schutz“. Für Leipziger Verhältnisse klingt das fast unerhört! Denn diese Regelung bedeutet den totalen Schutz eines Gebietes vor menschlichen Eingriffen.

Das Lübecker Konzept bedeutet, dass so gewirtschaftet wird, dass natürliche Abläufe in den Wäldern weitgehend zugelassen werden bzw. im Sinne der Wirtschaftsziele mitbenutzt werden (z. B. Naturverjüngung, natürliche Auslese, Windbruch usw.). Man kann auch sagen, es wird der wirtschaftliche Eingriff in den natürlichen Ablauf der Waldentwicklung eingebunden.

Drei Leitideen sind dabei Eckpunkt des Konzepts:

  1. Die Wirtschaftswälder sollen sich in die risikoarme und produktive Erscheinungsform der natürlichen Waldgesellschaft entwickeln (Naturnähe)
    2. Die Leistungsanforderungen an den Wald (also die Entnahme von Holz) dürfen die natürliche Leistungsfähigkeit (also den natürlichen Zuwachs an Holz) nicht überschreiten (ökologisches Ertragsniveau)
    3. Der wirtschaftliche Einsatz erfolgt nach dem Prinzip des minimalen Eingriffs und dem Prinzip der Vorsicht (Minimierung)

Andere Großstädte in Deutschland haben in ihren Wäldern bereits dieses Konzept übernommen: Berlin, München, Bonn, Saarbrücken, Wiesbaden, Hannover und Göttingen. Nun, das wäre doch auch etwas für Leipzig! Den Bürgern würde es eine immer schönere Waldnatur präsentieren, und die Stadt müsste nicht mehr darum bangen, ob es wirklich bei schwarzen Zahlen aus dem Forstsektor bleibt. Wie bei Lübeck und den anderen Städten würde sich auch für Leipzig ein Prestigegewinn ergeben.

Leipzigs Stadtförster verhindert die Ansiedlung geschützter Tiere

Und auch der Artenschutz würde profitieren! Laut Mitteilung der Stadt Lübeck fühlen sich Schwarzstorch, Seeadler, Mittelspecht, Zwergschnäpper und andere recht wohl dort, auch vom Eremiten – einem echten „Urwaldkäfer“ – hört man, dass es ihm gutgeht. Die beiden Arten Schwarzstorch und Seeadler kamen übrigens erst nach der Einführung des Konzepts in den Stadtwald.

Solange in Leipzigs Auwald geholzt wird, werden sich diese wunderbaren Großvögel nicht niederlassen. Ob sich die erst kürzlich nachgewiesene Wildkatze damit anfreundet, ist ebenfalls fraglich.

Was wir an anderem Ort ausführlicher beschreiben, sei hier schon angemerkt: Auch die Mopsfledermaus als eine nach europäischem und nationalem Naturschutzrecht vorrangig zu fördernde Art ist direkt betroffen von den geplanten Hiebsmaßnahmen. Sie braucht Alt- und Totholz – und zwar in beträchtlichem Maß. Es kommt auf jeden Altbaum an, und solche, die es werden können!

Laut Naturschutzregelung für den Auwald Leipzig ist sie eine der Arten, denen besonderes Augenmerk und besonderer Schutz zuteil werden sollen. Dazu gehört u. a. ein richtiges Monitoring, das für den Auwald Leipzig bisher nicht vorliegt, obwohl es gesetzliche Forderung ist. Das Lübecker Modell – für den Leipziger Auwald fachkundig ausgestaltet – wird diesem Schutzauftrag gerecht werden. Denn noch ist das Potenzial da sowie der reale Bestand dieser sehr feinen fliegenden Säugetiere!

Naturschutzverbände könnten an einem Strang ziehen

Zahlreiche Natur- und Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace, BUND und Robin Wood haben das Lübecker Modell mitgetragen, und seither wurde das Konzept mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.

Das Lübecker Modell könnte auch in Leipzig Schule machen, sei es als Anregung wie auch als Signal, dass es auch anders geht und dass es eben durchaus auch Alternativen gibt zu dem, was man aktuell in Leipzig plant – und in den vergangenen Jahren auch ohne Forstplanung einfach getan hat.

Wir werden auch in Zukunft über solche Modelle und Ansätze berichten und ggf. auch Exkursionen für Interessierte anbieten, – und das gilt für Mitglieder und Ehrenamtliche anderer Naturschutzverbände und natürlich auch für Mitarbeiter der Stadt Leipzig und die Stadträte.

Es sei zum Beispiel erwähnt, dass sich auch die Kernzone im Biosphärenreservat Mittlere Elbe – ganz ohne das Wirken einer Motorsäge – weiterhin zu einem Hotspot der Artenvielfalt entwickelt. Hier kann man erleben, dass allein die Dynamik eines Flusses ausreicht, ein vielfältiges Mosaik von Lebensräumen für unterschiedlichste Arten zu schaffen, besser, als es ein Mensch je könnte und standortgerecht für einen Auwald mit wechselnden Wasserständen.

Für den Leipziger Auwald, welcher derzeit noch klassisch forstwirtschaftlich beackert wird, ohne angemessen auf diverse bedrohte Arten Rücksicht zu nehmen, wünschen wir uns eine Wintersaison, bei der wir nicht mehr von einer Hiebssaison, sondern von einem Aufatmen des Waldes und seiner Bürger sprechen dürfen!

Leipziger Zeitung Nr. 60: Wer etwas erreichen will, braucht Geduld und den Atem eines Marathonläufers

AuwaldForstwirtschaftsplan
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
Ein Kommentar


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Der Tag: Burkhard Jung liegt in einer Umfrage zur Oberbürgermeisterwahl klar vorn
Burkhard Jung (SPD). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserOberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) darf sich freuen: Laut einer repräsentativen LVZ-Umfrage würde er aktuell 34 Prozent der Stimmen erhalten. Sein härtester Konkurrent Sebastian Gemkow (CDU) käme nur auf 20 Prozent. Nicht freuen durfte sich AfD-Kandidat Christoph Neumann. Er hatte Alexander Gauland zum Wahlkampf eingeladen, doch der stand im Stau. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 17. Januar 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Heiko & Roman Lochmann – „Willkommen Realität“
© Philipp Gladsome

© Philipp Gladsome

Als die Zwillingsbrüder Heiko und Roman Lochmann mit zwölf Jahren begannen, als »Die Lochis« im Kinderzimmer Videos zu drehen und diese auf YouTube hochzuladen, hätten sie sich niemals träumen lassen, dass sie einmal zu den erfolgreichsten deutschen Social-Media-Stars zählen würden. Die riesige Fan-Gemeinde der sympathischen Entertainer und Musiker geht inzwischen in die Millionen. Mit zwanzig Jahren haben sie sich nun entschieden, das Kapitel »Die Lochis« zu schließen, um sich künstlerisch weiterzuentwickeln.
Silvester in Connewitz: Anwalt beklagt rechtswidrige Untersuchungshaft
Polizeieinsatz am Connewitzer Kreuz in der Silvesternacht. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDrei Männer befinden sich aktuell in Untersuchungshaft, weil sie sich an den Ausschreitungen in der Silvesternacht in Connewitz beteiligt haben sollen. Der Rechtsanwalt eines Betroffenen bewertet die U-Haft für seinen Mandanten als rechtswidrig. Der zuständige Ermittlungsrichter sei befangen gewesen; es fehle zudem ein wichtiges Dokument. Außerdem beruhe der Tatverdacht lediglich auf den Aussagen zweier Polizisten – doch diese seien nicht besonders vertrauenswürdig.
Absage der Absage: OB-Wahlveranstaltung der AfD darf in städtischer Immobilie stattfinden
Christoph Neumann (AfD) kann seine OB-Wahlveranstaltung in der "Großen Eiche" durchführen. Eine Entscheidung, die nun auch für alle anderen OB-Wahl-Bewerber/-innen gilt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDa gab es aber ein ordentliches Hin und Her seit dem gestrigen Donnerstag auf den heutigen Freitag, 17. Januar. Erst sprach das Dezernat Wirtschaft eine Kündigung gegenüber dem Vermieter des soziokulturellen Zentrums „Große Eiche“ wegen einer Wahlkampfveranstaltung mit Alexander Gauland (AfD) und Christoph Neumann (AfD) aus, woraufhin sich die AfD wehrte. Von einer möglichen Schadenersatzklagedrohung ist unter der Hand die Rede. Auch das Rechtsamt der Stadt Leipzig schaltete sich ein und am Ende stand eine durchaus wegweisende Entscheidung für derzeitige Wahlkämpfe.
Sachsen muss sich jetzt schon auf einen viel früheren Kohleausstieg vorbereiten
MIBRAG-Tagebau Peres im Kohlerevier Vereinigtes Schleenhain. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDer Mann, der eigentlich den Fachkommentar zum am Donnerstag, 16. Januar, formulierten Kohleausstiegs-Zeitplan der Bundesregierung aus dem Sächsischen Landtag hätte liefern können, ist mittlerweile ja Staatsminister im Umweltministerium: Dr. Gerd Lippold, der Kohlespezialist der Grünen, der nun qua Amt Sachsens Ausstieg aus der Kohle managen muss. Doch am Donnerstag merkte auch die Linksfraktion den Pferdefuß in diesem teuren Peter-Altmeier-Kompromiss.
AfD-Wahlveranstaltung mit Alexander Gauland findet nicht mehr in der Großen Eiche statt + Update
Alexander Gauland (hier am 21.11.2017 im Bundestag) will am 17. Januar 2020 Christoph Naumann bei seiner OB-Kandidatur in Leipzig unterstützen. Foto: Bilderdienst des bundestag.de, Fotograf: Achim Melde

Foto: Bilderdienst des bundestag.de, Fotograf: Achim Melde

Für alle LeserAm Morgen warb die Leipziger AfD auf ihrer Facebook-Seite noch mit dem Konterfei von Alexander Gauland für eine Veranstaltung in der Großen Eiche in Böhlitz-Ehrenberg. Doch der Fraktionsvorsitzende der Rechtsaußen-Partei und sein Leipziger Parteifreund Christoph Neumann, der OBM-Kandidat der AfD, müssen sich woanders ein Plätzchen suchen, um über die „Wende für Leipzig“ zu philosophieren. Denn die „Große Eiche“ ist ein städtisches Gebäude.
Von Kohlekraftwerken, kirchlichen Kassenbüchern und Klimamodellen
Dicke Dampfschwaden über den Kühltürmen. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserAngesichts der großspurigen Ankündigungen von Donald Trump und den politischen Weichenstellungen seiner Ministerien müsste man eigentlich meinen, dass die amerikanische Kohleindustrie gerade goldene Zeiten erlebt. Tut sie aber nicht. Denn immer mehr Kohlekraftwerke müssen schließen – und sie tun es in einem immer schnelleren Tempo.
Jetzt können die Leipziger zeigen, ob sie auch in selbst organisierten Veranstaltungen miteinander ins Gespräch kommen können
Die ersten Besucher zur Eröffnung des LeipzigZimmers am 16. Januar. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserOrigami-Kurs, Schreibwerkstätten und neues aus dem Naturkundemuseum: Die ersten Interessenten haben sich schon angemeldet für das LeipzigZimmer in der Stadtbibliothek Leipzig, das am Donnerstag, 16. Januar, offiziell eröffnet wurde. Es soll mehr sein als ein üblicher „Ort der Begegnung“. Eher sogar ein Experiment: Wie lässt sich das Miteinander der Leipziger Bürger wieder beleben in einer Zeit, in der scheinbar überall die Aggressionen zunehmen?
Über 5.000 Unterstützer fordern mehr Artenschutz im Leipziger Stadtgebiet
Trauriger und viel zu häufiger Anblick: Wie hier in Leipzig sind Baumfällungen in Sachsen an der Tagesordnung. Foto: Karsten Peterlein

Foto: Karsten Peterlein

Für alle LeserLeipziger Naturschutzverbände hatten im März 2019 unter dem Titel „Bauen und Natur erhalten! Artensterben stoppen! Wertvolle Grünflächen für LeipzigerInnen schützen!“ eine Petition gestartet, die auf der Plattform openPetition online gestellt wurde. Sie hat inzwischen mehr als 5.500 Unterstützer. Da die Petition das notwendige Quorum erreicht hat, wurde sie am 14. Januar 2020 beim Stadtrat eingereicht, meldet der NABU.
Auch das Kraftwerk Lippendorf soll nach den Vorstellungen der Bundesregierung bis zum 31. Dezember 2035 weiterlaufen
Landschaftsidylle Braunkohletagebau mit Kraftwerk Lippendorf. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserSeit Donnerstag, 16. Januar, hat Deutschland so etwas wie einen Ausstiegspfad aus der Kohle. „Die Bundesregierung hat den Ministerpräsidenten der Länder Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt einen Stilllegungspfad für die Braunkohlekraftwerke in Deutschland vorgestellt, den sie beabsichtigt mit den Betreibern der Braunkohle-Kraftwerke und -Tagebaue vertraglich festzulegen. Die Ministerpräsidenten stimmen diesem Stilllegungspfad zu“, meldete die Bundesregierung. Ein Kompromiss mit jeder Menge Fragezeichen.
Theaterkollektiv subbotnik singt und spielt „Die weiße Insel“
Die Schaubühne Lindenfels in der Karl-Heine-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Die Performanceformation subbotnik präsentiert in einer Mischung aus Lesung, Live- Hörspiel und Bühnenmusik einen Abend über drei Forscher, die sich 1897 in den Weiten der Arktis verlieren. Das Gastspiel zeigt die Schaubühne Lindenfels in ihrer Reihe „Expedition 4x6“, deren zweite Etappe die „Polarzeit“ thematisiert.
Der Tag: Fridays for Future widerspricht Ministerpräsident Kretschmer beim Kohlekompromiss
Fridays for Future Leipzig ist mit dem neuen Kohlekompromiss nicht zufrieden. Archivfoto: L-IZ.de

Archivfoto: L-IZ.de

Für alle LeserWährend Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer den neuen „Kohlekompromiss“ als vernünftige Lösung bezeichnet, bewertet Fridays for Future Leipzig die Vereinbarung „eher als Skandal“. Zudem ermittelt die „Soko LinX“ erneut wegen eines abgebrannten Baggers. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hingegen ermittelt wegen eines Hitler-Darstellers nicht mehr. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 16. Januar 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Klimacamp-Anreise über Mibrag-Gelände: Aktivist/-innen wegen Hausfriedensbruch vor Gericht
Schriftzug über dem Haupteingang des Leipziger Landgerichts. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserDas Amtsgericht Borna hatte im vergangenen April zwei Aktivist/-innen freigesprochen, die bei der Anreise zum Klimacamp in Pödelwitz über Mibrag-Gelände gefahren waren. Die Staatsanwaltschaft bewertet das Geschehen jedoch weiter als Hausfriedensbruch. Am Landgericht Leipzig ist deshalb am Dienstag, den 14. Januar, der Berufungsprozess gestartet.
Leipzig bekam 2019 wieder über 380 Millionen Euro an Investitionen einfach nicht am Markt platziert
Geplante Investitionen und tatsächlicher Mittelabfluss. Grafik: Stadt Leipzig, Finanzbericht

Grafik: Stadt Leipzig, Finanzbericht

Für alle LeserNoch ist es kein fertiger Jahresabschluss, was Finanzbürgermeister Torsten Bonew am 15. Januar vorgelegt hat, sondern erst einmal nur der Finanzbericht zum Stand 30. September. Aber zwei Dinge zeichnen sich schon deutlich ab. Erstens wird Leipzig auch das Jahr 2019 mit einem kleinen Überschuss von 11 Millionen Euro abschließen. Und zweitens wird es der Stadt genauso ergehen wie Bund und Land: Auch Leipzig bekommt seine Investitionen einfach nicht am Markt platziert.
Leipzig muss endlich das Personal einstellen, das die Klimaschutzpläne auch umsetzt
Demo am 31. Oktober vorm Neuen Rathaus. Foto: Tobias Möritz

Foto: Tobias Möritz

Für alle LeserAm 31. Oktober beschloss der Leipziger Stadtrat, in Leipzig den Klimanotstand auszurufen. Beantragt hatte das ursprünglich das Jugendparlament. Dennoch wurde am 31. Oktober heftig über die Begriffswahl diskutiert, als würde das Wort den Sinn des Antrags völlig konterkarieren. Aber auch einige Stadträte hätten wohl lieber einen Klimawandel, bei dem sie ihr eigenes Verhalten nicht ändern müssen. Oder gar reagieren müssen auf das Anliegen von Fridays For Future.