Das Lübecker Modell – ein Vorbild für Wälder in Deutschland und Europa

Für alle LeserWenn der vor wenigen Wochen zur Abstimmung vorgelegte Forstwirtschaftsplan für den Auwald Leipzig in Kraft treten sollte, werden im kommenden Winter allein im Waldgebiet der „Nonne“ 2.295 Festmeter eingeschlagen werden. Eine solche Menge an Holz kommt nicht allein durch die Entnahme junger Bäumchen zustande, es ist absehbar, dass es vielen Starkbäumen ans Leben geht.
Anzeige

Im Forstwirtschaftsplan ist auch detailliert nachzulesen, dass an allen möglichen Stellen über 100-jährige Eschen und Eichen gefällt werden sollen. Zwar werden diese Entnahmen als „gering“ gekennzeichnet, aber wenn man fast im ganzen Auwald an so vielen Stellen hier und da und auch dort und da drüben ein „paar“ Bäume entnimmt, kommt letztlich doch eine große Menge zusammen. Und nächsten Winter wieder …?!

Teils wird die Entnahme mit Verkehrssicherungspflichten begründet, teils mit der sogenannten „Standraumregulierung“. Letztere ist forstwirtschaftlich durchaus nachzuvollziehen, rein ökologisch gesehen macht sie keinen Sinn – da können aber durchaus auch zwei Stieleichen nebeneinander wachsen und ganz natürlich „ökologisch wertvoll“ sein. Eine Fledermaus interessiert es nicht, ob der Schaft einer Eiche gerade oder krumm wächst, auch den Vögeln ist dies beim Brüten egal. Im Naturschutzgebiet und im FFH-Gebiet ist es somit ohne Belang.

Das Märchen von der Verkehrssicherungspflicht

Zu den Verkehrssicherungspflichten: diese bestehen lediglich an offiziellen Straßen und Wegen, welche auch im offiziellen Straßenkataster einer Stadt verzeichnet sind. Auf normalen Waldwegen besteht keine Verkehrssicherungspflicht. Zwar wird dem Leser des Forstwirtschaftsplans vermittelt, man müsse hier zum Schutz der Passanten eingreifen, aber laut aktuellem Gerichtsurteil des Bundesgerichtshofs von 2012 ist dies nicht pauschal so. Prinzipiell muss man als Waldbesucher in jedem Wald jederzeit mit waldtypischen Gefahren wie bspw. herabfallenden Ästen rechnen.

Allerdings ist im Waldgebiet der „Nonne“, welches man vor Jahren zu einem sogenannten „Erholungswald“ umgewidmet hat, die Lage durchaus etwas diffiziler, da es hoch frequentierte Rad- und Fußwege, Kinderspielplätze und zudem Sportstätten enthält. Doch viele Fällungen soll es auch in Bereichen geben, welche nicht so stark begangen sind und wo man als Leser des Forstwirtschaftsplanes ins Grübeln gerät: warum ist man hier seitens der Stadt so übervorsichtig? Oder ist die Verkehrssicherungspflicht nur ein herbeigezogenes Alibi?

Insgesamt sollen im kommenden Winter 7.736 Festmeter im Leipziger Stadtwald eingeschlagen werden:

Revier Leutzsch, nördlicher Auenwald: 838 Fm
Revier Leutzsch, Gottge: 532 Fm
Revier Leutzsch, Rosental: 177 Fm
Revier Connewitz, Nonne: 2.295 Fm
Revier Connewitz, Connewitzer Holz: 1.968 Fm
Revier Connewitz, Lauer-Cospuden: 1.926 Fm

7.736 Festmeter sind schon eine beträchtliche Menge an Holz.

Um sich nun vorzustellen, wie viel allein 1 Festmeter ist, eine kurze Erklärung: stellen Sie sich einen Würfel mit einer Kantenlänge von 1 Meter vor, prall gefüllt mit Holz und ohne Zwischenräume.

Solche Würfel stellen wir jetzt 7.000 Mal nebeneinander … .Siebentausend Meter sind es per Luftlinie von der Jahnallee bis zum Cospudener See. Kann das sein? Eine solche Menge? Aber es steht so im Forstwirtschaftsplan 2018, u. a. auf S. 13 im Überblick!

Beim Einschlag von Bäumen wird vor allem der wertvolle Stamm verwertet. Was nebenher anfällt, Äste und Krone, gehört zum Derbholz, und das bringt viel weniger ein. Der Gewinn steckt im geraden Schaft. Und je mehr gerade und dicke Schäfte man einschlägt, desto schneller und einfacher ist man am Ziel.

 

Wieviele Bäume gefällt werden müsen, um auf die geplanten Festmeter zu kommen. Grafik: Gerken / Hansmann

Wieviele Bäume gefällt werden müsen, um auf die geplanten Festmeter zu kommen. Grafik: Gerken / Hansmann

Wie die Abbildung zu Stammlänge, Durchmesser und Volumen zeigt, ist es sofort einleuchtend, warum unsere Förster gerne auch starke Bäume aus dem Wald holen. Das Volumen geht mit dicker werdendem Stamm steil nach oben. Je dicker der Kerl ist, umso steiler gehen die Erlöse nach oben. Genau die starken Bäume bestimmen aber auch den Wert des Leipziger Auwalds als Naturschutz-, FFH- und Vogelschutzgebiet! – Zwickmühle. Der Forst müsste sich zurückhalten, sonst ist das Schutzgebietssystem bald perdu.

Der Schutzstatus des Auenwaldes wird abgeholzt

Bäume mit über 70 cm Durchmesser sind schon ökologische Wertträger für allerlei seltene Arten. Und die alten Bäume werden mit jedem Jahr für seltene Elemente der Fauna und Flora attraktiver. Bäume ab 30 cm Durchmesser zählen zum Nachwuchs, den das Schutzgebiet dringend braucht, denn die Vögel, Fledermäuse und Insekten brauchen auch in 20, 30, 40 und 50 Jahren Starkbäume. Aber auch solche Exemplare werden gefällt, weil sie angeblich anderen im Wege stehen, andere im Wuchs behindern, an einem kaum begangenen Weg ein Verkehrsrisiko seien usw.

Die Wirtschaftlichkeit, wenn es um gerade Schäfte geht, fängt bei 50 cm an. Bäume mit über 110 cm Durchmesser haben bei uns schon Seltenheitswert, z.B. finden Sie ganz vereinzelt (noch) welche in der Burgaue … . KennerInnen wissen, wo weitere stehen. Jedoch, es sind nicht mehr viele … sie nehmen schon seit Jahren wie klammheimlich ab! Das wirtschaftliche Argument sollte jedoch in einem Schutzgebiet – und auch in einem Erholungswald – eine nachrangige Rolle spielen.

Bei einer der nächsten Sitzungen im Stadtrat Leipzig wird darüber abgestimmt, ob diese neue Forstplanung wirklich durchgeführt werden soll. Wenn der Stadtrat ja sagt … dann werden allein in der Nonne wieder sehr viele alte und dicke Bäume gefällt werden.

Beachten wir: Das ist der Vorschlag der Leipziger Stadtforsten. Wir bezweifeln, dass die Bürger das wollen! – Wir glauben aber auch, dass sich keiner so richtig vorstellen kann, was diese Zahlen für das künftige Bild des Waldes bedeuten. Deswegen haben wir die obige Rechnung dazu aufgemacht. Wir haben in den vergangenen Jahren x-fach erlebt, dass Bürger sich beschweren, warum so viel gefällt wird. Wir fanden auch mehrfach kritische Leserbriefe aus den vergangenen 5-8 Jahren.

Geld verdient Leipzig mit dem gefällten Baumriesen keines

Wenn diese Bäume erst einmal gefallen sind, dann ist es gleich, ob jemand aus dem Forstamt, aus Wissenschaftlerkreisen oder aus Verbandskreisen sagt, das sei so recht – dem Schutzgebiet fehlen diese Bäume!

Konkret werden die starken Bäume den Schmetterlingen, Käfern, Fledermäusen, Flechten und Moosen fehlen – und den Menschen! Wenn Menschen befragt werden, die durch einen Wald wandern, was ihnen dort am besten gefällt, dann tauchen die dicksten Bäume auf den obersten Rängen auf.

Spaziergang im Auwald. Foto: Ralf Julke

Spaziergang im Auwald. Foto: Ralf Julke

Müssen die geplanten Fällungen im kommenden Winter überhaupt sein? Ist Leipzig die erste Stadt, die das Problem hat, Bäume zu finanziellem Gewinn zu machen, während Bürger sie erhalten wollen und alt werden lassen? Denn ein Problem ist es. Jedoch scheint das Stadtforstamt damit kein Problem zu haben. Es nimmt Geld ein. Toll!

Doch es muss davon die Arbeiter und die Förster und die Geräte und die Treibstoffe bezahlen. Und nun kommt’s: In der Bilanz kommt für die Stadt nahezu kein Gewinn heraus – immerhin gibt es keinen Verlust. Eine Wirtschaftseinheit, die genau das verbraucht, was sie einnimmt, gibt den übrigen Ressorts nahezu nichts. Konsequent könnte man sich in Leipzig den Stadtforst in dieser Betriebsart sparen!

Es braucht den Stadtforst allenfalls für Sicherung an viel begangenen Wegen. Jedoch: Waldbegehen geschieht deutschlandweit auf eigene Gefahr! Es ist nur ein freundlicher Service, wenn die Stadt dazu etwas tut. Aber wünschen die Menschen diesen überhaupt, abseits der wenigen Hauptwege? Und wie viele Menschen werden in Europa pro Jahr von Bäumen in Wäldern erschlagen? Der normale, alltägliche Straßenverkehr ist weitaus gefährlicher, aber die Forderung nach der Abholzung von Autos hört man nie.

Wer will schon zuschauen, wie diese vielen Stämme aus dem Wald herausgeholt werden? Wer will beim Ausräumen eines Erholungswaldes zusehen, der zugleich nach deutschen und europäischen Kriterien ein großes Schutzgebiet für seltene und bedrohte Pflanzen und Tierarten ist? – Und soll das dann Jahr für Jahr so weitergehen?

Vorbild Stadtwald Lübeck

Offenbar lässt sich der Stadtforst bisher durch den Managementplan (MAP, von 2012) nicht beeinflussen. Der MAP ist eine Beschreibung der Aufgaben für die Stadt Leipzig, die die FFH-, Vogelschutz- und Naturschutzgebiete Leipziger Auwald zu betreuen hat. Auch durch Bürger, die dieses hinterfragen, lässt man sich nicht irritieren. Und jeder weiß, dass viele Bürger resigniert haben: „Die da oben machen sowieso, was sie wollen…“

Doch es muss nicht so sein. Es kann sich auch in Leipzig ganz schnell Neues auftun. Schauen wir mal über den sächsischen Tellerrand! Schon seit den 90-er Jahren gibt es z.B. für den Stadtforst Lübeck ein damals entwickeltes und bis heute verfeinertes Modell, welches außerordentlich erfolgreich ist – für die Bürger von Lübeck wie auch für die Artenvielfalt.

Der Stadtwald Lübeck ist ein kommunales Forstunternehmen, welches die Waldflächen der Hansestadt Lübeck verwaltet und bewirtschaftet. Wohlgemerkt tun die Forstämter das letztlich im Auftrag und zum Wohl der Bürger! Auch in Lübeck haben sich Bürger damals gegen den rein wirtschaftlich motivierten Umgang mit ihrem Stadtwald gewehrt. Heraus kam in zähem Ringen das Lübecker Modell, das durch sein Konzept der „Naturnahen Waldnutzung“ bekannt wurde.

Auwald nach einem Frühjahrshochwasser. Foto: Ralf Julke

Auwald nach einem Frühjahrshochwasser. Foto: Ralf Julke

Historisch wie auch flächenmäßig ähneln sich Lübecker und Leipziger Stadtwald sogar, und selbst kleine Auen gibt es entlang von Wakenitz und Trave. Natürlich wurde auch der Lübecker Stadtwald schon im Mittelalter genutzt, aber anstatt diesen Wald nun nach gängigen forstwirtschaftlichen Standpunkten mit modernen schweren Maschinen wie Harvestern – á la Leipziger Forsten – zu bewirtschaften, ging man hier schon früh einen anderen Weg.

Der Leitende Forstdirektor Lutz Fähser setzte ab 1994 im Stadtwald Lübeck seine Ideen der „Naturnahen Waldnutzung“ in ein Bewirtschaftungskonzept des Waldes um. Die Flächen erfüllten die Kriterien der Naturland-Zertifizierung und FSC-Zertifikats, noch bevor es diese Zertifizierungen überhaupt gab. Heute setzt der Forstingenieur Knut Sturm das Projekt fort.

Leipzigs Wald verfügt nicht über eine FSC-Zertifizierung, man hat diese (vielleicht auch wegen der intensiven Bewirtschaftung?) verloren.

Die Lübecker Bürgerschaft hatte das stadteigene Forstamt mit einstimmigem Beschluss beauftragt, dieses Konzept umzusetzen. Damit steht der gesamte Wald unter „Prozess-Schutz“. Für Leipziger Verhältnisse klingt das fast unerhört! Denn diese Regelung bedeutet den totalen Schutz eines Gebietes vor menschlichen Eingriffen.

Das Lübecker Konzept bedeutet, dass so gewirtschaftet wird, dass natürliche Abläufe in den Wäldern weitgehend zugelassen werden bzw. im Sinne der Wirtschaftsziele mitbenutzt werden (z. B. Naturverjüngung, natürliche Auslese, Windbruch usw.). Man kann auch sagen, es wird der wirtschaftliche Eingriff in den natürlichen Ablauf der Waldentwicklung eingebunden.

Drei Leitideen sind dabei Eckpunkt des Konzepts:

  1. Die Wirtschaftswälder sollen sich in die risikoarme und produktive Erscheinungsform der natürlichen Waldgesellschaft entwickeln (Naturnähe)
    2. Die Leistungsanforderungen an den Wald (also die Entnahme von Holz) dürfen die natürliche Leistungsfähigkeit (also den natürlichen Zuwachs an Holz) nicht überschreiten (ökologisches Ertragsniveau)
    3. Der wirtschaftliche Einsatz erfolgt nach dem Prinzip des minimalen Eingriffs und dem Prinzip der Vorsicht (Minimierung)

Andere Großstädte in Deutschland haben in ihren Wäldern bereits dieses Konzept übernommen: Berlin, München, Bonn, Saarbrücken, Wiesbaden, Hannover und Göttingen. Nun, das wäre doch auch etwas für Leipzig! Den Bürgern würde es eine immer schönere Waldnatur präsentieren, und die Stadt müsste nicht mehr darum bangen, ob es wirklich bei schwarzen Zahlen aus dem Forstsektor bleibt. Wie bei Lübeck und den anderen Städten würde sich auch für Leipzig ein Prestigegewinn ergeben.

Leipzigs Stadtförster verhindert die Ansiedlung geschützter Tiere

Und auch der Artenschutz würde profitieren! Laut Mitteilung der Stadt Lübeck fühlen sich Schwarzstorch, Seeadler, Mittelspecht, Zwergschnäpper und andere recht wohl dort, auch vom Eremiten – einem echten „Urwaldkäfer“ – hört man, dass es ihm gutgeht. Die beiden Arten Schwarzstorch und Seeadler kamen übrigens erst nach der Einführung des Konzepts in den Stadtwald.

Solange in Leipzigs Auwald geholzt wird, werden sich diese wunderbaren Großvögel nicht niederlassen. Ob sich die erst kürzlich nachgewiesene Wildkatze damit anfreundet, ist ebenfalls fraglich.

Was wir an anderem Ort ausführlicher beschreiben, sei hier schon angemerkt: Auch die Mopsfledermaus als eine nach europäischem und nationalem Naturschutzrecht vorrangig zu fördernde Art ist direkt betroffen von den geplanten Hiebsmaßnahmen. Sie braucht Alt- und Totholz – und zwar in beträchtlichem Maß. Es kommt auf jeden Altbaum an, und solche, die es werden können!

Laut Naturschutzregelung für den Auwald Leipzig ist sie eine der Arten, denen besonderes Augenmerk und besonderer Schutz zuteil werden sollen. Dazu gehört u. a. ein richtiges Monitoring, das für den Auwald Leipzig bisher nicht vorliegt, obwohl es gesetzliche Forderung ist. Das Lübecker Modell – für den Leipziger Auwald fachkundig ausgestaltet – wird diesem Schutzauftrag gerecht werden. Denn noch ist das Potenzial da sowie der reale Bestand dieser sehr feinen fliegenden Säugetiere!

Naturschutzverbände könnten an einem Strang ziehen

Zahlreiche Natur- und Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace, BUND und Robin Wood haben das Lübecker Modell mitgetragen, und seither wurde das Konzept mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.

Das Lübecker Modell könnte auch in Leipzig Schule machen, sei es als Anregung wie auch als Signal, dass es auch anders geht und dass es eben durchaus auch Alternativen gibt zu dem, was man aktuell in Leipzig plant – und in den vergangenen Jahren auch ohne Forstplanung einfach getan hat.

Wir werden auch in Zukunft über solche Modelle und Ansätze berichten und ggf. auch Exkursionen für Interessierte anbieten, – und das gilt für Mitglieder und Ehrenamtliche anderer Naturschutzverbände und natürlich auch für Mitarbeiter der Stadt Leipzig und die Stadträte.

Es sei zum Beispiel erwähnt, dass sich auch die Kernzone im Biosphärenreservat Mittlere Elbe – ganz ohne das Wirken einer Motorsäge – weiterhin zu einem Hotspot der Artenvielfalt entwickelt. Hier kann man erleben, dass allein die Dynamik eines Flusses ausreicht, ein vielfältiges Mosaik von Lebensräumen für unterschiedlichste Arten zu schaffen, besser, als es ein Mensch je könnte und standortgerecht für einen Auwald mit wechselnden Wasserständen.

Für den Leipziger Auwald, welcher derzeit noch klassisch forstwirtschaftlich beackert wird, ohne angemessen auf diverse bedrohte Arten Rücksicht zu nehmen, wünschen wir uns eine Wintersaison, bei der wir nicht mehr von einer Hiebssaison, sondern von einem Aufatmen des Waldes und seiner Bürger sprechen dürfen!

Leipziger Zeitung Nr. 60: Wer etwas erreichen will, braucht Geduld und den Atem eines Marathonläufers

AuwaldForstwirtschaftsplan
Print Friendly, PDF & Email
 
Ein Kommentar


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Joachim-Ringelnatz-Verein schreibt einen Offenen Brief: Wie löst man den Gordischen Knoten am Ringelnatz-Haus in Wurzen?
Sanierungsstand am Ringelnatz-Geburtshaus in Wurzen. Foto: Joachim-Ringelnatz-Verein e.V.

Foto: Joachim-Ringelnatz-Verein e.V.

Für alle LeserSeit zwölf Monaten ruhen die Arbeiten am Ringelnatz-Geburtshaus aufgrund einer verfahrenen, scheinbar ausweglosen Situation in der Abwägung zwischen Denkmalschutz und zukünftiger Nutzung. Der Vorstand des Joachim-Ringelnatz-Verein e. V. sieht daher keinen anderen Weg mehr, als sich mit einem Offenen Brief an die Öffentlichkeit zu wenden, in dem er sachlich den Stand der Dinge darlegt.
Aktueller Monitoringbericht zur Situation der Kultur: Auch in Leipzig drohen hohe Verluste
Rüdiger Wink, Professor für Volkswirtschaftslehre an der HTWK Leipzig. Foto: Johannes Ernst/HTWK Leipzig

Foto: Johannes Ernst/HTWK Leipzig

Für alle LeserBesonders hart treffen die Verfügungen zur Corona-Pandemie-Bewältigung den Kulturbereich. Gerade hier sind tausende Solo-Selbstständige unterwegs, deren Auftritte und Projekte reihenweise abgesagt sind. Ein Monotoringbericht hat jetzt untersucht, mit welch großen Verlusten unsere Gesellschaft im Kulturbereich rechnen muss. Es trifft freilich nicht alle gleich, stellt auch ein Leipziger Forscher fest.
SPD-Fraktion beantragt 20 Millionen Euro extra Kapital für die L-Gruppe, um die Verkehrswende zu finanzieren
Gleisbau der LVB - hier in Lindenau. Archivfoto: Marko Hofmann

Archivfoto: Marko Hofmann

Für alle LeserWas der Oberbürgermeister da jetzt als Vorlage zur Umwandlung des Gesellschafterdarlehens der Stadt Leipzig an die Stadtholdiung LVV in Eigenkapital vorgelegt hat, hat bei der SPD-Fraktion im Stadtrat gelindes Unbehagen ausgelöst. Beschlossen hat der Stadtrat die Umwandlung schon im Mai 2019. Auch mit der konkreten Auflage, Geld für wichtige Verkehrsinvestitionen anzusparen. Aber das ginge nun nicht mehr, heißt es in der OBM-Vorlage.
Gutverdiener verursachen mehr CO2-Emissionen und werden bei der Steuer trotzdem bevorzugt
Unterschiedliche Steuerlast für Privat-Pkw und Firmenwagen. Grafik: Öko-Institut

Grafik: Öko-Institut

Für alle LeserWenn man genauer hinschaut, sieht man etwas, was in der deutschen Klimapolitik fast immer ausgeblendet wird: Dass selbst im reichen Deutschland die ärmeren Bevölkerungsteile viel weniger zur Klimazerstörung beitragen als die reichen. Aber die Diskussion und die Politik werden von den Reichen bestimmt. Sie sollten deshalb auch die Kosten tragen, findet auch das Öko-Institut e. V.
Und wenn die Welt voll Teufel wär: Luthers aufregende Reise zum Reichstag nach Worms
Klaus-Rüdiger Mai: Und wenn die Welt voll Teufel wär. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVieles ist auf einen markigen Spruch eingedampft in der Erinnerung an Martin Luther. Sein Auftritt in Worms auf dem Reichstag zum Beispiel auf dieses legendäre: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.“ Als wenn das so leicht gewesen wäre. Und als wenn es eine schnurgerade Linie vom Thesenanschlag in Wittenberg 1517 zum Wormser Reichstag gegeben hätte. Aber der Weg nach Worms war kurvenreich. Und auch Dr. Martin Luther ahnte 1517 nicht, wo er 1521 landen würde.
Gewaltverbrechen im Leipziger Auwald: Kumpel des Angeklagten hegte sofort einen Tatverdacht
Der mutmaßliche Mörder Edris Z. (31) beim Prozessauftakt. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserAm Freitag wurde vor dem Leipziger Landgericht weiter gegen den mutmaßlichen Mörder vom Leipziger Auwald verhandelt. In der Zeugenvernehmung kam unter anderem ein langjähriger Freund des Angeklagten Edris Z. zu Wort, der diesen schon kurz nach dem Verbrechen im Verdacht hatte.
Freitag, der 27. November 2020: Corona-Verharmlosung im Erzgebirge
Man sieht es nicht, aber auch im Erzgebirge ist das Coronavirus unterwegs. Foto: Oimheidi, Pixabay

Foto: Oimheidi, Pixabay

Für alle LeserEin Bürgermeister im Erzgebirge vertritt die Auffassung, dass die „allermeisten“ Corona-Erkrankten keine Symptome hätten. Vielleicht erklärt das die „Spitzenposition“ des Erzgebirges in Sachsen. Außerdem: Die IG Fortuna hat den Zuschlag beim „Kino der Jugend“ erhalten und Michael Ballweg antwortet auf unsere Fragen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 27. November 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
50-Kilometer-Weltrekordversuch verschoben: Marcus Schöfisch geht erst im Dezember aufs Laufband
Marcus Schöfisch hat nun drei Wochen mehr Zeit für die Vorbereitungen. Foto: Lauftraining.com

Foto: Lauftraining.com

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im HandelEigentlich wollte Marcus Schöfisch jetzt bereits einen nagelneuen Weltrekord in der Tasche haben. Wie in der letzten LZ-Ausgabe berichtet, hatte der Leipziger für vergangenen Sonntag den Angriff auf den Bestwert über 50 Kilometer auf dem Laufband angekündigt. Doch das Vorhaben konnte noch nicht stattfinden. Die Leipziger Zeitung (LZ) hat beim 33-jährigen Athleten nachgefragt.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #54
The Courier-Journal, Louisville, Kentucky, Seite 9 vom 4. Januar 1885. Quelle: newspapers.com

Quelle: newspapers.com

Für alle LeserBlack Friday. Großer Ausverkauf heute. Donald kündigt an, das Weiße Haus zu verlassen. Melania kündigt nichts an, wird Donald aber trotzdem verlassen. Allerdings erst wenn der Black Friday Sale vorbei und sie aus dem Weißen Haus raus ist. Da aber niemand – nicht mal das Weiße Haus – weiß, wo der Black Friday Sale eigentlich herkommt, kündige ich hiermit an, den Anlass, den Ort und die Zeit für diesen seltsamen Tag hier und heute zu nennen.
Schluss mit dem Kahlschlag: Kommunen sollen über den kommunalen Baumschutz wieder selbst entscheiden können
Gefällter Baum in Connewitz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNoch ist es nicht beschlossen, sondern gab es am Donnerstag, 26. November, erst einmal die Anhörung zum neuen sächsischen Naturschutzgesetz, das die schlimmsten Fehler der Gesetzesänderung von vor zehn Jahren reparieren soll. Im Zentrum steht dabei der Passus, der das Fällen tausender Bäume auf Privatgrundstücken möglich gemacht hatte unter dem Label „weniger Bürokratie“.
Große Pandemiemüdigkeit: Auch die Psyche leidet unter der Verunsicherung durch Corona
Prof. Dr. Hannes Zacher. Foto: Swen Reichhold / Universität Leipzig

Foto: Swen Reichhold / Universität Leipzig

Für alle LeserSeit acht Monaten geht das nun so. Mal wird gelockert, dann wieder verschärft. Meistens trifft es immer wieder dieselben Berufsgruppen und Branchen. Da kann niemand mehr planen. Und das zehrt an der Psyche. Eine zunehmende „Pandemiemüdigkeit“ beobachtet der Leipziger Arbeitspsychologe Prof. Dr. Hannes Zacher.
Jetzt werden die Dienstwagen der Leipziger Bürgermeister/-innen wieder mal ein Thema für den Stadtrat + Update
Schon 2011 testete OBM Burkhard Jung den damals neuen E-BMW. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserLeipzig hat nicht ohne Grund 2019 den Klimanotstand ausgerufen. Die Zeit, dass die Welt die Kurve kriegen muss, um überhaupt noch ein halbwegs erträgliches Klima zu sichern, läuft ab. Und das bedeutet nun einmal: Verhaltensänderungen auf allen Ebenen. Auch ganz oben. Aber selbst die regelmäßigen Untersuchungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zu den Dienstwagen der Ministerinnen und Minister bewirken kaum eine Änderung. Und wie sieht das mit Dienstwagen in Leipzig aus?
Doppelhaushalt 2021/2022: Die wichtigsten Investitionsprojekte können jetzt in einer interaktiven Karte gefunden werden
Karte mit den Investitionsprojekten 2021 / 2022. Screenshot: L-IZ

Screenshot: L-IZ

Für alle LeserAm Dienstag, 24. November, hat Leipzigs Finanzbürgermeister Torsten Bonew dem Leipziger Stadtrat den Haushaltsplanentwurf für die Jahre 2021 und 2022 vorgelegt. Für jedes Jahr enthält er ein Gesamtvolumen von 2 Milliarden Euro. Es werde keine Kürzungen geben, betonte Bonew in seiner Stadtratsrede. Aber mit entsprechenden zusätzlichen Kreditaufnahmen um die 200 Millionen Euro bis 2022 müsse die Stadt rechnen.
Michael Ballweg zum 21. November in Leipzig: Halbe Distanzierungen und geschraubte Gegenfragen + Video & Bildergalerie
Michael Ballweg am 7. November in Leipzig per Videoeinspielung dabei. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDass der ehemalige Unternehmer Michael Ballweg ein Freund der freien Presse wird, steht auch in Zukunft kaum zu erwarten. Vielleicht liegt es am Oberlehrer-Tonfall gegenüber langjährigen Journalisten, den seine Anhänger offenbar als „widerständig“ verstehen. Oder seinem Hang zu devoten Fan-TV-Machern auf Youtube, die ihm unangenehme Nachfragen stets ersparen. In jedem Fall aber wohl an der Art, wie er einer normalen, schriftlichen L-IZ.de-Presseanfrage vom 23. November gegenübertritt, welche auch im Interesse des Stuttgarter „Querdenkers“ selbst erfragen möchte, wie die „Querdenken“-Bewegung zu den Vereinnahmungsversuchen von Rechtsextremisten am 21. November 2020 in Leipzig steht. Gar nicht, könnte man die Antworten des Bewegungs-Initiators Ballweg an die L-IZ.de überschreiben.
Wolfgang Rischer zum Fünfundachtzigsten: Ein ganz persönliches Poesiealbum für den Dichter aus dem Grenzgebiet
Poesiealbum neu: Wolfgang Rischer zum Fünfundachtzigsten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich passt kaum etwas so gut in diese Zeit des zuweilen erzwungenen Stillehaltens wie Gedichte. Jene meist kurzen und knappen und dichten Texte, die sich erst richtig erschließen, wenn man sich Zeit und Aufmerksamkeit für sie nimmt. Ja, genau das, was einigen Leuten so schreckliche Kopfschmerzen bereitet, weil sie das mit sich selbst konfrontiert. Dabei wird die Welt für uns so erst ahnbar. Wie in den Gedichten Wolfgang Rischers.