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9. Oktober in Leipzig: Gysi würde durch einen Verzicht Größe zeigen

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    Zum entbrannten Streit um den geplanten Auftritt Gregor Gysis in der Peterskirche Leipzig meldet sich nun auch die Leipziger Landtagsabgeordnete Dr. Claudia Maicher (Bündnis 90/Die Grünen) zu Wort: „Der geplante Auftritt Gregor Gysis am 9. Oktober in der Peterskirche Leipzig verletzt die Gefühle etlicher Menschen, die im Jahr 1989 für Freiheit und Demokratie auf die Straße gegangen sind. Das ist ein Fakt, um den niemand herumkommt, egal ob für sie oder ihn diese Gefühle nachvollziehbar sind oder nicht. Warum die Philharmonie Leipzig gerade Gysi am 9. Oktober nach Leipzig eingeladen hat, konnte sie aus meiner Sicht bisher nicht deutlich vermitteln.“

    „Das muss sie allerdings auch nicht, denn Kunst ist frei. Auch das war 1989 eines der Anliegen der Friedlichen Revolution. Allerdings muss die Philharmonie auch mit dem Widerspruch von Engagierten leben.

    Als Leipzigerin, die nur als Kind in Erfurt bei den Demonstrationen dabei war, ist mir ein Zugang zu der Diskussion um Gysis Auftritt in Leipzig gegönnt, der weniger emotionsgeladen ist.

    Natürlich muss es in unserer Demokratie möglich sein, mit allen Zeitzeugen in den Austausch über die Ereignisse der Friedlichen Revolution zu kommen. Wir brauchen dringend mehr Auseinandersetzung und Aufarbeitung auch im Interesse der nachfolgenden Generationen. Herr Gysi gehört da als Person und Zeitzeuge, sowohl in seiner umstrittenen Rolle als Rechtsanwalt und ab 1988 als Vorsitzender des Kollegiums der Rechtsanwälte der DDR als auch als letzter Vorsitzender der SED, selbstverständlich als Gesprächspartner dazu.

    Doch viele Argumente der Kritikerinnen und Kritiker können nicht einfach weggewischt werden. Aus ihrer Sicht ist und bleibt es unsensibel, gerade in dem bedeutenden Erinnerungsjahr 2019 ausgerechnet am 9. Oktober in Leipzig diese Veranstaltung mit Gysi zu planen. Den Menschen, die sich lange vor 1989 mutig für Meinungsfreiheit und mehr Demokratie in der DDR engagiert haben und dafür mitunter mit Freiheitsentzug und Repression bezahlten, haben unseren Respekt verdient.

    Nach meiner Überzeugung darf es keinen politischen Einfluss auf die Kulturfreiheit geben. Darum begegne ich Forderungen, die die Veranstaltungen verbieten oder aus Kirchen verbannen lassen wollen, mit gehöriger Skepsis.

    Die Positionen sind ausgetauscht, einen Kompromiss wird es nicht geben (können). Nun droht die Konfrontation. Gysi selbst könnte handeln. Er sollte die vorgebrachte Kritik annehmen und seine Teilnahme absagen. An einem anderen, weniger symbolträchtigen Termin zwischen dem 9. Oktober 2019 und 3. Oktober 2020 kann er den Diskurs auch mit seinen Kritikerinnen und Kritikern suchen.

    Das würde von Größe zeugen!“

    9. Oktober 2019 in der Peterskirche: Ein einzigartiger Kampf mit Gregor Gysi

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    2 KOMMENTARE

    1. Interessant, Mister Spok würde es als faszinierend bezeichnen, was da auch bei fb so läuft.

      Mindestens der Kubitschek lacht sich doch kaputtt..
      Die ganze ‚Empörung‘ richtet sich gegen die Freiheit der Kunst und Kultur.

      Es geht darum irgendeinen ‚Thymos‘ anzuheizen, also den irgendwie herausgereizten ‚Volkszorn‘ gegen das verstandesmäßige Zusammengehen unserer Gesellschaft.
      BÜRGERKRIEG und dann Machtübernahme á la 1848(1*).

      Wenn jemand, wie in dem Falle Claudia Maicher, versucht ohne Hintergrunderfahrungen da irgendwie ‚Frieden‘ stiften zu wollen, muss man sie drauf hinweisen, wessen Ideologie sie hier unbeabsichtigt bedient und das geplante Hetze sich nicht mit Verständnis bekämpfen lässt.
      Aber nicht sie selbst verantwortlich machen für irgendwas, was nicht nur.. die Bündnis90/Grünen vor 30 Jahren oder so.. mal versaut haben..

      Und ihre merkwürdige Ansicht „verletzt die Gefühle etlicher Menschen, die im Jahr 1989 für Freiheit und Demokratie auf die Straße gegangen sind“
      ins Verhältnis zu stellen zu denjenigen, die nicht bei sowas wie ‚Vera Lengsfeld und Co.‘ als Ko-Autoren unterwegs sind..
      und deren Gefühle viel empfindsamer sind, um sie im Gegenspruch verletzen zu dürfen.

      Ich könnte jetzt noch was zu den Co-Autoren Krause, Mey etc. schreiben,

      Im Regierungsprogramm für Sachsen der AfD klingt das u.a. so:
      „Das sächsische Kulturraumgesetz wurde geschaffen, um regionale, nichtstaatliche Kultureinrichtungen zu fördern. Damit werden jedoch immer mehr kulturfremde, gesellschaftspolitische Projekte finanziert.

      Die AfD wird das Kulturraumgesetz so ändern, dass es seinem ursprünglichen Zweck gerecht wird. Kultur darf kein Tummelplatz für soziokulturelle Klientelpolitik sein.“

      Und da ist der ‚Herr Krause‘ nur einer derer, der davon profitieren möchte..

      Ich persönlich möchte nicht, dass in Leipzig eine Stimmung entsteht,
      die Menschen darüber nachdenken lässt, ob Leipzig der richtige Ort ist, ihre Fähigkeiten für eine lebenswerte Gesellschaft einzusetzen.
      https://www.ndr.de/kultur/Alfred-Weidinger-ueber-Kuenstler-Axel-Krause,journal1814.html

      1*)
      Solange die bpb noch nicht komplett von der AfD übernommen ist, aber das ist nochmal ein weiteres Thema..
      https://www.bpb.de/izpb/9875/maerzrevolution-und-liberalisierung?p=all

      Aber vielleicht sollte dem interessierten Leser einfach mal das aktuelle Original der Absicht zur Kenntnis gegeben werden..
      „Wir dürfen gespannt sein auf Jongens „Avantgarde-Konservatismus“, wie er sein Manifest vorgreifend unter anderem bezeichnet. Es wird keines sein, daß sich vornehmlich der Hygiene auf den Treppenstufen zur Macht widmet, sondern ein echter Überflug, der einordnend, relativierend und mobilisierend zugleich wirken und vorpreschende Parteifreunde oder auch jene außerhalb der AfD begrüßen wird, die an der Ausweitung der Kampfzone, an der Steigerung der Spannung, und das bedeutet: an der Vertiefung des Risses durch die Gesellschaft mitwirken.

      Keinesfalls also wird es ein vages, neblig-distanzierendes Manifest werden, und das wird diese Politeia fundamental von derjenigen unterscheiden, die noch immer nicht geschrieben ist, aber sicherlich bald mit Einsicht in das, was geht (und vor allem: wer mitgehen darf) geschrieben, zum Zeitpunkt ihres Erscheinens aber leider so von den Realitäten planiert sein wird wie die Schoepssche Preußenrenaissance von 1960.“
      sezession.de/52953/lage-2016-2-hygienefimmel-und-thymos-regulierung

      Also der Jongen ist aktuell der Chef-Medien-Verantwortliche der AfD, vermutlich bis Götz Kubitschek ihn nicht mehr braucht,
      meint zumindest der AfD-Gründer:
      stern.de/politik/afd–nicht-bjoern-hoecke–dieser-mann-lenkt-hinter-den-kulissen-den–fluegel–8667624.html

      Zum Glück muss Gregor Gysi seine Größe nicht beweisen ^^

    2. „Der geplante Auftritt Gregor Gysis am 9. Oktober in der Peterskirche Leipzig verletzt die Gefühle etlicher Menschen, die im Jahr 1989 für Freiheit und Demokratie auf die Straße gegangen sind. Das ist ein Fakt, …“
      Nein, es ist kein Fakt, es ist eine bloße Behauptung. Es klingt gut, es klingt so, als wäre es bei fast allen so, aber ob es wirklich so ist, weiß nur jeder selbst.
      Was ist so gefährlich daran, jemandem zuzuhören, der vielleicht eine andere Meinung hat?

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