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Freiheitsglocke aus Gifhorn: Petitionsausschuss findet immer neue Vorschläge „symbolkräftiger“ Freiheitsdenkmäler gar nicht zielführend

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    Seit der Findungsprozess um das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal erst einmal zum Erliegen gekommen ist, versucht das Heimatblatt LVZ immer wieder, den Leser/-innen einzureden, man müsste doch nur irgendein kostenlos angebotenes Geschenk annehmen. Denn Leute, die Leipzig ihr „Freiheitsdenkmal“ anzudrehen versuchen, gibt es genug. Der Petitionsausschuss des Leipziger Stadtrates findet jetzt klare Worte zu einer „Freiheitsglocke“ aus Gifhorn.

    Mark Daniel hatte das „tonnenschwere“ Geschenk in der LVZ angepriesen in dem Beitrag „Mehr Symbolkraft geht nicht“, nachdem Horst Wrobel, der dortige Betreiber des „Glockenpalastes“, das freundliche Angebot machte. Im Text versteckt fand man dann freilich auch den Hinweis, dass Leipzig schon längst eine Freiheitsglocke bzw. Demokratieglocke hat.Sie steht als Goldenes Ei an der Kreuzung Grimmaische Straße/Goethestraße. Man kann sie übersehen, sicher. Aber gerade das macht auch ihren Reiz aus. Sie drängt sich nicht auf mit der tonnenschweren Mahnung „Ich bin die Freiheitsglocke!“

    Zum Debakel des Leipziger Wettbewerbs um das Freiheits- und Einheitsdenkmal gehört nun einmal auch der massive Versuch der LVZ, die Leser zu beeinflussen und das Online-Forum am Ende regelrecht aufzuputschen für das Projekt, das man im Hause LVZ am besten fand. Eine Aktion, die dann einige Leute in der Jury ziemlich beeindruckte.

    Nur die teilnehmenden Künstler/-innen wurden auf diese Weise massiv beschädigt.

    Und der Idee eines wirklich von den Leipziger/-innen akzeptierten Denkmals tat das auch nicht gut.

    Darauf weist der Petitionsausschuss in seiner Stellungnahme deutlich hin.

    „Der Stadtrat sieht keinen Anlass, aufgrund der vorgelegten Petition einen eigenen Vorschlag zur Errichtung eines Einheits- und Freiheitsdenkmals zu unterbreiten. Mit Beschluss VI-DS-04759 vom 18.10.2017 hat der Stadtrat den Prozess der Entwicklung und Umsetzung eines breiten Beteiligungsprozesses mit dem Ziel der Erarbeitung eines Verfahrensvorschlages für die Realisierung eines Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmals der Stiftung Friedliche Revolution übertragen“, erläutert der Petitionsausschuss den Stand der Dinge.

    „Am 31.03.2020 hat die Stiftung Friedliche Revolution der Stadt vereinbarungsgemäß ihr Verfahrenskonzept für eine breit angelegte Bürgerbeteiligung bei der Errichtung eines Freiheits- und Einheitsdenkmals in Leipzig überreicht. Hierbei unterstrich die Stiftung, dass die umfassende und ernst gemeinte Beteiligung der Bevölkerung für die Umsetzung der Denkmalsidee von zentraler Bedeutung ist.

    Der gesamte Denkmalprozess ist als mehrstufiges Verfahren mit hoher Bürgerbeteiligung geplant. Das Verfahren selbst ist in einzelne Schritte unterteilt, die einer eigens für den Prozess entwickelten Grundstruktur folgen. In sogenannten ,Partizipations-Zeitfenstern‘ wird die Bürgerschaft in das Verfahren integriert. Verschiedene Arbeitsgruppen von Expertinnen und Experten begleiten den Prozess operativ.“

    Am 1. Februar wurde inzwischen auch die Broschüre „Denk mal an die Freiheit: Darum braucht Leipzig das Freiheits- und Einheitsdenkmal“ der Stiftung Friedliche Revolution veröffentlicht. Sie ist auf der Internetseite der Stiftung Friedliche Revolution zu finden.

    Und es klingt durchaus auch ein bisschen Unmut an darüber, dass der eh schon nicht einfache Findungsprozess durch immer neue „Vorschläge“ aus der Heimatzeitung gestört wird.

    „Der Stadtrat als Entscheidungsorgan ist erst in der vorletzten Stufe des Denkmalprozesses eingebunden. Auf Grundlage des bis dahin durchschrittenen Gesamtverfahrens sowie des dann vorliegenden (Sieger-)Entwurfs wird er den Realisierungsbeschluss fassen“, betont der Petitionsausschuss.

    „Aufgrund des breitangelegten Bürgerbeteiligungsverfahrens sieht der Stadtrat für sich keinen Handlungsspielraum, einen eigenen Vorschlag für ein Einheits- und Freiheitsdenkmal zu beschließen. Die Petition wird daher abgelehnt. Im Übrigen steht es dem Petenten frei, sich selbst in den Beteiligungsprozess mit eigenen Vorschlägen, Ideen und Hinweisen einzubringen.“

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