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Der Stadtrat tagt: Öffnungszeiten der Wochenmärkte bleiben wie sie sind

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    Auf Antrag der Linksfraktion hat sich der Stadtrat am Mittwoch, dem 21. Juli, mit den Öffnungszeiten der Wochenmärkte beschäftigt. Die Linken hatten eine Prüfung beantragt, ob und inwiefern die Öffnungszeiten an jene von umliegenden Einzelhandelsgeschäften angepasst werden können. Doch dafür besteht bei den Händler/-innen offenbar kein Bedarf. Außerhalb der Fraktionen von Linken und Grünen gab es für den Vorschlag deshalb keine Stimmen.

    Die Linksfraktion hatte vor allem damit argumentiert, dass sich dadurch die wirtschaftliche Lage der Händler/-innen verbessern und die Innenstadt „wiederbelebt“ werden könnte. Der Antrag ist auch als Reaktion auf die Einschränkungen durch Corona-Maßnahmen zu Beginn des Jahres zu sehen. Mittels einer Befragung von Händler/-innen sollte der genaue Bedarf erfasst werden.Doch eine solche Befragung hat das Marktamt offenbar schon durchgeführt, argumentierte die Verwaltung in ihrer Stellungnahme. Das Ergebnis: kein Bedarf. Gründe für die Ablehnung seien vor allem entstehende Kosten und der schon jetzt vorhandene Mangel an Mitarbeiter/-innen. Zudem gehen viele Händler/-innen wohl davon aus, dass die Nachfrage am Abend überschaubar wäre.

    Marianne Küng-Vildebrand (Linke) kritisierte die Verwaltung, weil diese davon ausgegangen sei, dass die Linksfraktion die Öffnungszeiten verlängern möchte. Eine „Anpassung“ könne aber auch anderes bedeuten. Zudem sei nicht transparent, mit welchen Händler/-innen das Marktamt gesprochen hat. Die Linkspolitikerin halte es deshalb weiter für erforderlich, alle Händler/-innen zu befragen.

    Sven Morlok (FDP) aus der Freibeuter-Fraktion entgegnete, dass aus dem Antrag klar hervorgehe, was die Linksfraktion unter „Anpassung“ versteht. Schließlich sollen die Öffnungszeiten an den Einzelhandel angepasst werden und dieser habe länger auf. Auch in der CDU-Fraktion sah man keinen Bedarf für Änderungen – die Händler/-innen würden sich schon melden, argumentierte Stadtrat Konrad Riedel.

    Während Andreas Geisler (SPD) darauf hinwies, dass verlängerte Öffnungszeiten des Innenstadt-Marktes dafür sorgen könnten, dass sich die Situation für Märkte in den Stadtteilen oder in umliegenden Kleinstädten verschlechtere, verwies Annette Körner (Grüne) darauf, dass manche Menschen bis 17 Uhr arbeiten müssten und keine Gelegenheit hätten, den Markt zu besuchen. Man sei „weiterhin am Grübeln“, wie man die Verluste des Frühjahres wieder ausgleichen könne.

    Weiterhin grübeln muss darüber wohl der gesamte Stadtrat. Unterstützung für den Antrag der Linksfraktion gab es nur bei den Grünen, wo sich allerdings auch einige enthielten. Der restliche Stadtrat stimmte geschlossen gegen den Vorschlag. Am Ende gab es 25 Ja-Stimmen, 30 Nein-Stimmen und vier Enthaltungen.

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      1 KOMMENTAR

      1. Bissel seltsame Denke von in ihrer Blase verfangenen Großstädtern, dass ein Wochenmarkt, wo Erzeuger und Produzenten direkt verkaufen, sich verhalten soll wie ein Open-Air-Supermarkt.

        In Leipzig wird eisern daran festgehalten, dass es am Samstag keinen großen Wochenmarkt in der Innenstadt zu geben hat. In zivilisierten Großstädten ist samstags immer ein großer Wochenmarkt, das ist geradezu klassisch.

        Der auf dem Richard-Wagner-Platz wird nach wie vor nur so lala angenommen und der „Wochenmarkt“ am Sportforum ist ein Flohmarkt mit angeschlossenem Gemüse.

        Und es gibt noch große weiße Flecken in Leipzig, wo es überhaupt keinen Wochenmarkt gibt. Östlich von der Innenstadt gibt es nur den am Torgauer Platz.

        Die Stadt will in ihrer verwirrten Eventpolitik für die Wochenenden gleichzeitig den Markt und den Augustusplatz freihalten und setzt dem vermeintlich altbackenen Wochenmarkt in Latte-Macchiato-Manier mit einer Markthalle zu, an den trotzdem noch ein ordinärer Supermarkt angedockt werden soll.

        So, wie es jetzt ist, ist es noch vergleichsweise am besten. Die Stadt Leipzig und der Stadtrat sollten einfach die Finger vom Thema lassen. Es ist schon peinlich genug.

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