Am Montag, 15. Januar, hat die Dienstberatung des Oberbürgermeisters ein „Sofortprogramm Klimaanpassungsmaßnahmen in 2024“ beschlossen. Wie aus der Sitzung der Verwaltungsspitze hervorgeht, stehen insgesamt eine Million Euro für die 17 konkreten Maßnahmen zur Verfügung, die noch in diesem Jahr umgesetzt werden sollen. Die Mehrheit der Maßnahmen, insgesamt 11 von 17, umfassen Vorhaben zur Hitzeprävention für besonders betroffene Menschen.

Sofern das Sofortprogramm vom Stadtrat bestätigt wird, sollen Schulen und Kindertageseinrichtungen für mehr Schatten im Außenbereich mit Sonnensegeln und ähnlichen Verschattungselementen ausgestattet werden. Neben den kommunalen Bildungseinrichtungen werden auch die frei zugänglichen Städtischen Bibliotheken gegen Hitze geschützt.

Darüber hinaus soll die Wasserversorgung verbessert werden. So wird künftig an zwei Städtischen Bibliotheken und am Völkerschlachtdenkmal das anfallende Niederschlagswasser durch die Errichtung von Speicherungsmöglichkeiten zurückgehalten. Damit wird Trinkwasser für die Bewässerung von Bäumen und Grünflächen eingespart. Durch öffentlich zugängliche Trinkbrunnen wird dauerhaft im Stadtteil Schönefeld-Abtnaundorf und im Rahmen der EURO 2024 auf dem Augustusplatz eine Versorgung mit Trinkwasser ermöglicht.

Der Katalog der Maßnahmen wurde mit verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung erarbeitet. Die Gelder dafür waren bereits in der Ratsversammlung vom 8. Februar 2023 beschlossen worden.

Das Sofortprogramm ist Bestandteil des künftigen Klimaanpassungskonzeptes, welches – genau wie das Sofortprogramm – im Amt für Umweltschutz erarbeitet wird. Städte müssen sich an die ökologischen, ökonomischen und sozialen Veränderungen durch den Klimawandel anpassen. Diese betreffen einen Wandel der baulichen Vorgehensweisen wie zum Beispiel die Himmelsausrichtung der neu zu bauenden Wohnhäuser (Sonne und Schatten zu den verschiedenen Tageszeiten) und die Anlage von Gründächern oder Fassadenbegrünung. Hinzu kommen die Veränderungen von urbanen Freiräumen wie zum Beispiel natürliche und künstliche Beschattung von öffentlichen Räumen, Entsiegelungen oder auch die Freilegung von Wasserflächen zur Kühlung der Umgebung.

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Es gibt 3 Kommentare

Es war in den Siebzigern, als meine Mutter selig den originellen Einfall hatte, der heutzutage unvorstellbar kaputten Dachrinne auch was Gutes abzugewinnen und das daraus in Strömen herunterstürzende Regenwasser mittels einer übriggebliebenen gelben Plast-Kinderbadewanne aufzufangen, die sie zu diesem Behufe bei Regen kühn aufs äußere Fensterbrett stellte (einmal stürzte das ganze Teil zwei Etagen tief in den Hof). Jedenfalls war sie regelrecht begeistert, das schöne weiche Regenwasser für die Wäsche (im Handwaschbecken oder Wäschekochtopf, jaja) zu nehmen, da damit merklich weniger Waschmittel erforderlich wurde. Ansonsten war die PVC-Dachrinne als solche eine der tragischsten Erfindungen, die in der DDR hervorgebracht wurden. Die waren in kurzer Zeit kaputt und ruinierten die Altbausubstanz sehr zuverlässig.

Jetzt also Zisternen in/an Bibliotheken. Kracheridee.

Lächerlich, das war bereits in den 1970 Jahren in Westdeutschland, zumindest in meiner Gegend standart.

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