29.9 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Stadt Pegau ist jetzt Mitglied im Ring und für´s Tourismuskonzept braucht’s jetzt ein Umsetzungsmanagement

Anzeige
Werbung

Mehr zum Thema

Mehr
    Anzeige
    Werbung

    Am 13. März - das ist schon ein Weilchen her - trafen sich die Bürgermeister und Vertreter des Grünen Rings Leipzig zur Haushalts-Konferenz, diesmal im Pegauer Rathaus. Es war ein gemeinsamer Antritts-Besuch in einer neuen Mitgliedskommune, denn die Stadt Pegau hat am 10. Dezember 2014 mit großer Stadtrats-Mehrheit den Beitritt zum Grünen Ring Leipzig beschlossen. Aber nicht nur um Neuling Pegau ging es - auch um Geld und Zukunftspläne.

    Dass die Stadt Pegau im Leipziger Südwesten nun Mitglied im Grünen Ring werden wollte, begründet Bürgermeister Peter Bringer so: „Neben der landschaftlichen und touristischen Aufwertung der reizvollen Elsteraue steht künftig die Entwicklung einer attraktiven Tagebaufolgelandschaft westlich von Pegau und deren regionale Einbindung im Fokus unserer Bemühungen. Die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit im Grünen Ring Leipzig bietet hierfür eine solide Grundlage und gute Chance.“

    Mal sehen, wann aus dem Grünen Ring ein Grünes Meer wird, denn 1996 hat er sich ja gegründet, um die große Stadt Leipzig mit den Gemeinden im Umland unter Anderem bei der gemeinsamen Bewältigung von Umweltthemen oder Freizeitmobilität zu vernetzen. Man geht all diese Themen gemeinsam an. Manche übergibt man dann dem Grünen Ring, damit er den Motor dafür macht.

    Ein neues regionales Handlungskonzept mit seinen 16 Schlüsselprojekten ist nun für die nächsten 10 bis 15 Jahre gegeben, freut sich Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal. Es ist die Fortschreibung des Konzepts von 2003. „Es ist wichtig, dass wir nun nicht bei der Theorie stehen bleiben, sondern mit Einsatz eines Umsetzungsmanagers schnellstmöglich den Transfer der Ideen in die Praxis hinbekommen.“

    Den Umsetzungsmanager merken wir uns. Der kommt gleich noch mal wieder.

    Heiko Rosenthal, der auch Sprecher des Grünen Rings ist: „Es sind neben den Schlüsselprojekten aber auch und vor allem Dinge wie der Antentempel und -teich im agra-Park, der Kulturhauspark Böhlen oder die 19 Schautafeln des GRL, die von den Menschen wahrgenommen und genutzt werden und unsere Region Stück für Stück attraktiver machen. Für genau diese kleinen Schritte haben die Kommunen des GRL in den letzten 12 Jahren mehr als 450.000 Euro aus ihrem Topf in solidarischer Art und Weise zur Verfügung gestellt“.

    Das Volumen, mit dem der Grüne Ring im Jahr 2015 haushalten kann, beträgt rund 334.000 Euro. Davon werden Projekte kofinanziert, Mitarbeiter und die Geschäftsstelle sowie die Öffentlichkeitsarbeit finanziert. Die Mitgliedskommunen zahlen eine Umlage von 0,38 Euro pro Einwohner, beim Beitrag der Stadt Leipzig gibt es eine Kappungsgrenze, die durch intensiven Personaleinsatz für das Projektmanagement und strategische Aufgaben kompensiert wird.

    „Durch eine sehr aktive Akquisition von Fördermitteln verdreifachen wir die Umlage der Kommunen in der Regel. Seit 1997 haben wir auf diese Weise über 3 Millionen Euro in die Region investieren können“, ergänzt Heiko Rosenthal.

    Die Einzelprojekte in den Kommunen, die der Grüne Ring Leipzig 2015 finanziert

    – agra-Park, Sanierung Antentempel/-teich (Markkleeberg, 5.000 Euro, Gesamtkosten 14.000 Euro)
    – Sanierungs- und Entwicklungskonzept Ideenpark (Brandis, 4.000 Euro, Gesamtkosten 8.000 Euro)
    – Erhalt Botanischer Garten Oberholz (Großpösna 4.000 Euro, Gesamtkosten 22.100 Euro)
    – Umsetzung Entwicklungskonzept Kulturhauspark (Böhlen, 3.000 Euro, Gesamtkosten 9.000 Euro)
    – Landschaftspark, Sanierung Hauptweg (Taucha, 2.600 Euro, Gesamtkosten 20.000 Euro)
    – Sanierung 10 Schautafeln des Grünen Ringes, Radwegebeschilderung Äußerer und Innerer Grüner Ring, Wasserwegebeschilderung (Geschäftsstelle GRL, 10.000 Euro, Gesamtkosten 13.500 Euro)

    Das Innenministerium des Freistaates Sachsen fördert mit der FR-Regio auch einige Print-Produkte des Grünen Ringes (Förderquote 60-75 %)

    – Broschüre „Gewässerlandschaft im mitteldeutschen Raum“ (Februar 2015)
    – Broschüre „Touristischer Gewässerverbund“ in englischer Sprache (März 2015)
    – Broschüre „Nachhaltiges Flächenmanagement im GRL“ (Oktober 2014)
    – Broschüre „Fest in der Region verwurzelt, Landwirtschaft im GRL“ (März 2015)
    – Buch „Geschichte der Leipziger Stadtgüter von 1800 bis zur Gegenwart“ (Eigenmittel Liegenschaftsamt der Stadt Leipzig, 1. Halbjahr 2015)

    Und dann gibt es noch drei Förder-Projekte, die für 2015 beim Sächsischen Innenministerium beantragt sind. Auch hier rechnet der Grüne Ring mit einer Förderquote von 60 bis 75 Prozent.
    Dazu gehören die Vorbereitung und Veranstaltung einer Fachkonferenz „Elektromobilität“ (2015) und die Bewerbung Leipzigs/der Region für die „World Canals Conference“ 2018 (2015). Und als dritter Posten: Die Förderung einer Stelle eines/einer Umsetzungsmanager/in für das Regionale Handlungskonzept GRL, gleichzeitig verantwortlich für das Tourismuswirtschaftliche Gesamtkonzept (2015/2016).

    Das „Tourismuswirtschaftliche Gesamtkonzept“ wurde im Februar vorgestellt. Die L-IZ hat zumindest schon mal den zugrunde liegenden Zahlensalat kritisch hinterfragt. Wenn der Grüne Ring darauf seine Arbeit aufbauen wollte, würde das gründlich in die Hose gehen. Es stehen aber nicht nur teure Leuchtturmprojekte drin, sondern auch viele mögliche Maßnahmen, die wahrscheinlich nicht nur finanzierbar, sondern auch sinnvoll sind, um die Tourismusregion Mitteldeutschland zu erschließen. Zum Beispiel ein durchdachtes System von Caravan-Stellplätzen, nennt Angela Zabojnik, Abteilungsleiterin im Leipziger Amt für Stadtgrün und Gewässer, ein Beispiel für das, was aus dem Gesamtkonzept in den nächsten Jahren umgesetzt werden könnte.

    Das 300-Seiten-Papier ist also eine Art Steinbruch, so ähnlich wie das 2006 aufgelegte Wassertouristische Nutzungskonzept. Und der/die Umsetzungsmanager/in, so Angela Zabojnik, wäre genau die Person, die die wichtigsten Maßnahmen, die mit den Mitteln des Grünen Ringes und seiner Mitgliedskommunen finanzier- und umsetzbar sind, herausfiltern und zu einem realistischen Maßnahmenplan zusammenstellen soll. Genauso sei man auch beim Wassertouristischen Nutzungskonzept vorgegangen. Der Freistaat habe schon signalisiert, dass er die Stelle für die nächsten zwei Jahre fördern wolle. „Und das Besondere ist diesmal, dass es auf sachsen-anhaltinischer Seite diesmal genau so ist. Auch dort will man eine solche Stelle einrichten“, sagt Zabojnik. Womit man erstmals in der Lage wäre, grenzübergreifend zusammen zu arbeiten. Dazu gehöre zum Beispiel auch die Verknüpfung von Aktivitäten und Veranstaltungen, so dass Gäste in der Region überhaupt eine Chance haben, die Kulturhöhepunkte beidseits der Landesgrenze mit aufzunehmen in ihren Urlaubskalender.

    Umgesetzt werden aber soll, so Zabojnik, vor allem das, was auch zeitnah zu schaffen ist. So, wie es auch sonst im Grünen Ring passiert. Denn so ein Projekt lebe auch und gerade durch die ersten, kleinen Erfolge. Und die sind auch in der Region Mitteldeutschland bitter nötig. Wie sieht es mit der ÖPNV-Erschließung aus? – Ein Trauerspiel. Höchste Zeit, dass überhaupt die ersten regionübergreifenden Ideen umgesetzt werden. Touristische Vermarktung? – Das Selbe. Jeder macht seins, Tourismuszentralen arbeiten neben-, aber nicht miteinander.

    In gewisser Weise hat das Touristische Gesamtkonzept nicht gezeigt, was im Wassertourismus alles geht oder nicht geht, weil es niemand bezahlen kann. Wie sieht die Region aus, in der touristische Vermarktung, Vernetzung und Kommunikation ein wilder Acker ist und der Zeit hinterher hinkt. Der oder die Verantwortliche auf dem Posten des Umsetzungsmanagers muss also vor Allem im Netzwerken gut sein und Leute an einen Tisch holen, die bislang noch in ihrem lokalen Handlungsrahmen denken. Zwei Jahre sind dafür keine sehr lange Zeit. Denn tatsächlich erwarten auch die Bewohner der Region da schon lange mehr.

    Anzeige
    Werbung

    Mehr zum Thema

    Mehr
      Anzeige
      Werbung

      Topthemen

      1 KOMMENTAR

      1. Was die Bewohner in Wahrheit erwarten, hat die Hitschfeld-Studie gezeigt! Statt der Lobpreisung der „Arbeit“ des sogenannten Grünen Rings Leipzig hätte man eine entsprechend kritische Wertung hinsichtlich tatsächlicher Bürgerbeteiligung erwartet.
        Wen es mal zu einer Stadt-, Umlandkonferenz verschlagen hat, dem kommt das große Grausen.

      - Werbung -

      Aktuell auf LZ

      Anzeige
      Anzeige
      Anzeige