Linke Bekennerschreiben: Mal ein paar Worte zu Indymedia wegen der Dresdner Anschläge

Für alle LeserGerade langjährigen L-IZ-Lesern ist dieses Thema kein unbekanntes, ganz im Gegenteil. Des Öfteren gab es bereits Geschichten, in welchen die Funktionsweisen, damit einhergehenden Anfälligkeiten und Glaubwürdigkeitsproblemen der Plattform „Indymedia“ bei aktuellen Geschichten beleuchtet wurden. Einerseits ist diese Plattform offen für jeden, der etwas mitzuteilen oder „zu bekennen“ hat, andererseits von Fall zu Fall gerade deshalb keine vertrauenswürdige Quelle – erst recht nicht ohne Prüfung der Informationen durch Journalisten. Apropos „bekennen“, hier hat sich heute angeblich die „Antifa Dresden“ zu den zwei Sprengstoffanschlägen in Dresden auf eine Moschee und das ICC bekannt. Innenminister und Staatsanwaltschaft nehmen dies ernst. Am Ende wird wohl eher eine bessere Einordnung der angeblichen „Quelle“ Indymedia stehen.
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Es gab mal Zeiten, da waren solche Selbstbezichtigungen, wie Bekennerschreiben es nun mal sind, zum Beweis für ihre Echtheit mit sogenanntem Täterwissen versehen. So konnten Verfolgungsbehörden, aber auch Journalisten durch Recherchen herausbekommen, wie es um die Echtheit der Informationen bestellt ist. Dies ist (siehe Screenshot) bei dem etwas wirren Schreiben eher nicht möglich. Entweder ein Fehler des Postenden oder das Schreiben ist schlicht ein Fake von jemandem, welcher bei den Sprengstoffanschlägen am Montagabend nicht dabei war.

Mindestens auf diese Schlussfolgerungen werden die Ermittlungsbehörden wohl auch kommen. Bei weiteren Rückverfolgungen der Quelle des Eintragenden wird es hingegen weit schwieriger.

Denn die Betreiber der Plattform „Indymedia“ sind nicht einfach zu fassen. Gegen geltendes Recht gibt es kein Impressum, keine benannten Verantwortlichen und keine verifizierten Kontaktmöglichkeiten zu den Betreibern der Seite. Juristischer Verantwortung haben sich so die Macher seit Jahren entzogen.

Was zum Schutz der beteiligten Aktivisten oder, wie es gern genannt wird – des Netzwerks – dienen soll, bietet immer auch die Möglichkeit, anonym Meldungen auf der forenähnlichen Seite zu publizieren. Zwar versuchen dann wiederum andere, die Meldung auch mal zu moderieren oder einzugreifen. Doch der Normalfall ist das anonyme Posting – aufgrund der dezentralen Struktur in einem besser geschützten Umfeld als zum Beispiel Facebook.

So kann beispielsweise jeder, der es möchte, sich unerkannt zu diesem oder jenem bekennen, so gewollt also auch die Schuld am 2. Weltkrieg übernehmen oder Texte und Initiativen vorstellen. Oder urheberrechtlich geschützte Texte republizieren, ohne dass der Urheber eine Möglichkeit hat, sich dagegen zu wehren. Zumindest nicht so, wie auf anderen Seiten im Netz.

Das Problem mit der Glaubwürdigkeit ohne zweite Quelle

Genau diese Anonymität macht Indymedia als Medium anfällig dafür, nun bei der Frage, ob es sich um einen sogenannten Fake von rechtsextremer Seite handelt, wirksam gegensteuern zu können. Es gibt schlicht keine Instanz, welche hier, bis auf wütende Kommentare von Nutzern unter dem Beitrag, Aufklärung leisten kann. Eine Gegendarstellung erfolgte heute vom Dresdner Netzwerk „3. Oktober“, welche sich von dem Bekennerschreiben distanzierten. Ebenfalls auf Indymedia, was die Sache natürlich automatisch wieder auf eine Stufe mit dem Bekennerschreiben stellt (Link zu Indymedia & der Gegendarstellung). Die Glaubwürdigkeit des einen bedingt so auch die des anderen Statements.

Mehr wird der Initiative dennoch kaum bleiben – und der Dank via Twitter an den Twitter-Indymedia-Account fürs Löschen des angeblichen Bekenntnisses von ihnen. Das Löschen des Beitrages binnen weniger Stunden durch einen Admin von Indymedia dürfte jedoch ein gewisser, eigentlicher Beleg dafür sein, dass es sich um einen Fake von Leuten handeln könnte, die genau das Gegenteil, nämlich die Diskreditierung der Dresdner Antifa, erreichen wollen.

Denn Löschungen sind in der sonstigen Praxis eher ungewöhnlich, nahezu alles – auch der größte Blödsinn – bleibt eigentlich online. Zum „Bekennerschreiben“ zu den Sprengstoffanschlägen vom Montag auf die Moschee und das Internationale Congress Center in Dresden gibt es bislang keine zweite Quelle. Ganz unabhängig von der Art des Bekenntnisses ist also großer Zweifel an der Echtheit angebracht.

 

Der Beitrag ist noch übers Google-Archiv auffindbar. Was jedoch am Zweifel über seine Echtheit wenig ändert. Den Namen "Antifa Dresden" kann man frei wählen. Screen: Indymedia Archiv

Der Beitrag ist noch übers Google-Archiv auffindbar. Was jedoch am Zweifel über seine Echtheit wenig ändert. Den Namen „Antifa Dresden“ kann man frei wählen. Screen: Indymedia Archiv

Zur Rechtslage und warum es Indymedia gibt

Vor Jahren wurde den Rechtsextremen im Netz die Seite „altermedia“ gekippt. Der Gegenpart von Indymedia verschwand auf Betreiben der Verfolgungsbehörden aus dem Netz, einerseits weil dort rechtsextreme Straftaten diskutiert wurden, andererseits auch, weil die Betreiber nicht erkennbar waren. Dies zumindest war der Hebel, mit welchem das Netzwerk stillgelegt wurde, um dem anonymen Verbreiten von volksverhetzenden Inhalten im Netz einen Riegel vorzuschieben. Heute nutzen Rechtsextreme bevorzugt Facebook und WhatsApp, um sich in internen Gruppen oder via Chats zu organisieren.

Indymedia blieb von der Löschung verschont, obwohl auch hier bereits schwere Straftaten angekündigt wurden und sich die Plattform somit zu einem Überbringermedium zwischen Linksradikalen bis -extremen und der Polizei mauserte. Mit mehr oder minder sinnvollem Bezug. So kündigte für Silvester 2014/15, zum Entsetzen vieler, ein Unbekannter Anschläge auf rund 50 Adressen in Leipzig via Indymedia an. Keiner davon erfolgte, der „Bekenner“ blieb unbekannt. Die Polizei hingegen hatte wochenlang in Teilen der Messestadt Sicherheitsbereiche eingerichtet, patrouillierte und musste dem Hinweis somit nachgehen ohne den Verursacher des Chaos ermitteln zu können.

In einem anderen Fall stellten sich wochenlange „linksextreme“ Brandanschläge nach Ergreifung des Täters als die Tat eines einzeln agierenden Pyromanen heraus. Er hatte fleißig auf Indymedia mit seinen Taten geprahlt und so seinem obskurem Hobby ein aus seiner Sicht passendes politisches Mäntelchen verpasst.

Dennoch scheinen es Polizei und Staatsanwaltschaften nicht darauf anzulegen, die Plattform zu schließen.

Der Grund dürfte ein einfacher sein. Indymedia fungiert offenbar für die Behörden wie ein Frühwarnsystem und Informationsquelle zugleich, dem sie zumindest in Teilen vertrauen und so manchen Hinweisen nachgehen müssen. Immerhin war es ebenfalls die Plattform, welche Leipziger Antifa-Aktivisten nutzten, um gestohlene Audiodateien zu präsentieren, welche durch Gesprächsmitschnitten von einem Handy zeigten, wie ein Leipziger Polizeibeamter freundschaftlichste Kontakte zu bekannten Leipziger Neonazis pflegte.

War hier auch die Polizei rasch überzeugt, dass es sich bei den Tondokumenten, untermauert durch einen vorherigen Handydiebstahl und passenden Bildern vom gleichen Mobiltelefon, um echte Hinweise handelte, dürfte die Skepsis beim „Bekennerschreiben“ weit höher sein. Übersieht man vielleicht noch die deutliche Rechtschreibschwäche, so ist vor allem der abschließende eher denunziatorische Hinweis auf die linksradikale Initiative „3. Oktober“ am Ende reichlich offensichtlich. Dieser wird seit Tagen von rechter Seite unterstellt, sie würde ihren Aufruf zum Protest gegen die Einheitsfeierlichkeiten ausgerechnet in Dresden, die „Party zu crashen“, wortwörtlich, also klar gewaltorientiert meinen.

Der gleiche bierernste Irrtum, wie beim wörtlich genommenen Aufruf zum „Volkstot“ von linksradikaler Seite. Auch hierbei ruft man wohl eher nicht zum Massengenozid am deutschen Volk auf, sondern meint den Begriff „Volk“ selbst – von rechts gern als homogenes Deutschsein dargestellt.

Dass sich allerdings im Falle des Schreibens zu den Anschlägen in Dresden der sächsische Innenminister äußert, hat wohl eher mit der im Vorfeld der Einheitsfeierlichkeiten am 3. Oktober in Dresden längst aufgeheizten Stimmung zu tun. Kommen die Ermittlungsbehörden zudem nicht an Logindaten, Zeit und Rechner-IP des Postenden heran, ist das Schreiben auch kaum eine verwertbare Spur. Zumal die Schreiber solcher Nachrichten zudem gern Browser wie Tor nutzen, um eben diese IP-Adressen zu verschleiern.

Was bleibt ist wohl, der Polizei Zeit für die gute alte Ermittlungsarbeit zu lassen, um die Verursacher der Sprengstoffattacken zu finden.

Zum Archivabbild des gelöschten Postings bei „Indymedia
http://archive.li/NZCAc

Das (mittlerweile gelöschte) Posting im Wortlaut

Einheitsfeuerwerk vorverlegt – Solidarity without limits – Nationalismus ist keine Alternative
Created by: Antifa Dresden. Created on: 27.09.2016 – 16:24. Happened on: Monday, 26. September 2016. (unmoderated) Comments: 10

„Wir haben das Feuerwerk zum „Tag der Deutschen Einheit“ etwas vorverlegt und damit zum einen das ICC aber auch ein islamistisches „Gottes“haus beglückt. Wit protestieren damit zum einen gegen Standortnationalismus, Partypatriotismus und Nützlichkeitsrassismus, aber auch gegen eine frauen- und israelfeindliche faschistische und antisemitische Ideologie, die sich hinter einem angeblichen „Gott“ versteckt.

Vor allem Dresden kann man sehen, wohin das dauernde Wegsehen führt. Regelmäßig marschieren hier Nazis und Rassisten zusammen mit Bullen durch die Stadt und unweit in Bauzen werden aktuell unschuldige Menschen, die hier nur Schutz suchen durch die Stadt gejagd und fast getötet und als ob das noch nicht reichen würde, werden die Opfer auch noch zu Tätern stilisiert. Doch die Rassisten sitzen auch in der Politik.

Gauck, der zu den Feierlichkeiten kommen will, fordert beispielsweise eine Höchstgrenze für die Aufnahme von Refugees und will damit noch mehr Menschen sterben lassen. Doch nicht mit uns! Daher fordern wir weitere Aktionen, um den Alltagsrassismus und die Deutschtümelei zu stören. Seit kreativ! Solidarity without limits Nationalismus ist keine Alternative Antifa heisst Angriff! 3oct.net“

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Foto: Daniel Wagner

Foto: Daniel Wagner

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