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Grüne fordern eine sächsische Ausstiegs-Strategie aus der Glyphosat-Nutzung

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    Noch einmal wurde der Einsatz des Giftes Glyphosat in der deutschen Landwirtschaft für ein Jahr länger erlaubt. Aber schon der Zeitraum macht deutlich, dass selbst den Verteidigern des flächendeckenden Herbizid-Einsatzes so langsam klar wird, dass man nicht bis in alle Ewigkeit eine Landwirtschaft betreiben kann, die nur noch mit der Chemiekeule funktioniert. Die Grünen hatten ja schon beantragt, in Sachsen den Glyphosat-Einsatz endgültig zu beenden. Ihr Antrag wird am 13. März endlich behandelt.

    Aus Sicht der Grünen ist das Ende des Einsatzes von Glyphosat, dem in Deutschland am meisten verbreiteten Pflanzenschutzmittel, nur noch eine Frage der Zeit.

    Was eben auch bedeutet: Sachsen täte gut daran, sich auf eine Landwirtschaft ohne diesen Chemieeinsatz vorzubereiten. Die Landwirtschaft muss wieder schonender und naturverträglicher werden. Das ist längst möglich. Aber in der Landwirtschaftspolitik dominiert noch immer das alte, industrielle Denken.

    In ihrem Antrag fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen von der Staatsregierung daher, die Landwirtschaft im Freistaat zügig und konsequent auf das anstehende Glyphosat-Aus vorzubereiten. Der Antrag der Fraktion steht am Mittwochabend, 13. März, als Punkt 14 auf der Tagesordnung der Landtagssitzung.

    „Je schneller Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt die Landwirtschaft auf das Glyphosat-Aus vorbereitet, desto besser können bei der Umstellung negative Folgen für die Betriebe abgefedert werden. Und umso besser steht die sächsische Landwirtschaft nach diesem Umstellungsprozess da“, erklärt Wolfram Günther, Vorsitzender und agrarpolitischer Sprecher der Fraktion. „Noch immer ist das Totalherbizid Glyphosat bei vielen Betrieben integraler Bestandteil der Flächenbewirtschaftung.“

    Sachsens Landwirtschaft soll unabhängiger von der Agrochemie werden, wünschen die Grünen.

    „Mit einer solchen Glyphosat-Ausstiegsstrategie wollen wir die mit den Pflanzenschutzmitteln verbundenen Risiken für den Boden und die Bodenlebewesen, für die Gewässer, die Wildtiere und -pflanzen, die Nutztiere sowie für die Gesundheit des Menschen deutlich verringern“, erklärt Wolfram Günther.

    „Der Ökolandbau macht seit vielen Jahren vor, wie Lebensmittel ohne den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel produziert werden können. Es gibt inzwischen geprüfte Alternativen zu Glyphosat & Co. Mit dem heutigen Wissen über Pflanzen, Nützlinge und ökologische Zusammenhänge kann eine Landwirtschaft betrieben werden, die ohne solche massiv umwelt- und gesundheitsschädigende Pflanzenschutzmittel auskommt.“

    Und er ist sich sicher: Auch konventionelle Betriebe können mit weniger oder sogar ganz ohne chemische Pflanzenschutzmittel auskommen.

    „Mit einem nachhaltigen Unkrautmanagement, bei dem die Unkräuter durch das Zusammenwirken verschiedener Maßnahmen, wie geeignete Fruchtfolgen, Bodenbedeckung mit Zwischenfrüchten oder einer Mulchschicht sowie Mischkulturen, bei denen mehrere Nutzpflanzen gleichzeitig wachsen, ist dies möglich. Durch eine Auswahl konkurrenzstarker und widerstandsfähiger Sorten und mechanischer Bodenbearbeitung wie Hacken und Striegeln lässt sich vieles ohne Chemie bewegen. Die chemische Bekämpfung sollte erst als allerletztes Mittel gesehen werden“, fordert Günther.

    „Es muss zum Ziel in der Landwirtschaft werden, dass chemische Pflanzenschutzmittel nicht mehr standardmäßig, sondern künftig nur noch in absoluten Einzelfällen und dann nur in so geringem Maße wie möglich eingesetzt werden. Glyphosat tötet nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge. Derartige Ackergifte vernichten Ackerwildkräuter und somit die Nahrungsquelle der Insekten, die wiederum die Lebensgrundlage für Vögel und andere Tiere sind. Pestizide, die nicht im Boden abgebaut werden, gelangen außerdem ins Grundwasser.“

    Interview Nico DaVinci: „Glyphosat oder das nächste Gift? Wie wäre es mal mit – gar kein Gift?“

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