Ein völlig undurchdachter Lösungsvorschlag für den Ärztemangel

Sozialministerin plant neue Medizin-Studienplätze mit Geld, das dafür gar nicht zur Verfügung steht

Für alle LeserIn Sachsen fehlen auch immer mehr Ärzte. Das ist zwar schon ein ganzes Weilchen klar. Aber einen Vorschlag, wie der Ärztemangel wirklich gemindert werden könnte, stellte das Sächsische Sozialministerium erst am Donnerstag, 13. Juni, vor: Es soll deutlich mehr Medizinstudienplätze geben. Aber das droht jetzt auf Kosten der dringend benötigten Studienplätze für angehende Lehrer zu gehen.

Denn Sachsen hat sich mit seiner verbissenen „Hochschulreform“ 2011 in eine Sackgasse manövriert. Statt genügend Studienplätze anzubieten, die den Bedarf tatsächlich abdecken, hat man damals einfach mal ganz planwirtschaftlich die systematische Verringerung von Studienplätzen in einem verschämt „Hochschulfreiheitsgesetz“ benannten Gesetz beschlossen. Mit dem Ergebnis, dass nicht nur wichtige kleine Studienfächer rasiert wurden, sondern auch zu wenige Studienplätze auch für angehende Mediziner zur Verfügung standen.

Das Geld ist noch immer knapp. Hochschulen, die nicht alle Punkte des „Hochschulfreiheitsgesetzes“ erfüllen, werden sogar noch mit Geldstreichungen bestraft. Deswegen schauen sie alle wie gebannt auf die Mittel, die der Bund für die Hochschulen zur Verfügung stellt. Aber die sind eigentlich schon fürs Löcherstopfen verplant. Aber Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) möchte jetzt auch die zusätzlichen Medizinstudiengänge daraus finanzieren.

Was in der Meldung des Sozialministeriums so klang: „Zur Finanzierung von Studienplätzen stellt der Bund den Ländern Mittel aus dem ‚Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken‘ zur Verfügung. Der Freistaat Sachsen ist gefragt, diese Mittel sinnvoll einzusetzen. Neben zusätzlichen Studienplätzen für das Lehramt braucht es aus Sicht der Gesundheitsministerin auch Mittel für weitere Medizinstudienplätze: ‚Wenn wir wissen, dass wir mehr Mediziner brauchen, müssen wir mehr ausbilden. Dazu müssen wir die uns zur Verfügung stehenden Mittel sinnvoll einsetzen.‘“

Löcher stopfen mit Geldern, mit denen schon andere Löcher gestopft werden sollen

Logisch, dass sie für diese Umverteil-Politik postwendend Kritik erntete von allen, die sich seit acht Jahren intensiv mit dem leidigen Thema der systematischen Unterfinanzierung der Hochschulen beschäftigen.

„Es ist nicht neu, dass wir in Sachsen mehr Medizinstudienplätze brauchen. Doch damit allein werden wir das Problem des Ärztemangels nicht lösen können. Es muss endlich ressortübergreifend gearbeitet werden, und das möglichst schnell. Dazu müssen sich alle Beteiligten einig werden, einschließlich des Finanzministers“, kommentierte die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Sächsischen Landtag Susanne Schaper, den Vorstoß am Donnerstag. Denn es sind die sächsischen Finanzminister, die für eine permanente Mittelknappheit für solche wichtigen Zukunftsausgaben sorgen.

„Der Start des Modellstudiengangs ist wichtig, auch die endlich im Sozialministerium angekommene Erkenntnis, dass sich die Vorstellungen über Work-Life-Balance bei jungen Medizinerinnen und Medizinern gewandelt haben. Außerdem brauchen wir Investitionen in die Infrastruktur im ländlichen Raum, damit Menschen dort gern leben und arbeiten.“

Den Lösungsvorschlag, man könne doch die Mittel des erst kürzlich von Bund und Ländern beschlossenen „Zukunftsvertrags Studium und Lehre stärken“ für die Erhöhung der Studienplätze im Medizinstudium benutzen, findet auch der hochschulpolitische Sprecher der Linksfraktion, René Jalaß, höchst bedenklich.

René Jalaß (Linke). Foto: DiG/trialon

René Jalaß (Linke). Foto: DiG/trialon

„Schließlich sind die Mittel des Nachfolgers des Hochschulpaktes keine zusätzlichen Mittel für die sächsischen Hochschulen. Bislang wurden diese benötigt, um grundlegende Aufgaben abzudecken beispielsweise in der Lehramtsausbildung mit dem Bildungspaket, der Verbesserung der Qualität der Lehre sowie der Finanzierung des Überlastpaketes, womit frühere Stellenstreichungen kompensiert werden sollten und aufgrund der hohen Studierendenzahlen auch weiterhin kompensiert werden müssen“, sagt Jalaß.

Die Ministerin will also Gelder umverteilen, die jetzt schon dringend fürs Löcherstopfen an Sachsens Hochschulen gebraucht werden. Jalaß: „Sollten die zur Verfügung stehenden Mittel nun auch noch für die Ausbildung der Medizinerinnen und Mediziner genutzt werden, wären die Hochschulen gezwungen, Kürzungen in anderen Fachbereichen vorzunehmen. Aber nicht nur das: Es ist unfassbar, wie die Ministerin mit ihrer Äußerung all die Initiativen der Beschäftigten im Mittelbau der letzten Jahre, Monate und Wochen ignoriert!“

Der „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ müsse für eine Entfristungsoffensive im Mittelbau genutzt werden, fordert der Abgeordnete. „Diese Möglichkeit darf nicht vertan werden. Es gilt die Ausbeutungssituation im akademischen Mittelbau endlich zu beenden! Für den Ausbau der Studienplatzkapazitäten muss der Freistaat unabhängig davon Geld in die Hand nehmen. Das fordern wir seit Jahren! Die Hochschulen brauchen eine bedarfsgerechte, auskömmliche Grundfinanzierung.“

SPD kritisiert den nicht abgesprochenen Vorstoß der Sozialministerin

Und diesmal bekommt die CDU-Ministerin auch deftige Kritik vom Koalitionspartner.

„Die SPD macht keine Politik mit ungedeckten Schecks! Das wäre unseriös und Gesundheitsministerin Klepsch (CDU) sollte das auch wissen. Wer mehr Medizinstudierende will, muss auch sagen, wie das finanziert werden soll“, erklärte Dirk Panter, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, zum am Ende doch wieder eigenmächtigen Vorstoß. Von einer Zustimmung des Kabinetts, wie in der Meldung des SMK suggeriert, kann keine Rede sein.

„Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) hat für die Regierung mehrfach deutlich gemacht, dass die Hochschulpaktmittel bereits gebunden sind. Von den jährlich rund 75 Millionen Euro ist nichts frei. Damit wird der Ausbau der Lehramtsausbildung finanziert und zahlreiche Stellen an den Hochschulen sollen endlich entfristet werden.“

Speziell mit Blick auf die 23 Millionen Euro aus dem Hochschulpakt für die Lehramtsausbildung stellt Panter unmissverständlich klar: „Wir brauchen das Geld aus dem Pakt für die vereinbarte Lehrerausbildung. Wir haben die Anzahl der Studienplätze auf 2.400 verdoppelt, um endlich die Trendwende beim Lehrermangel zu erreichen. Wer jetzt am Hochschulpakt rüttelt, gefährdet die gemeinsame Politik der Koalition gegen den Lehrermangel. Die SPD wird Mediziner nicht gegen Lehrer ausspielen!“

Keine guten Aussichten für Barbara Klepsch, ihren Job als Ministerin auch nach der nächsten Wahl noch ausüben zu können. Denn das Problem mit dem (Land-)Ärztemangel hat sie von Anfang an auf dem Tisch. Aber bislang hat sie keinen seriösen Vorschlag vorgelegt,wie sie es zu lösen gedenkt.

Dirk Panter, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag. Foto: Götz Schleser

Dirk Panter, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag. Foto: Götz Schleser

„Über das Vorgehen von Gesundheitsministerin Klepsch bin ich immer wieder erstaunt“, sagt Panter deshalb. „Vor eineinhalb Jahren hat sie vom Landtag den Auftrag erhalten, den Plan zur ärztlichen Versorgung in Sachsen zu überarbeiten. Denn dass das Thema drängt, wissen wir nicht erst seit gestern. Seitdem ist leider im zuständigen Gesundheitsressort fast nichts passiert. In den intensiven Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2019/20 hat die Gesundheitsministerin für viele der jetzt von ihr angedachten Maßnahmen kein Geld eingeplant. Bis vor Kurzem hat das für Frau Klepsch keine Rolle gespielt, es gab keine Vorschläge und auch keine rechtzeitigen Planungen, wie vor Ende der Legislatur noch Maßnahmen umgesetzt werden können. Jetzt, wenige Wochen vor Ende der Legislatur und nachdem alle parlamentarischen Fristen für sinnvolle Verfahren gerissen wurden, stellt die Ministerin einen wenig seriösen und nicht verabredeten Pseudo-Plan vor.“

Die SPD werde, so Panter abschließend, natürlich an der Lösung der bestehenden Probleme arbeiten: „Wir haben längst eigene Vorschläge präsentiert, wie wir alle Regionen in Sachsen schneller, kostengünstiger und vor allem nachhaltiger dabei unterstützen können, die medizinische Versorgung sicherzustellen. Das wird eine wichtige Aufgabe für die kommende Legislatur.“

Mittelbau der Uni Leipzig befürchtet weiteren Stellenabbau

Die bekannt gewordenen Pläne der CDU Sachsen, eine Aufstockung der Medizinstudienplätze an den Hochschulen mit Mitteln aus dem „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ zu finanzieren, gefährden die Qualität der Lehre massiv und wird die zukünftige Betreuung der Studierenden deutlich verschlechtern, schätzt die Mittelbau-Initiative der Uni Leipzig den Vorstoß ein. Dort hatte man gehofft, das Geld würde wenigstens helfen, ein paar der prekären Beschäftigungsmodelle im Hochschul-Mittelbau endlich zu beenden.

„Damit stehen die Pläne im klaren Widerspruch zu den Zielen des ‚Zukunftsvertrags‘ und die CDU muss sich fragen lassen, ob sie eine Verbesserung der Landarztquote in zehn oder fünfzehn Jahren wirklich auf Kosten einer umgehenden Qualitätseinbuße in der Lehre aller anderen Fachbereiche durchsetzen will. Probleme löst man nicht, indem man neue Probleme schafft“, sagt dazu Dr. Thomas Riemer, Sprecher der Mittelbauinitiative an der Universität Leipzig (MULE).

Mit dem „Zukunftsvertrag“ soll eigentlich in Fortführung des Hochschulpaktes eine dauerhafte Beschäftigung von Lehrpersonal an den Hochschulen umgesetzt werden. In Sachsen wurde bisher mit den Mitteln des Hochschulpaktes schwerpunktmäßig der Mehrbedarf an Lehrpersonal in den Lehramtsstudiengängen gedeckt. Die geplante Abzweigung von 20 Millionen Euro für die Schaffung neuer Medizinstudienplätze würde etwa 300 Stellen in der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern gefährden, also nicht nur in den Erziehungswissenschaften, sondern überall dort, wo Lehramtsstudierenden Fachinhalte vermittelt werden.

„Die Lehre am Institut für Germanistik, dem größten Institut der größten Fakultät an der Universität Leipzig mit 75 % Lehramtsstudierenden, würde ohne die bisher aus dem Hochschulpakt finanzierten Stellen zusammenbrechen. Sachsen hat einen krassen Lehrermangel. Was ist das für eine Politik, Herr Ministerpräsident Kretschmer?“, fragt Dr. Silke Horstkotte als betroffene Mitarbeiterin.

Auf den „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ hat sich die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) am 3. Mai 2019 als Nachfolge des „Hochschulpaktes“ geeinigt. Der Hochschulpakt war 2006 ins Leben gerufen worden. Er läuft Ende 2020 aus und wird durch die unbefristete Vereinbarung „Zukunftsvertrag“ ersetzt. Das Ziel dieses Vertrags ist, „eine flächendeckend hohe Qualität von Studium und Lehre, gute Studienbedingungen in der Breite der deutschen Hochschullandschaft sowie de[n] bedarfsgerechte[n] Erhalt der Studienkapazitäten in Deutschland“ (Zukunftsvertrag, §1, Satz 1) zu ermöglichen. Daher sind die Länder angehalten, bei der Verwendung der Mittel „Schwerpunkte insbesondere beim Ausbau von dauerhaften Beschäftigungsverhältnissen des hauptberuflichen […] Personals an den Hochschulen“ (Zukunftsvertrag, §1, Satz 2) zu setzen. Die Schaffung neuer Studienplätze sieht der „Zukunftsvertrag“ dagegen nicht vor.

„Wir möchten die Notwendigkeit der Einrichtung zusätzlicher Medizinstudienplätze zur langfristigen Verbesserung der Landarztquote in Sachsen gar nicht grundsätzlich infrage stellen“, betont die Mittelbau-Initiative. „Jedoch kann die sächsische CDU unserer Ansicht nach nicht darauf hoffen, die dafür benötigten finanziellen Mittel auf der Grundlage des Zukunftsvertrags zu erhalten. Diese sind laut Vertrag nicht für die Finanzierung neuer Studienplätze einsetzbar. Vielmehr müssen die neu einzurichtenden Studienplätze aus Haushaltsmitteln des Landes selbst finanziert werden.“

Aber da geht es der Sozialministerin wie so lange den diversen Kultusminister/-innen der CDU: Sie traut sich nicht, beim zuständigen CDU-Finanzminister Tacheles zu reden. Da hat sich also mit dem Wechsel des Finanzministers im Dezember 2017 gar nichts geändert.

Kurz vor Toresschluss legt die Gesundheitsministerin ein Maßnahmepaket zur Ärztegewinnung vor

ÄrztemangelHochschulpakt
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

1.422 ältere Lehrerinnen und Lehrer bekommen aktuell eine Bindungszulage
Die Rotstiftpolitik hat dem sächsischen Bildungssystem gar nicht gutgetan. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSachsen kam spät zu Potte, was das Thema Lehrermangel betrifft. Eigentlich erst 2016. Da hieß die zuständige Kultusministerin noch Brunhild Kurth und nach fünf Jahren des Versuchs, das Problem mit den fehlenden Lehrer/-innen irgendwie mit Notfallkoffern zu lösen, beschloss Sachsens Regierung endlich ein „Lehrermaßnahmenpaket“, für das einmal richtig Geld in die Hand genommen wurde. Über 200 Millionen Euro. Ein Bestandteil dieses Pakets war die sogenannte Bindungszulage.
Vom 15. bis 18. August: 50 Jahre Woodstock – 23 Jahre Flowerpower Leipzig
Tino Standhaft. Foto: Elia van Scirouvsky

Foto: Elia van Scirouvsky

Leipzig ist eine der schönsten Städte und immer einen Besuch wert – besonders vom 15. bis zum 18. August 2019, wenn die weit über die Grenzen Leipzigs bekannte Musikkneipe »Flowerpower« an diesem Wochenende 50 Jahre Woodstock und ihren 23. Geburtstag feiert! Es waren genau diese Tage vor 50 Jahren, als Woodstock zum Sinnbild einer Generation wurde, und ohne diese Zeit hätte es das Flowerpower Leipzig – mittlerweile mit Ablegern in anderen Städten – nie gegeben.
In der Polizeidirektion Leipzig fehlen noch immer 143 Polizeibeamte zur Soll-Stärke
Sächsischer Polizist - hier bei der Neueinkleidung 2010. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserWenn in Sachsen alljährlich die neuen Fallzahlen der Kriminalpolizei veröffentlicht werden, dann zeigen viele Finger schnell auf Leipzig, fallen Begriffe wie „Kriminalitätshochburg“ und auch die zuständigen Innenminister tun gern so, als hätte man da mit Leipzig ein besonderes Problem. Die zuständigen Polizeipräsidenten pressen dann meist lieber die Lippen aufeinander. Denn Leipzig war bei der Ausstattung mit Polizisten in den vergangenen Jahren stets das fünfte Rad am Wagen.
2018 starben in Sachsen 27 Menschen an einer Infektion mit antibiotikaresistenten Keimen
Luftbild Klinikums St. Georg. Foto: Klinikum St. Georg

Foto: Klinikum St. Georg

Für alle LeserDie Frage musste dann auch einmal gestellt werden. Denn seit Jahren machen multirestistene Keime unseren Krankenhäusern zu schaffen. Bisherige Antibiotika helfen nicht mehr gegen sie. Der Kampf um das Leben der Patienten wird immer schwerer. Und nicht alle Patienten überleben die Begegnung mit diesen Keimen. Wie sieht es eigentlich aktuell in Sachsen aus, wollte Susanne Schaper wissen.
Unterstützung der Staatsregierung für die TU Dresden hat sich gelohnt, jetzt geht es um die Grundsicherung aller Hochschulen in Sachsen
Blick von der Bergstraße auf das Hörsaalzentrum der TU Dresden. Foto: TU Dresden

Foto: TU Dresden

Für alle LeserFür mehr hat’s nicht gereicht, könnte man auch sagen zur Auszeichnungen der TU Dresden in der Exzellenzinitiative der deutschen Universitäten. Dass ein Land wie Deutschland exzellente Hochschulen braucht, ist klar. Doch wie stellt man das an sie zu schaffen, wenn es keine milliardenschweren Förderer gibt wie in den USA? Da muss der Staat ran, beschloss die Bundesregierung 2004. Aber das Geld sollten nur die Universitäten bekommen, die sich in einem echten Fight durchsetzen würden.
Wie Sachsens Regierung Drogenpolitik betreibt, ist sie tödlich für die Betroffenen
Südfriedhof Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm heutigen 21. Juli ist Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher/-innen. Ein Tag, der eigentlich auch zum Nachdenken darüber anregen sollte, ob die Drogenpolitik in Sachsen Sinn macht, ob sie überhaupt hilft oder doch nichts anderes ist als Drohpolitik, mit der Repression und Polizeizugriffe erzwungen werden, wo eigentlich echte Hilfe für die Betroffenen gebraucht wird. Den Druck spürt auch eine Stadt wie Leipzig.
Antifaschisten verhindern Demonstration der „Identitären Bewegung“ in Halle
Demonstration gegen die „Identitäre Bewegung“ in Halle. Foto: René Loch

Foto: René Loch

Für alle LeserFür die Aktivisten der „Identitären Bewegung“ sollte es die größte Party des Jahres werden: ein „Sommerfest“ an ihrem Wohnprojekt in Halle und eine Großdemonstration durch die Stadt. Letzteres scheiterte schon allein daran, dass nicht mehr als 200 Personen zu dem Event erschienen. Zudem verhinderten Antifaschisten mit effektiven Blockaden, dass es überhaupt zu einer Demonstration kam.
Mehr als „einfach mal tanzen“: Die Global Space Odyssey in Leipzig + Video & Bildergalerie
Eine kleine Liste der gestorbenen Clubs in leipzig fuhr als Grabstein auf der GSO 2019 mit. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserRitual, Spaß oder echte Demo? Die Global Space Odyssey (GSO) Leipzig hat schon diverse Einschätzungen hinter sich, gern von außen formuliert, oft falsch. Seit den Zeiten als „Hanfparade“ stehen immer wieder neue Ziele auf der Agenda der jährlich zwischen 2.000 bis 4.000 Teilnehmer. So auch am 20. Juli 2019 auf der Route von Connewitz zum Wagnerhain im Westen der Stadt.
Gastkommentar von Christian Wolff: Widerstand
Weiße Rosen bei der AfD - die Geschwister Scholl werden für einen Kampf missbraucht, den sie, wie wohl auch Daniel H., ganz anders gesehen hätten. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserEr ist der zentrale Begriff für diesen Tag: Vor 75 Jahren versuchten Angehörige der Wehrmacht, Adolf Hitler auszuschalten und dadurch das nationalsozialistische Terrorregime zu beenden. Dieser Versuch scheiterte. Hitler und die Nationalsozialisten verschärften nach dem 20. Juli 1944 den Terror nach innen und außen und setzten den Holocaust in einer ins Unermessliche gesteigerten Grausamkeit fort. Das Besondere am Widerstand der Generäle und vieler Persönlichkeiten aus dem zivilen Bereich, wie der ehemalige Leipziger Oberbürgermeister Carl Goerdeler, war, dass nicht wenige von ihnen zunächst Befürworter des Nationalsozialismus waren. Allerdings sahen sie mit Erschrecken, dass der von der SA und SS ausgeübte Terror den deutschen Staat zu einer „Diktatur des Bösen“ (Flugblatt der „Weißen Rose“) hat verkommen lassen.
Warum die Freien Wähler sauer sind, dass sie in der sächsischen Wahlstatistik unter ferner liefen abgelegt wurden
Gemeindewahlergebnisse im Landkreis Leipzig im Mai 2019 - extra herausgehoben die Stadt Grimma. Grafik: Freistaat Sachsen, Landesamt für Statistik

Grafik: Freistaat Sachsen, Landesamt für Statistik

Für alle LeserEinigermaßen sauer waren die Freien Wähler schon, als die sie nach den Kommunalwahlen am 26. Mai in Sachsen nur unter „ferner liefen“ genannt wurden und die CDU als Gewinner der Kommunalwahlen verkündet wurde. Aber eigentlich musste man die Freien Wähler gar nicht mit der Lupe suchen.
Am 16. August will das Bündnis Gemeinschaftsschule in Sachsen die Unterschriften im Sächsischen Landtag übergeben
Das Bildungsideal eines vergangenen Jahrhunderts. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Statement ist deutlich: 47.046 bestätigte Unterschriften hat das Bündnis Gemeinschaftsschule in Sachsen gesammelt, um den Volksantrag für diese wichtige ergänzende Schulart endlich in Gang zu bringen, die das längere gemeinsame Lernen der Kinder erst möglich macht. Am 16. August soll das Unterschriftenpaket dem Landtagspräsidenten übergeben werden.
Das Ziel von 220 Millionen LVB-Fahrgästen passt überhaupt nicht zum 365-Euro-Jahresabo
Straßenbahntunnel an der Jahnallee. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserZum 1. Januar hatte Wien 1.897.491 Einwohner. 2018 erreichten die Wiener Verkehrsbetriebe einen neuen Fahrgastrekord: 965,9 Millionen Menschen nutzten die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt Wien, jener Stadt, die mit ihrem 365-Euro-Jahresticket mittlerweile zum Vorbild für etliche deutsche Großstädte wie Berlin geworden ist. Und natürlich auch für Leipzig.
Zum 200. Geburtstag gestalten HTWK-Studierende eine Clara-Schumann-Ausstellung im Musikinstrumentenmuseum
Auch dieses Tafelklavier (Detail) von Breitkopf & Härtel, Leipzig, aus dem Jahre 1846 wird in der Ausstellung gezeigt. Foto: Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig (4506)

Foto: Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig (4506)

Für alle LeserAm 13. September ist ganz offiziell der 200. Geburtstag der in Leipzig geborenen Pianistin und Komponistin Clara Schumann. Keine andere Künstlerin des 19. Jahrhunderts hat das romantische Konzertleben so entscheidend beeinflusst wie Clara Schumann. Schon in jungen Jahren faszinierte sie als „Wunderkind“ und wurde in ganz Europa als Klaviervirtuosin gefeiert. Bis ins hohe Alter blieb sie eine der prägendsten und erfolgreichsten Künstlerinnen ihrer Generation.
Bernd F. Lunkewitz: Auch „Horns Ende“ wurde nicht an der DDR-Zensur vorbei veröffentlicht
Christoph Hein, Elmar Faber: Ich habe einen Anschlag auf Sie vor. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Geschichte klang zu schön: Da trickst ein cleverer Verleger die Genehmigungspraxis der DDR aus, indem er – da er partout keine Druckfreigabe vom zuständigen Buchminister bekommen kann – der Druckerei einfach sagt, sie könne das Buch jetzt drucken, die Druckgenehmigung sei da. Und so sei „Horns Ende“ zum einzigen Buch in der DDR geworden, das ohne Druckgenehmigung erschien. Leider nur eine schöne Anekdote, teilt uns jetzt Bernd F. Lunkewitz mit.
Wann bekommt Sachsen endlich ein Artenschutzgesetz wie Bayern?
Wolfram Günther, Vorsitzender der Grünen-Fraktion. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserMuss es erst eine krachende Wahlniederlage für die Regierungspartei geben, damit in Sachsen endlich eine Politik gemacht wird, die das Land vor Schaden schützt? Wolfram Günther, Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Landtag, hat da so eine Ahnung. Das große Vorbild für Sachsens CDU war ja immer Bayern. Und dort wurde jetzt ein dickes Artenschutzpaket beschlossen. Dem war ein starkes Volksbegehren vorausgegangen.