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Montag, 18. Januar 2021

Thema

Ärztemangel

Bundesweite Herzberichte weisen auf massive Versorgungsdefizite in Sachsen hin

Versorgungsdefizite, nennt es die Techniker Krankenkasse. Aber in Wirklichkeit erzählen die sächsischen Sterbezahlen wegen Herzinfarkt und Schlaganfall von einem völlig aus dem Lot geratenen Gesundheitssystem. Denn das überdurchschnittlich viele Sachsen an Herzversagen sterben, hat mit einem kaputtgesparten Versorgungsnetz zu tun.

Das Programm zur medizinischen Versorgung Sachsens ist auf die letzten paar Wochen gar nicht mehr umsetzbar

Die aktuelle Wahlperiode in Sachsen geht zu Ende. Und sie geht so zu Ende, wie es manche Landtagsabgeordnete befürchtet hatten: Wichtige Projekte, die der regierenden CDU nicht wichtig erschienen, wurden entweder völlig ausgebremst oder so lange auf die lange Bank geschoben, bis sie gar nicht mehr in Regierungshandeln umgesetzt werden konnten. Das betrifft auch das brisante Thema der medizinischen Versorgung in Sachsen.

Sozialministerin plant neue Medizin-Studienplätze mit Geld, das dafür gar nicht zur Verfügung steht

In Sachsen fehlen auch immer mehr Ärzte. Das ist zwar schon ein ganzes Weilchen klar. Aber einen Vorschlag, wie der Ärztemangel wirklich gemindert werden könnte, stellte das Sächsische Sozialministerium erst am Donnerstag, 13. Juni, vor: Es soll deutlich mehr Medizinstudienplätze geben. Aber das droht jetzt auf Kosten der dringend benötigten Studienplätze für angehende Lehrer zu gehen.

Kurz vor Toresschluss legt die Gesundheitsministerin ein Maßnahmepaket zur Ärztegewinnung vor

Da geht im Herbst die nächste Wahlperiode des Sächsischen Landtags zu Ende und einige Minister fielen geradezu auf durch Untätigkeit. Obwohl selbst im Landtag heftig debattiert wurde, passierte nichts. Viel zu spät brachte jetzt die zuständige Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) ein Bündnis gegen den Landärztemangel zustande.

Freie Wähler: Staat ignoriert Notstand in der ärztlichen Grundversorgung

Immer mehr Ärzte in Deutschland werden für ihr Engagement in der hausärztlichen Versorgung der Bevölkerung bestraft. So drohen Ärzten Rückzahlungen von mehreren zehntausend Euro, wenn sie mehr Patienten behandeln, als das zugestandene Budget es hergibt.

SPD-Fraktion: Wir brauchen schnelle, wirksame Maßnahmen gegen den Hausarzt-Mangel auf dem Land

Simone Lang, die gesundheitspolitische Sprecherin, und Holger Mann, der hochschulpolitische Sprecher, haben gestern die Vorschläge des Arbeitskreises für Gesundheit und Wissenschaft der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag präsentiert, wie die Arztversorgung auf dem Land sichergestellt werden kann. Die SPD setzt sich dafür ein, dass wieder mehr Ärzte dafür gewonnen werden können, sich als Hausärzte auf dem Land niederzulassen. Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), das am vergangenen Freitag im Bundestag beschlossen wurde, ist dazu ein wichtiger Baustein.

Pläne der TU Dresden: Studium für Landärzte in Sachsen

In Sachsen fehlen derzeit mehr als 250 Allgemeinmediziner – vor allem auf dem Land. So ist in einigen ländlichen Regionen jede fünfte Praxis nicht besetzt. Um das Problem in den Griff zu bekommen, planen einige Bundesländer eine Landarztquote. In Sachsen sucht man offenbar nach anderen Lösungen: Die TU Dresden möchte laut einem Medienbericht in Chemnitz einen Studiengang speziell für Landärzte ansiedeln.

Schaper (Linke) zum „Masterplan Medizinstudium 2020“: Richtiger Schritt gegen Landärztemangel – aber mehr Polikliniken nötig

Die Bundesregierung hat mit den Ländern einen „Masterplan Medizinstudium 2020“ beschlossen, der Medizinerinnen und Mediziner zur Niederlassung auf dem Land bewegen soll. Die Länder sollen bis zu zehn Prozent der Studienplätze an Bewerber vergeben können, die sich verpflichten, nach dem Abschluss für bis zu zehn Jahre in unterversorgten Gebieten zu arbeiten. Das soll mittels „wirksamer Sanktionen“ durchgesetzt werden.

Susanne Schaper (Linke): Haus- und Facharztversorgung in Sachsen gefährdet

Auf Antrag der Fraktion Die Linke wurde im Sächsischen Landtag über die „Wohnortnahe Haus- und Facharztversorgung sowie ambulante Heil- und Gesundheitsversorgung als Teil der sozialen Daseinsvorsorge“ diskutiert (Drucksache 6/6123). Dazu erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke Susanne Schaper: „Schon jetzt ist die wohnortnahe und qualitativ hochwertige gesundheitliche Versorgung für alle Bevölkerungsgruppen gerade im ländlichen Raum, die die Staatsregierung laut Koalitionsvertrag sicherstellen will, akut gefährdet.“

Dagmar Neukirch (SPD): Ärztliche Versorgung in Sachsen sichern

Dagmar Neukirch, Parlamentarische Geschäftsführerin und gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, zum heute vorgestellten „Gutachten zur Entwicklung des ambulanten Versorgungs- und Arztbedarfs in Sachsen“: „Wir werden in einigen Regionen Sachsens Probleme mit zu wenigen Ärztinnen und Ärzten bekommen. Das hat viele Ursachen, vor allem in der zunehmend älter werdenden Gesellschaft und den Wanderungsbewegungen vom Land in die Stadt. Wir werden kluge Konzepte brauchen, damit alle Menschen in Sachsen auch in Zukunft guten Zugang zu den Ärztinnen und Ärzten haben, die sie brauchen.“

CDU-Experten: „Wir müssen medizinische Versorgung auch in Zukunft sichern!“

Heute stellte das Sozialministerium ein Gutachten zum Versorgungs- und Arztbedarf in Sachsen vor. Die Untersuchung weist erhöhte Handlungsbedarfe für verschiedene Regionen in Sachsen aus. Dabei geht es um die Aufrechterhaltung der notwendigen Versorgungsstrukturen bei deutlicher Abnahme der Bevölkerung und damit einem Rückgang des sogenannten Versorgungsbedarfes.

Gutachten zum Versorgungs- und Arztbedarf in Sachsen im Jahr 2030

Fragen nach dem ambulanten Versorgungsbedarf in bestimmten Regionen des Freistaates oder bei ausgewählten Arztgruppen in den zukünftigen Jahren bis hin zum Jahr 2030 sind für die Sozialministerin bereits heute gegenwärtig.

Gerade in Sachsens ländlichen Regionen werden Hausärzte langsam rar

Die demografische Entwicklung in Sachsen hat Folgen. Und es sieht nicht so aus, als hätte die sächsische Regierung ein Rezept gefunden, dem gegenzusteuern. Jetzt versucht die Linksfraktion mit einem Antrag „Landesoffensive für eine bedarfsgerechte, flächendeckende und gut erreichbare medizinische Versorgung in Sachsen“ in Sachen Ärzteversorgung eine Kursänderung zu bewirken.

Sozialministerin hat keine Zahlen zu Hausarztpraxen – aber die Ärztezahl legt wieder zu

Irgendwie muss es doch herauszubekommen sein, dachte sich Susanne Schaper, Sprecherin für Sozial- und Gesundheitspolitik der Linksfraktion im sächsischen Landtag. Vor zwei Jahren wurde in Sachsen ganz offiziell und breit über den bestehenden oder auch nur drohenden Ärztemangel diskutiert. Dutzendweise schlossen 2010, 2011 und 2012 die Hausarztpraxen, wie 2013 eine Auskunft des Sozialministeriums ergab. Und wie sieht es heute aus?

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