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Sachsen und Bayern wollen die Corona-Pandemie gemeinsam bekämpfen

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    Sachsen und Bayern haben eine enge Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie vereinbart. Am Montag, dem 1. März, informierten die Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) und Markus Söder (CSU) über eine „Covid-19-Allianz“ beider Bundesländer. Diese beinhaltet zehn Maßnahmen in Bereichen wie Grenzkontrollen, Kontaktnachverfolgung und Impfstrategie. Hintergrund für die Zusammenarbeit ist unter anderem die Situation im gemeinsamen Nachbarland Tschechien, das derzeit die höchste 7-Tage-Inzidenz in Europa aufweist: rund 765.

    Bayerns Ministerpräsident Söder wies auf Hotspots in Bayern an der Grenze zu Tschechien hin. Sachsen ist in ähnlicher Weise betroffen: Während die durchschnittliche 7-Tage-Inzidenz laut Zahlen des Sozialministeriums am Montag bei 84 liegt, beträgt sie im Vogtlandkreis aktuell 231.„Klar ist: Einreise nur mit negativem Testergebnis“, lautet deshalb einer der wichtigsten Punkte im bayrisch-sächsischen Maßnahmenpaket. Zudem soll Tschechien beim „Aufbau von Teststationen und dem Ausbau der Testkapazitäten“ unterstützt werden. Für Hot Spots – also Gebiete mit einer Inzidenz über 100 – soll es schärfere Regeln geben. Dort soll auch die Einhaltung der Quarantäneregeln besonders intensiv kontrolliert werden.

    Krankenhäuser in Deutschland sollen helfen

    Das Maßnahmenpaket regelt auch, dass Krankenhäuser in Bayern und Sachsen tschechische Covid-19-Patient/-innen aufnehmen sollen. „Wir unterstützen uns im Bedarfsfall gegenseitig“, heißt es. Nachdem Tschechien zuletzt noch eine solche Hilfe aus Deutschland abgelehnt hatte, berichtet der „Tagesspiegel“ heute, dass bald mit einer offiziellen Bitte um Unterstützung zu rechnen sei.

    Neben Maßnahmen, die sich konkret mit der Grenz- beziehungsweise Nachbarsituation befassen, enthält das Paket aber auch viele Selbstverständlichkeiten: schnellstmögliche Impfung gefährdeter Personen, „schnelle und zuverlässige“ Information von Infizierten und Kontaktpersonen sowie „Mindestanforderungen an Hygiene- und Testkonzepte im gesamten deutsch-tschechischen Grenztraum“.

    Hoffen auf Schnellteststrategie

    Besondere Bedeutung bei der Bekämpfung des Coronavirus und möglichen Lockerungen könnte künftig eine Strategie für Schnelltests erhalten. Söder hofft darauf, dass es bereits beim nächsten Corona-Gipfeltreffen am Mittwoch ein Konzept gibt. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer möchte von einem „System der Kontaktvermeidung“ zu einem „System der sicheren Kontakte“ kommen.

    Für Hotspots wie das Vogtland wünscht sich Kretschmer, dass sich alle Personen über 18 Jahren impfen lassen können. Bereits in der vergangenen Woche hatte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) angekündigt, dass verfügbare Schnelltests bei der Öffnung von Kultureinrichtungen, Sportveranstaltungen, Einzelhandel und Gastronomie eine herausragende Rolle spielen sollen.

    Rico Gebhardt, der Vorsitzende der Linksfraktion im sächsischen Landtag, bezeichnete die heutigen Ankündigungen als „viel Wirbel um sehr wenig Neues“. Er kritisiert, dass Sachsen noch immer keine Impfstrategie besitze und sich zu spät darum kümmere, beispielsweise Hausärzte mit einzubeziehen oder mobile Angebote bereitzustellen.

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      4 KOMMENTARE

      1. Bitte keinen Krawall stiften. Meine „biologische Lösung“ ist immer die des Eintritts in den Ruhestand und wird von mir nur für Akteure der Leipziger Politik und aber gar nicht in Sachen Corona verwendet. Die kommunalen Beharrungskräfte wirken sich wesentlich fataler aus als auf Landesebene. Und man kann sie nicht abwählen.

        Den sächsischen MP halte ich für weniger beratungsresistent als so einige kommunal aktiven Granden.

        Ich habe eher den Eindruck, dass die Akteure ab Landesebene still hofften und auch jetzt immer noch hoffen, dass es nicht so schlimm werde und sicherlich auch bald vorbeiginge. Ähnlich lustlos sieht es jetzt mit der Impferei auch aus.

        Pustekuchen. Wenn wir die bundesweite Gesamtanzahl der Infizierten nicht auf deutlich unter 5000 (fünftausend) drücken, dann machen wir einen „Neustart“ mit demselben Stand wie Ende Juni 2020…

      2. ‚Mut zur Impflücke‘ scheint die Prämisse von Sachsens Amtsstuben zu sein.

        Was aber nicht sein kann und darf, werter Stefan, ist, dass wir solche Personalprobleme – wie auch bei anderen Themen – durch biologische Lösungen aussitzen müssen und sollen.
        Eine Gesellschaft muss Korrekturen durchführen können, aber zu Lebzeiten.
        Zugegeben strapazieren mich mangels Hoffnung aber manchmal radikale Visionen.

      3. Wie von mir schon mehrfach angeprangert: Versagen der deutschen Exekutiven.

        Ich bin froh, dass meine alte Mutter im Januar geimpft wurde. War aber auch nicht in Sachsen.

      4. Dieses Anbiedern beim Nachbarland erzeugt Fremdscham.
        Ja keine Entscheidungen allein verantworten müssen; mit Herrn Söder hat das Fähnchen natürlich mehr Wind. Und es lenkt ab vom Impfchaos sowie den Inzidenzherden in Sachsen.

        Nachdem die Impfdosen kleckerweise geliefert wurden dachte ich, man hätte nun doppelt so viel Zeit, eine Impfstrategie zu perfektionieren. Der aktuelle Zustand spricht Bände.

        Toll, dass man sich nach über einem Jahr Covid intensiver abstimmen möchte. Fast revolutionär!

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