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Zwei Zuschauer verletzt: Volkssport-Pokalfinale von Ausschreitungen überschattet

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    Am Rande des Volkssport-Pokalfinales zwischen dem LSV Stahlfeuer (LSV Südwest) und Team Volxsport (Roter Stern Leipzig) verübten einige offensichtliche RSL-Fans offenbar eine Art Racheaktion für die Randale am 11. Januar 2016 in der Connewitzer Wolfgang-Heinze-Straße. Das Spiel auf der Karl-Siegmeier-Anlage in Kleinzschocher endete am Freitag-Abend mit Übergriffen gegen einzelne Zuschauer.

    Laut Polizei hatten sich bis zu 40 Anhänger des Volxsport-Teams kurz vor Abpfiff des Endspiels entfernt und den Sportplatz verlassen. Vor dem Eingangstor sollen sich einzelne Fans mit Sturmhauben vermummt und Handschuhe angezogen haben. Sodann verschafften sich diese erneut Zutritt zu der Anlage und gingen gezielt auf zwei Besucher los. Ein 17-Jähriger erlitt einen Riss des Trommelfells. Ein 22-Jähriger verlor einen Zahn und hatte eine Nasenbeinfraktur zu beklagen. Beide Verletzten mussten sich in einer Klinik behandeln lassen. Die Angreifer entkamen, bislang unerkannt.

    Die genauen Motive der Täter sind noch unklar, doch eine Spur führt nach Connewitz. Laut einem Medienbericht sollen sich am Spielfeldrand unter anderem Hooligans mit Drähten zur rechten Szene befunden haben. Am 11. Januar 2016 hatten sich rechtsradikale Hooligans aus Leipzig, Dresden und Halle zahlreich an den Ausschreitungen im Stadtteil Connewitz beteiligt. Der Neonazi-Angriff galt unter anderem dem RSL-Vereinstreff „Fischladen“ in der Wolfgang-Heinze-Straße.

    Nach L-IZ-Informationen war zumindest der nun verletzte 17-Jährige an diesem Vorfall nicht beteiligt. Eine Stellungnahme des Roter Stern war am Samstag-Nachmittag noch nicht zu bekommen. Eines jedoch steht jetzt bereits fest: Die Gruppe der Angreifer dürfte neben den Verletzten auch ihrem eigenen Verein nachhaltig geschadet haben. Ersten Wortmeldungen zufolge sei der Angriff dem Umstand geschuldet, dass die Polizei die 215 einzeln erfolgenden Ermittlungsverfahren gegen die damals Beteiligten noch nicht abgeschlossen hätten. Die Polizei Leipzig erklärt hingegen seit Monaten, dass jede Tatbeteiligung auch einzeln belegt werden muss, was die Ermittlungen in die Länge zöge.

    Offenbar herrscht für die langsamen Ermittlungen wenig Einsicht in manchen gewaltbereiten Kreisen, welche erstmals mit einem Einbruch und einer anschließenden Verwüstung der Wohnung von Istvan R. bereits am 13. November 2016 zur Selbstjustiz übergingen. Zuvor hatte eine Namensliste die Runde in linksextremen Kreisen gemacht, auf welcher angeblich alle Beteiligten des Überfalls auf Connewitz stehen sollen. Die Ermittlung der Polizei zur Herkunft der Liste blieb ergebnislos.

    Bei der Volkssport-Liga handelt es sich um einen Wettbewerb für Freizeitkicker, den der Fußballverband Stadt Leipzig parallel zu den normalen Ligen organisiert. Höchste Spielklasse ist eine Stadtliga. Parallel dazu wird ein Stadtpokal ausgespielt. Die Spiele finden meist werktags nach Feierabend statt. Die Spielzeit ist verkürzt, das Leistungsniveau der Stadtliga entspricht etwa dem der Kreisklasse.

    Das diesjährige Endspiel gewann übrigens der LSV Stahlfeuer mit 2:1.

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