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1. FC Lok Leipzig vs. BFC Dynamo 2:0 – Befreiungsschlag im Prestige-Duell

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    Die Sieglos-Serie des 1. FC Lok ist beendet. Die Lokomotive schlug am Sonntagabend den Tabellen-Zweiten BFC Dynamo mit 2:0 (0:0). Vor 3.676 Zuschauern spielte sich Lok unter den Augen von Hauptsponsor Franz-Joseph Wernze phasenweise in einen Rausch und zeigte verschütt geglaubte Qualitäten. Das Duell entschied letztlich einer, der vor Wochenfrist noch gegen die Trainer wetterte.

    Sascha Pfeffer verweigerte Heiko Scholz den Handschlag, meckerte und zeterte, trat sogar noch gegen die Wechselbank. Mit seiner Auswechslung war der Mittelfeldspieler überhaupt nicht einverstanden. Das war vor einer Woche im Friedensstadion von Halberstadt. An diesem Sonntagabend tippelte Pfeffer auf eine Holztribüne zu, auf der sich fast alle von den Sitzen erhoben hatten und für ihn applaudierten. Pfeffer herzte Hoppe, Scholz herzte Pfeffer, Pfeffer winkte den Fans.

    Kein Wunder: Zwei Minuten zuvor hatte er mit einem letzten Sololauf die packende Heimpartie des 1. FC Lok gegen den Berliner Fußballclub Dynamo entschieden und damit auch die Sieglos-Serie von acht Spielen beendet. Schon in Halberstadt war Pfeffer dicht vor dem Torerfolg, traf die Lattenunterkante und scheiterte knapp am Torhüter. Auch gegen den BFC schien es so zu sein, dass der Königstransfer des FCL vom Pech verfolgt sei. Pfeffer traf nach tollem Solo in Loks Drangphase den Außenpfosten und wurde in aussichtsreicher Position mehrmals nicht bedient.

    Gleich zweimal traf Robert Zickert in der ersten Halbzeit nur das Aluminium. Foto: Jan Kaefer
    Gleich zweimal traf Robert Zickert in der ersten Halbzeit nur das Aluminium. Foto: Jan Kaefer

    So musste es Pfeffer eben anders lösen. Nach einem schweren Fehlpass im BFC-Aufbauspiel („Den Lok auch erzwungen hat“, so BFC-Trainer René Rydlewicz) kommt der 31-Jährige in der 87. Minute an den Ball, umspielt etwas glücklich seinen Gegenspieler und vollendet den 50-Meter -Sprint, indem er BFC-Torhüter Bernhard Hendl umkurvt und einschiebt.

    Zum besten Spieler des Spiels machte ihn Heiko Scholz trotz der neu entflammten Liebe nicht. „Es ist ein Riesending, dass Benni wieder da ist. An Hanfi lagen die Niederlagen auf jeden Fall nicht, aber man hat heute gesehen, was Benni für ein Rückhalt ist, wenn er fit ist.“ Lok-Tormann Benjamin Kirsten gab nach drei Wochen sein Comeback, rettete beim Stand von 1:0 mehrfach mit großen Paraden und als ihn Steinborn überwunden hatte, kratzte der emsige Salewski den Ball noch von der Linie.

    Maik Georgi (Lok) mit Drang nach vorn. Foto: Jan Kaefer
    Maik Georgi (Lok) mit Drang nach vorn. Foto: Jan Kaefer

    Der Torhüter rückte mit fortwährender Spieldauer immer mehr in den Fokus. Lok fand kaum noch Entlastung, schien körperlich am Ende, während der BFC – allen voran Cubukcu – aufdrehte. Am Ende blieb den Gästen ein Tor verwehrt. Rydlewicz konstatierte später: „Lok gewinnt heute verdient. Sie waren gut eingestellt und super aggressiv.“

    So aggressiv, dass der Gast Probleme hatte, ins Spiel zu kommen. Die größten Möglichkeiten in der ersten Halbzeit hatte Lok, Zickert köpft den Ball zweimal nach Maurer-Flanke an die Lattenunterkante.

    Sein Abwehrkollege Peter Misch machte es kurz nach der Pause besser, drückte den Ball nach Freistoß von Maurer über die Linie und schien bei Lok die Bremsen zu lösen, die in den vergangenen Wochen so hartnäckig eingerostet schienen. Der Tabellen-Zweite hatte mehrmals Glück, dass – eben – Pfeffer, Maurer oder der eingewechselte Ziane aus guten Gelegenheiten wenig machen.

    Gleichzeitig unterstrichen die Berliner, wieso sie so weit oben stehen. In weniger als fünf Sekunden von Strafraum zu Strafraum kombinieren sich kaum Mannschaften in der Regionalliga. Aber auch als das zweite Tor für Lok nicht fiel, verlor die Scholz-Elf nicht den Kopf. Der zuletzt unsicher wirkende Christian Hanne, aber auch Zickert und Misch waren die Türme in einer fesselnden Abwehrschlacht, und selbst in der letzten Minute lief Kapitän Markus Krug seinen Gegenspieler so aggressiv an, dass man meinte, es ginge um alles.

    Lok-Kapitän Markus Krug gegen Otis Breustedt. Foto: Jan Kaefer
    Lok-Kapitän Markus Krug gegen Otis Breustedt. Foto: Jan Kaefer

    Kein Wunder, dass Heiko Scholz für die Leistung seines Teams nur voll des Lobes war. „Überragend, wenn man sieht, dass wir acht sieglose Spiele haben. Man denkt, die Stimmung kippt nach unten und dann kommen hier 3.600 Zuschauer. Wir haben gut gekämpft, gut gespielt und verdient gewonnen.“

    Scholz hatte vor Spielbeginn weniger Zeit als sonst bei der Mannschaft verbracht, war bei einem Treffen mit Hauptsponsor Franz-Joseph Wernze dabei, in der es um die Budgetierung für die kommende Saison ging. Wernze war nur ein Prominenter von mehreren auf der Holztribüne. Auch CDU-Politiker Dr. Thomas Feist, Zoodirektor Dr. Junhold und Lok-Rekordspieler und -Torschütze René Heusel wollten beim Ost-Klassiker dabei sein.

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