1. FC Lok Leipzig vs. Rot-Weiß Erfurt 1:1 – Ein Zeichen, aber keine Wende

Für alle LeserIm ersten Aufeinandertreffen seit dem Jahr 2000 – damals 2:2 - erreichte Lok Leipzig gegen Rot-Weiß Erfurt nur ein 1:1 (0:1). Vor 4.600 Zuschauer glich die Lok erneut durch einen Standard die Erfurter Führung aus und konnte phasenweise mit viel Einsatz und Kampf die Zuschauer auf ihre Seite ziehen, verpasste aber jeweils zu Halbzeitbeginn, die Initiative an sich zu reißen. Erfurt reichten zwei Torchancen für ein Tor, Leipzig vermochte die fünf großen Chancen aus dem Spiel heraus nicht zu verwerten. Die Punkteteilung ist somit eine kleiner Schritt zur Besänftigung der Gemüter im Lok-Umfeld.
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Eine Reaktion von Mannschaft und Trainerteam hatte Lok-Präsident Thomas Löwe nach der enttäuschenden Pleite beim BFC Dynamo zu Monatsbeginn erwartet. Doch diese ließ zunächst auf sich warten. Der in die Kritik geratene Trainer Heiko Scholz hatte seine Mannschaft gleich auf drei Positionen verändert. Für den gesperrten Ryan Malone agierte Lovro Sindik auf der 6, Kevin Schulze kehrte auf die rechte Seite zurück, dafür rückte Gottschick auf die Bank, und für Kemal Atici stürmte Nicky Adler.

Doch nur in den ersten Minuten zeigte die Lok so etwas wie Pioniergeist, überbot sich ansonsten im Zerstören des gegnerischen Spiels, ohne selbst gefährlich zu werden. Gegen das Anlaufen der Scholz-Truppe behalfen sich die Gäste mit langen Bällen. Lok verpasste es zu oft, die zweiten Bälle im Mittelfeld zu gewinnen. Alle fünf Ecken nach zehn Minuten (vier für Erfurt, eine für Lok) blieben wirkungslos. Erst in der 22. Minute gewann das Spiel an Fahrt.

Maik Salewski (re.) attackiert den Erfurter Tobias Hasse. Foto: Jan Kaefer

Maik Salewski (re.) attackiert den Erfurter Tobias Hasse. Foto: Jan Kaefer

Nach einem tiefen, hohen Ball von Schinke lief Matthias Steinborn allein auf Lukas Cichos zu, schob den Ball allerdings aus 12 Metern über das Tor und verpasste damit den Frustlöser für die teilweise nervöse Heimmannschaft. Im Gegenzug gab es dafür den Hammer: Wolfs Befreiungsschlag blockt Shala, der den Ball vor dem Strafraum noch mal querlegt, Morten Rüdiger muss aus kurzer Distanz nur noch zur Erfurter Führung einschieben.

Keine zwei Minuten später ist es wieder Matthias Steinborn, der für die Lok gefährlich wird. Doch sein Schuss aus spitzem Winkel klatschte an die Unterkante der Latte. „An Steini sieht man unsere Situation. Ich glaube, im BFC-Trikot hätte er heute vier Tore gemacht“, kommentierte Scholz das fehlende Spielglück von Steinborn und dessen Mannschaftskameraden. Die Probstheidaer fortan mit Dauerdruck bis zum Halbzeitpfiff, Zickert köpfte noch einmal freistehend aus vier Metern neben das Tor, dann war Pause.

Kopfballduell zwischen Patrick Wolf (li.) und George Kelbel. Foto: Jan Kaefer

Kopfballduell zwischen Patrick Wolf (li.) und George Kelbel. Foto: Jan Kaefer

Und die kam zum ungünstigen Zeitpunkt für Lok und auch für Erfurt. „Ich kann nicht verstehen, warum wir danach nicht weiter Fußball gespielt haben“, beschwerte sich Brdaric über das Spiel seiner Mannschaft. In der Tat: Die von 1.000 Fans unterstützten Thüringer boten in der zweiten Halbzeit wenig Erbauliches und brachten nur einen ernsthaften Torabschluss zustande. Lok wurde erst mit einem riskanten Dreier-Wechsel besser.

Scholz und Hoppe brachten nach einer Stunde Misch, Gottschick und Atici für den angeschlagenen Adler, den auf der 6 gut spielenden Sindik und David Urban und stellten auf Viererkette um. Das zeigte Wirkung. „Ich hatte den Eindruck, dass nun alles sicherer war, mit zwei Spitzen vorn hatten wir besseren Zugriff.“ Der Ausgleich fiel allerdings durch einen Freistoß. Nach Foul an Atici hob Maik Salewski das Leder aus 24 Metern über die Mauer ins Tor.

Lok-Trainer Heiko Scholz spendete dem verhinderten Torschützen Matthias Steinbaorn nach dem Abpfiff Trost. Foto: Jan Kaefer

Lok-Trainer Heiko Scholz spendete dem verhinderten Torschützen Matthias Steinborn nach dem Abpfiff Trost. Foto: Jan Kaefer

Trotz noch einmal erhöhtem Einsatz – auch auf den Zuschauerrängen – gelang Lok jedoch kein zweites Tor. Heiko Scholz blieb daher nach dem Spiel nur der Dank an die Zuschauer. „Dass gerade in unserer Situation uns soviele von der ersten bis zur letzten Minute unterstützen, das ist der Wahnsinn. Schade, dass wir unser Ziel nicht erfüllt haben.“

Sein Gegenüber Thomas Brdaric holte seinen ersten Punkt in Probstheida und haderte je länger das Spiel dauerte umso mehr mit dem Schiedsrichter. Am Ende war er mit dem Punkt zufrieden. „Es ist ein gerechtes Unentschieden. Wir wussten um die Stärke von Lok und wollten dagegenhalten.“

Lok fährt nun am Samstag nach Auerbach – Anstoß 15 Uhr – wo der Club bisher noch nie gewinnen konnte …

BFC Dynamo vs. 1. FC Lok Leipzig 1:0 – Enttäuschung statt Fußball pur

RegionalligaErfurt1. FC Lok
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