Alles wie immer. Außer der Pokal! Die U20-Fußballerinnen von RB Leipzig sind auch im Jahr 2026 Sachsenpokal-Siegerinnen. Am 1. Mai, dem Finaltag der Frauen und Juniorinnen, besiegte das favorisierte Regionalliga-Team den Chemnitzer FC klar mit 7:1 (1:0). Vor 1.054 Zuschauenden im Auenstadion Flöha wurde es gegen den Landesligisten erst im zweiten Durchgang torreich. Vier der Leipziger Treffer erzielte Natalie Grenz.
Der heimliche Star an diesem Mai-Feiertag in Flöha war neben den Akteurinnen auf dem Rasen die nagelneue Pokal-Trophäe. Erst wenige Tage vor dem Finale, ist das aus zwei Millimeter starkem Messingblech gefertigte und mit Sachsen-Symbolik dekorierte Schmuckstück in der Leipziger Bronzebildgießerei Noack fertiggestellt worden. Einen Betrag im unteren vierstelligen Bereich hat der Sächsische Fußball-Verband dafür in die Hand genommen. Die Trophäe ist somit ein würdiges Pendant zum Sachsenpokal der Männer, welcher ebenfalls von Bert Noack geschaffen worden war. Vor Spielbeginn im Auenstadion wurde der Neue öffentlich präsentiert. Zahlreiche Fußballfans nutzten dabei die seltene Chance für ein Selfie mit Pokal.

Eine ganze Sammlung von Pokal-Selfies dürften hingegen die U20-Frauen von RB Leipzig II auf der Festplatte haben. Seit dem Jahr 2022 sind sie der Seriensieger in diesem Wettbewerb. Und auch diesmal gingen sie als höherklassiges Team klar favorisiert in das Endspiel gegen den CFC. In der vergangenen Saison standen sich beide Teams schon einmal gegenüber. Damals traf man allerdings bereits im Viertelfinale aufeinander. RBL konnte sich dabei nur knapp mit 3:2 durchsetzen.
Diesmal im Finale wurde es um einiges deutlicher. Allerdings erst im zweiten Durchgang. Denn in der ersten Halbzeit stemmten sich die Himmelblauen mit allem was sie hatten, gegen den Offensivdrang der Titelverteidigerinnen. Dabei musste Chemnitz früh im Spiel einen personellen Rückschlag hinnehmen, denn bereits in der 20. Minute verließ ihre Kapitänin Jennifer Menzl verletzungsbedingt den Platz. Dennoch hätte der CFC fast seinen Kasten bis zur Halbzeit sauber gehalten, doch dann passierte es kurz vor dem Pausentee dennoch: Nach einem Angriff über die rechte Seite tauchte Natalie Grenz recht frei vor dem Tor auf und kickte den Ball aus Nahdistanz zum 1:0 in die Maschen (45.). Dann ging es in die Kabinen.

„Am Anfang haben wir uns relativ schwer getan. Der letzte Pass ist nie angekommen, war zu ungenau“, fasste RBL-Kapitänin Nele Braunsdorf hinterher das Geschehen der ersten 45 Spielminuten zusammen. „Aber ich würde sagen, mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit und dem 2:0 ist der Knoten geplatzt. Wir konnten dann befreit spielen und die Tore sind einfach gefallen. Wir haben es genossen und uns in einen Flow gespielt.“
Und tatsächlich waren nach Wiederanpfiff die Fronten plötzlich überraschend schnell geklärt. Gerade einmal acht (!) Minuten benötigten die Rasenballerinnen, um durch Natalie Grenz (46.), Mia Werner (51.) und Alexandra Scheffler (53.) drei weitere Treffer zu erzielen. Scheffler (66.) und Grenz (71.) bauten den Vorsprung anschließend sogar auf 6:0 aus. Doch die Chemnitzerinnen bewiesen Moral und erzielten zumindest den Ehrentreffer: Yella Mihalyi (75.) zirkelte einen Eckball direkt ins Tor. Natalie Grenz war es schließlich vorbehalten, mit ihrem vierten Treffer des Tages, den 7:1-Endstand (90.) herzustellen.

„Wir sind in dieses Spiel so reingegangen wie auch gegen jeden Gegner in der Liga. Denn nur weil Chemnitz eine Liga unter uns spielt, heißt das ja nicht, dass sie weniger gut Fußball spielen können. Deshalb haben wir das genau so ernst genommen“, resümierte Kapitänin Braunsdorf gegenüber der LZ. „Wir wussten, dass es schwer wird, sie sich hinten reinstellen und viel verteidigen werden. Aber ich finde, wir haben dafür gute Lösungen gefunden, vor allem in der zweiten Halbzeit – und uns verdient den Sieg geholt.“
Aus den Händen von SFV-Präsident Hermann Winkler nahm die 19-Jährige anschließend den Sachsenpokal entgegen und präsentierte ihn ihrem jubelnden Team. „Es ist natürlich immer ein geiles Gefühl, den Pokal zu holen. Und auch wenn es für mich jetzt das dritte Mal ist, freut man sich immer noch.“ Im Anschluss gab es dann noch jede Menge neues Material für die RBL-Selfie-Sammlung mit dem Sachsenpokal – dem nagelneuen.

Aber auch die Chemnitzerinnen stehen trotz der hohen Niederlage nicht mit leeren Händen da. Sie hatten bereits vor Anpfiff der Partie einen Startplatz im DFB-Pokal sicher. Dort darf RB II nicht starten, weil die Rasenballerinnen in diesem Wettbewerb bereits mit ihren Bundesliga-Frauen vertreten sind. Außerdem haben es die Himmelblauen noch selbst in der Hand, die Meisterschaft in der Landesliga zu gewinnen und damit in die Regionalliga aufzusteigen. Dann würden sie der Zweiten von RBL auch im Ligabetrieb gegenüberstehen.
Kurzstatistik zum Spiel:
1:0 (45.) Natalie Grenz, 2:0 (46.) Natalie Grenz, 3:0 (51.) Mia Werner, 4:0 (53.) Alexandra Scheffler, 5:0 (66.) Alexandra Scheffler, 6:0 (71.) Natalie Grenz, 6:1 (75.) Yella Mihalyi, 7:1 (90.) Natalie Grenz. Zuschauer/-innen: 1.054 im Auenstadion, Flöha. Schiedsrichterin: Lisa-Marie Huth.
Vor dem Frauen-Finale hatte es in Flöha bereits zwei weitere Pokal-Endspiele gegeben. So durften auch die U15-Mädchen von RB Leipzig zum wiederholten Mal den Landespokal in die Luft recken. Im Finale der B-Juniorinnen besiegten sie den 1. FFC Fortuna Dresden II mit 3:0. Alle drei Tore fielen erst in der zweiten Halbzeit. Die Dresdner Fortunen nahmen trotzdem eine Trophäe mit in die Landeshauptstadt. Denn am Vormittag setzten sie sich im Finale der C-Juniorinnen gegen den SV Ludwigsdorf 48 mit 2:0 durch.
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