Zwei Halbzeiten wie Licht und Schatten brachten die Handballer des SC DHfK am Ostermontag auf das Parkett der ausverkauften Arena. In Hälfte eins nahmen die Männer den Schwung aus dem starken Pokal-Halbfinale gegen den THW Kiel mit und setzten den Plan um, das Tempospiel und die Abwehrarbeit in gleicher Intensität beizubehalten. Ab der 40. Minute folgte jedoch ein Einbruch, die Abwehr verlor an Biss und im Angriff schlichen sich ungewohnt viele Fehler ein. Das 27:25 war somit ein glücklicher Sieg.

Denn Gummersbach witterte die Chance, im Abstiegskampf etwas Zählbares gegen die Leipziger Favoriten mitzunehmen. Von 22:15 drehten die Gäste die Partie in der 53. Minute zu einem 23:24. Gerade noch rechtzeitig zogen sich die Spieler des SC DHfK aus dem mentalen Tief. Eine Qualität, die auch Christian Prokop nach der Partie lobte.

„Ich bin stolz auf die Einstellung der Mannschaft, nachdem es fast so aussah, als würden wir heute mit nichts in der Hand vom Feld gehen. Es waren nach vierzig Minuten gutem Handball einfach zu viele technische Fehler, die Gummersbach wieder den Glauben gaben, hier etwas holen zu können.“ Froh war er auch, dass es die verdiente Belohnung für die Fans gewesen sei, die auch beim Final Four in Hamburg großartige Unterstützung gegeben hätten.

Marvin Sommer überzeugt erneut und erzielte 9 Tore. Foto: Jan Kaefer
Marvin Sommer überzeugt erneut und erzielte 9 Tore. Foto: Jan Kaefer

Abgezeichnet hatte sich die Schwächephase überhaupt nicht. Die erste Halbzeit lief rund, besonders was die Tempogegenstöße – oft über Marvin Sommer – anging. Der Linksaußen, der den Verein nach der Saison verlassen wird, kam so bis zur Pause schon auf acht Treffer, wobei drei aus Siebenmetern resultierten.

Karsten Lichtlein im Tor der Gäste regte sich in der 24. Minute zurecht über seine Vorderleute auf, die mit trantütiger Rückwärtsbewegung ein Tor über die Mitte zuließen, das kein Trainer gerne gegen sich sieht. Erfolgreich war auch in dieser Szene Marvin Sommer. Doch kein Tempospiel ohne Abwehrarbeit, bei der die Feldspieler und Jens Vortmann eine Einheit bildeten, deren Funktionieren ein großer Faktor beim 17:12 Pausenstand war.

Niclas Pieczkowski verlängerte seinen Vertrag beim SC DHfK bis 2020. Foto: Jan Kaefer
Niclas Pieczkowski verlängerte seinen Vertrag beim SC DHfK bis 2020. Foto: Jan Kaefer

Doch ab besagter 40. Spielminute war plötzlich Sand im Getriebe. „In der Abwehr haben wir nachgelassen und gegen die 5-1 Deckung offensiv völlig den Faden verloren. Gott sei Dank haben wir den wieder aufnehmen können und den zehnten Heimsieg etwas glücklich noch gesichert“, so Lucas Krzikalla gegenüber der L-IZ.

Ähnlich sah es Teamkollege Niclas Pieczkowski: „Wir waren längst nicht so aggressiv und haben vorne viele Fehler gemacht. Es hat fast zu lange gedauert, bis wir uns fangen konnten. Das darf uns nicht nochmal passieren.“ Als Osterüberraschung wurde verkündet, dass der Nationalspieler ebenso wie Kreisläufer Alen Milosevic seinen Vertrag bis 2020 verlängert.

Auch Alen Milosevic wird Leipzig bis 2020 die Treue halten. Foto: Jan Kaefer
Auch Alen Milosevic wird Leipzig bis 2020 die Treue halten. Foto: Jan Kaefer

Das nächste Heimspiel des SC DHfK findet in der Arena am 30.April um 15 Uhr statt. Von einem Tanz in den Mai ist gegen die SG Flensburg-Handewitt allerdings genauso wenig auszugehen, wie die heutige Partie zu einem Osterspaziergang geriet.

Die Statistik zum Spiel:
http://liveticker.sis-handball.org/game/…

Andreas Rojewski versucht den französischen Nationalspieler Alix Kévynn Nyokas zu stoppen. Foto: Jan Kaefer
Andreas Rojewski versucht den französischen Nationalspieler Alix Kévynn Nyokas zu stoppen. Foto: Jan Kaefer

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