Handball, 1. Bundesliga

SC DHfK Leipzig vs. Füchse Berlin 30:31 – Bittere Niederlage durch Freiwurf nach Abpfiff

Für alle LeserEin Sturm tobte vor der Partie durch die Stadt, auch auf der Platte ging es am Donnerstagabend stürmisch zu. 61 Tore in den 60 Minuten, 13 mehr, als beim Sieg gegen Hannover. Ein Spiel auf hohem Niveau, Leipzig suchte aber gegen Ende der ersten Halbzeit zu oft die gleiche Lösung über die Mitte. Ohne einen Silvio Heinevetter in Topform hätte Berlin wohl trotzdem keine 12:14-Führung in die Pause genommen. Nach gut zehn Minuten in Hälfte zwei glichen die Sachsen wieder aus, das Spiel blieb nichts für schwache Nerven und wurde erst nach dem Abpfiff entscheiden. Mit einem Freiwurf zum 30:31 gegen Leipzig.

60 Minuten lang schenkten sich beide Teams nichts, führten ein sehr gutes Handballspiel auf Augenhöhe. Souveräne Schiedsrichter trugen dazu bei, dass die Partie dazu mit nur sechs Zeitstrafen fair blieb. Doch ausgerechnet mit dem Abpfiff irrten die Schiedsrichter – oder hatten nicht den Mut, wegen eines Zerrens von hinten in der Wurfbewegung einen Siebenmeter zu geben. Es wäre einer für die Füchse gewesen, in fremder Halle vor sicher 4.000 Leipzigern unter den 4.132 Zuschauern keine leichte Entscheidung, aber die richtige.

Die Kompromisslösung – Freiwurf nach abgelaufener Uhr- trieb Füchse-Trainer Velimir Petkovic auf die Palme. Nachdem er schon Gelb gesehen hatte, verwies ihn das Schiedsrichter-Gespann mit der roten Karte der Halle. „Das darf nicht sein, wir müssen nicht mal über 7-Meter diskutieren, der muss gepfiffen werden“, zeigte er auch auf der anschließenden Pressekonferenz noch auf sympathische Weise Temperament.

Mit seinem Letzte-Sekunde-Tor rettete Steffen Fäth den Berlinern die makellose Bilanz. Foto: Jan Kaefer

Mit seinem Letzte-Sekunde-Tor rettete Steffen Fäth den Berlinern die makellose Bilanz. Foto: Jan Kaefer

„Ich bin stolz auf diese rote Karte, denn ich habe mich 60 Minuten genau so reingehangen wie meine Mannschaft. Ich kann nun mal nicht ansehen, wenn eine Fehlentscheidung gegen uns getroffen wird, das ist meine Mentalität und mein Charakter. Den entscheidenden Wurf habe ich so gerade noch gesehen und das erste Mal getanzt vor Freude in meiner Karriere.“

Er lobte aber auch die Leipziger Leistung, die seiner Mannschaft alles abverlangt habe. André Haber blieb noch, den entscheidenden Moment zu schildern: „Es ist eigentlich die schlechteste aller Chancen. Wir wissen genau was kommt, sechs Mann stehen in der Abwehr im Block und nur ein Berliner darf direkt werfen. Aber manchmal gehen eben auch solche Bälle rein.“ Abhaken und weitermachen, das werde er seiner Mannschaft nun empfehlen, die am Sonntag um 12:30 Uhr wieder zu Hause gegen Aufsteiger TUS N-Lübbecke dran ist.

Eine Leistung wie am Donnerstag-Abend zu wiederholen, wäre günstig. Das Tempospiel saß und machte den Berlinern Probleme. Offensiv stark begannen die Leipziger gegen das einzige noch unbesiegte Team in der Handball-Bundesliga. Mit Sicherheit zählen die Füchse in der Form, die sie im Laufe des Abends erlangten, auch zu den Anwärtern auf einen Top3-Platz. Doch diese Leistung musste sein, denn die Gastgeber waren ein ebenbürtiger Gegner und hielten ihre schnelle 3:1-Führung bis zum 6:3. Lediglich gegen Ende der ersten Halbzeit schwächelte der Angriff etwas. Zu oft versuchten die Hausherren die gleiche Lösung über die Mitte, bis der Block ganz sicher stand.

Andreas Rojewski (DHfK) attackiert Paul Drux (Berlin). Foto: Jan Kaefer

Andreas Rojewski (DHfK) attackiert Paul Drux (Berlin). Foto: Jan Kaefer

Auch Silvio Heinevetter glänzte mit einigen Paraden, auch wenn Niclas Pieczkowski dies nach der Partie nicht gelten lassen wollte: „Wir haben ein paar freie Bälle zu viel verworfen. Klar steht da ein Heinevetter, aber ein paar mehr hätten wir machen müssen.“ Ansonsten waren bedrückte Leipziger sich einig: Kleinigkeiten hatten den Unterschied ausgemacht. Torhüter Milos Putera kommentierte noch die abschließende Szene: „Ich habe den Ball überhaupt nicht gesehen, kann erst im Video analysieren, was da falsch lief.“

So konzentrierte sich also nach 60 Minuten alles auf einen Moment, und die Füchse bleiben einziges ungeschlagenes Team der Liga, während für Leipzig die Serie der Heimsiege gerissen ist. Trotz Niedergeschlagenheit ist den Männern von André Haber zuzutrauen, dass sie am Sonntag eine neue starten.

Hart aber herzlich: Jakov Gojun (Berlin) und Philipp Weber (DHfK). Foto: Jan Kaefer

Hart aber herzlich: Jakov Gojun (Berlin) und Philipp Weber (DHfK). Foto: Jan Kaefer

SC DHfK LeipzigFüchse BerlinBundesliga
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Ticketverlosung: Wassertropfen & Seifenblase. Ein Ringelnatz-Abend
Ringelnatz-Lesung im Botanischen Garten. Foto: Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik

Foto: Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik

VerlosungAm 13. September gibt es im Botanischen Garten Lesung Nr. 2 der neuen Reihe Die besondere Edition „Joachim Ringelnatz. Wassertropfen & Seifenblase“. Das Text-/Hörbuch ist anlässlich des 4. Gedichtfilmwettbewerbs zur Lyrik des 1883 in Wurzen als Hans Bötticher geborenen Ringelnatz erschienen. Freikäufer haben die Möglichkeit, 1x2 Freikarten zu ergattern.
„Friedlich einschlafen und nicht mehr aufwachen“: 80-Jährige Seniorin soll wegen versuchten Mordes ins Gefängnis
Erika S. nimmt zum Prozessauftakt neben ihrem Verteidiger Hagen Karisch Platz. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserÄußerlich gefasst nahm Erika S. am Mittwoch ihr Urteil entgegen: Die 80-Jährige soll wegen versuchten Mordes an ihrem Ehemann ins Gefängnis. Sie hatte versucht, ihn und sich selbst mit Schlaftabletten zu töten, da sie mit der Pflege des schwer Demenzkranken überfordert war. In seiner Urteilsbegründung ging der Richter auch auf die Frage ein, warum die Kammer trotz schwieriger Umstände diese harte Entscheidung traf.
Grüne machen sich Jugendparlaments-Antrag zum Klimanotstand zu eigen und fordern eine Klimaanpassungsstrategie
Gewitterzelle über Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserImmer deutlicher wird, dass die älteren Politiker in einem völlig anderem Verhältnis zur Zeit leben. Sie haben sich augenscheinlich daran gewöhnt, dass alles seinen gemächlichen Gang geht und dass man selbst für wichtige Richtungsentscheidungen jahrelang Zeit hat. Und nur die jungen Leute scheinen zu spüren, dass auch eine Stadt wie Leipzig keine Zeit mehr hat, sich auf die Folgen des Klimawandels einzustellen. Im April stellte das Jugendparlament seinen Antrag zum Klimanotstand.
Vielfalt der Industriekultur: Eröffnung der 7. Tage der Industriekultur
Zur feierlichen Eröffnung der 7. Tage der Industriekultur kamen heute Akteure aus der Stadt Leipzig und der Region in die VDI-GaraGe, um gemeinsam über das facettenreiche Thema „Industriekultur und Strukturwandel" zu sprechen. © Industriekultur Leipzig e.V.

© Industriekultur Leipzig e.V.

Mit einem Netzwerktreffen der diesjährigen Akteurinnen und Akteure aus Leipzig und der Region sowie dem bereits traditionellen Industrie|Kultur|Festival #4 unmittelbar im Anschluss werden am Mittwoch die 7. Tage der Industriekultur Leipzig feierlich eröffnet.
Innenminister Wöller hat drei mobile Verkehrsschulen für Kinder und Jugendliche übergeben
Prof. Dr. Roland Wöller, Staatsminister des Innern. Foto: Pawel Sosnowski

Foto: Pawel Sosnowski

Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller hat heute auf dem Verkehrsübungsplatz am Stadion Heiliger Grund in Meißen gemeinsam mit dem Präsidenten der Landesverkehrswacht Sachsen e.V. (LVW), Andreas Nowak, drei Fahrzeuge, die zukünftig als mobile Verkehrsschulen genutzt werden, übergeben. Diese werden durch die Gebietsverkehrswacht Meißen e.V., die Gebietsverkehrswacht Torgau e.V. sowie die Kreisverkehrswacht Vogtland e.V. zur Verkehrserziehung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt.
SPD-Fraktion legt nach: Wo bleiben die Prüfergebnisse für die anderen geplanten Fahrradstraßen in Leipzig?
Ausweisung für eine Fahrradstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDa war sich Leipzigs Straßenverwaltung im Juli ziemlich sicher: Die nördliche Karl-Liebknecht-Straße, die die Leipziger eigentlich nur noch KarLi nennen, kann nicht zur Fahrradstraße umgewandelt werden. Es gibt dort zu wenige Radfahrer/-innen. Beantragt hatte das das Jugendparlament. Aber so will das zumindest die SPD-Fraktion nicht stehen lassen. Sie beantragt jetzt eine richtige Vorlage zu den Fahrradstraßen in Leipzig. Nur über der KarLi bleibt ein Fragezeichen.
Am 25. August: Familienführung im Völkerschlachtdenkmal
Foto vom Fundamentbereich des Völkerschlachtdenkmals , "Foto: SGM"

"Foto: SGM"

Das Völkerschlachtdenkmal hat neben einer schönen Aussicht noch vieles mehr zu bieten. Was dies alles ist, zeigt die Familienführung am Sonntag, dem 25.8., um 10.30 Uhr, bei welcher der beeindruckende Denkmalbau gemeinsam erkundet wird.
Neuer Weg für Fahrradfahrer und Fußgänger wird ab 25. September teilweise geöffnet
Die Tunnelbaustelle am Equipagenweg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserRichtig glücklich war auch der ADFC nicht mit der Tunnellösung, mit der künftig Radfahrer und Fußgänger, die zum Cospudener See wollen, unter den Gleisen der Eisenbahn hindurchgeführt werden. Aber 2018 begonnen, nähert sich der Bau jetzt seinem Finale. Ab 25. September kann zumindest schon mal die Hälfte der Tunnelspuren genutzt werden, kündigt die Deutsche Bahn als Bauherrin an.
Fridays for Future demonstriert am 30. August auch in Grimma
Fridays for Future am 12. April in Leipzig. Foto: Marco Arenas

Foto: Marco Arenas

Für alle LeserBislang waren die Demonstrationen der Schülerinnen und Schüler bei „Fridays for Future“ eher ein Großstadtphänomen. Aber Klimawandel betrifft alle. Auch in den ländlichen Regionen wird er das Leben gründlich verändern. Das ist zumindest den jungen Leuten sehr bewusst, die jetzt auch in Grimma eine eigene Ortsgruppe „Fridays for Future“ gegründet haben. Am 30. August wollen sie erstmals öffentlich demonstrieren.
Landesdirektion: Die jetzt geplanten Hochbauten am Flughafen entstehen alle auf bereits genehmigter Funktionsfläche
Der Flughafen Leipzig / Halle aus der Vogelperspektive. Foto: Flughafen Leipzig / Halle, Uwe Schoßig

Foto: Flughafen Leipzig / Halle, Uwe Schoßig

Für alle LeserAm 15. August berichteten wir über die jüngsten Erweiterungspläne des Flughafens Leipzig/Halle und den Bescheid der Landesdirektion Sachsen, dass für diese Erweiterung keine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig sei. Aber das ist noch nicht die geplante Flughafenerweiterung für 500 Millionen Euro, korrigierte die Landesdirektion jetzt. Dafür wurde noch nicht einmal ein Bauantrag gestellt.
Die Dummheit als Prinzip + Video
Christian Wolff (beim Brückenfest 2018). Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserBei einem Leserforum der Ostsee-Zeitung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am 13. August 2019 in Stralsund trat das AfD-Mitglied des Kreistags Vorpommern-Rügen, Thomas Naulin, ans Mikrophon: „Frau Merkel, Sie haben uns im Namen der Toleranz in eine Diktatur geführt … Die Grundrechte sind zurzeit massiv eingeschränkt … ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar‘ Artikel 1, so sollte es sein. Dieses Recht aber hat man verwirkt, wenn man sich zurzeit in Deutschland zur AfD oder als Patriot bekennt. … Die Pressefreiheit ist zurzeit nicht gegeben. Wir haben eine Propagandapresse … die DDR würde vor Neid erblassen, wenn sie das sehen würde. Unsere Grundrechte, Meinungsfreiheit, ist als AfD Mitglied auch nicht gegeben …“.
Eine Stadt erzählt die Wende: Wie die Wurzener die rasenden Veränderungen von 1989 und 1990 erlebten
Cordia Schlegelmilch: Eine Stadt erzählt die Wende. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserÄußerlich gibt sich das Buch unscheinbar: In Mintgrün gefärbt, mit Buchstaben, die an Samisdat erinnern und einem Schwarz-Weiß-Foto der Wurzener Teppichfabrik aus dem November 1990. Da war die Soziologin Cordia Schlegelmilch in Wurzen mit Fotoapparat und Aufnahmegerät unterwegs, um wissenschaftlich festzuhalten, wie die Menschen einer Kleinstadt in der DDR die Transformation erlebten, die heute meist lax als „Wende“ bezeichnet wird.
Industriekulturtage 2019: Ausstellungseröffnung und Party
Licht und Schatten. Quelle: Claudia Maicher

Quelle: Claudia Maicher

Für den heutigen Mittwoch, 21. August 2019, 18.00 Uhr lädt Grünen-Landtagsabgeordnete und medienpolitische Sprecherin der Fraktion, Claudia Maicher zur Ausstellungseröffnung „Teilweise zurückgewesene Momente zwischen Licht und Schatten“ des syrischen Künstlers Hammam Alawam mit anschließender Party in das Abgeordnetenbüro Grüner Raum am Kanal, Zschochersche Str. 59, Leipzig-Plagwitz ein. Bei Musik und Getränken steht die Industriekultur Leipzigs im Fokus.
Was sagt eigentlich die Exportquote der Industrie über die Stabilität der sächsischen Wirtschaft aus?
Entwicklung der sächsischen Exporte. Grafik: Sächsisches Landesamt für Statistik

Grafik: Sächsisches Landesamt für Statistik

Für alle LeserKlassische Wirtschaftspolitik in Deutschland ist ja geradezu berauscht von Exportquoten und Exportüberschüssen. Bei den üblichen Analysten bestimmen ausschließlich diese Quoten darüber, ob sie eine Wirtschaftsentwicklung als gesund einschätzen oder anfangen – wie derzeit wieder zu erleben –, den konjunkturellen Niedergang zu beschwören. Obwohl ein stetes Wachstum der Exportquoten eigentlich eine Katastrophe ist.
Der NuKLA e. V. wendet sich wieder mit einem Offenen Brief an alle Ratsfraktionen
Femelloch in der Nonne. Foto: Ralf Julke

Femelloch in der Nonne. Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie eigentlich anstehende erste Ratsversammlung des neue Stadtrates am 28. August fällt zwar aus. Durch die notwendig gewordene erneute Wahlfeststellung kann der neue Stadtrat erst im September zusammentreten. Aber dann wird wahrscheinlich die Vorlage zum neuen „Forstwirtschaftsplan 2019/2020“ anstehen. Ein Baumfäll-Plan für einen Auenwald, der eigentlich aus Naturschutzgründen nicht zerstört werden darf. Der NuKLA e. V. schreibt auch diesmal wieder an alle Ratsfraktionen.