Abwehrreihen dominieren beiderseits und sorgen für 22:22-Unentschieden

SC DHfK holt einen Punkt gegen Tabellennachbarn Lemgo

Für alle LeserDer SC DHfK Leipzig kann sich zunehmend auf seine bekannten Stärken verlassen: bewegliche Abwehr, wurfgewaltiger Rückraum und variables Angriffsspiel. Nach einer ereignisreichen ersten Halbzeit mit fünf Führungswechseln und Gelben Karten gegen beide Cheftrainer, konnten die Hausherren eine 11:9-Führung herausspielen. Die Führung wechselte munter weiter, Lemgo hielt gut dagegen und erstritt ein gerechtes Unentschieden.

Um ein Haar hätte Bastian Roscheck sogar vor der Pause noch auf 12:9 erhöht. Nach einem Fehlwurf der Gäste war er der freieste Mann beim Gegenstoß. Doch bei regulären Angriffen steht der Abwehrchef nicht auf der Platte, wirft daher selten aufs gegnerische Tor und vergab diese Chance mit dem Abpfiff.

Sie wäre verdient gewesen, offenbar hatten die Hausherren den Gegner gut studiert und so konnten die Männer von André Haber Blocks setzen oder ließen nur die Würfe zu, für die Milos Putera im Tor goldrichtig stand. „Wir hatten einen guten taktischen Plan, von dem auch vieles eingetroffen ist“, so Abwehrchef Bastian Roscheck nach der Partie.

Philipp Weber (DHfK) spielt einen tiefen Pass gegen Fabian van Olphen (Lemgo). Foto: Jan Kaefer

Philipp Weber (DHfK) spielt einen tiefen Pass gegen Fabian van Olphen (Lemgo). Foto: Jan Kaefer

Waren es in den ersten 30 Minuten die Paraden des „Hexers“, nach denen die Leipziger oft genug erfolgreich waren, drehte sich dies etwas in Hälfte zwei, und der für seinen Kollegen eingewechselte Peter Johanneson auf Seite der Westfalen hielt etwas mehr Würfe. Doch die Deckung des SC DHfK kam wieder in ihren Rhythmus und blockte einige Würfe der Lemgoer.

Gleichzeitig kamen die Grün-Weißen nicht mehr so einfach zum Torerfolg, da auch die Lemgoer in Halbzeit zwei eine dynamischere Deckung stellten. Lukas Binder fasste zusammen: „Wir haben noch zu viele Gelegenheiten liegen gelassen, und die Saison ist eine andere als die letzten beiden. Es fehlt im Tempospiel noch etwas Selbstvertrauen, das wollen wir uns nun zurückholen.“

Ein weiterer Versuch, die Lemgoer Abwehr zu durchbrechen. Foto: Jan Kaefer

Ein weiterer Versuch, die Lemgoer Abwehr zu durchbrechen. Foto: Jan Kaefer

Die Trainer schienen einen knappen Ausgang erahnt zu haben, beide hoben sich eine letzte Auszeit für die letzten Minuten der Partie auf. Nur zweimal lag eine Mannschaft mit zwei Toren vorne. Die Führung wechselte weitere zwei Mal, wozu auch Leipziger Fehlpässe beitrugen, die sich zum Unmut von André Haber in das Spiel mischten.

„Das tut schon weh in der späten Phase des Spiels. Wir haben heute zwei gute Abwehrreihen gesehen und waren auf die eingestreute 5-1-Verteidigung gefasst. Leider haben wir es versäumt uns abzusetzen, Möglichkeiten dazu gab es.“ Denn dreimal setzten die Leipziger im Spielverlauf einen Wurf an das Gebälk. Dies hätte der „Abwehrschlacht“ (so Lemgo-Trainer Florian Kehrmann) eine andere Wendung geben können.

Dieser letzte Freiwurf von Fabian van Olphen (Lemgo) hätte die Partie noch auf den Kopf stellen können. Foto: Jan Kaefer

Dieser letzte Freiwurf von Fabian van Olphen (Lemgo) hätte die Partie noch auf den Kopf stellen können. Foto: Jan Kaefer

Mit einer Auszeit in der 59. Minute ordnete er beim Zwischenstand von 22:22 seine Spieler, doch eine Parade von Johanneson gegen Webers Wurf von der halbrechten Position verbaute den Hausherren die Führung. Gäste-Trainer Florian Kehrmann nahm nun seine letzte Auszeit und auch DHfK-Keeper Villadsen parierte den Wurf. Doch wegen eines Fouls entschieden die Schiedsrichter diesmal richtigerweise auf einen letzten Freiwurf.

Haber schickte noch einmal alle langen Kerls auf die Platte, und der Freiwurf verfehlte den Kasten. Ein verdientes Unentschieden, das Lemgo etwas mehr nutzen dürfte. „Wenn wir aber dreißig Sekunden vor Abpfiff nicht mehr den Ball haben, sind wir auch einmal froh, wenn der nicht noch reinfliegt“, so Haber.

Nun stehen noch die Auswärtspartien in Berlin und Wetzlar an, bevor seit Jahren mal wieder ein Weihnachtsspiel am 27.12. gegen Magdeburg in die Arena lockt.

SC DHfK LeipzigBundesligaLemgo
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Der Leipziger Brühl könnte mit einigem Aufwand auch ein paar Bäume bekommen
Blick vom Richard-Wagner-Platz in den Brühl. Foto: Petra Dobschütz

Foto: Petra Dobschütz

Für alle LeserDie Neugestaltung des Brühl zwischen Richard-Wagner-Platz und Reichsstraße ist noch gar nicht so alt, keine sieben Jahre. Aber dass die Straße mit ihrer Sperrung für den Kfz-Verkehr eigentlich auch ein bisschen Aufenthaltsqualität hätte bekommen müssen, war den Leipziger Straßenplanern augenscheinlich nicht präsent. Im Mai thematisierte die CDU-Fraktion die Sache mit einem Antrag im Stadtrat.
Herbstjahr: Ralph Grünebergers Roman über drei junge Leipziger im Umbruchjahr 1989/1990
Ralph Grüneberger: Herbstjahr. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas passt schon. Der 30. Jahrestag jenes 9. Oktober 1989 nähert sich, an dem 100.000 Menschen um den Leipziger Ring zogen und die SED-Funktionäre ihre Ohnmacht begriffen. Und Ralph Grüneberger hat seinen Roman fertig, an dem er seit 2012 gearbeitet hat. Am 25. September stellt er ihn in der Stadtbibliothek vor. Und das Titelfoto darf nicht täuschen: Es ist keine weitere Wende-Wunder-Geschichte geworden. Grüneberger blendet nicht ab, als das „Wunder“ vorbei war.
RB Leipzig vs. Bayern München 1:1 – Phasenweise ein Spektakel
Torschütze Forsberg jubelt mit Poulsen, der vor dem Strafstoß gefoult wurde. Foto: Gepa Pictures

Foto: Gepa Pictures

Für alle LeserIm Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga hat RB Leipzig die Tabellenführung verteidigt. Ein 1:1 gegen Verfolger Bayern München reichte am Samstagabend, den 14. September, dafür aus. Nach frühem Rückstand durch Lewandowski erzielte Forsberg kurz vor der Pause den Ausgleich. Während Bayern den Beginn der 1. Hälfte dominierte, spielten die Leipziger in den Minuten nach dem Seitenwechsel groß auf. Kurz vor dem Abpfiff hätten beide das Siegtor erzielen können.
Ticketverlosung: „Schwarze Grütze“ – Wenn die Leipziger Pfeffermühle zur Notaufnahme wird

Foto: Thomas Bartilla

VerlosungWer geht nicht gern in die Notaufnahme? Das Kabarett-Duett „Schwarze Grütze“ bittet anlässlich ihres neuen Tourprogramms am 25. September auf die Bühne der Leipziger Pfeffermühle. Freikäufer haben die Möglichkeit, 2x2 Freikarten zu ergattern.
Gepfeffert teurer „Scherz“: Internet-Hetze gegen L-IZ-Journalist kostet Neonazi 8.000 Euro Schadenersatz
Benjamin B. hofft als einer der Ersten auf fleißiges Teilen einer Verleumdung bei Facebook. Über das Netzwerk verbreitet sich der fingierte Fahndungsaufruf bis hin zu besorgten Müttern und niemand prüft den Wahrheitsgehalt. Screen L-IZ.de vom öffentlich einsehbaren FB-Account von Benjamin B.

Screen L-IZ.de vom öffentlich einsehbaren FB-Account von Benjamin B.

Für alle LeserWie merkt ein Journalist, der zu lokalen Neonazi-Strukturen recherchiert, dass er zu tief im braunen Sumpf gestochert hat? Zum Beispiel daran, dass er plötzlich Angst haben muss, das Haus zu verlassen. Dass er im Fußballstadion aggressiv angegangen wird. Dass er sich zum Selbstschutz von der Demo-Berichterstattung fernhalten muss und seinem Beruf nicht mehr ausreichend nachkommen kann. Und all das, weil ein Neonazi ihn in einem gefälschten Fahndungsaufruf als Kinderschänder diffamiert. Einem unserer Kollegen passierte genau das. Ein Zivilgericht sprach ihm nun Schadensersatz zu – und fand deutliche Worte.
Sind Sitzungen im Leipziger Rathaus eigentlich noch gegen fremdes Abhören sicher?
Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten und Freibeuterin). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEine berechtigte Sorge äußerte Piratenstadträtin Ute Elisabeth Gabelmann in einer ihrer letzten Anfragen als Stadträtin: Kann es sein, dass es mittlerweile keine vertraulichen Beratungen im Rathaus mehr geben kann, weil auf fast jedem Smartphone irgendeine Möglichkeit zum Mithören installiert ist?
KUNSTKONZIL #42 – life, the universe and everything
Kurt Bartel. Foto: Christoph Sandig

Foto: Christoph Sandig

Nach 5 Jahren endet das Projekt Kunstkonzil mit der Ausgabe 42 unter dem Titel: „life, the universe and everything“. Von den weit über 50 gezeigten Künstlerinnen und Künstler hat Ausstellungsmacher Frank Berger einige zum letzten Kunstkonzil eingeladen: Kurt Bartel, Irene Kiele, Wolfgang KE Lehmann, Hassan Haddad, Britta Schulze, Lisa Chandler und Marlet Heckhoff. Als Gastkünstler kommen Bernd Selle und Alexander Prokogh dazu. Alle zusammen bilden einen spannenden Querschnitt der in Leipzig momentan entstehenden Kunst.
Gibt es eine Chance, den Westplatz grüner und leiser zu machen?
Der Westplatz mit Blick in die westliche Käthe-Kollwitz-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserJahrelang wirkte Stadtpolitik wie eine Black Box. Auch deshalb, weil sich die Stadtverwaltung gern hinter Verfahren, Gesetzen und längst vergessenen Beschlüssen versteckte. Aber es ändert sich spürbar. So antwortete Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau jetzt sehr eingehend auf eine Einwohneranfrage von Barbara Bartsch, die am Westplatz wohnt und dort vor allem ein paar grüne Bäume vermisst.
Nach der Ausladung von OBM Feldmann sagte auch Fridays For Future seinen Auftritt auf der IAA ab
Viel Platz für Autos: B2 bei Markkleeberg. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserDie deutsche Automobilindustrie steckt in einer veritablen Krise. Die Krise um die Tricksereien beim Diesel hat die eigentliche Krise nur verdeckt. Zu spät, zu zögerlich, zu mutlos haben die deutschen Autobauer umgeschaltet und auf umweltfreundliche Technologien gesetzt. Aber eben nicht aus Überzeugung, wie die völlig stillose Ausladung des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann zur IAA zeigte.
#AllinforClimateAction kritisiert: Die Bundesregierung diskutiert nur Pillepalle
Rebecca Freitag und Pia Jorks mit dem internationalen Kampagnenschild. Foto: Change.org

Foto: Change.org

Für alle LeserZwar reden CDU, CSU und SPD jetzt endlich wieder über Klimapolitik. Aber das, was da als flauer Kompromiss zwischen den Regierungsfraktionen derzeit ausgekocht wird, genügt nicht einmal den von der Bundesregierung selbst gesteckten Zielen. Es ist wieder die alte, fläzige Politik nach dem Motto: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“. Entsprechend enttäuscht waren die jungen Klimaaktivisten nach ihrem Besuch im Bundeskanzleramt.
Experiment Künstlerehe: Interaktive Ausstellungsstücke machen die Musikwelt von Clara und Robert erlebbar
Das Schumann-Haus in der Inselstraße. Foto: Christian Kern

Foto: Christian Kern

Für alle LeserAm Freitag, 13. September, wurde das extra zu Claras 200. Geburtstag neu gestaltete Museum im Leipziger Schumann-Haus mit einer Festveranstaltung eröffnet. 460.000 Euro wurden in die neu gestaltete Ausstellung investiert, die noch stärker als die vorige das Leben und Schaffen eines genialen Künstlerehepaares zeigt.
Stadtwerke Leipzig haben jetzt zwölf Dienstfahrräder in den Fuhrpark aufgenommen
Rotor-Geschäftsführer Sebastian Billhardt (Mitte) übergibt die neuen Dienstfahrräder an Patrick Fritzsch (rechts) und Daniel Eckardt von der Stadtwerke-Tochter Netz Leipzig. Foto: Leipziger Gruppe / Bertram Bölkow

Foto: Leipziger Gruppe / Bertram Bölkow

Für alle LeserZäh ist auch das Leipziger Umdenken beim Verkehr. Auch Leipzig hat viel zu lange gezögert, endlich Strukturen für einen klimafreundlichen Stadtverkehr der Zukunft zu entwickeln. Leipzigs Kommunalbetriebe setzen zwar schon seit ein paar Jahren werbeträchtig auf Elektro-Pkw. Aber selbst die werden bei vielen Tätigkeiten im Stadtgebiet gar nicht gebraucht, wenn die Wege mit einem Dienstfahrrad deutlich energiesparender zurückgelegt werden können.
Premiere am 28. September in der Semperoper Dresden: »Il viaggio a Reims/Die Reise nach Reims«
Semperoper in der Dämmerung © Matthias Creutziger

© Matthias Creutziger

Gioachino Rossinis Oper »Il viaggio a Reims/Die Reise nach Reims« eröffnet am Sonnabend, den 28. September 2019, an der Semperoper Dresden den Premierenreigen der Saison 2019/20. Eigens für die Krönungsfeierlichkeiten Karl X. schuf Rossini als monarchistisches Auftragswerk seine ungewöhnliche und personell aufwendige Komposition um eine Gruppe von europäischen »Individualreisenden«, deren unerwarteter Reisestopp nach einigen Turbulenzen in einem Nationalitäten umarmenden Fest endet.
Premiere heute am 14. September im Ost-Passage Theater: „Sapphos Welt – Volume 1: Hildegard“
Das „Ost-Passage-Theater“. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Ein besonderer musikalischer und theatraler Ausflug erwartet das Publikum: Am SA 14.09. um 20:00 Uhr findet die Premiere von „Sapphos Welt – Volume 1: Hildegard“ statt. Die Reihe „Sapphos Welt“ beleuchtet vier Komponistinnen aus vier Jahrhunderten, ihre Werke, Musik & Komposition als subversive feministische Praxis und weibliche Subjektivität im Kontext historischer Geschlechterverhältnisse.
1. FC Lok Leipzig vs. Berliner AK 2:2 – Lok zu spät entfesselt
Duell zwischen Stephane Mvibudulu (Lok) und Marcus Mlynikowski (BAK). Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserAuch nach acht Spieltagen bleibt der 1. FC Lok Leipzig in der Regionalliga Nordost unbesiegt. Das 2:2 (1:1) gegen den Berliner AK vor 3.095 Zuschauer kam am Freitagabend allerdings eher glücklich zustande. Lok, mit der Chance auf die Tabellenführung, wirkte lange gehemmt und agierte oft ungenau. Die nach drei Niederlagen angezählten Gäste trafen aber nur zweimal, weil sie mehrere Möglichkeiten fahrlässig verspielten oder an Lukas Wentzel scheiterten. Für Leipzig trafen Schulze und Schinke.