Triathlet Marc Werner: „Ich musste heulen wie ein kleines Kind“

Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 69, seit 19. Juli im HandelSensationelle Leistung vom Leipziger Triathleten Marc Werner. Der 42-Jährige absolvierte bei der weltgrößten Triathlon-Langdistanz der Welt im fränkischen Roth seinen allerersten Wettkampf über die Langdistanz und das in unter neun Stunden. Für die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und den vollen Marathon am Ende brauchte der für den LFV Oberholz startende Werner nur 8:57 Stunden.
Anzeige

Das ist gleichzeitig die zweitbeste Zeit eines Leipzigers in Roth. Nur Per van Vlerken war 2015 mit 8:04 Stunden deutlich schneller und wurde letztlich Vierter in der Gesamtwertung. Im Gegensatz zu Werner ist Vlerken allerdings Profi-Triathlet. Wie Marc Werner als Teilzeit-Triathlet Dritter in seiner Altersklasse und 53. in der Gesamtwertung werden konnte, erklärt er im LZ-Interview.

Neben Werner startete auch die ebenfalls aus Großpösna stammende Manuela Süß und wurde mit 9:43 Stunden 18.-beste Frau in Roth und zweitbeste in ihrer Altersklasse. Süß wird im Oktober erneut an der Triathlon-Weltmeisterschaft in Hawaii teilnehmen und sah Roth nur als Trainingswettkampf. Beim Ironman in Klagenfurt verpasste Max Breitkreutz die Qualifikation für Hawaii nur knapp. Nach 9:15 Stunden kam der Triathlet von Roter Stern als 34. im Gesamtklassement und Sechster in seiner Altersklasse ein.

Herr Werner, Glückwunsch zu diesem herausragenden Platz. 53. bei der Challenge Roth und Dritter in der eigenen Altersklasse schafft nicht jeder. Haben Sie Ihr persönliches Ziel damit für die Challenge erreicht, und hat sich damit aus Ihrer Sicht all der Aufwand gelohnt?

Mein persönliches Ziel, auf das ich hingearbeitet habe, war sub 1-5-3. Also unter eine Stunde Schwimmen, unter fünf Stunden Rad und den Marathon in unter drei Stunden zu absolvieren. Das habe ich alles geschafft. Und mit einer sub 9 Stunden habe ich genau das Ziel erreicht, was ich wollte. Der Aufwand hat sich damit mehr als gelohnt.

Für diejenigen, die die Challenge Roth nicht kennen: Was macht die Faszination dieses Wettkampfs aus?

Alle haben vorher davon geschwärmt, also musste ich mich selbst davon überzeugen. Es fängt beim Schwimmen an den Tagen vorher an, für das extra der Kanal gesperrt wird. Da trainieren hunderte Gleichgesinnte und es herrscht eine grandiose Stimmung. Die Pasta Party am Freitag ist bereits eine tolle Party, auf der auch die Profis vorgestellt werden. Tausende Triathleten in einem Zelt bei leckeren Speisen und Getränken.

Die Organisation ist der Hammer. Bei knapp 6.000 Startern inklusive Staffeln klappt alles nahezu reibungslos. Das Beste ist aber der Wettkampf überhaupt und die Stimmungsnester überall. Am Solarer Berg stehen zehntausende Zuschauer und bilden eine enge Gasse, wie man sie nur von der Tour de France kennt. Gänsehaut-Feeling pur. Die neun Stunden vergingen somit recht schnell.

Schon um 6:30 Uhr ging der Wettkampf mit dem Schwimmen los. Wann sind Sie aufgestanden und vor allem: Konnten Sie vorher gut schlafen?

Aufgestanden bin ich erst 4:15 Uhr nach nur circa drei Stunden Schlaf. Die vorletzte Nacht war ich auch irgendwie so aufgeregt, dass ich fast gar nicht geschlafen habe. Das Problem hatte ich vorher so noch nie.

Wie sah die sportliche und organisatorische Vorbereitung die Tage zuvor aus?

Ich bin bereits am Donnerstag angereist, um alles entspannt zu schaffen. Startunterlagen abholen, Radstrecke noch mal abfahren, also nur eine Runde circa 85 Kilometer, mit Gleichgesinnten sich aufpuschen (lacht). Pasta-Party, Wettkampfbriefing und Check-in am Samstag und so weiter. Meine Familie ist erst Samstagnachmittag dazugekommen.

Die Challenge ist die weltgrößte Triathlon-Veranstaltung auf der Langdistanz. Roth ist wiederum nur eine Kleinstadt. Hat logistisch alles gepasst?

Logistisch war es eine Meisterleistung, vom Busshuttle zurück mal abgesehen. Der kam zu spät und nahm leider nur willkürlich den Anhang der Sportler mit. Ärgerlich, wenn man da mit Familie steht und nicht weiß, wie man wieder zurück zu Schwimmstart und Auto kommt.

"Der Anstieg nach Büchenbach war gefühlt das Matterhorn. Allein der Gedanke an die sub 9 hat mich vorangetrieben." Foto: Kenneth Warmuth

„Der Anstieg nach Büchenbach war gefühlt das Matterhorn. Allein der Gedanke an die sub 9 hat mich vorangetrieben.“ Foto: Kenneth Warmuth

Sieger Andreas Dreitz, der in unter acht Stunden gewann, hat über das Rennen gesagt: „Ich bin durch viele Höhen und Tiefen gegangen. Ich habe immer versucht, mich zu pushen.“ Wie war es bei Ihnen, wo gab es kritische, aber auch positive Momente?

Ich muss gestehen, da ich die Radstrecke doch sehr entspannt gefahren bin, die ersten wirklich quälenden Passagen erst bei Kilometer 32 gehabt zu haben. Der Anstieg nach Büchenbach war dann gefühlt das Matterhorn. Allein der Gedanke an die sub 9 hat mich vorangetrieben. Wenn ich sicher aus der sub 9 raus gewesen wäre, hätte bestimmt der Kopf zugemacht und ich wäre deutlich langsamer geworden.

Positive Momente gab es nach dem Schwimmen, wo ich sehr überrascht war von meiner für mich sehr guten Schwimmzeit und natürlich die großen Momente, wenn mich meine Familie und Freunde an der Strecke anfeuerten. Der Zieleinlauf war dann etwas zu mental für mich, der tolle Einlauf in die Zielarena, und als ich die 8:57 gesehen habe, musste ich dann heulen wie ein kleines Kind.

Wie übersteht man überhaupt mental fast neun Stunden Sport am Stück?

Besser als ich vorher gedacht habe. Wie schon erwähnt, verging die Zeit rasend schnell. Wichtig ist die Verpflegung, ohne würde es nicht funktionieren. Respekt den Finishern, die wesentlich länger auf der Strecke waren.

Ich kann mir vorstellen, dass Sie ziemlich kaputt waren. Wie sah und sieht die Regeneration aus?

Ich muss gestehen, so sehr kaputt habe ich mich nicht gefühlt. Da ging es mir nach einer Mitteldistanz mit wesentlich höherem Tempo manchmal schlechter. Einzig der Muskelkater ärgert mich noch etwas länger momentan. Da ich im Anschluss direkt für zwei Wochen in den Urlaub mit der Familie gefahren bin, ist für Entspannung des Körpers gesorgt, und andere Dinge rücken in den Vordergrund.

Aber ist diese Belastung überhaupt gesund?

Das Training ist in gewissem Maße durchaus gesundheitsförderlich. Der Wettkampf selber und das Übermaß an Training wird den Körper wohl etwas verschleißen. Aber ich denke, das ist den Langdistanzlern allen bewusst. Gesünder als gar kein Sport ist es allemal.

Wie viel Trainingsaufwand haben Sie betrieben? Wann begann die konkrete Vorbereitung?

Die konkrete Vorbereitung begann mit Umfangsteigerungen ab Januar. Bis Mitte April zum Leipzig Marathon habe ich ausschließlich an der Laufform gefeilt und danach mit dem Radtrainingslager auf Mallorca an der Radform gearbeitet. Die Spitzenwochen im Mai und Juni ergaben bis zu 16 Stunden Training pro Woche, was eigentlich nicht wirklich immens viel ist.

Ich hätte auch gern wesentlich mehr trainiert, aber mit Vollzeitarbeit, Familie mit zwei Kindern, Haus und Garten ist das nicht wirklich drin gewesen.

Beim Leipzig Marathon feilte Werner an seiner Laufform für die Challenge. Foto: Jan Kaefer

Beim Leipzig Marathon feilte Werner an seiner Laufform für die Challenge. Foto: Jan Kaefer

Wie ist es Ihnen gelungen, Familie und Vollzeit-Job unter einen Hut zu bekommen?

Die Familie muss komplett hinter einem stehen. Trainiert wird vor der Arbeit, in der Mittagspause und abends wenn die Kinder im Bett sind. Am Wochenende geht es um 6 Uhr auf die längere Radtour, samstags und sonntags zum langen Lauf. So bin ich frühzeitig nach drei beziehungsweise fünf Stunden wieder zu Hause und habe noch viel freie Zeit für die Familie.

Sie haben erst vor 16 Jahren mit dem Laufen angefangen. Was muss man mitbringen und tun, um am Ende auf dieses Niveau zu kommen?

Man muss kontinuierlich dranbleiben, Spaß am Sport haben. Mit den Jahren kommt der Erfolg. Am Ende kann man sagen, dass ich eigentlich 16 Jahre auf die Langdistanz hingearbeitet habe.

Roth wäre geschafft. Kommt jetzt die Ironman-Quali im nächsten Jahr und/oder haben Sie sich schon für die Challenge Roth 2020 angemeldet?

Ob ich nächstes Jahr gleich wieder eine Langdistanz mache, weiß ich nicht. Mit etwas zeitlichem Abstand wird Roth wieder ein Ziel sein, und auch Hawaii wird irgendwann das Ziel sein. Aber dafür ist das Sparsackerl noch etwas zu leicht (lacht).

Worauf haben Sie beim Material für die Challenge geachtet?

Nicht wirklich auf andere Dinge als für andere Triathlons davor. Es gab ein paar Neuanschaffungen, die ich auch ohne Langdistanz gemacht hätte.

Wie haben Sie sich davor, danach und währenddessen ernährt?

Auf die Ernährung davor habe ich nicht wirklich geachtet. Dafür esse ich zu gerne (lacht). Während des Wettkampfes heißt es nur ohne „Mampf kein Kampf“. Ich kam hervorragend mit der gestellten Verpflegung zurecht. Und das Zureichen auf der Strecke klappte spitzenmäßig.

Wie nah geht man in der Vorbereitung an die volle Distanz ran?

Meine längsten Trainings waren nicht länger als 4,5 Stunden. Längere Einheiten wären vielleicht für den Kopf gut gewesen. Wenn die erste Langdistanz schiefgelaufen wäre, hätte ich beim zweiten Anlauf wohl länger trainiert. Im Nachhinein lag ich mit meinem Trainingsaufwand wohl auch nicht ganz so falsch.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache: Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 500 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

Leipziger Zeitung Nr. 69, seit Freitag, 19. Juli 2019 im Handel: Frei nach Schiller: Die Gedanken sind nicht frei, wenn Einer nicht den Mut zur Freiheit hat

* Leserclub *Leipziger ZeitungTriathlon
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

1. FC Lok Leipzig vs. Meuselwitz 1:0 – Arbeitssieg vor dem Lockdown
Das Leipziger Siegtor fiel bereits in der ersten Spielminute. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserDer nächste Heimsieg für den 1. FC Lok. Gegen den ZFC Meuselwitz obsiegten die Blau-Gelben am Mittwochabend mit 1:0 (1:0). Vor 999 Zuschauern traf Tom Nattermann schon nach 50 Sekunden zur Führung. Danach bot das Spiel Kampf und Krampf. Lok und Meuselwitz wollten, konnten allerdings kaum Angriffe durchspielen.
LockdownLight: Zankapfel Gastronomie
Was vom Sommer blieb, endet in der Schließung im November 2020. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWas sich bereits im Laufe des Tages anbahnte, wird durch eine Pressemitteilung der sächsischen Industrie- und Handelskammern zu den neuen Corona-Maßnahmen Gewissheit. Die Gastronomien und Tourismusunternehmen fühlen sich ungerecht behandelt, die „Verhältnismäßigkeit ist nicht gewahrt“, so die IHK Leipzig, Dresden und Chemnitz in einer gemeinsamen Erklärung. Für einen Monat sollen alle Kneipen, Bars und Restaurants, aber auch Freizeit,- Tourismus,- und Veranstaltungsstätten ab 2. November 2020 schließen. Erste Klageandrohungen dagegen waren bereits vereinzelt schon vor den Beschlüssen vom heutigen 28. Oktober zu hören, die IHKs warnen nun vor steigenden Insolvenzzahlen.
Mittwoch, der 28. Oktober 2020: Lockdown light ab Montag
Kultureinrichtungen wie das Gewandhaus dürfen im November wohl nicht öffnen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDeutschland wird wohl ab Montag in einen „Lockdown light“ gehen. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsident/-innen heute beschlossen. Wie genau die Situation in Sachsen sein wird, ist noch nicht offiziell bekannt, doch der Bund wird 10 Milliarden für Umsatzausfälle auch bei Soloselbstständigen, Gastronomien und der Eventbranche zur Verfügung stellen. Außerdem: Sachsen fördert ein Forschungsprojekt für Coronatests und Chemnitz wird Kulturhauptstadt Europas. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 28. Oktober 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Coronavirus: Einmal Weihnachten retten + Updates zum Lockdown light
Weihnachten retten, Weihnachtsmarkt beerdigen? Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSeit dem heutigen Morgen geht es bereits rund in den deutschen Medien. Noch vor der Videokonferenz des Bundes mit den Ministerpräsident/-innen der Länder kursierte ein Entwurf der Bundesregierung, in welchem die Vorschläge der neuen Corona-Maßnahmen ab 4. November 2020 beschrieben werden. Seit wenigen Stunden heißt es nun, dass diese sogar bereits ab Montag, 2. November 2020 in Kraft treten sollen und es weitgehende Einigkeit der Länder mit dem Bund dazu gibt. Der Katalog liegt neben anderen Medien auch der L-IZ.de vor. Informationen, die in der Pressekonferenz der Bundesregierung bestätigt wurden.
Südtiroler Pestizidprozess: Landesgericht Bozen beendet Strafverfahren gegen Verleger des Münchner oekom Verlags und weitere Mitglieder des Umweltinstituts München
Alexander Schiebel: Das Wunder von Mals. Cover: Oekom Verlag

Cover: Oekom Verlag

Für alle LeserDas Landesgericht Bozen bestätigte in seiner Entscheidung vom heutigen 28. Oktober den Antrag der Staatsanwaltschaft, die Ermittlungen gegen oekom-Verleger Jacob Radloff und die Mitglieder des Umweltinstituts aus Mangel an Beweisen einzustellen. Die Betroffenen begrüßen die Entscheidung als einen bedeutenden Teilsieg für das Recht auf freie Meinungsäußerung.
Haltungsnote: Lipgloss auf Eierragout – Eine Kolumne über Ossis und Wessis
Autor, Leipziger und Kolumnist David Gray. Foto: Erik Weiss Berlin

Foto: Erik Weiss Berlin

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelAm Abend des 9. November 1989 sagte Stefan Aust in einem Kommentar: „Heute Abend ging der zweite Weltkrieg zu Ende“. Der Mann hatte Recht. Der Mauerfall setzte einen Schlusspunkt unter die Nazidiktatur und den auf sie folgenden Kalten Krieg. Damals wird Aust mit seiner Interpretation eher alleingestanden haben.
Europäische Menschenrechtskommissarin wertet den Prozess gegen „Das Wunder von Mals“ als typische SLAPP-Klage
Äpfel, mit Misstrauen betrachtet. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich sind es die Naturschutzverbände, die ein verbrieftes Recht haben, gegen Verstöße gegen den Naturschutz vor Gericht zu ziehen. Was sie oft schon aus dem simplen Grund nicht tun, weil ihnen nicht die finanziellen Reserven zur Verfügung stehen, mit denen selbst Kommunen und Länder die Klagen anwaltlich abwehren können. Dass ein staatlicher Amtsträger nun gar gegen ein Umweltinstitut und einen Autoren vor Gericht zieht, wertet auch Menschenrechtskommissarin Dunja Mijatovic als massive Grenzüberschreitung. Der Fall betrifft auch den Journalismus.
Verkehrsdezernat will 2021 die Beobachtungsergebnisse zu den Pollern in der Richard-Lehmann-Straße vorlegen
Abgepollerter Radweg vor der Post in der Richard-Lehmann-Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWir können ja das Bild vom brutal umgefahrenen Poller vom Neumarkt hier wieder einblenden – was wir auch machen. Denn in der Regel räumt Leipzig die mit Auto-PS umgewalzten Poller meist relativ schnell wieder weg, sodass die meisten Leipziger gar nicht merken, mit welcher Rücksichtslosigkeit einige Autobesitzer alles niederfahren, was sie in ihrem Besitzanspruch eingrenzt. So geht es auch den eher niedlichen Pollern in der Richard-Lehmann-Straße.
Ein Brief an den Bundeswirtschaftsminister: Wir brauchen fairen Wettbewerb, keine neuen Oligopole
Das GuD-Kraftwerk der Stadtwerke Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserMit einem in mehreren Zeitungen veröffentlichten Brief wandten sich am Freitag, 23. Oktober, die Geschäftsführer mehrerer deutscher Stadtwerke an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, in dem sie die Unterstützung der Bundesregierung für die die beiden Energiekonzerne e.on und RWE im Kartellverfahren vor dem Gericht der Europäischen Union (EuG) kritisieren. Auch die Leipziger Stadtwerke sind dabei. Auch sie wären betroffen.
NABU Sachsen: Der Straßenbau im Naturschutzgebiet „Röderauwald Zabeltitz“ bei Meißen war illegal
Illegal gebaute Straße durch die Röderaue. Foto: Renate Wilhelms / NABU Sachsen

Foto: Renate Wilhelms / NABU Sachsen

Für alle LeserSächsische Behörden ticken noch immer wie im 20. Jahrhundert. Und nicht nur die in Sachsen. Man muss ja nur in den Dannenröder Forst schauen, wo Umweltaktivisten verzweifelt versuchen, den Bau der A49 mitten durch das Waldgebiet zu verhindern. Doch selbst in Zeiten, wo unsere Wälder akut vom Klimawandel gestresst sind, planen Behörden noch immer rücksichtslos drauflos und ignorieren die Einsprüche der Umweltverbände. Ein Beispiel aus Meißen bringt jetzt den NABU Sachsen auf die Palme.
Darwins Notizbuch: Das Leben und Forschen von Charles Darwin in Bildern, Zitaten und kurzweiligen Texten
Jonathan Clements: Darwins Notizbuch. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserHätte Jonathan Clements dieses Buch erst 2019 geschrieben, hätte er einige Akzente garantiert anders gesetzt – weniger über die heutigen selbst ernannten „Kritiker“ Darwins geschrieben, dafür mehr über Darwins erstaunlich aktuelle Warnungen zum Aussterben von Arten. Aber 2009 war so ein Jahr, da waren die Kreationisten und ähnliche Meinungsmacher ziemlich laut. Und Darwins 200. Geburtstag war mal wieder von schrillen Beiklängen begleitet.
Theater und Film: SRBENKA und die langen Schatten des Kroatienkrieges
Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Im MIttelpunkt des kroatischen Filmes SRBENKA stehen die Proben zum Stück „Alexandra Zec“ (2014) des Theaterregisseurs Oliver Frljić, der wie kein anderer Theaterschaffender in Kroatien polarisiert. Es geht um die Ermordung eines zwölfjährigen serbischen Mädchens und ihrer Familie 1991 in Zagreb. Schnell gefunden, wurden die Täter nie verurteilt.
Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (7): Streit um das Erbe der DDR nach 1990
© gemeinfrei

© gemeinfrei

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelHaben Sie schon mal den Namen Ireneo Funes gehört? Nein? Er ist der Protagonist in „Das unerbittliche Gedächtnis“, einer Erzählung des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges von 1942. In der Geschichte verliert jener Funes, ein 19-jähriger Dörfler, nach einem Sturz seine Fähigkeit zum Vergessen. Jeden fremdsprachigen Text, jede Beobachtung aus seinem Alltag, jedes Gesicht kann der gelähmte Gaucho nun bis ins Detail aus seinem Gedächtnis abrufen. Es geht nicht lange gut. Mit gerade einmal Anfang 20 ereilt den armen jungen Mann der einsame Tod.
Dienstag, der 27. Oktober 2020: Leipzig verschärft die Corona-Regeln deutlich
Oberbürgermeister Burkhard Jung. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserBis vor einigen Tagen war Leipzig stets im „grünen Bereich“ unterhalb eines Inzidenzwertes von 20. Doch dann hat die Stadt schnell die 35er-Marke geknackt. Als Konsequenz hat die Verwaltung heute deutliche Verschärfungen der Corona-Maßnahmen angekündigt. Außerdem: Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsident/-innen könnten morgen einen Lockdown beschließen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 27. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Neue Tanzproduktion „Schule des Wetters: Schnee“ feiert am 4. November Premiere
Theater der Jungen Welt. Foto L-IZ.de

Foto L-IZ.de

Das Theater der Jungen Welt feiert im November die zweite Tanz-Premieren dieser Spielzeit: „SCHULE DES WETTERS: SCHNEE“. Sehnsucht nach weißen Weihnachten? Das TDJW holt die „weiße Pracht“ ins Haus und macht einen winterlichen Winter möglich: ob leichter Schneefall oder wildes Flockengestöber – das Ensemble wird mit dem Publikum eine frostig-schöne Allianz eingehen.