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Wie das Einradhockey nach Leipzig kam – Sandra Rucká engagiert sich bei den UniLipsSticks

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    Hockey-Sport ist auch in Leipzig recht populär. Beim Feldhockey, Eishockey und Unihockey – alias Floorball – mischen einige Teams aus der Messestadt durchaus hochklassig mit. Dass Hockey aber auch auf dem Einrad gespielt werden kann, dürfte hingegen weniger bekannt sein – obwohl es bereits seit 26 Jahren eine Deutsche Einradhockeyliga gibt. Dort sind seit 2016 auch die UniLipsSticks aus Leipzig aktiv, die der Abteilung Kunst- und Einradfahren beim Knautkleeberger SC 1864 angegliedert sind.

    Der Teamname UniLipsSticks hat dabei allerdings weder mit der Universität noch mit Lippenstiften zu tun. „Uni steht für das Einrad, also Unicycle, Lips für Leipzig und Sticks für die Schläger – außerdem klingt es lustig“, erklärt Sandra Rucká im Interview mit der Leipziger Zeitung (LZ). Die 32-Jährige ist Spielerin, Trainerin und Öffentlichkeitsarbeiterin gleichermaßen.Unterstützt wird sie dabei von ihrem Ehemann Pavel, der – wie sie – ebenfalls aus Tschechien stammt. „Einradfahren habe ich während eines Austauschsemesters in Hannover beim Uni-Sport gelernt, wo auch schon Einradhockey gespielt wurde. Das fand ich damals ganz verrückt. Dort habe ich auch meinen Mann kennengelernt, und wir haben gemeinsam mit Einradhockey begonnen“, beschreibt die hauptberufliche Planerin ihren Einstieg in diese Sportart.

    Zurück in Prag schlossen sich beide dem dortigen Einradhockey-Team an. Doch schon ein Jahr später, also 2014, zog das Paar nach Leipzig um. Hier allerdings gab es für organisierten Sport auf nur einem Rad noch keine Angebote. Also suchte Rucká nach Alternativen: „Ich bin dann auf das Kunstradfahren beim Knautkleeberger Sportclub gestoßen und habe mich angemeldet“.

    Dort stellte sie dann zu ihrer Freude fest, dass zur Abwechslung hin und wieder auch mal auf dem Einrad gefahren wird. Und es meldeten sich auch ein paar Interessierte, die das ebenfalls gerne lernen wollten. Die Vision vom eigenen Einradhockey-Team nahm damit erste Konturen an. Sandra Rucká machte ihre Übungsleiterlizenz Sport und initiierte die Gründung der Abteilung Kunst- und Einradfahren beim KSC. Seit August 2016 gibt es dort nun also das Einradhockey-Team der UniLipsSticks.

    Das Interesse wächst

    „Mittlerweile läuft die Gruppe schon über fünf Jahre, und wir haben elf Mitglieder. Im Januar kommen voraussichtlich noch sechs neue Mitglieder hinzu“, freut sich Rucká. „Es ist gerade ein kleiner Boom, und es kommen vor allem Kinder neu zum Training, obwohl das am Freitagabend ist. Denen macht es richtig Spaß, und sie lernen unheimlich schnell.“ Im Einradhockey können alle in einem Team spielen, egal ob Kinder, Erwachsene, Frauen oder Männer.

    Mit etwa sechs Jahren kann man einsteigen, weil die Körpergröße dann für das kleinste Einradmodell passend ist. Die Altersspanne bei den UniLipsSticks reicht aktuell von 9 bis über 50 Jahre. Trainiert wird übrigens jeden Freitag von 18:45 bis 20:15 Uhr in der Sporthalle der August-Bebel-Schule im Leipziger Osten – wenn es die geltenden Corona-Regelungen zulassen.

    Gespielt wird Einradhockey auf einem 35–45 Meter langen, 20–25 Meter breiten und von einer Bande umgebenen Spielfeld, auf dem sich zwei Teams zu je fünf Akteur/-innen gegenüberstehen. Diese versuchen, auf ihrem Einrad fahrend, einen Tennisball mittels eines Eishockey- oder Floorballschlägers in das 1,80 Meter breite und 1,20 Meter hohe Tor des gegnerischen Teams zu lancieren. Die Spielzeit ist nicht abschließend definiert, sondern richtet sich nach dem für das jeweilige Turnier zur Verfügung stehenden Zeitrahmen.

    „Wenn ich jemandem erzähle, dass ich Einradhockey spiele, fragen die manchmal: ‚Was? Bist du da die Einzige in Deutschland?‘“, berichtet Sandra Rucká. „Ich sage dann: ‚Nein, es gibt eine Liga mit über 70 Mannschaften‘. Da sind alle immer sehr überrascht. Aber vielleicht liegt das daran, dass es gerade hier im Osten nicht so viele Teams gibt“.

    Tatsächlich sind es in Mitteldeutschland außer den Leipziger/-innen nur noch zwei: in Meißen und Dresden. Mit Prag und Litomerice nehmen zudem auch zwei tschechische Teams an der Einradhockeyliga teil. Vereinsmäßig besonders gut aufgestellt ist man hingegen rund um Frankfurt/Main, Köln oder Hamburg.

    Eine Liga für alle

    Die Deutsche Einradhockeyliga wird nicht im klassischen Ligensystem mit Auf- und Absteigern ausgetragen, sondern in Form von Turnieren, die im Laufe eines Spieljahres von jedem Team angeboten werden können bzw. sollen.

    „Die Deutsche Einradhockeyliga soll Einradhockeybegeisterten die Möglichkeit geben, ihr Hobby in einem sportlichen Rahmen auszuüben. Deswegen ist sie sowohl neuen Teams als auch einzelnen Spielern gegenüber offen, und ermutigt alle, an dem von ihr gebotenen Spielbetrieb teilzunehmen. (…) Jedes Team kann eigene Turniere ausrichten. Auf einem Turnier spielen in der Regel vier bis acht Teams“, heißt es dazu im offiziellen Turniermodus.Die Platzierungen bei den Turnieren bringen Punkte, die dann im Gesamtranking die Zuordnung zu einer bestimmten Spielstärke (A–F) ergeben.

    Die UniLipsSticks stehen in dieser Saison noch bei null Punkten, da sie coronabedingt an noch keinem Turnier teilnehmen konnten. „Wir hatten noch nie das Ziel, deutschlandweit die Besten zu werden, wollten aber zumindest in unserem näheren Umkreis mal einen ersten oder zweiten Platz im Turnier belegen“, sagt Sandra Rucká. „Im Moment ist das Ziel aber, überhaupt irgendwann mal wieder mitspielen zu können.“

    Mehr Infos zu den UniLipsSticks:
    www.einrad-leipzig.de

    „Wie das Einradhockey nach Leipzig kam – Sandra Rucká engagiert sich bei den UniLipsSticks“ erschien erstmals am 17. Dezember 2021 in der aktuellen Printausgabe der LEIPZIGER ZEITUNG. Unsere Nummer 97 der LZ finden Sie neben Großmärkten und Presseshops unter anderem bei diesen Szenehändlern.

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