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Junge Plagwitzer wollen im August einen neuen Unverpackt-Laden eröffnen

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    Noch gibt es ihn nicht: den zweiten Leipziger Laden, in dem man wichtige Lebensmittel ohne all die umweltschädigenden Plastikverpackungen bekommen kann. Aber eine kleine Gruppe ambitionierter Leipziger aus Plagwitz möchte die Idee für ihren Stadtteil gern umsetzen. Im April soll eine Crowdfunding-Aktion starten und im August soll, wenn alles gelingt, der Laden für Unverpacktes öffnen. Den Namen gibt es schon: „Lieber Lose“.

    Mittlerweile suchen ja selbst die großen Sünder, die Nahrungsmittelkonzerne, nach umweltfreundlichen Alternativen für die allgegenwärtigen Plastikverpackungen, ohne die ein heutiges Supermarktangebot gar nicht zu denken ist. Viel zu deutlich sind die Berichte zum Verbleib all dieser Einmal-Verpackungen. Jahrelang hat Deutschland die meisten der Verpackungsmüllmengen einfach nach Fernost verschickt.

    Und dort sind sie auch oft nur einfach in die Flüsse gelangt und ins Meer geschwemmt worden. Wirklich recycelt werden nur rund 10 Prozent aller gesammelten Verpackungen. Und was dann in deutschen Verarbeitungsbetrieben übrig bleibt, wird verbrannt.

    Mit einer gesunden Kreislaufwirtschaft hat das nichts zu tun.

    Es gibt auch in Leipzig schon Engagierte, die sich der bundesweiten Welle angeschlossen haben und einen Laden für Unverpacktes gegründet haben. Auch im Leipziger Westen gab es schon ein Experiment, das nach kurzer Zeit endete. Möglicherweise auch, weil die Unterstützer fehlten und die Menschen, die das Projekt von Anfang an auch als ihres begreifen und so viel Unverpacktes kaufen, wie machbar ist.

    „Das Problem ist bekannt: Zu viel Verpackungsmüll. Makro- und Mikroplastik, überflüssige Folien und Kartonagen. Verschwendetes Material, verdreckte Meere, verendete Tiere, verspielte Verantwortung“, sagt Franziska Frank, Gründerin von „Lieber Lose“. „Obwohl auch konventionelle Märkte langsam umdenken: In Leipzig ist es die Ausnahme, dass Lebensmittel und Dinge des täglichen Gebrauchs verpackungsarm- oder frei angeboten werden. Die Nachfrage hingegen steigt.“

    Und ab August soll es nun ein alternatives Angebot geben, soll „Lieber Lose“ in der Zschocherschen Straße/Ecke der Weißenfelser Straße eröffnen.

    „Das Konzept ist kein neues“, sagt Franziska Frank. „Ein Laden, in dem Produkte unverpackt und Lebensmittel lose angeboten werden. Mehl, Pasta, Reis und Linsen können in mitgebrachte oder geliehene Behälter abgefüllt werden. Gewürze, Hülsenfrüchte, Trockenobst, Nüsse, Saaten und mehr: In Selbstbedienung nehmen die Gäste genau die Mengen, die sie eben brauchen. Neben Nahrungsmitteln wird es im ‚Lieber Lose‘ unverpackte Drogeriewaren geben.“

    Mit Judith, Jule, Anna und Florian habe sie auch schon Mitstreiter, sagt sie. „So werden unterschiedliche Bedürfnisse im Ladenkonzept vereint – eine konsequent nachhaltige Linie, ein umfassendes aber pragmatisches Sortiment, Geselligkeit, Qualität und Regionalität der Waren.“

    „Lieber Lose“ soll kein moralisierender, sondern ein inspirierender Raum werden. Das Angebot soll zum Mitmachen und Weiterspinnen anstiften.

    Mitstreiterin Anna dazu: „Uns ist bewusst, dass ein unverpackter Einkauf allein keine Probleme löst. Umdenken und bewusst anderes Handeln verstehen wir trotz der ernsten Lage als eine Chance auf einen kreativen, sogar spielerischen Umgang mit der aktuellen Herausforderung.“

    Neben Unverpacktem soll es im Ladencafé auch frischen Kaffee, Tee und Snacks geben. Außerdem sollen regelmäßig kleine Veranstaltungen und Workshops im Angebot stehen.

    Die Crowdfunding-Kampagne soll am 14. April starten.

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