Sachsens Kohlekraftwerke zwischen Amortisation, Klimabeitrag und den täglichen Börsenpreisen

Gutachten sind ja so etwas wie eine Blaupause für die Politiker, die das Papierstück in Auftrag gegeben haben: Sie können sich herauslesen, was sie gern wollen. Den Rest ignorieren sie einfach. Das trifft auch auf das Gutachten zu, das der Professor für Energiesysteme der TU Berlin, Prof. Dr. Georg Erdmann, für die sächsische Staatsregierung erstellt hat. Die hat ihn gleich mal zum Energieexperten ernannt. Klingt ja immer gut.
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Nur ist Expertentum immer so eine Sache. Und Erdmann ist nun mal der Spezialist für Energiesysteme. Und nur so hat er die Fragestellung auch aufgefasst. Dass der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) nun zu der Auffassung kommt, dass Sachsen keine Braunkohlekraftwerke abschalten müsse, um seinen Beitrag zu den Bundesklimazielen zu leisten, hat mit der Vergangenheit zu tun. Man kennt das schon aus den diversen Schönmalereien diverser Umweltminister, die immer gern darauf verweisen, dass Sachsen seit 1990 einen gehörigen Beitrag zum Abbau des Kohlendioxidausstoßes geleistet hat. Einfach schon dadurch, dass es einen großen Teil der alten DDR-Dreckschleudern stillgelegt hat und der Rest mit Filtern ausgerüstet, modernisiert oder auch neu gebaut wurde.

Mit einigem Recht erinnert Erdmann daran, dass die Bundesrepublik ihre bisherigen Klimaziele ohne diesen radikalen Umbau der ostdeutschen Stromwirtschaft in den 1990er Jahren nie und nimmer erreicht hätte.

Auf diesen reinen Erneuerungs-Effekt nach der Wiedervereinigung geht auch die sächsische Staatskanzlei ein, wenn sie betont: „In seiner Analyse bestätigt Prof. Erdmann auch, dass die ostdeutschen Braunkohlekraftwerke bereits zwischen 1990 und 2014 ihre CO2-Emissionen um 45 Millionen Tonnen bzw. 40 Prozent reduziert hätten. ‚Ohne diesen Reduktionsbeitrag hätte Deutschland die international zugesagten Reduktionsziele für die Kyoto-Periode nicht erreicht‘, konstatiert der Berliner Wissenschaftler.  –  Dieser beachtliche Erfolg sei vor allem auf das umfassende Sanierungs- und Modernisierungsprogramm für die ostdeutsche Braunkohleindustrie nach der Wiedervereinigung zurückzuführen. So wurden etwa in der Lausitz seit 1990 fast 9.000 Megawatt Kraftwerksleistung stillgelegt, mehr als 4.000 MW neu errichtet und weitere 4.000 MW mit moderner Umwelttechnik nachgerüstet und aufgewertet. Diese hohen Investitionen haben aktuell bei den CO2-Emissionen einen ‚Plateaueffekt‘ zur Folge, der bis etwa 2030 anhalten werde. Erst danach – nach Ablauf der Amortisationsdauer – gehen zahlreiche Kraftwerksblöcke planmäßig vom Netz. Die Bundesregierung selbst hat mehrfach betont, dass nicht eine ‚Punktlandung‘ für ein bestimmtes Jahr, sondern der langfristige Entwicklungspfad entscheidend seien.“

Neues Wort in der Diskussion: Plateaueffekt

Plateaueffekt, das Wörtchen kann man sich merken. Es heißt nur, dass der sächsische CO2-Ausstoß seit 2000 konstant ist. Konstant hoch, weil kein einziges Kraftwerk vom Netz gegangen ist. Und weil bis 2030 keins vom Netz gehen soll, soll auch der CO2-Ausstoß gleich hoch bleiben. Auf einem Plateau eben.

Das heißt: Sachsen beruft sich auf die frühen Jahre von 1990 bis 1995, als der Kraftwerkspark im Osten komplett erneuert wurde. In Erdmanns Studie heißt es dazu: „Seit 1990 wurden in der Lausitz insgesamt 8.750 MW Braunkohlenkraftwerksleistung stillgelegt und 4.095 MW effiziente Braunkohlenkraftwerksleistung neu errichtet. Darüber hinaus wurden rund 4.000 MW Braunkohlenkraftwerksleistung mit moderner Umwelttechnik nachgerüstet und aufgewertet.“

Heißt im Klartext: Damals wurden rund 4.700 MW-Kraftwerksleistung einfach stillgelegt, weil sie nicht mehr gebraucht wurden, da gleichzeitig der größte Teil der energieintensiven Wirtschaft im Osten stillgelegt wurde. Das hat dann gleich die gesamte Bundesrepublik als ihren Beitrag zur CO2-Senkung für Kyoto verkündet.

Für Sachsens Regierung ist das dann schon mal Grund genug zu verkünden, man habe ja schon genug getan.

„Damit steht die hiesige Braunkohleverstromung dem Ziel der Bundesregierung, die deutschen Treibhausgasemissionen bis zur Mitte dieses Jahrhunderts um 80 bis 95 Prozent gegenüber dem Ausgangswert von 1990 zu reduzieren, nicht entgegen.“

Und Ministerpräsident Stanislaw Tillich sieht sich in seiner Haltung bestärkt, in Sachen Lausitz um eine Bestandsbewahrung zu kämpfen: „Professor Erdmann weist überzeugend nach, dass unsere Braunkohlekraftwerke auch ohne den vom Bundeswirtschaftsminister angestrebten ‚Klimabeitrag‘ die nötige CO2-Reduktion erbringen. Und dies nicht erst zum Ende, sondern bereits zur Mitte dieses Jahrhunderts.“ Damit werde der Klimabeschluss des aktuellen G7-Gipfels, bezogen auf die hiesige Braunkohle, sogar deutlich früher erfüllt, so Tillich.

Womit er erstaunlicherweise seiner eigenen Fraktion widerspricht, die die Kohleverstromung „noch in diesem Jahrhundert energetisch genutzt“ sehen will (Lars Rohwer).

55 Jahre Amortisation für alle Kraftwerke?

Tatsächlich zeigt auch Erdmann, dass um das Jahr 2060 auch der letzte Meiler in Sachsen ausgeht. Das hat er zwar nicht berechnet, sondern einfach angenommen: Er legt jedem Kraftwerk einen Zeitraum von 55 Jahren bis zur Amortisation zu Grunde. Danach würden die ältesten Kraftwerksblöcke in der Lausitz – die in Boxberg – um das Jahr 2030 vom Netz gehen. Der nächste Schwung geht um 2040 vom Netz, fast der ganze Rest dann um das Jahr 2050.

Der Gutachter kommt zu dem Schluss, dass es somit „keinen erkennbaren Grund für politische Interventionen zulasten der Betreiber von Braunkohlekraftwerken und ihren Mitarbeitern, Zulieferern und Standortgemeinden“ gebe, mit denen „einer vom Strukturwandel gezeichneten Region eine heute noch wesentliche ökonomische Grundlage“ entzogen würde. So sieht es jedenfalls die Sächsische Staatskanzlei, die das Gutachten in Auftrag gegeben hat. Bei einem Energietechniker, wohlgemerkt. Der auf einige der in letzter Zeit heiß diskutierten Fragen gar nicht eingeht. Zum Beispiel die: Wann werden Kraftwerke eigentlich unrentabel?

Wie lange rechnet sich ein Kraftwerk in Teillast?

Deswegen geht er auf die Strompreise an der Börse auch nicht ein. Denn je weniger Strom Kraftwerke im regionalen Stromnetz absetzen können, weil das mit Strom aus regenerativen Anlagen (Solar, Wind, Wasser, Biomasse) gefüllt ist, umso schwieriger wird es, die Produktionskosten über den Stromverkauf wieder zu finanzieren. Sie müssen den überschüssigen Strom aber an der Börse verkaufen – und in Spitzenzeiten rutscht der Preis dort immer öfter unter die magische Grenze von 30 Euro je Megawattstunde.

Den finanziellen Aspekt aber klammert Erdmann komplett aus.

Dabei spielt das auch schon eine Rolle, wenn es um die Vollauslastung der Kohlekraftwerke geht. Für den Zeitraum 2012 bis 2015 kommt Erdmann noch auf 7.595 Volllaststunden pro Kraftwerksblock. Heißt: Die Öfen laufen noch immer in 90 Prozent der Zeit unter Volllast. Selbst bis 2020 glaubt Erdmann, dass sich daran nichts ändern wird, erst danach sieht er einen langsamen Rückgang der Volllaststunden, obwohl er gleichzeitig einen deutlichen Ausbau der regenerativen Energien beschreibt – allein die Erzeugerkapazitäten für Windkraft in Deutschland werden von 27 Gigawattstunden im Jahr 2010 auf 50 Gigawatt im Jahr 2020 anwachsen. Bei Photovoltaik erhöht sich der Bestand von 18 auf 54 Gigawatt.

Und wo bleibt der Domino-Effekt?

Gleichzeitig sollen Speichersysteme entstehen, die den überschüssigen Wind- und Sonnenstrom zwischenspeichern können. Heißt im Klartext: Kohlestrom kommt gleich doppelt unter Druck – einmal durch die Menge des regenerativen Stroms (der in einigen Sommermonaten übrigens schon eine 100-prozentige Versorgung des Landes schafft) und gleichzeitig über die niedrigen Strompreise an der Börse. Die Meiler laufen zwar schon mehrere Wochen im Jahr in Minimallastbetrieb – aber auch das kostet.

Aber selbst für 2040 geht Erdmann davon aus, dass die Kohlemeiler zu 60 Prozent ausgelastet sind. Er stellt sich aber nicht die Frage, ob sich das dann noch rechnet.

Denn da taucht spätestens der von der sächsischen CDU auch gern beschworene Domino-Effekt auf: Die Kosten zum Betrieb der Tagebaue sinken ja nicht, verteilen sich aber nach dem Abschalten der ersten Blöcke auf weniger Kraftwerke, die diese festen Produktionskosten in ihren Strompreis einbauen müssen. Was dann wieder heißt: Die Produktionskosten für Kohlestrom steigen, obwohl die Börsenpreise wahrscheinlich eher stabil bleiben oder gar sinken.

Es tut sich eindeutig eine Schere auf, deren Schnittpunkt garantiert nicht im Jahr 2060 oder im Jahr 2050 liegt, sondern weitaus früher.

Es werden keine technischen Gründe sein, die zum Abschalten der Kohlekraftwerke führen, sondern eindeutig finanzielle.

Da hilft alle Schönmalerei des sächsischen Ministerpräsidenten nichts. Eher geht es um die Frage, welche Kraftwerksblöcke für die Grundlasterzeugung noch gebraucht werden in Sachsen und welche Blöcke schon in nächster Zeit aus simplen finanziellen Gründen vom Netz gehen.

Das Resümee des Kurzgutachtens von Prof. Dr. Georg Erdmann.

KohleKlimaschutzgesetzLausitz
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