Auch der Antrag des Jugendparlaments zu Haltestangen an Leipziger Ampelkreuzungen wird (ein bisschen) umgesetzt

Ja, wozu braucht man eigentlich Haltestangen an Ampelkreuzungen, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist? Kann man nicht einfach absteigen? Man muss ja doch ewig warten, bis mal eine Grünphase kommt. Eines jedenfalls macht der Antrag des Jugendparlaments deutlich: Wie ausgebremst der Leipziger Radverkehr tatsächlich ist. Viele Leipziger können sich gar nicht vorstellen, dass das schneller gehen könnte.
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Zumindest in der Verwaltung kann man sich doch so Manches vorstellen, das sich vielleicht mal ändern könnte. Das Planungsdezernat jedenfalls legt jetzt erst einmal einen Alternativvorschlag zum Antrag des Jugendparlaments vor.

„An fünf im Jahr 2011 bereits untersuchten Knotenpunkten werden umgehend abschließend die Voraussetzungen überprüft und unter Einbeziehung einer Sachspende die entsprechenden Haltegriffe für Radfahrende installiert“, lautet der. „Die Verwaltung prüft, ob an weiteren bestehenden oder neu errichteten bzw. rekonstruierten Lichtsignalanlagen geeignete Festhaltemöglichkeiten für Radfahrende angebracht werden können und setzt dies entsprechend schrittweise unter Beachtung der finanziellen Rahmenbedingungen um.“

Denn es geht nicht nur um den ungestümen Drang junger Leute, mit dem Fahrrad möglichst flott durch die Stadt zu kommen.

„Die mit dem vorliegenden Antrag des Jugendbeirats/Jugendparlaments beschriebenen Maßnahmen dienen der Komfortsteigerung für den Radverkehr und unterstützen damit direkt die Ziele des Radverkehrsentwicklungsplans sowie des Stadtentwicklungsplans Verkehr und öffentlicher Raum“, stellt das Planungsdezernat fest. Nur technisch ist es nicht einfach so machbar. „Da sich die beantragte Maßnahme aus mehreren Gründen aus Sicht der Verwaltung jedoch so nicht an allen Lichtsignalanlagen umsetzen lässt, wird eine Alternative vorgeschlagen, welche zunächst an ausgewählten Standorten kostengünstig unter Einbeziehung einer angekündigten Sachspende eines Leipziger Unternehmens umgesetzt werden kann.“

Das Dezernat zählt dann alle möglichen baulichen Schwierigkeiten auf, die ein Anbringen solcher Haltestangen kompliziert bis unmöglich machen – wozu übrigens auch die oft geradezu ärgerlich winzigen Aufstellflächen für Radfahrer an Ampelübergängen gehören.

In der Bilanz heißt es dann: „Die Anbringung oder Einordnung von Haltestangen oder -bügeln im weiteren Umfeld ist bei den in den meisten Fällen knappen Aufstellflächen in der Regel nicht machbar. Eine Berücksichtigung von Festhaltemöglichkeiten durch Erweiterung der Aufstellflächen oder Abrücken von Masten zur Herstellung von erforderlichen Mindestabständen hat grundlegende Auswirkungen auf die Geometrie der Verkehrsanlagen und damit auf die gesamte Umfeldgestaltung und kann auch grundlegende Auswirkungen auf die verkehrstechnischen Randbedingungen haben, weil die konkreten Signalstandorte über die Berechnung der Sicherheitszeiten (Zwischenzeiten) direkten Einfluss auf die Signalprogramme haben.“

Da, wo es geht, will man es trotzdem versuchen. Und die gute Nachricht: „Von einer Leipziger Firma wurde zur Förderung der Verkehrsarten des Umweltverbundes vorgeschlagen, für geeignete Lichtsignalanlagen Haltegriffe zur Verfügung zu stellen. Die Firma wäre bereit, diese Haltegriffe kostenlos zur Verfügung zu stellen.“

Schon 2011 habe man übrigens die Anbringung der Haltegriffe untersucht und einen Kriterienkatalog erarbeitet.

Und man hat 2011 sogar fünf geeignete Standorte ausgemacht, wo man das Ganze einfach mal umsetzen könnte (nur der kritische Passant fragt sich so nebenbei: Warum wurde es nicht einfach gemacht?).

Das hier sind die Kreuzungen, an denen man das Ganze sofort ausprobieren könnte:

– Prager Straße/Mühlstraße

– Lützner Straße/Brünner Straße

– Torgauer Straße/Rostocker Straße

– Permoserstraße/Heiterblickallee

– Permoserstraße/Schongauerstraße

Aber das will man lieber noch mal prüfen. Und eine Einschränkung gibt es auch noch: „Einmal angebrachte Haltegriffe können jedoch keinen Bestandsschutz genießen, wenn sich die örtliche Situation so ändert, dass die genannten Kriterien nicht mehr erfüllt werden.“

Das klingt dann nicht wirklich nach einer systematischen Aufwertung des Radwegenetzes. Da hat sich dann wohl auch im Planungsdezernat wieder der kleine graue Mann, der dort für die Bedenken zuständig ist, gegen den jungen Herrn Mitarbeiter durchgesetzt, der so gern ein flottes Radnetz für Leipzig möchte.

Die Stellungnahme des Planungsdezernats zum Antrag des Jugendparlaments.

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