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2018 gab es bei den LVB eine lütte Steigerung um 400.000 Fahrgäste

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    Am Ende haben sie es doch noch geschafft. Bis zum dritten Quartal sah es gar nicht so aus, als könnten die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) ihr Ergebnis bei den Fahrgastzahlen aus dem Vorjahr verbessern. Schuld war irgendwie das lange Sommerwetter, das viele Nutzer der LVB dann doch dazu animierte, mit Rad oder zu Fuß durch die Stadt zu flanieren. Den kleinen Schub gab’s dann zum Jahresende.

    Und die Zahlen, die die LVB am Dienstag, 26. März, bekanntgaben, erzählen eben auch von einem Trend, der Leipzigs Verkehrsgeschehen seit Jahren deutlich verändert. Immer mehr Einwohner steigen auf umweltfreundliche Verkehrsmittel um – vor allem auf das Fahrrad. Aber auch der ÖPNV profitiert von diesem Trend. Und die Eröffnung des Citytunnels im Dezember 2013 hat ihn zusätzlich befeuert.

    Mehr als 20 Millionen zusätzliche Fahrgäste beförderten die Leipziger Verkehrsbetriebe 2018 im Vergleich zum S-Bahn-Start vor fünf Jahren. Der Zuwachs verlief im vergangenen Jahr freilich weniger rasant, gleichwohl zählten die Verkehrsbetriebe 400.000 Fahrgäste mehr als im Vorjahr. Mit 156,4 Millionen beförderten Fahrgästen lagen die Leipziger Verkehrsbetriebe damit zumindest leicht über dem hohen Vorjahreswert.

    Man hätte mehr erwarten können. Aber dazu war das Wetter zu schön.

    „Wir bedanken uns bei allen, die mit den LVB unterwegs sind und so helfen, Leipzig lebens- und liebenswerter zu machen. Das kontinuierliche Wachstum innerhalb der letzten fünf Jahre bestätigt unseren Kurs und zeigt, dass die LVB Teil der Lösung für Erreichbarkeit und Umweltschutz in unserer Stadt sind. Dass Mobilität rund um die Uhr möglich ist, verdanken wir unseren Mitarbeitern, die jeden Tag ihr Bestes geben“, erklärt Ulf Middelberg, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Verkehrsbetriebe.

    Und woran lag es nun, dass die eigentlich zu erwartenden 158 Millionen Fahrgäste nicht kamen?

    Ein spürbares Abflachen der Nutzerzahlen um etwa 2 Millionen Fahrgäste war im 3. Quartal durch ein verändertes Mobilitätsverhalten aufgrund der anhaltenden hohen Temperaturen und trockenen Witterung zu verzeichnen, interpretieren die Verkehrsbetriebe das Ergebnis. So entschieden sich viele ÖPNV-Nutzer aufgrund der Hitze Wege zum Einkaufen in die Innenstadt gar nicht oder mit anderen Verkehrsmitteln zu realisieren.

    Da aber gleichzeitig in der Einnahmeentwicklung ein weiteres Wachstum festzustellen ist (+4,7 %), haben wohl vor allem Stammkunden ihr Mobilitätsverhalten angepasst und sind seltener mit Bahn und Bus gefahren.

    Gleichzeitig hat sich das außergewöhnliche Bevölkerungswachstum zwar weiter fortgesetzt, aber normalisiert. Wuchs die Bevölkerung 2016/2017 noch jährlich um etwa 10.000 Menschen, waren es 2018 nur noch rund 6.000. Die kalenderbedingte Konstellation von Feiertagen und Ferien in 2018 führte zu weiteren Änderungen in der Nutzungshäufigkeit um rund 0,5 Millionen, interpretieren die LVB das Ergebnis.

    Aber dazu kamen freilich auch noch heftige Einschnitte, die die regelmäßigen Nutzer der Straßenbahn stark zu spüren bekamen – von Umleitungen wegen großer Baustellen (wie der Plagwitzer Brücke) bis hin zu echten Linienausfällen, weil die Fahrer fehlten.

    Durch die temporären Angebotsreduzierungen aufgrund der schwierigen Situation am Arbeitsmarkt zur Gewinnung neuer Beschäftigte, auf den Linie 2, 8 und 10 konnte kein unmittelbarer Kundenverlust festgestellt werden, da parallele Linien genutzt wurden, vermuten die LVB. Müssen aber zugeben: „Jedoch blieb ein Wachstum auf den genannten Linien aus. Hier zeigt sich ein zunehmendes Spannungsfeld zwischen den bestehenden Wachstumszielen und den Herausforderungen bei der Ressourcengewinnung am angespannten Arbeitsmarkt.“

    Gleichzeitig, das gehört auch zur Wahrheit, ist das Netz im Berufsverkehr schon bis zum Anschlag ausgelastet und wird die Haltestelle Hauptbahnhof immer mehr zum Nadelöhr.

    Wenigstens läuft das Straßenbahnbeschaffungsprogramm derzeit reibungslos, auch weil das Sächsische Verkehrsministerium die benötigten Fördermittel in Jahresscheiben pünktlich zur Verfügung stellt. 4,3 Millionen Euro sind es allein 2019. Das XL-Fahrzeug Nummer 20 war schon im Februar zu sehen.

    „Bis Mai diesen Jahres ist die Auslieferung des 23. XL-Fahrzeuges geplant“, teilt das Unternehmen mit. „Die weiteren bestellten 38 Fahrzeuge werden entsprechend der Anfang diesen Jahres abgeschlossenen Verträge in den Jahren 2020/21 geliefert.“

    In der Zahl dieser 38 Fahrzeuge stecken auch die 20 Fahrzeuge, die die LVB zusätzlich zu den ursprünglich bestellten 41 Niederflurfahrzeugen von Solaris bestellt hatten. Der wachsende Bedarf größerer Fahrzeuge im Netz macht die Anschaffung einfach zwingend. Wie zwingend, zeigten gerade die „Ferienfahrpläne“ der LVB im letzten und in diesem Jahr, wenn dann nicht nur die Linie 10 nicht fuhr, sondern nach 10 Minuten auch noch ein kleiner NGT8 angerollt kam, in den sich die Fahrgäste notdürftig hineinquetschten. Etwas, was im Berufsverkehr immer wieder passiert.

    Für die zusätzlichen 20 XL-Fahrzeuge hat das SMWA schon Fördermittel in Höhe von 13,4 Millionen Euro (Jahresscheibe 2019) bereitgestellt.

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    2 KOMMENTARE

    1. „Ein spürbares Abflachen der Nutzerzahlen um etwa 2 Millionen Fahrgäste war im 3. Quartal durch ein verändertes Mobilitätsverhalten aufgrund der anhaltenden hohen Temperaturen und trockenen Witterung zu verzeichnen,…“
      Ja, natürlich ist das Wetter schuld, nein, das hat überhaupt garnichts mit Preiserhöhungen im August zu tun. Natürlich nicht!

    2. „Da aber gleichzeitig in der Einnahmeentwicklung ein weiteres Wachstum festzustellen ist (+4,7 %), haben wohl vor allem Stammkunden ihr Mobilitätsverhalten angepasst und sind seltener mit Bahn und Bus gefahren.“

      Diesen Teil der Presseinformation verstehe ich noch nicht ganz.

      Dass die Einnahmen stiegen, dürfte mit der Preissteigerung zusammenhängen, die leider unerwähnt blieb. (Die übrigens auch das Wachstum hemmen kann!) Aber was haben die 4.7% mit Stammkunden und „seltener“ zu tun?

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